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    USA retten Europa

    Die Bundesregierung starrt wie ein Kaninchen auf die Schlange. Russland liefert nicht, die neue Pipeline Nord Stream 2 wird durch Taschenspielertricks der Regierung nicht freigegeben und die Gasspeicher leeren sich gefährlich. In der Folge sind die Gaspreise förmlich durch die Decke gegangen. Nun hätte man bei den Norwegern oder Niederländern vorstellig werden können um höherer Liefermengen zu vereinbaren. Deutschland selbst hat ebenfalls große Gasvorkommen, die aber auch mal erschlossen werden müssten. Gefangen in einer für die heutige Politikergeneration typischen Schockstarre lässt man die Dinge einfach laufen. Nun tauchen die USA als Retter auf........


    Eine Flotte von zehn amerikanischen LNG-Tankern nimmt Kurs auf Europa und lindert die hiesige Versorgungskrise. Die bislang steil steigenden Gaspreise brechen bereits ein. Dahinter steckt wohl auch Geopolitik, sicher aber eine natürliche Marktreaktion.
    Die Füllstände in den deutschen und europäischen Gasspeichern befinden sich auf einem historischen Tiefstand, die Energiepreise springen täglich auf neue, beängstigende Rekordwerte – da taucht am westlichen Horizont als Retter in der Not eine Flotte amerikanischer Gastanker auf, um Europas Energiearmut zu lindern.

    Was wie ein Weihnachtsmärchen klingt, ist Realität: Mindestens zehn Tanker mit Flüssiggas befinden sich nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg auf dem Weg nach Europa. „Weitere 20 Schiffe scheinen den Atlantik zu überqueren, haben aber ihr endgültiges Ziel noch nicht bekannt gegeben“, berichten die Marktbeobachter. „Die US-Ladungen werden dazu beitragen, die geringeren Lieferungen aus Russland, dem Hauptlieferanten Europas, auszugleichen.“
    Die Menge von knapp 5 Millionen Kubikmeter LNG in diesen Schiffen würde ausreichen, den Bedarf von Deutschland, dem größten europäischen Gasverbraucher, in einem Wintermonat zu einem Drittel zu decken. Im Sommer entspricht diese Menge einem ganzen Monatsverbrauch Deutschlands.
    Die europäischen Gaspreise waren am Großhandelsmarkt in diesem Jahr um mehr als 700 Prozent gestiegen, da Russland die Lieferungen gerade dann drosselte, als die Volkswirtschaften wieder eröffneten und die Nachfrage anstieg. Das Preisportal Verivox hatte den deutschen Verbrauchern für 2022 bereits Gaspreiserhöhungen um 20 Prozent vorher gesagt, zusätzlich zu einem zehnprozentigen Plus bei den Strompreisen.

    Nun fiel die beängstigende Preisexplosion mit der Nachricht der LNG-Lieferungen unvermittelt in sich zusammen, am Großhandelsmarkt sackten die Gaspreise schlagartig um zehn Prozent ab. Das Auftauchen der US-Schiffe gleicht der Rettung bedrängter Siedler in einem amerikanischen Western: Die Kavallerie kommt nie zu spät.
    Mindestens ein Drittel der Schiffe schickte offenbar der US-Gaskonzern Cheniere Energy von seinem Verladehafen Sabine Pass in Lousiana. Dass es sich wie im historischen Fall der Luftbrücke diesmal um eine Seebrücke, also um einen politisch organisierten Akt der Hilfe handelt, ist wohl eher unwahrscheinlich.
    Allerdings ist das Energie- und speziell das Erdgas-Geschäft hochgradig politisiert. Die US-Regierung hat seit Jahren vor allem die süd- und osteuropäischen Staaten mit viel Geld und guten Worten dazu bewegt, sogenannten LNG-Terminals zu bauen, die den verflüssigten Brennstoff (Liquified Natural Gas, LNG) wieder gasförmig machen und ins Verbundnetz einspeisen können.
    Rick Perry, früherer Energieminister unter US-Präsident Donald Trump, bewarb das US-LNG als „freedom gas“ (Freiheits-Gas), mit dessen Hilfe sich Europa aus dem Joch russischer Energieabhängigkeit befreien könne.

    Eine Investition, die sich womöglich gelohnt hat, wirtschaftlich und politisch. Jedenfalls erreichen die amerikanischen Gastanker Europa zu einem Zeitpunkt, da die großen russischen Gasspeicher – die größten Gazprom-Reservoirs befinden sich in Norddeutschland – nahezu leer sind.
    Russische Politiker wie Präsident Wladimir Putin hatten mit ihren Äußerungen Spekulationen angeheizt, wonach Russland den westeuropäischen Märkten zusätzliche Gaslieferungen verweigert, um die Betriebsgenehmigung der acht Milliarden Euro teuren und umstrittenen Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 zu erzwingen.
    Demnach wäre es falsch, sich US-Präsident Joe Biden mit weißem Rauschebart vorzustellen, der den Europäern ein Weihnachtsgeschenk über den Atlantik schickt: Wenn die LNG-Cargos politisch veranlasst sind, dann aus knallharten geopolitischen Motiven. Allerdings spricht mehr dafür, dass es sich bei den Gaslieferungen einfach um eine natürliche Marktreaktion handelt.
    Kurzfristiges Geschäft mit Flüssiggas

