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    Baerbock (Grüne): Bismarck-Zimmer im Auswärtigen Amt soll umbenannt werden

    Bismarck-Zimmer im Auswärtigen Amt soll umbenannt werden

    Nach der Entfernung des Kreuzes aus dem Rathaussaal in Münster, erleben wir hier wieder ein Stück Cancel Culture: eine Un-Kultur des Löschens, Annullierens, Tilgens, Ungültigmachens, Ausradierens. Culture Cancel hier eben als Geschichtsklitterung. Aber das scheint im Auswärtigen Amt jetzt Mode zu werden.

    Uns ist aus zuverlässiger Quelle zu Ohren gekommen, dass das Auswärtige Amt das „Bismarck-Zimmer“ als den Raum für die allmorgendlichen Besprechungen der Abteilungsleiter umbenennen will. Weil wir es nicht glauben wollten, haben wir als TE beim Auswärtigen Amt nachgefragt. Die Frage lautete: „Sehr geehrte Damen und Herren, ist es zutreffend, dass das Bismarck-Zimmer im Auswärtigen Amt umbenannt werden soll? Oder ist dies bereits geschehen? Falls ja: Geht diese Entscheidung auf Außenministerin Baerbock selbst zurück oder auf wen sonst? Welche Gründe sprechen für diese Entscheidung?“

    Als Antwort bekamen wir folgende Zeilen: „Bereits 2018 wurde im Auswärtigen Amt über eine Umbenennung des Besprechungsraums ‚Bismarck-Zimmer‘ nachgedacht. Dieser Prozess wurde nun wieder aufgenommen und verschiedene Namensvorschläge im Nutzerkreis dieses Besprechungsraums diskutiert. Der neue Name ‚Saal der Deutschen Einheit‘ soll der historischen Bedeutung des Raums Rechnung tragen, da dort zu DDR-Zeiten das Politbüro der SED tagte.“

    Apropos „Dieser Prozess … wird diskutiert“: Womöglich geht es hier um eine Rede der (damaligen) Staatsministerin Michelle Müntefering vom 25. September 2019 anlässlich der Eröffnung der „Women’s Night Out“. Sie hatte aus feministischen Gründen den Namen „Bismarck-Zimmer“ kritisiert.
    Abgesehen davon, dass unsere Fragen nicht alle beantwortet wurden, sind wir nun doch ziemlich platt. Vor allem beschleicht uns das Gefühl, dass hier zweifach Geschichtsklitterung betrieben wird.



    • Geschichtsklitterung 1: Es kann ja wohl nicht sein, dass ein Tagungsraum des Politbüros der SED jetzt als „Saal der Deutschen Einheit“ heiliggesprochen wird. Da tut man ja gerade so, als sei die Deutsche Einheit vom SED-Politbüro auf den Weg gebracht worden.
    • Also vermuten wir Geschichtsklitterung Nr. 2: Man will den Namen Bismarcks ausmerzen.

    Womit wir bei der Frage sind: Was ist der Unterschied zwischen George Orwells „Wahrheitsministerium“ (Miniwahr) und dem Auswärtigen Amt der Ministerin Annalena Baerbock? Gibt es überhaupt einen Unterschied? Ja, den gibt es, aber nur graduell und immer seltener.

    Die ganze Sache erinnert nämlich an Orwells „big-brother“-Regime. Die in Orwells 1984er Romanwelt vorkommenden Menschen werden manipuliert durch ein stets aktualisiertes Wörterbuch der „Neusprache“. An diesem Verzeichnis bastelt der Sprachwissenschaftler Syme. Er sagt zur Hauptfigur des Romans, zu Winston Smith: „Wir geben der Neusprache ihren letzten Schliff … Wir merzen jeden Tag Worte aus …. Es ist lediglich eine Frage der Wirklichkeitskontrolle. … Die Revolution ist vollzogen, wenn die Sprache geschaffen ist …“ Jetzt also wird der Name „Bismarck“ vaporisiert (Big-Brother-Diktion).


    Das Auswärtige Amt liegt damit im „woken“ Trend. Seit Jahren soll es Bismarck an den Kragen gehen. Den geschätzt etwa 700 Bismarck-Denkmälern (Türme, Statuen, Gedenktafeln), die es in Deutschland gibt. Stromlinienförmige Historiker schreiben, Bismarck sei ein Kriegstreiber, ein Anti-Demokrat, ein Kolonialist, ein Monarchist gewesen. „Aktivisten“ möchten Bismarck-Statuen entfernen. In Hamburg wird in der Hansestadt über das 34,3 Meter hohe Bismarck-Denkmal gestritten. Der Afrika-Historiker Jürgen Zimmerer möchte Bismarck „entheroisieren“ und die Granitstatue oberhalb der Landungsbrücken auf den Kopf stellen, hinlegen oder halb eingraben.

