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Kein Fachkräftemangel: Die Arbeitslosigkeit frisst sich fest
Deutscher Arbeitsmarkt im Leerlauf
Seit 2023 verliert die Fluktuation am Arbeitsmarkt an Tempo. Weil Betriebe weniger Stellen besetzen, kündigen weniger Beschäftigte ihre laufenden Verträge, um neue Jobs anzutreten.
Die geringe Dynamik erschwert Arbeitslosen die Rückkehr in Arbeit und jungen Menschen den Einstieg in das Berufsleben.In der Corona-Rezession 2020 sank der Fluktuationskoeffizient um -3,3 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. In der Finanzkrise 2009 fiel er um -1,3 Prozentpunkte und in den Nachwehen der Eurokrise 2012 bis 2013 sank die Fluktuation um kumulativ -2,3 Prozentpunkte. Der kumulative Rückgang der jüngsten drei Jahre im Vergleich zu 2022 um -2,5 Prozentpunkte liegt in der Größenordnung der zuvor genannten Phasen verringerter Fluktuation am Arbeitsmarkt. Besonders an der jüngsten Entwicklung ist die Dauer von nun mehr drei Jahren.
In den Krisenjahren 2009 und 2020 verlor die Arbeitsmarktdynamik trotz massiven Produktionseinbruchs an Tempo und erholte sich zügig, weil die Betriebe die Zuversicht hatten, dass sie mit dem Einsatz von konjunktureller Kurzarbeit und betrieblichen Flexibilitätsmaßnahmen wie dem Abbau von Arbeitszeitkonten nach der Krise ihre Kapazitäten wieder auslasten würden.
Aktuell spricht insbesondere die neue geopolitische Unsicherheit gegen eine zügige Erholung der Arbeitsmarktdynamik in Deutschland und eher für eine schrittweise Verringerung der Dynamik im Zuge einer Strukturkrise. Zwar zeigte sich schon einmal in den schwachen Wirtschaftsjahren 2012 bis 2013 eine niedrige Fluktuation wie aktuell, die Arbeitsmarktlage sah damals für Arbeitslose und Berufseinsteiger jedoch besser aus. Denn in den Nachwehen der Eurokrise wuchsen die Beschäftigung und die Wirtschaft. Im Gegensatz dazu scheint heute die deutsche Wirtschaft mit den Herausforderungen Demografie, Deglobalisierung, Dekarbonisierung, Digitalisierung und tendenziell nachteiligen Standortbedingungen schlechter aufgestellt als in der 2010er-Dekade.Ebenfalls aufschlussreich ist der Blick auf die Dynamik unterschiedlicher Wirtschaftsbereiche. Im Verarbeitenden Gewerbe sank der Fluktuationskoeffizient in der Corona-Rezession 2020 deutlich um -3,4 Prozentpunkte, erholte sich in den beiden Folgejahren um kumulativ +3,0 Prozentpunkte, um seit 2023 kumulativ -2,0 Prozentpunkte zu sinken. Das Verarbeitende Gewerbe reagiert damit ausgeprägter auf konjunkturelle Schwankungen als der Arbeitsmarkt in der Gesamtwirtschaft. Im Kontrast dazu stehen die Bereiche öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung und exterritoriale Organisationen, wo der Fluktuationskoeffizient weniger schwankt. Dies spricht für eine stabile Arbeitsnachfrage in den öffentlichen Bereichen.Ganzer Artikel hier:Noch einmal anders sieht es in der Zeitarbeit aus, wo der Fluktuationskoeffizient auf einem hohen Niveau liegt, aber die Korrelation mit der Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts vergleichbar hoch ist wie im öffentlichen Bereich. Zeitarbeitnehmer - also Beschäftigte der Wirtschaftsgruppen 782 „befristete Überlassung von Arbeitskräften“ und 783 „sonstige Überlassung von Arbeitskräften“ nach der Wirtschaftszweigklassifikation 2008 - werden insbesondere in Betriebe des Verarbeitenden Gewerbes überlassen, um dortige Auftragsspitzen abzufedern. Seit sich im Jahresverlauf 2019 die Strukturkrise im Verarbeitenden Gewerbe andeutete, nahm die Arbeitsmarktdynamik in der Zeitarbeit erheblich ab.
https://www.iwkoeln.de/studien/stefa...-leerlauf.html
Die niedrige Fluktuation am Arbeitsmarkt hat ernste Folgen: Wer darunter leidet und warum die Situation diesmal länger anhalten dürfte als in vorherigen Krisen.Aus volkswirtschaftlicher Perspektive sieht die Sache jedoch anders aus. Wenn die Fluktuation auf dem gesamten Arbeitsmarkt niedrig ist, ist das kein gutes Zeichen. In der Krise besetzen Unternehmen weniger Stellen und Beschäftigte kündigen seltener – aus Mangel an Alternativen.Der sogenannte Fluktuationskoeffizient, der alle begonnenen und beendeten Arbeitsverhältnisse mit der durchschnittlichen Gesamtbeschäftigung vergleicht, ist nun bereits seit drei Jahren rückläufig. Zwischen 2022 und 2025 ist er damit insgesamt um 2,5 Prozentpunkte gesunken.Dass die Fluktuation auf dem Arbeitsmarkt drei Jahre in Folge zurückgeht, hatte es in den vergangenen zwei Jahrzehnten nie gegeben, zeigt die IW-Studie. Bis jetzt. „Die geringe Dynamik erschwert Arbeitslosen die Rückkehr in Arbeit und jungen Menschen den Einstieg in das Berufsleben“, schreiben die Autoren.Ganzer Artikel hier:Zudem sehen die Arbeitsmarktforscher einen entscheidenden Unterschied zu vergangenen Wirtschaftskrisen: Demnach habe sich die Arbeitsmarktdynamik nach früheren Konjunktureinbrüchen zügig wieder erholt, weil Betriebe die Zuversicht hatten, ihre Kapazitäten nach der Krise wieder voll auszulasten. Das sei diesmal anders:
https://www.msn.com/de-de/finanzen/t...e-verthp-feeds
Und noch ein Artikel:
Der Mythos vom Fachkräftemangel bröckelt: Deutschlands Arbeitsmarkt im Sinkflug
Jahrelang wurde uns das Märchen vom allgegenwärtigen Fachkräftemangel als Begründung für massenhafte Zuwanderung serviert. Nun zeigt sich die nüchterne Realität: Der deutsche Arbeitsmarkt kippt. Qualifizierte Bewerber schreiben Dutzende Bewerbungen, ernten Absagen oder erhalten gar keine Antwort mehr. Was Politiker in Sonntagsreden als angeblichen Notstand verkauften, entpuppt sich in weiten Teilen als hausgemachtes Konjunkturproblem – verschuldet durch eine wirtschaftsfeindliche Politik, die Industrie, Mittelstand und Handwerk seit Jahren systematisch ausbluten lässt.
