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  1. #1
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    EZB erhöht die Zinsen

    Eine der Kernaufgaben der EZB ist die Bekämpfung der Inflation. Dazu hat die Bank ein mächtiges Mittel zur Hand: Zinserhöhungen. Vielleicht erinnert sich noch jemand an die Zeit von vor 30 Jahren, als man für seine Spareinlagen rund 8% Zinsen bekam, wenn man die richtige Anlage gewählt hatte. Davon sind wir weit entfernt. Die 11 Jahre währende Null-Zins-Politik endete gestern, die Zinsen werden um 0,25% erhöht. Viel zu wenig um effektiv gegen die ausufernde Inflation anzukämpfen. Deshalb gehen Finanzfachleute davon aus, dass im weiteren Verlauf des Jahres eine weitere Zinserhöhung folgen muss. Dass die EZB viel zu zögerlich agiert, liegt vor allem an den Franzosen, Italienern, Spaniern und Griechen. Ihre über Jahrzehnte praktizierte Politik der weichen Währung mit hoher Inflation sollte auch auf den Euro übertragen werden. Die deutsche Philosophie von der harten Währung war ihnen immer ein graus. Das mit Draghi ein Italiener und anschließend mit Lagarde eine Französin die Verantwortung für den Euro haben, hat natürlich die Geldpolitik beeinflusst. Unabhängig ist die EZB nicht. Das Modell der Bundesbank wurde nicht übernommen.
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  2. #2
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    AW: EZB erhöht die Zinsen

    Die Zinsen hätten schon erhöht werden müssen, als der Schaden noch nicht so gross war. Die EZB hat die Inflation im wesentlichen verursacht, ebenso wie die FED, indem sie den Markt mit massenhaft ungedecktem Geld fluteten bzw. die Geldmenge M1 exorbitant erhöhten, im Unverhältnis zum Wirtschaftswachstum.

    Jeder sah in dem Moment die Inflation kommen, denn genau über diese Faktoren wird sie definiert … ich unterstelle den Zentralbanken nicht Inkompetenz, sondern Bösartigkeit. In wessen Interesse handeln sie?
    Was ich schreibe ist meine Meinung und nicht unbedingt die Wahrheit - Regimekritik - Globalists are evil. Im Zweifel ... für die Freiheit.

    Kalifatslehre. Darum geht es.


  3. #3
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    AW: EZB erhöht die Zinsen

    Dass die Zinserhöhung viel zu spät kam und viel zu niedrig ausfiel, habe ich bereits im ersten Beitrag geschrieben. Schon viel zu lange haben sich die meisten Staaten an ihre hohen Schulden gewöhnt, eine echte Umkehr nach der Währungskrise 2008 hat es im Bankensektor ebenfalls nicht gegeben. Alle Warnsignale ignorierend machen die Länder einfach weiter. Dass so eine Geldpolitik irgendwann einmal implodieren wird, will man nicht wissen. Es ist wieder einmal etwas im Gange, die Zeichen mehren sich.....


    Crash am Anleihenmarkt: Haben Notenbanken die Kontrolle verloren?

    Staatsanleihen rund um den Globus sind im freien Fall. Besonders in der Euro-Zone gibt es Probleme in der Südschiene (Italien 10-J über 4%). EZB gestern mit Notfallsitzung. Aber auch in den USA stürzen Anleihen ab. Haben die Notenbanken die Kontrolle verloren?

    von Sven Weisenhaus

    Der Anleihemarkt kennt aktuell kein Halten. Mögliche Unterstützungen werden nahezu ohne Gegenwehr der Bullen durchbrochen. Als mögliche Haltemarken hatte ich für den Bund-Future in der Börse-Intern-Ausgabe vom 3. Juni zum Beispiel die Unterstützung bei 149,17 (untere grüne horizontale Linie im folgenden Chart) und das markante Hoch von 2015 bei 147,66 Punkten (unterste rote Linie) genannt. Doch beide Linien wurden von den Bären völlig problemlos überrannt.

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    Das gilt ebenso für das 61,80%-Fibonacci-Retracement (graue Linien) der gesamten Aufwärtsbewegung, die im Herbst 2013 begann. Da diese Marke bei 143,62 Punkten im Rahmen der aktuellen Abwärtswelle ebenfalls unterschritten wurde, gilt die langjährige Aufwärtsbewegung nun auch aus Sicht der Fibonacci-Marken als beendet.

