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    Anhrung: Der Weiterbetrieb der Kernkraftwerke ist unumgnglich

    Fr die Zukunft - fr die Grnen - damit hinterher niemand sagen kann, er habe es nicht gewut:

    Der Weiterbetrieb der Kernkraftwerke ist unumgnglich

    Achgut.com Autor Manfred Haferburg gab als Sachverstndiger bei einer Anhrung im Schsischen Landtag eine Stellungnahme zur Energiesituation ab, die wir im Folgenden dokumentieren.



    Die Anhrung erfolgte auf Antrag der AFD-Fraktion, das Thema hie Versorgungssicherheit gewhrleisten, Energiepreise stabilisieren Laufzeitverlngerung fr Kernkraftwerke und berprfung des Kohleausstiegs"



    Meine sehr geehrten Damen und Herren, geschtzte Kollegen, sehr geehrte Frau Vorsitzende,



    Ich werde in meiner Stellungnahme darauf eingehen, dass die Abhngigkeit vom Gas die Energiewirtschaft in ein Dilemma gefhrt hat. Ich zeige die Unmglichkeit der Erreichung der regierungsamtlichen Erneuerbaren-Ausbauziele bis 2030 auf. Danach stelle ich die wesentlichsten Voraussetzungen fr den Weiterbetrieb der verbliebenen Kernkraftwerke dar und komme zu dem Schluss, dass der Weiterbetrieb der verbliebenen deutschen KKW unumgnglich ist.



    Das deutsche Energiewende-Dilemma:



    Seit 2016 wurden in Deutschland 11.000 MW Kernkraftwerkskapazitt stillgelegt. Dazu kommen 3.000 MW Braunkohle, 2.500 MW Steinkohle, 3.500 MW Erdgas und 1.000 MW Minerall. Jetzt drohen durch den Gasmangel 25.000 MW Gaskraftwerkskapazitt wegzubrechen. Wir reden hier ber 55.000 MW Erzeugungskapazitt, die wegfllt. Das sind ungefhr 50 Grokraftwerke, die im Netz fehlen.


    Ersetzt werden soll dies alles durch Erneuerbare Energien. Dabei wird oft installierte Leistung mit verfgbarer Leistung verwechselt. Wenn sie ein KKW oder Kohlekraftwerk mit 1.000 MW installierte Leistung haben, sind durchschnittlich 950 MW verfgbar, wenn die Leistung bentigt wird. Wenn sie einen Windpark mit 1.000 MW installierte Leistung haben, sind durchschnittlich 180 MW verfgbar. Es gibt Stunden, da decken die Umweltenergien den gesamten Strombedarf, aber es gibt Tage (ca. 50 im Jahr), da fallen sie ganz aus.


    Die deutsche Energiepolitik ist ein weltweiter Alleingang, niemand folgt uns. Ja, es gibt ein paar Lnder ohne KKW, aber die sind mit anderen eigenen Energiequellen wie Wasserkraft gesegnet. Doch Deutschlands Energiewende schttet kurzsichtig die alten Brunnen zu, bevor neu gegrabene Brunnen gengend Wasser geben. Das russische Gas war die Brckentechnologie, die Reserve-Wasserleitung, um die Zeit zu berbrcken, bis gengend Wasser aus den neuen Brunnen fliet.


    Erdgas trgt mit einem Viertel zur deutschen Primrenergieversorgung bei, durch den energiewendebedingten Kern- und Kohleausstieg, Tendenz steigend. Putin brauchte nur abzuwarten, bis Deutschland genug Kraftwerke verschrottet hat, um sein Machtspiel zu starten. Deutschland hat sich erpressbar gemacht und ist nun bei der Erdgasversorgung mit einer Importquote von 89 Prozent nahezu komplett abhngig von auslndischen Lieferungen. Fallen die russischen Lieferungen vllig weg, drohen laut Vereinigung der Bayrischen Wirtschaft VBW fnf Millionen neue Arbeitslose, ein 12-prozentiger Wirtschaftseinbruch mit 50-prozentigen Verlusten bei der Glas-, Roheisen,- und Stahlindustrie.