    Zurück zu Bismarck und zum Kaiserreich – Ein wenig Nachhilfe



    Wir erleben hier wieder ein Stück „Cancel Culture“. Eine Un-Kultur des Löschens, Annullierens, Tilgens, Ungültigmachens, Ausradierens. Culture Cancel hier eben als Geschichtsklitterung. Aber das scheint im Auswärtigen Amt jetzt Mode zu werden. Als sich Außenamtschefin Baerbock im Rahmen des G7-Außenministertreffens Anfang November in Münster im historischen Rathaussaal traf, ließ ihr Amt zuvor das große Kruzifix entfernen.



    Nun ist im „wokesten“ Deutschland der Geschichte allein schon die Erinnerung an die Reichsgründung von 1871 igittigitt. Als es im Jahr 2021 darum ging, zur 150. Wiederkehr an dieses wichtige Datum zu erinnern, wurde das Thema nur mit sehr spitzen Fingern angefasst. Deshalb, bevor es in Vergessenheit gerät, seien ein paar Fakten festgehalten.


    Erstens: Mit der von Bismarck maßgeblich initiierten Reichsgründung wurde Deutschland ein einheitlicher Rechtsstaat. Das Deutsche Reich steht zudem für das Bürgerliche Gesetzbuch, bereits ab 1869 für die Gleichberechtigung der rund 500.000 in Deutschland lebenden Juden, für die Zivilehe und für die Sozialgesetzgebung (mit der Krankenversicherung 1883, der Unfallversicherung 1884 und der Alters- und Invalidenversicherung 1889).


    Zweitens:
    Das Deutsche Reich erfuhr ab 1871 eine gewaltige Dynamik in Wirtschaft, Wissenschaft, Technik und Kultur – im Eisenbahnwesen, im Automobilbau, im Maschinenbau, in der Elektrotechnik, in der Optik, im Bergbau, in der Pharmazie (Deutschland als „Apotheke der Welt“). Und es gab einen Gründerboom. Aus einem Agrarland mit 40 Millionen Bewohnern wurde ein führendes Industrieland mit 65 Millionen Menschen. Basis für den Aufschwung und den Wandel waren auch Bildungsreformen: Neben den Gymnasien etablierten sich Realgymnasien, Oberrealschulen, Realschulen und Fachschulen sowie die Gründung von Forschungsgemeinschaften wie vor allem der „Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften“ (der Vorgängerin der heutigen Max-Planck-Gesellschaft). Vor 1914 ging jeder dritte naturwissenschaftliche Nobelpreis nach Deutschland.


    Die nachfolgenden Punkte übernehmen wir gerne aus einer Kolumne von Theo Sommer vom 14. Juli 2020.


    Drittens: Bismarck war nicht antidemokratisch, denn er verstand sich durchaus auf die parlamentarische Auseinandersetzung der Parteien. Allerdings war er gegen die Sozialistische Arbeiterpartei und gegen Gewerkschaften; von 1878 bis 1890 verboten seine Sozialistengesetze deren politische Betätigung, obwohl einzelne Politiker – etwa August Bebel – im Reichstag saßen und durchaus eine Rolle spielten.


    Viertens: Halblang müssen wir es auch mit dem Vorwurf machen, dass der Reichsgründer Bismarck ein Kolonialist war. Nicht von ungefähr ist er ein „widerwilliger Gelegenheitskolonialist“ genannt worden. Als ihm die Franzosen 1870 Kolonien in Nordafrika anboten, wenn er dafür auf Elsass-Lothringen verzichte, beschied er sie abschlägig: „Wir sind nicht reich genug, um uns den Luxus von Kolonien leisten zu können.“ Bei der Berliner Kongo-Konferenz von 1887 setzte er durch, dass „die Rekrutierung von Negertruppen für europäische Kriege“ verboten wurde; auch wurde das Verbot des Sklavenhandels festgelegt. Und sehr lange widersetzte er sich den Ansinnen des Kolonialvereins und dem Drängen besonders der Bremer und Hamburger Kaufmannschaft, in Afrika und Asien deutsche „Schutzgebiete“ einzurichten. Noch 1885 notierte er: „Die Begehrlichkeit unserer Kolonialjingos ist viel größer als unser Bedürfnis und unsere Verdauungsfähigkeit.“

    https://www.tichyseinblick.de/meinun...t-umbenennung/
    Es ist dem Untertanen untersagt, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.
    Gustav von Rochow (1792 - 1847), preußischer Innenminister und Staatsminister

  2. #2
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    AW: Baerbock (Grüne): Bismarck-Zimmer im Auswärtigen Amt soll umbenannt werden

    Sorry, was sind "Kolonialjingos"?