    Verlieren die Notenbanken die Kontrolle?
    Dass wir es aktuell schon mit einem kleinen Crash am Anleihemarkt zu tun haben, zeigt die extrem hohe Dynamik der aktuellen Abwärtswelle im Vergleich zu dem vorherigen langjährigen Aufwärtstrend. Dieser verlief zum Teil schon sehr dynamisch. Doch die aktuelle Gegenbewegung überbietet dies bei weitem. Seit dem 7. März wird der Bund-Future fast kerzengerade förmlich in den Boden gerammt. Die Notenbanken laufen Gefahr, die Kontrolle zu verlieren, weil sie viel zu spät die geldpolitische Wende eingeläutet haben und die Inflation zu stark gestiegen ist.

    Notfallsitzung der EZB
    Das scheinen auch die Währungshüter der Europäischen Zentralbank (EZB) zu befürchten. Sie haben für heute eine außerordentliche Ratssitzung einberufen, um die Folgen der jüngsten Verkaufswelle am Anleihemarkt zu erörtern. Einige Ratsmitglieder, die an diesem Mittwoch eigentlich auf einer Veranstaltung in Mailand erwartet wurden, haben laut Medienberichten wegen der Ratssitzung ihre Reise dorthin abgesagt.

    Nach dieser Nachricht erholte sich der Euro etwas zum Dollar von seinen jüngsten Verlusten. Und die Renditen am Anleihemarkt kamen etwas zurück. Der Renditeabstand (Spread) zwischen den Staatsanleihen Deutschlands und denen höher verschuldeter südlicher Euro-Länder, insbesondere Italien, war zuvor auf den höchsten Stand seit über zwei Jahren geklettert. Für stärker verschuldete Euro-Länder könnten die höheren Risikoaufschläge zu einem Problem werden.
    Laut EZB-Direktorin Isabel Schnabel beobachtet die EZB daher die Entwicklung am Anleihemarkt genau. In einem Vortrag in Paris sagte sie gestern bereits, die Geldpolitik könne und solle auf eine ungeordnete Neubewertung von Risikoaufschlägen reagieren, welche die Maßnahmen der Notenbank durchkreuze. Nötigenfalls werde die EZB sogar auch neue Instrumente entwickeln und einsetzen, so Schnabel. Ein erstes Gegenmittel, um die Renditeabstände einzudämmen, ist der deutschen EZB-Direktorin zufolge die flexible Wiederanlage der Gelder aus abgelaufenen Anleihen im Rahmen des billionenschweren Anleihekaufprogramms PEPP.

    Ziel: ein dauerhaftes Anti-Fragmentierungstool
    Und auf der heutigen „Notsitzung“ wurde letztlich beschlossen, die Ausschüsse zu beauftragen, schneller nach neuen Maßnahmen gegen die im Trend steigenden EWU-Spreads zu suchen. Ziel ist ein dauerhaftes Anti-Fragmentierungstool.

    Den Märkten war dies zu wenig. Euro und Anleihen gaben ihre Gewinne zu einem Großteil wieder ab. Und es stellt sich die Frage, ob das Ziel überhaupt erreichbar ist, ohne das Mandat der EZB zu überschreiten. Denn der Anleihemarkt ist groß. Und er scheint aktuell gewillt, die Notenbank herauszufordern.

    Markt erwartet größere Zinsanhebungen
    Für die heutige Zinsentscheidung der US-Notenbank (Fed) erwartet der Markt inzwischen sogar schon mehrheitlich eine Anhebung um 75 Basispunkte.
    Aktuell steht der Leitzins der US-Notenbank bei 0,75 % bis 1,00 %. Heute soll er gemäß der Markterwartung auf 1,50 % bis 1,75 % und im Juli dann auf 2,25 % bis 2,50 % steigen. Für September wird ein Schritt um 50 Basispunkte erwartet, dies aktuell mit einer Wahrscheinlichkeit von 59,5 %.
    Auch im November soll es einen solchen Schritt geben. 25 Basispunkte werden dann für Dezember und Februar erwartet. Ergebnis wäre ein Leitzins von ca. 4 % – vor zwei Wochen lagen die Erwartungen bei „nur“ 2,8 %.