Wenn die Wirtschaft schrumpft, schrumpfen auch die Jobs
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Unternehmen bauen derzeit mehr Stellen ab, als neue entstehen. Die Auftragsbücher leeren sich, die Energiekosten explodieren, und die bürokratischen Hürden wachsen mit jeder neuen Regulierung aus Berlin und Brüssel. Wer in diesem Umfeld noch in neue Arbeitsplätze investieren möchte, gleicht einem Optimisten, der bei strömendem Regen ein Picknick plant.
Besonders hart trifft es die Industrie, den Bau und Teile des Dienstleistungssektors – also genau jene Säulen, auf denen der einstige Wohlstand dieser Republik ruhte. Firmen verschieben Investitionen, straffen Abläufe und prüfen jede Neueinstellung mit der Lupe. Bewerber konkurrieren wieder härter um die verbliebenen Stellen, während Arbeitgeber die Anforderungen nach oben schrauben. Selbst erfahrene Fachkräfte mit makellosem Lebenslauf stoßen auf verschlossene Türen.
Der gespaltene Arbeitsmarkt entlarvt ein politisches Narrativ
Natürlich existieren weiterhin Branchen mit echtem Personalbedarf: Pflege, Handwerk, Technik, einige Spezialgebiete. Doch die pauschale Behauptung eines flächendeckenden Fachkräftemangels, mit der Jahr für Jahr eine fragwürdige Migrationspolitik gerechtfertigt wurde, hält der Realität nicht stand. Deutschland erlebt einen tief gespaltenen Arbeitsmarkt – und dieser Befund passt schlecht zu den schlichten Erzählungen, die uns aus dem politischen Berlin entgegenschallen.
Längere Suchphasen, weniger Sicherheit
Für die betroffenen Fachkräfte bedeutet die Entwicklung konkret: längere Suchphasen, sinkende Planungssicherheit, häufiger gescheiterte Jobwechsel. Wer seinen Arbeitsplatz verliert oder sich beruflich neu orientieren möchte, muss deutlich mehr Zeit einkalkulieren. Diese Unsicherheit schlägt unmittelbar auf den Konsum durch. Arbeitnehmer halten größere Anschaffungen zurück, Firmen planen vorsichtiger – ein Teufelskreis, der die ohnehin schwächelnde Konjunktur weiter abwürgt.
Strukturelle Probleme lösen sich nicht von selbst
Eine konjunkturelle Erholung könnte zwar neue Stellen schaffen, doch die strukturellen Verwerfungen verschwinden dadurch nicht. Hohe Energiepreise, eine überbordende Bürokratie, der globale Wettbewerbsdruck und eine Politik, die den heimischen Standort offenbar als Experimentierfeld grüner Träume betrachtet – all das wirkt langfristig. Die Bundesregierung unter Friedrich Merz hatte versprochen, Deutschland wirtschaftlich wieder auf Kurs zu bringen. Stattdessen sehen wir gigantische Schuldenpakete, Rekord-Sondervermögen und eine Inflation, die jeden Bürger trifft.
Fachkräfte sind gezwungen, sich anzupassen: durch Weiterbildung, Spezialisierung oder Branchenwechsel. Doch die eigentliche Bringschuld liegt bei der Politik. Solange Standortbedingungen nicht grundlegend verbessert werden, bleibt der Arbeitsmarkt angespannt – und das Vertrauen vieler Bürger in die Handlungsfähigkeit ihrer Regierung schwindet weiter. Dies ist nicht nur die Meinung unserer Redaktion, sondern dürfte mittlerweile der Sichtweise eines erheblichen Teils des deutschen Volkes entsprechen.
Ganzer Artikel hier:
https://www.kettner-edelmetalle.de/n...lug-11-05-2026Es ist dem Untertanen untersagt, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.
Gustav von Rochow (1792 - 1847), preußischer Innenminister und Staatsminister
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14.05.2026, 07:26 #2
AW: Kein Fachkräftemangel: Die Arbeitslosigkeit frisst sich fest
Und trotz allem sind die deutschen Politiker nach wie vor weltweit im Einsatz um Leute nach Deutschland zu holen. Jüngstes Beispiel Außenminister Wadephul in Marokko.
Alle Texte, die keine Quellenangaben haben, stammen von mir.
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