    Denn das Geschäft mit Flüssiggas ist in der Regel sehr kurzfristig angelegt. Die Reeder entscheiden oft erst, wenn die LNG-Tanker schon auf hoher See sind, in welcher Weltregion die Gaspreise gerade am höchsten sind und welchen Zielhafen sie deshalb ansteuern. In den letzten Monaten fuhren US-Gaslieferungen auf dem asiatischen Markt den größten Gewinn ein, weil dort die Konjunktur nach dem Höhepunkt der Pandemie am schnellsten wieder angesprungen war.
    Jetzt aber ist die kürzere Route nach Europa für die LNG-Verkäufer interessanter geworden: Die Gaspreise auf dieser Seite des Atlantiks „zeigen einen seltenen Aufschlag gegenüber Asienlieferungen“, heißt es bei Bloomberg. Inzwischen zahlen Abnehmer in der EU sogar 24 Dollar mehr als asiatische Kunden für eine Einheit Erdgas, gerechnet in Btu (British thermal unit).
    Die Preise in Europa sind damit jetzt 14-mal höher als in den USA. Nicht der Geist der Weihnacht oder Geopolitik, schlicht funktionierende Gasmärkte dürften also der Grund für die LNG-Lieferungen aus den USA sein.
    Zu den Einkäufern gehört der deutsche Energiekonzern Uniper in Düsseldorf. „Uniper hat einen langfristigen Vertrag für Lieferungen aus den USA und hat zusätzlich einige LNG-Lieferungen für das nächste Jahr aus den USA eingekauft“, bestätigte das Unternehmen auf WELT-Nachfrage: „Einige dieser Lieferungen sind im neuen Jahr für Europa vorgesehen.“
    Gaspreis-Rückgang entlastet Strommarkt

    Die Entlastung wird schon jetzt spürbar: „Um 8:50 Uhr in Amsterdam kostete die Megawattstunde mit 162,145 Euro 6,2 Prozent weniger als am Vorabend“, berichtet die auf Finanz- und Wirtschaftsdaten spezialisierte Agentur Bloomberg.
    Der Gaspreis-Rückgang sorgte auch für Entspannung am Strommarkt: „In Deutschland wurden Stromkontrakte für das nächste Jahr 8,8 Prozent billiger, der Terminpreis der Megawattstunde fiel auf 296 Euro.“
    Mehr amerikanisches LNG könnte Europa auch helfen, die Stromkrise in Frankreich zu bewältigen, wo mehrere Atomkraftwerke aufgrund technischer Probleme vom Netz gegangen sind. Um diese Ausfälle zu bewältigen, müssten in mehreren europäischen Ländern vermehrt Kohle- und Gaskraftwerke zum Einsatz kommen.
    Anfang Januar werden etwa 30 Prozent der französischen Kernreaktorkapazität vom Netz genommen. Zusätzlich wird die Abschaltung von drei deutschen Atomkraftwerken in der bevorstehenden Silvesternacht die europäische Stromknappheit verschärfen.
    https://www.msn.com/de-de/finanzen/t...out&li=BBqg6Q9
    Alle Texte, die keine Quellenangaben haben, stammen von mir.

  2. #2
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    AW: USA retten Europa

    In ihrer Not kaufen nun deutsche Gasversorger im Nachbarland Niederlande verstärkt Gas. Sehr zum Verdruss der Niederländer. Das Fördern des Gases führt dort nämlich zu Erdbeben.......


    Höherer Gasbedarf Deutschlands alarmiert Niederlande

    Die Niederländer müssen vermutlich die Produktion bei dem Gasfeld in Groningen trotz der Gefahr von Erdbeben fast verdoppeln. Grund ist unter anderem Deutschlands Anfrage wegen höherer Liefermengen. Der Bedarf in diesem Geschäftsjahr soll rund 1,1 Milliarden Kubikmeter betragen.
    Eine Mitteilung des Wirtschaftsministeriums in Den Haag löste in Groningen Unruhe aus. Hintergrund ist die Information, dass die Niederländer vermutlich die Gasproduktion in Groningen trotz der Gefahr von Erdbeben fast verdoppeln müssen. Der für Gasfragen zuständige Staatssekretär Hans Vijlsbrief äußerte am Montagabend Verständnis für die Sorgen der Bürger. Er will sich daher beim deutschen Wirtschaftsministerium für eine Reduzierung einsetzen........Außerdem sei die Nachfrage aus Deutschland nach dem niedrigkalorischen Groninger Gas höher. Blok schrieb dem Parlament:

    "Dies kommt daher, weil energiesparende Maßnahmen einen weniger hohen Effekt hatten als erwartet."

    Er habe seinem deutschen Amtskollegen Robert Habeck im Dezember geschrieben, dass er sich über diese Entwicklung "ernsthafte Sorgen mache". Er habe ihn auch gebeten zu überprüfen, ob "die Auswirkungen des höheren Gasverbrauches auf ein Minimum zu beschränken" seien. Der Bedarf Deutschlands in diesem Geschäftsjahr soll rund 1,1 Milliarden Kubikmeter betragen.

    Laut einem Bericht des Handelsblatts, dessen Autor den Angaben zufolge Einsicht in den Brief hatte, habe man in den Niederlanden die Anfrage aus Deutschland als "unangenehme Überraschung" empfunden. Demnach habe der bisherige Wirtschaftsminister Blok an den deutschen Amtskollegen Habeck unter anderem geschrieben, dass die Erhöhung der Lieferungen nach Deutschland "ein Risiko für die niederländische Versorgungssicherheit" darstelle.

    Wegen großer Schäden durch Hunderte von meist kleineren Erdbeben in der Provinz Groningen hatte die niederländische Regierung zugesagt, die Gasproduktion im Nordosten an der deutschen Grenze Ende 2023 zu stoppen. Die Niederlande bleiben bis dahin aber vertraglich verpflichtet, Deutschland mit Gas zu versorgen.

    https://de.rt.com/international/1297...n-deutschland/


    ....damit Deutschland den Musterknaben spielen kann, müssen andere darunter leiden.
    Alle Texte, die keine Quellenangaben haben, stammen von mir.

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