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    AW: Gekaufte Journalisten: Medien an der Seite der Regierung

    „Phänomen Gruppenvergewaltigung“ und der Kampf gegen eine unbequeme Wahrheit
    Tricksen, tarnen und täuschen
    Im „besten Deutschland aller Zeiten“ vergeht kaum mehr ein Tag ohne neue Schreckensmeldungen über sexuell motivierte Gewalt gegen Frauen. Nicht selten handelt es sich bei den Opfern sogar noch um Minderjährige. Und es ist wohl mehr als nur ein Gefühl, dass in den vergangenen Jahren nicht nur die Anzahl solcher Verbrechen stetig zunimmt, sondern auch deren Brutalität. Oder anders ausgedrückt: Die Frage, ob dieses neuartige Phänomen importiert wurde, muss nicht nur ausdrücklich erlaubt sein, sondern auch genau so gestellt werden dürfen.

    In diese Kategorie passt eine Meldungen aus der Pfalz aus dieser Woche. In Speyer soll ein erst 15-jähriges Mädchen Opfer einer Gruppenvergewaltigung geworden sein. Zunächst war von drei Tätern (15 bis 19 Jahre) die Rede, zwei Syrern und einem Deutsch-Kroaten, inzwischen wurde ein vierter Verdächtiger ermittelt, über dessen Identität noch nichts bekannt ist bzw. nichts bekannt gegeben wurde. Mindestens drei der jungen Männer sollen wegen Raub- und Gewaltdelikten bereits polizeibekannt sein, wie die Oberstaatsanwaltschaft Frankenthal mitteilte.
    Die Crux mit der Herkunft der Täter
    Nach ihrer Vernehmung wurden die vier mutmaßlichen Vergewaltiger wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Polizei begründet dies damit, dass es außer dem Mädchen wohl keine weiteren Zeugen gibt und die Aussage des mutmaßlichen Opfers am Donnerstag keine Haftgründe geliefert habe. Eine juristische Einschätzung dieser Entscheidung aus der Ferne verbietet sich zwar. Ganz anders sieht es jedoch aus, wenn es um die Beleuchtung der Hintergründe dieses offenbar vollkommen neuen Deliktphänomens geht, das hierzulande bis vor wenigen Jahren praktisch unbekannt war.

    Eine nicht ganz unwichtige Rolle spielen dabei die Medien, aber auch Polizei und Staatsanwaltschaften als Ermittlungsbehörden. Allzu oft wird fast schon krampfhaft versucht, die Nationalität von Tatverdächtigen in solchen Zusammenhängen zu verschweigen – was in Zeiten wie diesen fast schon als sicheres Zeichen dafür gewertet werden kann, was Sache ist. Denn natürlich spielen Alter und Herkunft der Täter bei derartigen Gewaltdelikten eine herausragende Rolle, auch wenn Behörden und Medien dies gerne negieren. Schließlich geht es dabei um nicht weniger als das immer weiter schwindende Sicherheitsempfinden in der Bevölkerung – und nicht zuletzt auch die Frage, mit welchem Weltbild – insbesondere aber welchem Bild von Frauen – diese oft selbst noch jugendlichen Täter aufwachsen.

    Und so entblödet sich der SWR im aktuellen Fall aus der Südpfalz nicht, in seiner Berichterstattung die Nationalität der mutmaßlichen Vergewaltiger konsequent zu verschweigen – woran selbst die Tatsache nichts ändern kann, dass diese schon früh bekannt war und in praktisch allen anderen Medien auch genannt wurde. Offenbar glaubt man beim ÖRR immer noch, man hätte das Nachrichten-Monopol inne und die Zwangsgebührenzahler würden sich nicht auch auf anderen Kanälen informieren.

    Die drei Affen im Innenministerium
    Ähnliche Nebelkerzen werden auf höchsten Ebenen der bundesdeutschen Politik angezündet, wenn etwa Innenministerin Nancy Faeser (SPD) stur vor der angeblich ausschließlichen Gefahr des Rechtsextremismus warnt, die es mit wirklich allen Mitteln zu bekämpfen gelte. So etwas wie importierte Deliktphänomene, die sich insbesondere gegen das sexuelle Selbstbestimmungsrecht von Frauen richten, darf es für die linke Vorkämpferin innerhalb der Bundesregierung einfach nicht geben.
    Natürlich gilt es, auch im vorliegenden Fall aus Speyer den weiteren Fortgang der Ermittlungen abzuwarten. Und ja, es gab gerade in diesen Tagen auch Meldungen über Gruppenvergewaltigungen, die von den vermeintlichen Opfern schlicht erfunden wurden.

