Kritik an Flüchtlingsunterkünften in Golm: CDU will mehr Bürgerbeteiligung

„Vor vollendete Tatsachen gestellt“: Die CDU Potsdam West kritisiert die Pläne für den Neubau von Wohnungen für ukrainische Geflüchtete.

Die CDU Potsdam West kritisiert die Pläne für den Neubau von Wohnungen für Geflüchtete aus der Ukraine in Eiche und Golm. Die „soziale Infrastruktur“ werde dadurch „einem dauerhaften Stresstest ausgesetzt, ohne dass die Planer dies bislang überhaupt auf dem Zettel haben“, teilte Bernhard Stehfest, der Vorsitzende der CDU-Stadtbezirksverbands Potsdam West, mit. Die Grundschulkapazitäten seien „schon heute mehr als ausgelastet“, eine weiterführende Schule gebe es nicht. Stehfest reagierte auf eine Informationsveranstaltung der Stadt vor Ort für Bürger:innen zu den Projekten in der vergangenen Woche.

Über die Pläne für die Errichtung von sechs Typenbauten mit Wohnungen für ukrainische Geflüchtete zur Entlastung des Wohnungsmarktes hatte Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) mit ProPotsdam-Chef Bert Nicke erstmals im Juni informiert. Insgesamt sollen bis zu 400 Wohnungen an sechs Standorten in Potsdam entstehen, neben Golm auch am Stern und im Schlaatz. In Golm sollen am Eichenweg und am Kossätenweg jeweils 80 Wohneinheiten entstehen.


CDU-Mann Stehfest kritisierte die Kommunikation der Verwaltungsspitze nun als „deutlich verspätet und in der Sache absolut unzureichend“. Die Bürger in Golm und Eiche würden „vor vollendete Tatsachen gestellt“, moniert Stehfest. Von Fragen zur Anpassung der Verkehrsinfrastruktur und zum Ausbau der sozialen Infrastruktur seien die Vertreter der Stadt „überrascht“ worden.


Die CDU fordert neben dem Mitwachsen von Schulen und Kindergärten auch die Prüfung der Ansiedlung zusätzlicher Ärzte und Einkaufsmöglichkeiten. Die Bürger:innen dürften „mit den Folgeproblemen des Projekts nicht allein gelassen werden“, so der Politiker. Man sei aber bereit „Menschen in Not zu helfen und zu integrieren“, betonte er.

https://www.tagesspiegel.de/potsdam/...g-8659000.html