    Jede weitere Kernkraftwerksabschaltung verschlimmert diese prekre Situation, da im Bedarfsfall, z.B. bei Flaute oder Dunkelheit Gas zur Stromerzeugung bentigt wird. Stromerzeugung und Gasverbrauch hngen somit unmittelbar zusammen.


    Ein bisschen Grundstzliches, um etwas mehr Klarheit in der Kommunikation zu schaffen:



    Es gibt nur drei Energiequellen fr die Versorgung eines Landes mit Energie. Andere Nennenswerte haben wir nicht. Diese drei Energiequellen haben zumal sehr unterschiedliche Verfgbarkeiten und Energiedichten, d.h. ihr Flchen- und Ressourcenverbrauch und ihr Return Of Investment sind sehr unterschiedlich.

    1. Umweltenergie: Solar, Wind, Wasser, Biomasse (wetterabhngige Verfgbarkeit, niedrige Energiedichte)
    2. Fossile Energie: l, Gas, Kohle (hohe Verfgbarkeit und Energiedichte)
    3. Kernenergie: thermische Kernspaltung, schnelle Kernspaltung, (hchste Verfgbarkeit und Energiedichte)

    Aus zwei dieser drei Quellen will Deutschland aussteigen und zwar aus denen mit der hchsten Verfgbarkeit und Energiedichte.


    Es wird oft Primrenergieverbrauch und Stromverbrauch verwechselt. Strom macht nur 25 Prozent des Primrenergieverbrauchs aus. Die Umweltenergien Wind und Sonne tragen in Deutschland zwar mit 46 Prozent zur Stromerzeugung wenn auch oft zur Unzeit , aber mit weniger als 6 Prozent zur Primrenergieversorgung bei.


    Strom ist aber das Produkt mit der weltweit niedrigsten Haltbarkeit. Ohne industriefhige Speichertechnologie muss Strom genau in dem Moment und in der Menge erzeugt werden, in dem er verbraucht wird. Sonst bricht das Netz zusammen.


    Speicherkapazitt gibt es in Deutschland nur fr wenige Stunden. Und das wird auch noch viele Jahre so bleiben. Die oft als Lsung kolportierte Wasserstoffwirtschaft hat einen viel zu schlechten Wirkungsgrad, um das Problem lsen zu knnen. Um 1 Kilowattstunde Wasserstoff zu erzeugen, bentigt man 4 Kilowattstunden Strom.


    Mitten in einer Energiekrise vom Klimaminister Habeck mittels des Notfallplans Gas ausgerufen sollen wertvolle, gut funktionierende Kraftwerke verschrottet werden, ohne dass der Ersatz in Sicht ist. Das ist politisch und sozial nicht zu verantworten. Der Wirtschaftsminister deutete bereits Energierationierungen an und verweist in seiner Not aufs Ausland: Wir wrden berhaupt nicht vorankommen, wenn wir in dieser Situation nicht auf Frankreich, auf Belgien, auf die Niederlande, zurckgreifen knnten, die uns ja untersttzen. Fllt niemandem auf, dass diese Lnder alle Kernkraftwerke betreiben?


    Kann der beschleunigte Ausbau der Erneuerbaren es richten, so, wie es die Politik propagiert?



    Schon vor dem Ukrainekrieg waren die Erneuerbaren-Ausbauziele der Regierung schlicht illusorisch. Die der heutigen Regierung sind noch unrealistischer, da sie noch weit darber liegen.


    Es gibt einen bekannten Strom-Bedarf, der 2030 gedeckt werden muss. Es gibt einen gesetzlichen Plan, was im Rahmen der Energiewende an Kernkraft und Kohle stillgelegt werden soll. Daraus ergibt sich eine Strom-Erzeugungslcke, die durch den Zubau von Erneuerbaren gedeckt werden msste. Jeder, der die vier Grundrechenarten beherrscht, kann daraus den notwendigen Zubau an Wind- und Solaranlagen ber die Zeit errechnen. Wasserkraft und Bioenergie sind auf Grund mangelnder geologischer Voraussetzungen nicht nennenswert ausbaubar.