    All das darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich insbesondere Frauen und junge Mädchen im Deutschland anno 2024 nicht mehr vorbehaltlos sicher fühlen können. Und solange Politik, Medien und nicht selten auch Polizei und Staatsanwaltschaften bei ihrer Taktik des Vertuschens und Verschleierns bleiben, wird sich daran auch nicht wirklich etwas ändern.

    Oder anders ausgedrückt: Opferschutz muss wieder Vorrang vor Täterschutz haben – ganz unabhängig von der Herkunft der Täter! Nur allzu oft verlassen die Peiniger deutsche Gerichtssäle mit gefühlten Freisprüchen, während das Leid der Opfer nicht selten ein Leben lang bleibt.

    https://reitschuster.de/post/phaenom...ueme-wahrheit/
    Alle Texte, die keine Quellenangaben haben, stammen von mir.

  2. #82
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    AW: Gekaufte Journalisten: Medien an der Seite der Regierung

    Focus erklärt seine Leser zu Rassisten und will ihnen das Wort „Mohr“ austreiben
    Einst bürgerliches Blatt auf rot-grünen Abwegen
    Zwei Artikel sind mir gestern und heute besonders aufgefallen. Zum einen einer im „Focus“, bei dem ich mich nur noch fremdschämen kann für meinen alten Arbeitgeber. Einst als konservativ-bürgerliche Alternative gegründet, ist er zum rot-grünen Kampfblatt verkommen. Aktuell erklärt die stramme rot-grüne Ideologin Susan Arndt dort, warum der Begriff „Mohr“ rassistisch ist und verschwinden soll – und warum man ihn nicht einmal mehr aussprechen darf. Gendern inklusive. Überflüssig zu erwähnen, dass die Kulturrevolutionärin bei dem einst bürgerlichen Blatt eine eigene Kolumne hat.

    Der Artikel ist ein Generalangriff auf den eigentlich auch linken Historiker Götz Aly, der in dieser Debatte eine absolut bodenständige und bürgerliche Position vertritt. Der „Focus“ in seiner alten Formation, wie ihn Helmut Markwort gründete und leitete, hätte es in dieser Debatte für selbstverständlich gehalten, Alys Position zu veröffentlichen. Die ist im „neuen“ Focus nicht mal zu finden – stattdessen nur die seiner stramm rot-grünen Gegenspielerin.

    Warum schreibt eine Redaktion derart konsequent gegen ihr eigenes Zielpublikum an, fragte ich mich nach dem Lesen des Beitrags, der mich viel Überwindung gekostet hat. Wie kann es sein, dass Journalisten so an dem Ast sägen, auf dem sie sitzen? Ich sehe zwei Gründe: Völlig ideologische Verblendung, die totalitäre Züge trägt und nur die eigene, rot-grüne Weltsicht für zulässig erachtet.

    Und zweitens ein völliger Rückzug in die eigene Blase, den eigenen Elfenbeinturm. Ich sehe das selbst – von den Kollegen, die noch beim „Focus“ sind, und auch von anderen alten Bekannten in anderen Redaktionen käme kein einziger auf die Idee, mal das Gespräch mit mir zu suchen. Zumindest aus Neugierde, um zu erfahren, warum ich anders denke als sie. Um sich mit meinen Argumenten auseinanderzusetzen. Pustekuchen! Stattdessen nur Argumentation und Diffamierung. Sie müssen sich sehr unsicher fühlen in ihrem Elfenbeinturm............. https://reitschuster.de/post/focus-e...hr-austreiben/

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    Deutsche Medien freuen sich über Brutalo-Einsatz gegen Meinungsfreiheit in Brüssel
    Zynismus wie in finstersten Zeiten
    Stellen Sie sich vor: In Brüssel hätten Ultra-Katholiken im Zusammenspiel mit sogenannten „Rechtspopulisten“ einen Spießrutenlauf für eine Konferenz von bekannten rot-grünen Politikern organisiert, den Versammelten die Polizei auf den Hals gejagt, den Veranstaltungsort verbarrikadiert und dann die Versammlung ganz verboten.

    Der Aufschrei in unseren Medien wäre gigantisch gewesen.

