Bundesadler und Nationalfarben demnächst ein wenig dezenter?

Bundesadler Neuer „Styleguide“ – Merkels Regierungsflieger wird umlackiert

Die Flugbereitschaft der Bundesregierung hat drei neue Airbus 350 bestellt. Inzwischen gibt es jedoch neue Design-Vorgaben. So soll der Bundesadler anders positioniert werden. Einer der Flieger wird deshalb noch einmal umgearbeitet.






Angela Merkels jüngst ausgelieferter neuer Regierungsflieger Airbus A350 wird 2024 noch einmal neu lackiert. Nach Informationen von WELT AM SONNTAG wird derzeit ein maßstabgetreues Modell mit dem neuen Design erstellt. Geplant sei ein „leicht modifiziertes Außendesign“, heißt es auf Anfrage beim Ausrüstungsamt der Bundeswehr.
So soll das schwarz-rot-goldene Fahnenband um den Rumpf beibehalten werden. Jedoch könnte sich die Schriftart und Positionierung von Abbildungen wie dem Bundesadler ändern. Es sollen „auch neue Elemente aus dem Styleguide der Bundesregierung“ zur Anwendung kommen, heißt es.
Umrüstung war ohnehin vorgesehen

Die Bundeswehr-Ausrüster weisen darauf hin, dass der erste von drei neuen A350-Regierungsfliegern ohnehin für die neue Kabinenausstattung umgerüstet wird. „Nach dem Einbau der neuen VIP-Kabine im Jahr 2024 muss der erste A350 wegen damit einhergehender Eingriffe in die Struktur größtenteils neu lackiert werden. Im Rahmen dieser Maßnahme ist auch eine kostenneutrale Anpassung des Außendesigns geplant.“

Endgültig entschieden sei die Umsetzung noch nicht. Die Flugbereitschaft der Bundeswehr hatte Anfang Oktober von Lufthansa Technik in Hamburg den ersten der drei neuen Airbus A350 übernommen. Damit das Flugzeug möglichst schnell in Dienst gestellt werden kann, ist es noch nicht mit der endgültigen Kabine und Technik als Regierungsflugzeug, etwa für Bundeskanzlerin Angela Merkel, ausgerüstet.




Der neue Airbus A350 der Bundeswehr bei der Übergabe im August


Die Flugzeuge sollen im Jahr 2022 zwei A340-Langstreckenjets der Flugbereitschaft ersetzen. Sie werden nach 20 Jahren im Flugdienst der Flugbereitschaft und zahlreichen Pannen ausgemustert. Wie es auf Anfrage heißt, sollen die zwei weiteren A350 von Anfang an in dem leicht geänderten Design geliefert werden.
Die Änderungen am Erscheinungsbild der deutschen Airbus-Regierungsflieger sind damit weniger radikal als an den neuen Air Force One Jumbos. Auf Wunsch von US-Präsident Donald Trump erhalten die beiden neuen US-Regierungsmaschinen (VC-25B) eine Lackierung in weiß, rot und blau statt der bisher dominierenden hellblauen Farbe. Die neuen US-Regierungsflieger sollen 2024 geliefert werden.

Abwehrsysteme gegen Raketenbeschuss

Die Beschaffung der zwei neuen Air Force One-Modelle wurden vom Weißen Haus im Frühjahr 2018 verkündet. Damals hieß es, Boeing habe einem Preis von 3,9 Milliarden Dollar zugestimmt. Der Gesamtfinanzierungsbedarf für die drei Airbus A350 für die Flugbereitschaft soll dagegen rund 1,2 Milliarden Euro betragen. Darin enthalten ist die Beschaffung der Flugzeuge, die Ausrüstung samt Kabinen und einem Abwehrsystem gegen Raketenbeschuss.

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