    Was msste also ab sofort arbeitstglich fr die nchsten acht Jahre gebaut werden, um die regierungsamtlich verkndeten Ziele zu erreichen?


    Wind Onshore: 294 Windenergie-Anlagen pro Monat = 10 neue Onshore-Windenergie-Anlagen pro Tag (zum Vergleich: In 2020 wurden pro Monat 35 Onshore-Anlagen zugebaut).
    Wind Offshore: 15 Anlagen pro Monat = alle 2 Tage eine neue Windenergie-Offshore-Anlage (Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2021 erfolgte kein Zubau von Offshore-Anlagen)
    PV: 16.670 Anlagen pro Monat = 556 neue PV Anlagen pro Tag
    Und selbst wenn die Rohstoffe Kupfer, Nickel und Molybdn fr diese Ausbauziele von einem anderen Planeten importiert wrden und die ntigen Fachkrfte in Scharen nach Deutschland strmten, es hlfe oft nichts: Derzeit gibt es 36.000 Windkraftanlagen, die bei Flaute null MW produzieren. Selbst wenn es 360.000 gbe, wrden sie bei Flaute auch nur null MW produzieren.


    Durch dieses Dilemma ergibt sich die dringende Frage: Knnen wenigstens die letzten drei Kernkraftwerke gerettet werden?
    Ich sage ja es ist nicht unmglich. Aber es hat seinen Preis. Und der ist eher politisch als monetr. Deutschland msste der EU-Taxonomie folgend die Kernenergie als grn anerkennen.


    Als erstes msste das deutsche Atomgesetz umgehend novelliert werden. Ab 1. Januar 2023 ist die gewerbliche Stromerzeugung aus Kernenergie in Deutschland nmlich verboten.


    Als zweites msste fr die Eigentmer der Kraftwerke, die Energieversorger, Investitionssicherheit geschaffen werden. Die Politik msste eine terminierte Laufzeitverlngerung beschlieen (drei Jahre, fnf Jahre etc.) und vertraglich zusichern. Das Vertrauen in die Investitionssicherheit ist dahin.


    Als drittes mssen Betriebsgenehmigungen fr den Weiterbetrieb erteilt bzw. die bestehenden verlngert werden. Seit mehreren Jahren arbeiten die Fhrungen der Unternehmen gemeinsam mit den Behrden daran, die entsprechenden Genehmigungen fr die Stilllegung und den darauf anschlieenden Rckbau zu erteilen. Hunderte Aktenordner sind mit Antrgen und Erteilungen mit vielen Unterschriften und Stempeln gefllt. Diese Dokumente sind derzeit alle rechtlich verbindlich und mssen rckabgewickelt werden.


    Als viertes msste dafr gesorgt werden, dass gengend qualifiziertes und lizensiertes Personal fr den Weiterbetrieb zur Verfgung steht. Ein deutsches KKW wird von etwa 350 hchstqualifizierten Spezialisten betrieben. Die Kernkraftwerke bereiten sich seit Jahren mit detaillierten Personalplanungen auf die Stilllegung vor. Die Personalabwicklungsplne und Vertrge sind in einem langen schmerzhaften Prozess unterschrieben und rechtsgltig.
    Die verbliebenen Spezialisten mssten bei einem Weiterbetrieb natrlich auch weiter arbeiten, bis neues Personal zur Verfgung steht. Und die abgewanderten Lizenztrger mssten wieder angelockt werden. Um sie zu motivieren, msste man sie allerdings sehr gut bezahlen, sozial absichern und eine Zukunftsperspektive bieten.