    In Wirklichkeit ist in der belgischen Hauptstadt genau das Gegenteil passiert. Konservative und sogenannte „rechtspopulistische“ Politiker bis hin zu ehemaligen und aktiven Regierungschefs kamen zur Konferenz „Natcon“, also der Nationalkonservativen zusammen. Islamisten und Linkspopulisten organisieren einen Spießrutenlauf. Der übliche radikale Gegenprotest aus dem Antifa-Milieu wird angeleiert. Emir Kir, Lokalbürgermeister türkischer Abstammung, der Kontakte zu Erdogans Islamisten hat, jagt den Versammelten die Polizei auf den Hals und verbietet die Veranstaltung. Die Begründung: Sie drohe „aufgrund ihres offensichtlich provokativen und diskriminierenden Charakters die öffentliche Ordnung ernsthaft zu stören“.

    Die übliche Täter-Opfer-Umkehr. Denn die öffentliche Ordnung drohen die militanten Gegenproteste zu stören. Schnell setzten zwei Vermieter von Veranstaltungsorten die Konferenz-Organisatoren vor die Tür. Weil die belgische Menschenrechtsliga und Antifa-Gruppen protestiert und die örtliche Politik Druck auf die ausgeübt hatte.
    Ein mutiger tunesischer Vermieter ließ sich nicht einschüchtern und gewährte den Organisatoren kurzfristig Asyl. Auf der Gästeliste: Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban, Polens Ex-Regierungschef Mateus Morawiecki, Londons Ex-Innenministerin Suella Braverman, Nigel Farage und Hans-Georg Maaßen. Auf der Themenliste: „Der Nationalstaat im multikulturellen Zeitalter“, „Die Zukunft Europas“ oder „Familie in der Krise“ auf der Rednerliste.

    Den bizarren Feldzug gegen die Meinungsfreiheit und seine Auswüchse vor Ort haben bereits Kollegen aus alternativen Medien geschildert, ich will sie deshalb hier nicht im Details wiederholen (nachzulesen hier und hier).

    Was für mich hier im Mittelpunkt steht, ist die skandalöse Reaktion der deutschen Medien. Oder ihre Nicht-Reaktion. In den öffentlichen-rechtlichen Sendungen, die ich mir antue, fand ich gar nichts zu dem Thema. Es wurde, wenn überhaupt, nur im Kleingedruckten etwas vermeldet – also im unteren oder hinteren Bereich der Webseiten. Und das höchst tendenziös und durch die rot-grüne Brille. Selbst die einst konservative „Welt“ übernahm nur einen kurzen Text der Nachrichtenagentur „dpa“, der eine Schande für den Journalismus ist. Die Leser protestierten in den Kommentaren heftig.

    Die „Süddeutsche Zeitung“ verspottete in ihrer unnachahmlichen Art die Opfer dieses skandalösen Angriffs auf die Meinungs- und Versammlungsfreiheit. Ihre Überschrift: „Treffen in Brüssel: Glücklich in der Opferrolle.“ Zynischer geht es kaum noch. Kaum weniger zynisch die „Frankfurter Rundschau“. Ihre Schlagzeile: „‘Einfach ungeheuerlich’: Treffen von Europas Rechten fortgesetzt – Trotz Chaos am ersten Tag.“

    Spott aus Hamburg
    Der „Stern“ titelt: „Bis die Polizei kommt: In Brüssel tagen Europas Rechtspopulisten – doch niemand will sie haben.“

    Im Text steht dann: „Billige Plastikstühle, fader Filterkaffee: Bei der Konferenz der Nationalkonservativen in Brüssel lief alles ein bisschen anders als geplant. Dann sollte sie auch noch aufgelöst werden.“

    Ich will Ihnen weitere Beispiele für derartigen Zynismus und Häme ersparen.

    Ich will nur festhalten, wie sich die vermeintlichen Vorkämpfer für Meinungsfreiheit hier in besonders eklatanter Weise selbst verraten haben.

    Was in Brüssel geschah, erinnert an Diktaturen. Bis auf den Endakt des Dramas – dass die Richter des Conseil d’État (Staatsrats) das Verbot der Veranstaltung aufhoben.

    Weltweit gab es massive Kritik. Selbst der belgische Premier kritisierte die Einschränkung der Meinungsfreiheit deutlich und ebenso die britische Regierung.