    Ein Grund für die höheren Zinserwartungen sind natürlich die steigenden Inflationssorgen. Die US-Daten vom vergangenen Freitag haben am Markt mächtige Spuren hinterlassen (siehe auch „Wie nachhaltig sind die erneuten Inflations- und Zinssorgen?“). Und die New York Fed berichtet, dass die Inflationserwartungen bei einem Zeithorizont von einem Jahr im Mai auf einen Rekordwert von 6,6 % geklettert sind. Immerhin blieben sie über einen längeren Zeitraum von drei Jahren einigermaßen stabil bei 3,9 %. Die Zentralbanken wünschen sich allerdings, dass die langfristigen Inflationserwartungen nahe der geldpolitischen Zielmarke von 2 % fest verankert bleiben.

    Lohn-Preis-Spirale beginnt sich schneller zu drehen
    Der Renditeanstieg bzw. der Kurseinbruch bei Anleihen ist sicherlich auch ein Resultat der zunehmenden Angst vor einer Lohn-Preis-Spirale, die sich inzwischen bereits schneller dreht. Schon am 1. April hatte ich auf die zunehmende Gefahr einer Lohn-Preis-Spirale hingewiesen.

    Als Beispiel nannte ich damals die Einigung, wonach die Beschäftigte der öffentlichen Banken ab dem 1. Juli 2022 immerhin 3 % mehr Gehalt bekommen. Und zum 1. Juli 2023 kommt noch ein Plus von 2 % hinzu. Bereits im März gab es eine Einmalzahlung von 750 Euro, im April eine weitere von 300 Euro. Und die Arbeitszeit wird ab Januar 2024 wöchentlich um eine Stunde auf 38 Stunden verkürzt, was einer weiteren Gehaltserhöhung entspricht.
    Heute wurde gemeldet, dass nach dem Abschluss von Tarifverhandlungen die 68.000 Beschäftigten der nordwestdeutschen Stahlindustrie ab 1. August sogar 6,5 % mehr Lohn und Gehalt bekommen. Das ist die höchste prozentuale Erhöhung in der Stahlindustrie seit 30 Jahren. Für die Monate Juni und Juli 2022 wurde zudem ein zusätzlicher Energiebonus von 500 Euro für Arbeiter und Angestellte und in Höhe von 200 Euro für Auszubildende vereinbart...............



    https://www.mmnews.de/wirtschaft/183...rolle-verloren
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  4. #4
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    AW: EZB erhöht die Zinsen

    __________________________________________________ ____________


    Im Kampf gegen die hohe Inflationsrate geht die US-Notenbank einen extremen Schritt – und wagt den größten Zinssprung seit fast drei Jahrzehnten: Die Federal Reserve (Fed) erhöht ihren Leitzins stark um 0,75 Prozentpunkte.

    Damit liegt er nun in der Spanne von 1,5 bis 1,75 Prozent, wie die Fed am Mittwoch mitteilte.

    Seit Beginn der Corona-Pandemie ist es die dritte Leitzins-Erhöhung – und der erste Anstieg um 0,75 Prozentpunkten seit 1994. Normalerweise zieht es die Fed vor, den Leitzins in Schritten von 0,25 Prozentpunkten anzuheben.

    Manche Analysten hatten wegen der anhaltenden hohen Teuerungsrate allerdings schon in den vergangenen Tagen gemutmaßt, dass die Fed die Märkte mit einer Erhöhung um 0,75 Prozentpunkte überraschen könnte. Im März rechneten die Entscheider der Fed zum Jahresende im Schnitt noch mit einem Leitzins von 1,9 Prozent. Jetzt gehen sie von 3,4 Prozent in diesem Jahr und sogar 3,8 Prozent im kommenden Jahr aus.

    Fed senkt Wachstumsprognose
    Die Fed sagt außerdem in diesem Jahr ein deutlich geringeres Wirtschaftswachstum voraus als noch vor drei Monaten angenommen.

    ▶︎ Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der weltgrößten Volkswirtschaft soll um 1,7 Prozent wachsen. Das wären 1,1 Prozentpunkte weniger als noch im März prognostiziert.

    Die US-Notenbank rechnet im laufenden Jahr auch mit einer höheren Inflationsrate als zuvor angenommen.

    ▶︎ Die Teuerungsrate soll trotz der geplanten Erhöhungen des Leitzinses 2022 durchschnittlich bei 5,2 Prozent liegen.

    Zurzeit ist der Druck auf die US-Notenbank groß: Die Teuerungsrate ist so hoch wie seit rund vier Jahrzehnten nicht mehr. Das verringert die Kaufkraft der Verbraucher – die Menschen können sich bei gleichem Einkommen weniger leisten. Die Fed setzt zur Eindämmung der Inflation auf Erhöhungen des Leitzinses. Dadurch verteuern sich Kredite, was wiederum die Nachfrage ausbremst. Das hilft dabei, die Inflationsrate zu senken, schwächt aber auch das Wirtschaftswachstum.

