Die Ermittler sprechen von einer kriminellen Parallelwelt: In der Nacht zum Sonntag, 16. November, hat die Polizei Hannover eine groß angelegte Kontrolle im Steintorviertel durchgeführt. Im Fokus der Ermittlungen standen Türsteher.
Der besondere Fokus der Razzia lag auf Türstehern. Nach Angaben der Polizei gehe deren Agieren immer wieder „weit über die Sicherung der ihnen zugeteilten Lokalitäten hinaus“. Den Behörden liegen Hinweise vor, dass viele am Steintor als Türsteher eingesetzte Personen eng mit kriminellen Strukturen des Viertels zusammenarbeiten.
Organisierte Kriminalität im Steintorviertel

„Wir nehmen es nicht hin, dass an einem der am stärksten frequentierten Orte in Hannover Strukturen entstehen, die ihre eigenen Regeln entwickeln und durchsetzen und dabei den Rechtsstaat missachten“, sagt Stefan Sengel, Vizepräsident der Polizeidirektion Hannover. Diese Entwicklung sei nicht zufällig, sondern das Ergebnis gewachsener personeller und organisatorischer Strukturen.
So belegten Ermittlungen der vergangenen Monate, dass viele der im Steintor tätigen Türsteher offiziell als arbeitslos gemeldet sind.
Nach Angaben der Polizei werden sie direkt vor Ort für ihre Arbeit bezahlt und umgehen so unter anderem Sozialversicherungsbeiträge. Zudem seien viele Türsteher nicht für ihren Beruf ausgebildet.
„Sie treten auch regelmäßig selbst als Tatverdächtige von Körperverletzungsdelikten in Erscheinung und werden häufig als Auslöser der zugrunde liegenden Konflikte wahrgenommen“, heißt es vonseiten der Polizei.
Auch ignorierte Aufenthaltsverbote und das wiederholte Auffinden von Waffen in den Händen von Türstehern oder in ihren Etablissements zeichneten ein deutliches Bild, das weit über vereinzelte Regelverstöße hinausgeht.
Nach Angaben der Polizeidirektion habe die Großrazzia den Eindruck der vergangenen Jahre bestätigt: Die Straftaten im Steintorviertel halten sich auf einem konstant hohen Niveau. „Gleichzeitig wächst der Einfluss einer organisierten kriminellen Parallelwelt, die nach ihren eigenen Regeln operiert und den Rechtsstaat ignoriert“, heißt es von der Pressestelle.
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