    Wie unter den Kommunisten
    Die belgische Polizei habe die Konferenz frühzeitig nach zwei Stunden abgebrochen, spottete Ungarns Premier Viktor Orbán. Und fügte dann hinzu: „Ich schätze, sie konnten die Redefreiheit nicht länger ertragen. Das letzte Mal, dass sie mich mit der Polizei zum Schweigen bringen wollten, war, als die Kommunisten sie 1988 auf mich hetzten. Wir haben damals nicht aufgegeben und wir werden auch dieses Mal nicht aufgeben!“

    Der französische Präsidentschaftskandidat Eric Zemmour, den die Polizei am ersten Tag am Betreten der Konferenz und damit auch an seiner geplanten Rede hinderte, kommentierte: „Ich sehe, dass der Bürgermeister, der offenbar Verbindungen zu Erdogans Islamisten hat, die Polizei als private Miliz nutzt, um zu verhindern, dass sich Franzosen und Europäer frei äußern… Heute sehen wir, dass Belgien ein Land zwischen Scharia und Diktatur ist. Was für ein beschämendes Schicksal für ein so schönes Land.“

    Intellektuelle aus anderen politischen Lagern solidarisierten sich in einer Erklärung mit den Konferenz-Teilnehmern. In einem offenen Brief heißt es: „In der Tat glauben wir, dass der Nationalkonservatismus als politische und ideologische Bewegung sowohl empirisch als auch normativ an den meisten Fronten zutiefst falsch liegt“, das ändere aber nichts daran, dass „der Einsatz von öffentlicher Autorität und Polizeigewalt, um friedliche Konferenzen und öffentliche Versammlungen zu schließen, ein Gräuel für eine freie und offene Gesellschaft ist.“

    Unter den Unterzeichnern habe ich keinen einzigen prominenten Deutschen gefunden.

    Gestern hatte mir meine aus Russland stammende Kollegin Ekaterina Quehl, nachdem ich ihr die Fotos vom Bundespresseball der Bundespressekonferenz geschickt hatte, auf dem das Motto Presse- und Meinungsfreiheit ist, und dann einen Link über die Ereignisse in Brüssel, geantwortet: „Ich habe mir die Fotos vom Bundespresseball angeschaut – so eine Abscheulichkeit. Und ein Kontrast zu dem, was du mir gerade geschickt hast. Alle demokratischen Werte sind auf die Ebene von Slogans und Plakaten gerückt. Sie geben viel Steuergeld für Plakate mit Palästina- und Meinungsfreiheitsslogans, für Essen, Maskenbildner, Abendkleider, Fotografen aus – alles nur, um Plakate mit der Aufschrift ‚Pressefreiheit‘ hochzuhalten, während das in Brüssel passiert. Einfach ekelhaft!“

    Besser könnte man das völlige Erstarren, das völlige Versagen unserer selbsternannten Elite in Politik und Medien wohl kaum auf den Punkt bringen. Sie sind zu Demokratie-Wölfen im Schafspelz mutiert, die ständig von Meinungsfreiheit reden und genau diese dann unterdrücken bzw. für deren Unterdrückung applaudieren – wenn es die aus ihrer Sicht richtigen trifft.

    „Einfach ekelhaft“. Mehr kann man dazu nicht sagen. Man kann höchstens noch versuchen, etwas Gutes in der Sache zu finden: Der Eingriff in die Meinungsfreiheit war hier so brutal, so offensichtlich, so unverblümt, dass er vielleicht wieder ein paar bisher Blauäugigen die Augen geöffnet hat.

    https://reitschuster.de/post/deutsch...t-in-bruessel/
    Alle Texte, die keine Quellenangaben haben, stammen von mir.

  3. #83
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    AW: Gekaufte Journalisten: Medien an der Seite der Regierung

    Man dürfe den Rechten nicht die Stichworte liefern, heißt es. Dahinter steht die Vorstellung, man müsse bestimmte Themen nur aus den Medien heraushalten und schon würde nicht mehr darüber geredet. Kann es sein, dass viele Journalisten die Bürger für blöd halten?
    Die AfD durfte nicht zum Bundespresseball. Seit die Partei im Bundestag sitzt, also seit 2017, standen auch die Abgeordneten der AfD auf der Einladungsliste. Dieses Mal nicht. „Die Partei passt nicht zu uns, mit denen kann man kaum die Demokratie verteidigen“, sagte Mathis Feldhoff, der Vorsitzende des Vereins der Bundespressekonferenz, der den Ball ausrichtet, der Nachrichtenagentur „dpa“. Der Ball stand unter dem Motto: „Für die Pressefreiheit. Demokratie schützen.“

