Masernfälle in EU und Deutschland steigen
Masern sind für den Menschen eine der ansteckendsten Krankheiten überhaupt. In der Regel ist eine vorübergehende Immunschwäche die Folge, die Monate oder teils Jahre andauern kann. Betroffene sind dann auch anfälliger für Folgeinfektionen. Erste Symptome sind häufig Fieber, Konjunktivitis, Schnupfen und Husten. Später kommen oftmals die klassischen Flecken hinzu. Global gesehen sind Masern laut Angaben des RKI eine der wesentlichsten Todesursachen für Kinder. Besonders Jüngere im Alter von bis zu fünf Jahren sind betroffen.
Als Gründe für den jüngsten Anstieg nennen die ECDC-Experten saisonal bedingte Trends, die Einschleppung von Fällen aus Drittländern und die unzureichenden Impfquoten in einigen EU-Ländern. Masern verbreiten sich sehr leicht, daher ist eine hohe Durchimpfungsrate von 95 Prozent oder mehr der Bevölkerung unerlässlich, um die Übertragung in einem Land oder einer Gemeinde zu verhindern, informiert die ECDC. Hinter den hochgesteckten Impfzielen steht auch der Gedanke des Herdenschutzes: Wer nicht geimpft werden kann – etwa Säuglinge – soll damit indirekten Schutz erfahren.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) in Deutschland empfiehlt die Masern-Impfung für alle Kinder. Die erste Impfung sollte demnach im Alter von elf bis 14 Monaten erfolgen, die zweite frühestens vier Wochen später. Erwachsenen wird seit 2010 eine einmalige MMR-Impfung als Standardimpfung empfohlen, wenn sie nach 1970 geboren sind und ihr Impfstatus unklar ist oder sie in der Kindheit keine oder nur eine Impfung erhalten haben. Für Menschen in Gesundheitsberufen gilt eine spezielle STIKO-Empfehlung.
Stella Kyriakides, EU-Kommissarin für Gesundheit, nannte den erneuten Anstieg von Masernfällen in Europa „besorgniserregend“ und fügte hinzu: „Die gute Nachricht ist, dass es sich um eine Krankheit handelt, die durch Impfungen verhindert werden kann und dass in der EU viele sichere und effektive Impfstoffe erhältlich sind.“ Laut Schätzungen konnten zwischen 2000 und 2017 weltweit rund 21 Millionen Todesfälle durch Impfungen gegen Masern verhindert werden. „Niemand sollte an Masern sterben“, ergänzte ECDC-Direktorin Andrea Ammon.
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