    Als fnftes mssen umgehend neue Brennstoffladungen bestellt, genehmigt und bezahlt werden besser gestern als heute. Um jetzt im Sommer Brennstoff fr den Winter zu sparen, mssten die Kraftwerke umgehend so oft als mglich abgeregelt werden. Sonst haben sie am 31.12.2022 nur noch geringe Reaktivittsreserven in ihren Reaktorkernen. Sie knnen ab Januar ber die Einsparungen hinaus noch drei Monate Stretch-Out mit langsam sinkender Leistung fahren und so ber den Winter kommen.
    Umgehend mssen Neubeladungen fr jedes Kraftwerk von den Kernbrennstoffherstellern mageschneidert gefertigt werden. Dieser Prozess braucht Zeit und Geld kann aber erst gestartet werden, wenn die anderen Voraussetzungen erfllt sind.


    Fazit fr die verbleibenden Kernkraftwerke:



    Zusammenfassend mchte ich feststellen, dass ein Weiterbetrieb der letzten drei Kernkraftwerke technisch und organisatorisch unter Voraussetzungen machbar wre.



    Fr den sicheren und konomischen Betrieb von Kernkraftwerken bentigt ein Land vor allem eines Stabilitt. Und wenn hier von Stabilitt die Rede ist, meine ich politische, konomische und soziale Stabilitt.
    Anhand meiner fnf Voraussetzungen fr den Weiterbetrieb habe ich versucht herzuleiten, dass es fr die Kernenergie in Deutschland derzeit an Stabilitt mangelt.


    Durch politische Garantien muss das Vertrauen wieder aufgebaut werden. Die Kernkraftwerke knnen das entstandene Problem nicht allein lsen das wre vor 11 Jahren noch mglich gewesen aber sie knnten einen wesentlichen Beitrag fr die Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit leisten. Und ja, mit Strom kann man heizen halb Frankreich macht das.


    Thema Sicherheitsberprfung:
    Der TV Sd kommt in einem Gutachten zu dem Ergebnis, dass ein Weiterbetrieb des KKW Isar II ohne eine Sicherheitsberprfung ber den 31.12.2022 hinaus mglich sei. Es gibt keine Hinweise, dass die erforderliche Schadensvorsorge infrage gestellt sein knnte, so der TV. Das Gutachten wurde im Auftrage des bayerischen Umweltministeriums erstellt.

    Ohne neue Brennelemente wre nach Einschtzung des TV Sd ein Weiterbetrieb der Anlage bis August 2023 mglich zunchst in einem normalen Weiterbetrieb von 80 Tagen, dann weitere drei Monate durch Umsetzen" der vorhandenen Brennelemente im Reaktorkern. Insgesamt knne so eine zustzliche Energie von etwa 5,16 TWh Strom erzeugt werden.

    Der TV Sd schlussfolgert, dass bei umgehender Bestellung eine Weiterfhrung des Betriebes auch ber den Herbst 2023 mglich wre. Eine Anlieferung frischer Brennelemente innerhalb von 12 Monaten hlt auch der TV Sd fr mglich.

    https://www.achgut.com/artikel/der_w..._unumgaenglich
    Es ist dem Untertanen untersagt, den Mastab seiner beschrnkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.
    Gustav von Rochow (1792 - 1847), preuischer Innenminister und Staatsminister

  2. #2
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    AW: Anhrung: Der Weiterbetrieb der Kernkraftwerke ist unumgnglich

    Zitat Zitat von Turmfalke Beitrag anzeigen
    ..... Die deutsche Energiepolitik ist ein weltweiter Alleingang, niemand folgt uns...
    Und das aus gutem Grund. Die Welt verfolgt, was hierzulande passiert und Deutschland wird zunehmend zum abschreckenden Beispiel. Warum sollten andere Lnder auch so dumm sein? Jeder sieht doch, was bereits jetzt schon los ist. Kein Gas mehr und alles steht still. Nicht nur die privaten Haushalte sind betroffen. Die Wirtschaft steht vor dem Kollaps. Schuld an dem Dilemma hat die Politik. Die Warnungen der Fachleute wurden ignoriert, Vernunft durch Ideologie ersetzt und absurd dumme Leute zu Entscheidungstrgern. Die Welt schttelt mal wieder den Kopf ber die verbldeten Deutschen.
    Alle Texte, die keine Quellenangaben haben, stammen von mir.

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