    Ich hätte den Demokratietest nie und nimmer bestanden
    Wer denkt sich so etwas aus? Klar, irgendwie sind wir alle für Demokratie. Ist ja auch eine super Sache. Aber muss man deswegen gleich im Takt dazu tanzen? Ich dachte, es gehe bei einem Ball darum, sich einen hinter die Binde zu gießen und ansonsten den lieben Gott eine gute Person sein zu lassen. Aber was verstehe ich schon von Pressebällen. Eine Freundin fragte, ob ich sie begleiten würde, sie habe noch eine Karte übrig. Ich weiß, warum ich dankend ablehnte. Ich hätte den Demokratietest nie und nimmer bestanden. Wenn ich höre, ich solle mich zur Verteidigung höherer Dinge einfinden, bin ich weg.
    Zu meiner Verteidigung muss ich sagen: Ich habe es nicht anders gelernt. Als ich zur Journalistenschule ging, stand alles Mögliche auf dem Lehrplan: Nachricht, Recherche, Kommentar, die Feinheiten der deutschen Sprache. Demokratieverteidigung war nicht dabei. Leider schreiben viele in meinem Gewerbe inzwischen auch so, als wollten sie einen Demokratieförderpreis gewinnen. Keine schlechten Scherze mehr, keine fiesen Witze, natürlich auch nichts Schräges oder Anarchisches, woraus man einem einen Strick drehen könnte. Dafür lange Riemen, wie man den Staat vor seinen Feinden schützt.
    Schon physiognomisch ist Höcke eine fantastische Figur
    Ich halte die AfD für ein ergiebiges Thema. Mich würde zum Beispiel brennend interessieren, wie es bei Alice Weidel zu Hause aussieht. Wie bringt sie das zusammen: das Leben als lesbische Mutter und den Vorsitz einer Partei, die Lesben für Frauen hält, die einfach noch nicht den richtigen Mann gefunden haben? Auch ein Hausbesuch bei Björn Höcke erschiene mir vielversprechend. Ich wüsste zu gerne, ob er im Keller wirklich eine Surround­-Anlage eingerichtet hat, um Goebbels Reden in Dolby Atmos zu hören.

    Schon physiognomisch ist Höcke eine fantastische Figur. Ich konnte während des „Welt“­-Duells mit dem CDU­-Mann Mario Voigt den Blick nicht von ihm wenden. Minutenlang verharrte er mit der Hand am Kinn, als sei er direkt einem Disney­-Film über die deutsche Romantik entsprungen. Dazu diese Sprache, die immer einen Überschuss Luise Rinser enthält („mir brennt der Mund“). Tolles Material, nach dem sich jeder Journalist die Finger leckt, sollte man meinen. Stattdessen werden uns lange Elogen geliefert, weshalb man am besten gar nicht mit diesen Leuten redet.

    Weil: Wer mit ihnen redet, bietet ihnen eine Bühne. Man dürfe den Rechten keine Bühne bieten, heißt es. Ich halte diesen Satz für den Gipfel der Anmaßung. Journalisten sollten Politikern nie eine Bühne bieten, und zwar egal welcher Couleur. Außerdem ist es nicht die Aufgabe von Medien, Parteien groß oder klein zu schreiben. Dass sich die politische Konkurrenz den Kopf zerbricht, wie sie der AfD den Weg verlegen kann, das erwarte ich von ihr. Aber Journalisten sind keine Politiker. Sie sollten auch nicht versuchen es zu sein. Man dürfe den Rechten nicht die Stichworte liefern, lautet eine andere Formulierung. Dahinter steht die Vorstellung, man müsse bestimmte Themen nur aus der Zeitung oder dem Fernsehen heraushalten und schon würde nicht mehr darüber geredet. Offenbar halten viele der im Journalismus Tätigen die Bürger für blöd.

    Am besten wieder was zum Klimawandel
    Man kann selbstverständlich solange die Kriminalitätsstatistik kleinreden, bis nur noch Touristen übrig sind, um den hohen Anteil von Ausländern unter den Tatverdächtigen zu erklären. Aber das Einzige, was man mit diesen Verrenkungen erreicht, ist, dass die Leute den Journalisten noch mehr misstrauen, als sie es ohnehin tun.