    Für die Notenbank ist es eine schwierige Aufgabe: Sie will die Zinsen so stark anheben, dass die Inflation ausgebremst wird – ohne dabei gleichzeitig Konjunktur und Arbeitsmarkt abzuwürgen und eine Rezession auszulösen. An den Börsen herrschte vor der Fed-Sitzung Nervosität, Investoren befürchten eine Konjunkturdelle.

    Wegen der Corona-Krise hatte die Fed ihren Leitzins auf nahe Null gesenkt und Konjunktur und Finanzmärkte mit umfangreichen Notprogrammen gestützt. Die gestiegene Inflationsrate bezeichnete die Fed im vergangenen Jahr noch zumeist als „vorübergehenden“ Effekt infolge der Pandemie. Gegen Jahresende leitete sie jedoch die Abkehr von ihrer ultralockeren Geldpolitik ein. Im März erhöhte sie den Leitzins erstmals seit der Pandemie um 0,25 Prozentpunkte. Im Mai folgte angesichts der hohen Inflationsrate ein Anstieg um 0,5 Prozentpunkte, das war die stärkste Anhebung seit 22 Jahren.

    https://www.bild.de/geld/wirtschaft/...3924.bild.html
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  5. #5
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    AW: EZB erhöht die Zinsen

    TOP-ÖKONOM WARNT IN BILD
    „Es droht eine Rückkehr der Eurokrise“

    Krisenstimmung bei den Währungshütern!

    Eine eilig einberufene Sondersitzung des Rats der Europäischen Zentralbank (EZB) am Mittwoch sorgte für einige Aufmerksamkeit. Notenbank-Chefin Christine Lagarde (66) fürchtet die Zersplitterung des Euroraums.

    ► Grund: Staaten wie Italien (Staatsverschuldung: über 130 Prozent des BIP) müssen für neue Schulden künftig kräftige Aufschläge zahlen.

    Anleger scheuen das Ausfallrisiko, sie flüchten mit ihrem Geld in Staaten mit besserer Bonität. Wenn sich stark verschuldete Staaten Geld leihen wollen, müssen sie dafür Risikoaufschläge zahlen.
    Die Zeit des billigen Geldes ist vorbei. Für eine zehnjährige italienische Staatsanleihe werden künftig vier Prozent fällig. Eine erhebliche Belastung! Noch Anfang dieses Jahres konnte sich Italien für weniger als ein Prozent Geld leihen.

    Der Präsident des Münchener Ifo-Instituts, Clemens Fuest (53), warnt deshalb in BILD vor tief greifenden Verwerfungen in der Euro-Zone: „Es droht eine Rückkehr der Eurokrise. Die EZB will deshalb anfangen, durch Begrenzung der Zinsabstände einzelnen Mitgliedstaaten finanziell zu helfen. Das wird zu neuen Auseinandersetzungen über die Grenzen des EZB- Mandats führen.“
    ► Der Wirtschaftswissenschaftler Jan Schnellenbach (49) erklärt: „Akut droht noch keine Zahlungsunfähigkeit, denn die durchschnittliche weitere Laufzeit der italienischen Staatsanleihen beträgt noch weitere sieben Jahre, aber einzelne Tranchen müssen jetzt wieder refinanziert werden und da wird es teuer.“
    Genauso wie Fuest verweist Schnellenbach auf den Konflikt um das Mandat der EZB. Eigentlich soll die Europäische Zentralbank nur die Geldwertstabilität sichern. Staatsfinanzierung ist laut EU-Verträgen nicht erlaubt.

    Die EZB erklärt in einer Pressemitteilung: „Die Pandemie hat dauerhafte Schwachstellen in der Wirtschaft des Euro-Währungsgebiets hinterlassen.“ Im Rahmen ihres coronabedingten Anleihe-Kauf-Programms will die EZB nun flexibel vorgehen. Klartext: Die EZB will die Zinsen für Länder wie Italien durch eigene Anleihekäufe niedrig halten.

    „Man sieht hier, wie sehr sich die EZB in einem Konflikt zwischen Geldpolitik und Hilfe bei der Staatsfinanzierung begeben hat. Eigentlich sollte sie sich auf die Geldpolitik konzentrieren und es den Märkten überlassen angemessene Risikoaufschläge auf die Staatsanleihen einzelner Länder zu verlangen“, sagt Schnellenbach.