  3. #3
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    AW: Baerbock (Grüne): Bismarck-Zimmer im Auswärtigen Amt soll umbenannt werden

    Zitat Zitat von Elena Markos Beitrag anzeigen
    Sorry, was sind "Kolonialjingos"?
    Eigentlich geht der Bezug aus dem Text hervor. Er meint damit die Interessengruppe, vorrangig den Kolonialverein und die Bremer und Hamburger Kaufmannschaft, die ein starkes Interesse an der Kolonialisierung hatten.

    Jingoismus - ich musste an dieser Stelle auch erst einmal recherchieren - ist ein eingedeutsches Wort aus dem englischsprachigen Raum, das einen "Hurra-Patriotismus" bzw. "überheblichen Nationalismus", "oftmals" einhergehend "mit militärischem Säbelrasseln", vergleichbar mit dem "französischem Chauvinismus" meint.
    (Wiki)
    Es ist dem Untertanen untersagt, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.
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  4. #4
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    AW: Baerbock (Grüne): Bismarck-Zimmer im Auswärtigen Amt soll umbenannt werden

    da dort zu DDR-Zeiten das Politbüro der SED tagte.“
    Hiess es da auch Bismarck-Zimmer? Und was ist mit dem Bismarck-Denkmal, wird das auch abgebaut? Und was ist mit Deutschland? Wird das auch wieder in Grafschaften, Fürstentümer? Frei Städte usw. zerteilt?

    Wieso nicht Baerbock- Zimmer? Oder heisst die Gendertoilette schon so?
    Was ich schreibe ist meine Meinung und nicht unbedingt die Wahrheit - Regimekritik - WEFers are evil. Im Zweifel ... für die Freiheit. Das Böse beginnt mit einer Lüge.

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  5. #5
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    AW: Baerbock (Grüne): Bismarck-Zimmer im Auswärtigen Amt soll umbenannt werden

    Die Grünen können ihre Dummheit nicht übertünchen. Sie sind aus einem Idiotenhaufen hervorgegangen und haben sich nicht weiterentwickelt.
    Alle Texte, die keine Quellenangaben haben, stammen von mir.

  6. #6
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    AW: Baerbock (Grüne): Bismarck-Zimmer im Auswärtigen Amt soll umbenannt werden

    Solche Dinge sehen natürlich zu oberst auf der Liste, alles andere kann warten, Energiepreise, Immigrantenflut, Lebenshaltungskosten, Insolvenzen, Inflation.

    Wieder etwas worüber die Medien jubeln können. Ein Problem nach Jahrzehnten gelöst! Und es gib Tampons für alle - im Männerklo!
    Was ich schreibe ist meine Meinung und nicht unbedingt die Wahrheit - Regimekritik - WEFers are evil. Im Zweifel ... für die Freiheit. Das Böse beginnt mit einer Lüge.

    Kalifatslehre. Darum geht es.


  7. #7
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    AW: Baerbock (Grüne): Bismarck-Zimmer im Auswärtigen Amt soll umbenannt werden

    Historischer Raum
    Auswärtiges Amt benennt Bismarck-Zimmer um



    Das Bismarck-Zimmer im Auswärtigen Amt wird umbenannt. Der Raum erhält den Namen „Saal der Deutschen Einheit“. Dieser trage „der historischen Entwicklung des Raums Rechnung“, so das Ministerium. Auch das Porträt des einstigen Reichskanzlers wurde wohl abgehängt.
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    Otto von Bismarck selbst hatte das Ministerium gegründet – nun wird das sogenannte Bismarck-Zimmer im Auswärtigen Amt umbenannt, wie die „Bild“ berichtet. Auch das Porträt des einstigen Reichskanzlers darin sei abgehängt worden. Der Sitzungsraum trage künftig den Namen „Saal der Deutschen Einheit“.

    Die Umbenennung „trägt der Tatsache Rechnung, dass das Auswärtige Amt seine Traditionslinie maßgeblich in der demokratischen Geschichte Deutschlands verankert sieht“, zitiert die Zeitung aus einer Mitteilung der Pressestelle des Auswärtigen Amtes. Der neue Name trage „der historischen Entwicklung des Raums Rechnung, in dem zu DDR-Zeiten das Politbüro der SED tagte.“

    (...)Die Frage, aus welchen Gründen genau Bismarck nicht mehr als Namensgeber tauge, blieb laut „Bild“ unbeantwortet. Eine Antwort auf eine WELT-Anfrage steht noch aus....

    https://www.welt.de/politik/deutschl...Zimmer-um.html
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