Betroffen sind nicht die Gesunden, auch nicht die, die ab und zu mal ein Medikament benötigen, sondern die Kranken, die chronisch Kranken, die Behinderten und die Alten.

Neben der Tatsache, dass die Krankenversicherungen durch die Versicherung der Bürgergeldempfänger, die vom Staat nicht refinanziert wird (Kosten von über 10 Milliarden Euro pro Jahr) in das Defizit von 6,3 Milliarden Euro gerutscht sind, sollte auch nicht vergessen werden, dass Deutschland mit der Erhebung der Mehrwertsteuer auf Medikamente in Höhe von 19 Prozent sich an die weltweite Spitze gesetzt hat.

(Vergleiche:
Frankreich: 2,1 %
Schweiz: 2,6 % (Stand 2024, nennt 2,5 %)
Spanien: 4 %
Belgien, Niederlande, Portugal: 6 %

Keine Mehrwertsteuer z.B. in
Schweden, Irland, Malta
Zuzahlung für Medikamente steigt: Apotheke wird für alle teurer – „Patienten zahlen, entlastet wird der Staat“
Die GKV-Reform hat Folgen für Millionen. Die Zuzahlung für Medikamente trifft vor allem die, die sie dringend brauchen – Verbraucherschützer schlagen Alarm.
Bisher zahlen Versicherte mindestens fünf Euro und höchstens zehn Euro Eigenanteil für ein Medikament. Nach dem neuen Gesetzentwurf soll die Untergrenze auf 7,50 Euro steigen, der Deckel auf 15 Euro – eine Erhöhung um jeweils 50 Prozent.
Die höhere Medikamenten-Zuzahlung ist nur ein Teil des Sparpakets. Homöopathie fällt als Kassenleistung weg. Der Zuschuss für Zahnersatz sinkt von 60 auf 50 Prozent. Die kostenlose Mitversicherung von Ehe- und Lebenspartnern wird ab 2028 eingeschränkt. Auch das Hautkrebs-Screening alle zwei Jahre steht auf der Streichliste.
Kritik kommt aus dem Verbraucherschutz: Ramona Pop, Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbands, hält höhere Zuzahlungen für den falschen Weg. „Sie schaffen Zugangsbarrieren für Kranke und für Menschen mit niedrigen Einkommen“, warnt Pop gegenüber der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media. „Patientinnen und Patienten sollen mehr zahlen, entlastet wird der Staat. Das hat mit fairer Kostenverteilung nichts zu tun.“ Grundsätzlich sieht Pop das Problem anderswo: „In der Gesundheitsversorgung haben wir ein Ausgaben- und kein Einnahmenproblem.“
Der Gesetzentwurf muss noch das parlamentarische Verfahren durchlaufen. Vor der Sommerpause Anfang Juli soll der Bundestag darüber abstimmen.
https://www.merkur.de/verbraucher/st...-94287339.html