    Wozu dann das Treffen? Warum greift die EZB nun ein?
    Schnellenbach: „Die Angst vor einer Eskalation der Probleme in Ländern wie Italien ist wohl zu groß“

    https://www.bild.de/geld/wirtschaft/...1616.bild.html
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  6. #6


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    AW: EZB erhöht die Zinsen

    Warum soll der Staat die Inflation bekämpfen wollen? So verschwinden die Staatsschulden doch von alleine und durch die niedrigen Zinsen werden sie nicht mehr. Also merke niedrige Zinsen und hohe Inflation sind gut für Schuldner aber schlecht für Sparer.
    Jeder glaubt eine eigene Meinung zu haben, nur woher hat er vergessen.
    Medien sind das was man über Religionen sagte, Opium fürs Volk.


  7. #7
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    AW: EZB erhöht die Zinsen

    Zitat Zitat von Thomas Beitrag anzeigen
    Warum soll der Staat die Inflation bekämpfen wollen? So verschwinden die Staatsschulden doch von alleine und durch die niedrigen Zinsen werden sie nicht mehr. Also merke niedrige Zinsen und hohe Inflation sind gut für Schuldner aber schlecht für Sparer.
    Und deshalb ist die Bundesbank neutral und so sollte es ursprünglich auch die EZB sein. Deren Hauptaufgabe ist die Bekämpfung der Inflation. Aber Kohl hat sich über den Tisch ziehen lassen und wir haben das Modell der Franzosen und Italiener bekommen. Gemeinsam in den Abgrund, das ist der europäische Gedanke.

    - - - Aktualisiert oder hinzugefügt- - - -

    __________________________________________________ __________________

    Notsitzung der EZB, Euro und Staatsbankrott

    Dafür war die [gestrige] Notsitzung da. Beschlossen wurde ein Spagat. Die EZB hat ja schon reichlich Staatsanleihen und regelmäßig erreichen einige Anleihen ihre Fälligkeit: Sie werden zurückgezahlt. Das will die EZB nutzen, um von deutschen Staatsanleihen in italienische Papiere umzuschichten.

    Im Prinzip geht das so: Wenn künftig die Bundesrepublik Deutschland eine deutsche Anleihe tilgt, wird die EZB für das Geld eine italienische Staatsanleihe kaufen. Die Geldmenge bleibt also gleich, aber die Zinsen steigen in Deutschland und sinken in Italien. Für Deutschland wird die Staatsverschuldung teurer und für Italien wird sie billiger. Immer im Vergleich zu einer Situation ohne EZB-Interventionen.
    Italien wird die Verschuldung erleichtert

    Das mutet absurd an. Italien ist hoch verschuldet, Deutschland nicht. Dennoch erleichtert die […] EZB-Entscheidung Italien die Verschuldung – und erschwert sie für Deutschland. Und je höher Italien verschuldet ist, desto erpressbarer ist die EZB. Denn wenn Italien seine Schulden nicht mehr bedienen kann, dann könnte der Euro scheitern. Aber da – laut Frau Schnabel – das Engagement der EZB für den Euro keine Grenzen kennt, weiß Italien, dass es unbegrenzt gerettet werden wird. Also muss es keine Schulden scheuen.

    Übrigens ist diese Umschichtung innerhalb der 4400 Milliarden Euro an Staatsanleihen offenbar keineswegs ausreichend. Jedenfalls nicht in den Augen der EZB. Denn die EZB hat […] auch beschlossen, „die Fertigstellung eines neuen Kriseninstruments zu beschleunigen“. Eile scheint angesagt bei unserer Notbank. Was sie genau im Sinn hat, weiß man noch nicht, aber es kann wohl nur darauf hinauslaufen, dass die EZB die Staatsanleihen der südeuropäischen Staaten in noch viel größerem Umfang kaufen wird.