    Nicht mal in der DDR hat der Versuch funktioniert, die Menschen von Informationen fernzuhalten, die man für schädlich hielt. Dennoch ist der Reflex erst einmal: Am besten gar nicht dran rühren. Unter diesen Umständen ist es fast eine Sensation, wenn der „Presseclub“ 45 Minuten über die Frage diskutieren lässt, ob steigende Kriminalität eine Sache der Herkunft sei. Ich bin sicher, es gab beim WDR nicht wenige, die fanden, man hätte etwas ganz anderes senden sollen. Am besten wieder was zum Klimawandel. Oder zu Rassismus. Das geht immer. Man sieht die Folge dieser Wirklichkeitsabgewandtheit auch in den sinkenden Auflagen.

    Anders als die Zuschauer des öffentlich-rechtlichen Fernsehens kann man Leser ja nicht zum Abschluss eines Abonnements verpflichten. Der Rückgang wird zum Naturgesetz erklärt, aber das ist er nicht. Der „Spiegel” zum Beispiel hat trotz Internet Jahr für Jahr zugelegt, bis die Redaktion in ihrer Weisheit auf die Idee kam, nach Stefan Aust eine Reihe von Chefredakteuren zu installieren, die vor allem darüber nachdachten, wie man die eigenen Redakteure glücklich macht. Schon die Frage, was den Leser interessiert, gilt in manchen Redaktionen als Häresie. Entscheidend ist bei der Themensuche vielmehr, was ihn interessieren sollte. Wenn er sich uneinsichtig zeigt, wird er so lange traktiert, bis er sich in sein Schicksal fügt – oder die Segel streicht.

    Gegen Haltung ist nichts zu sagen
    Dass die mediale Wirklichkeit und die Wirklichkeit, die viele Menschen als Normalität empfinden, auseinanderfallen, ist kein ganz neues Phänomen. Auch zur Zeit von Helmut Kohl waren veröffentlichte Meinung und öffentliche Meinung nicht immer deckungsgleich. Was die Beurteilung seiner Person angeht, fielen sie erkennbar auseinander. Aber es gab wenigstens noch den Versuch, die Wirklichkeit in den Blick zu nehmen, und sei es aus Eigennutz. Inzwischen gelten sinkende Auflagen als notwendiges Übel.

    Wenn auf dem Weg der Erneuerung alte Abonnenten verloren gehen, dann sei’s drum. Jung, weiblich und divers – so wünscht sich die moderne Chefredaktion ihre Leserschaft. Wer nicht einsehen will, dass die neue Zeit auch neue Schwerpunkte verlangt, muss sich halt eine andere publizistische Heimat suchen. Es hat sich eingebürgert, von Haltungsjournalismus zu sprechen. Aber das ist eigentlich das falsche Wort. Gegen Haltung ist nichts zu sagen.

    Auch ich habe zu vielen Dingen eine klare Haltung, wie die Leser meiner Kolumne aus leidvoller Erfahrung wissen. Vielleicht müsste man eher von Wirklichkeitsnachbesserungsjournalismus reden. Wichtiger, als zu sagen, was ist, erscheint es den Vertretern desselben zu sagen, wie es sein sollte. Da sich die Lebensrealität oft als sperriger erweist als gedacht, tut sich zwischen den Erwartungen und den Ergebnissen der hochherzigen Bemühungen eine Lücke auf. Das ist wie in der Politik. Aber das heißt mitnichten, dass man klein beigibt. Statt die Ansprüche anzupassen, werden die Anstrengungen einfach verdoppelt.

    Mein Kollege Harald Martenstein hat in einem Interview darauf hingewiesen, dass das Wort „Deportation“ bei der berühmten Veranstaltung in Potsdam bekanntermaßen nicht gefallen ist. Dennoch ist bis heute in vielen Medien von einer Tagung die Rede, bei der Deportationen beredet und geplant worden seien. Das habe er in dieser Drastik noch nicht erlebt, sagte Martenstein, dass eine widerlegte Sichtweise einfach eisern durchgehalten werde. Wenn ich etwas zu sagen hätte, würde ich jeden Weltverbesserungsjournalisten dazu verdonnern, sich wieder mehr für das zu interessieren, was ist. Das wäre ein echter Dienst an der Demokratie. Aber vermutlich ist das viel zu simpel gedacht. https://www.focus.de/politik/meinung...259870701.html
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