    EZB vernachlässigt ihren eigentlichen Auftrag

    Die EZB verliert so ihre Unabhängigkeit; Genauer: Sie hat sie bereits verloren. Sie wird mehr und mehr zum Gläubiger von Staaten, die bei normalen Zinsen ihre Staatsschulden nicht mehr bedienen könnten. Deshalb muss die EZB die Zinsen dieser Staaten künstlich verbilligen. Doch so löscht die EZB einen Brand mit Zunder. Die Schuldenkrise wird mittelfristig nur verschärft. Und mit dem eigentlichen Auftrag der EZB, der Wahrung der Preisstabilität, hat das alles herzlich wenig zu tun.

    https://www.pi-news.net/2022/06/bern...taatsbankrott/
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  8. #8
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    AW: EZB erhöht die Zinsen

    FINANZEN, KRISEN
    Waghalsiges Manöver auf deutsche Kosten: EZB versucht drohenden Euro-Crash abzuwenden

    Indem sie Staatsanleihen Italiens, Spaniens, Portugals und Griechenland kauft, will die EZB den Euro-Crash verhindern. Bezahlt wird dies mit Erlösen aus fällig gewordenen deutschen, französischen und niederländischen Staatsanleihen. Vereinfacht: Deutschland soll wieder einmal den Rest der EU retten.

    Eigentlich sollten die Zinssätze auf Staatsanleihen innerhalb der Eurozone einigermaßen ähnlich sein. Allerdings haben sich in der letzten Zeit große Unterschiede zwischen den Ländern aufgetan, da die Risiken gerade in der hoch verschuldeten Südperipherie der Europäischen Union deutlich gestiegen sind. Nun versucht die Europäische Zentralbank (EZB) ein waghalsiges Manöver, um die Eurozone vor dem Zerfall zu retten und die Unterschiede zwischen den Kreditkosten der Euro-Länder zu reduzieren.
    Wie Reuters berichtet, wird die EZB nun anfangen, Staatsanleihen Italiens, Spaniens, Portugals und Griechenlands verstärkt aufzukaufen. Das Geld dafür kommt von fällig gewordenen deutschen, französischen und niederländischen Staatsanleihen. Letztere können sich nach wie vor recht günstig an den Kapitalmärkten refinanzieren, während die berüchtigten “PIGS”-Staaten (Erinnern Sie sich an die Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/2009? Genau dieselben Staaten haben auch heute noch dieselben Probleme!) schon deutlich höhere Zinssätze verzeichnen.
    Die Zentralbank hat die 19 Länder der Eurozone in drei Gruppen eingeteilt – Geber, Empfänger und Neutrale – basierend auf dem Ausmaß und der Geschwindigkeit des Anstiegs ihrer Anleihespreads in den letzten Wochen, wie aus Gesprächen mit einem halben Dutzend Personen auf dem jährlichen Forum der EZB in Sintra, Portugal, hervorgeht. Die Spreads werden im Vergleich zu deutschen Anleihen gemessen, die als De-facto-Benchmark für den gemeinsamen Währungsraum dienen.

    Die Listen der Geber- und Empfängerländer, die monatlich überprüft werden, spiegeln die Unterteilung in periphere (zahlungsunfähige) und zentrale (zahlungsfähige) Länder wider, die zur Zeit der ersten Schuldenkrise der Eurozone vor einem Jahrzehnt entstand. Zu den Empfängern gehören eine Handvoll Länder, die von den Anlegern aufgrund ihrer hohen Staatsverschuldung oder ihres geringen Wachstums als risikoreicher angesehen werden, wie Italien, Griechenland, Spanien und Portugal, so die Quellen. Vereinfacht gesagt: Deutschland soll (zusammen mit Frankreich und den Niederlanden) die PIGS-Länder retten. Wieder einmal.
    Doch es gibt einen Haken: Die Rückzahlungen im Juli und August sind zwar beträchtlich, doch die EZB weiß, dass die bloße Reinvestition der Erlöse nicht ausreichen wird, um die Anleger zu beruhigen. Daher hat die Zentralbank die Arbeit an einem neuen Instrument beschleunigt, das es ihr ermöglichen wird, neue Käufe zu tätigen, wenn ein Land bestimmte Bedingungen erfüllt. Allerdings verstößt die EZB damit gegen die Beschränkungen zur Defizitfinanzierung und so auch klar gegen die Regelungen der Eurozone. Und spätestens bei der nächsten offenen Staatsschuldenkrise, wenn auch die “Geberländer” mit deutlich steigenden Zinssätzen konfrontiert werden, dürfte ein Aufstand stattfinden.

    Alles in allem unternimmt die EZB derzeit ein sehr waghalsiges Manöver zur Rettung der Eurozone, welches im schlimmsten Szenario den Kollaps des gemeinsamen Währungsraumes mit sich bringen könnte. Vielleicht ist es an der Zeit, dass die Bundesbank und die Oesterreichische Nationalbank bereits mit dem Druck von Übergangsgeld in Form einer neuen D-Mark und einem neuen Schilling beginnen.

    https://report24.news/waghalsiges-ma...?feed_id=18318
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