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    Bremer Feuerwehr:"Rckstndig, autoritr und angstbesetzt"

    Bremer Feuerwehr:"Rckstndig, autoritr und angstbesetzt"

    Eine Sonderermittlerin bt schwere Kritik an der Fhrungskultur und erkennt bei den Feuerwehrleuten zwar "Alltagsrassismus", aber kein rechtes Netzwerk. Die Ermittlungen fanden nach Recherchen von Radio Bremen, NDR und SZ und Vorwrfen von Whistleblowern statt.

    Schwere Vorwrfe gegen die Bremer Feuerwehr machten vor einigen Monaten die Runde, es ging um rechtsextreme Chats, um Mobbing, Rassismus und Sexismus. Aus anderen Wachen in Deutschland wurden hnliche Flle gemeldet. Im Bremer Fall hatten Whistleblower gegenber Radio Bremen, dem NDR und der Sddeutschen Zeitung ausgepackt, der rot-grn-rote Senat der Hansestadt setzte daraufhin eine Sonderermittlerin ein. Jetzt weist sie in ihrem Abschlussbericht auf teilweise eklatante Missstnde bei der Feuerwehr hin, auch wenn sie nicht von rechten Strukturen spricht.


    Karen Buse (SPD) erkennt in ihrem Fazit eine "rckstndige, autoritre und angstbesetzte Fhrungskultur", die ungeeignet sei, die genannten Vorflle zu bekmpfen. Ein halbes Jahr lang hatte sich die ehemalige Richterin und Staatsrtin im Auftrag von Innensenator Ulrich Murer (SPD) mit der mutmalichen Diskriminierung bei der Bremer Feuerwehr beschftigt.

    Etliche Feuerwehrleute wandten sich an sie, teilweise anonym. So schilderten mehrere Frauen sexistisches Verhalten mnnlicher Kollegen: "Die wenigsten Beamtinnen erfreuen sich an abendlichen Pornofilmen im gemeinsamen Aufenthaltsraum auf der Wache", heit es da zum Beispiel. Oder: "Der Hinweis, dass ein Vorgesetzter Nacktfotos einer Feuerwehrbeamtin auf dem PC gespeichert hatte und diese jeweils den auf der Wache neu anfangenden Beamten vorgefhrt haben soll, lste bei der Feuerwehrleitung keine unmittelbare Reaktion aus."


    Der Sonderermittlerin fiel auf, dass die Anschuldigungen von der Feuerwehrleitung formal und inhaltlich unzureichend behandelt worden seien. "Ohne an dieser Stelle auf Details eingehen zu knnen, muss doch festgestellt werden, dass die Opfer keinerlei Zuwendung oder Schutz erhielten, whrend sich um die Tter mit einiger Frsorge bemht wurde."


    Routine sind demnach auerdem teilweise sehr unappetitliche Initiationsriten sowie Homophobie und rassistischer Wortschatz. Abwertende Begriffe wie "lauge", "Kanake", "N****", "Kameltreiber" oder "Ali Arschgeige" wrden auf fast jeder Bremer Wache "ganz ausnahmsweise" bis "regelmig" als Bezeichnung fr "Nicht-Biodeutsche" verwandt. Allerdings wrden Auslnder und Migranten nicht generell so benannt, wie die Ermittlerin von Zeuginnen und Zeugen erfuhr. Solche Begriffe htten sie nur als Reaktion auf besonders aufwhlend und schwierig erlebte Einstze bei diesen Bevlkerungsgruppen verstanden.


    Hinweise auf strukturellen Rassismus fand die Sonderermittlerin nicht, auch gebe es beim Einsatz in der Regel keinen Unterschied "im Hinblick auf Nationalitt, Hautfarbe oder Religion eines Hilfsbedrftigen". Allerdings machten "problematische gesamtgesellschaftliche Entwicklungen vor der Feuerwehr nicht Halt", das gelte auch fr die "hufig zu beobachtende und hochbedenkliche Verharmlosung des Nationalsozialismus durch angeblich schwarzen Humor" und "Alltagsrassismus" durch "diskriminierende Sprache."


    Ein rechtsextremes Netzwerk konnte von den nun gehrten Informanten niemand erkennen, es knne jedoch einzelne Personen bei der Feuerwehr geben, "die ber rechtsextremistisches Gedankengut verfgen". Die Chats mit menschenverachtenden Kommentaren und Bildern mit Nazi-Jargon wrden als "schwarzer Humor" verstanden, die Kollegen htten dabei "zunehmend jedes Ma verloren". Ein Hauptbeschuldigter wurde vom Dienst suspendiert, die strafrechtlichen Ermittlungen laufen. Auch wurden im Zuge eines mitgeschnittenen Gesprchs Disziplinarverfahren gegen drei Beamte eingeleitet, wegen Beleidigungen und Gewaltfantasien gegenber einer Kollegin.



    Als grtes Problem sehen die Befragten die Fhrungsstruktur der Behrde. "Nicht wenige Beamtinnen und Beamte haben in den Gesprchen, aber auch anonym, von Mobbing durch Vorgesetzte berichtet", steht in dem Bericht. Fhrungspersonal agiere mit Willkr und versetze die Belegschaft in Angst und Schrecken. Anfang April trat der neue Leiter der Bremer Berufsfeuerwehr seinen Dienst an. In der kommenden Woche befasst sich der Bremer Innenausschuss mit den Erkenntnissen der Juristin Buse.


    Deren Gesamturteil fllt trotz der Kritik relativ milde aus. "Nein, es brennt nicht", schreibt sie, "aber an der einen oder anderen Stelle schlgt der Rauchmelder an."

    https://www.sueddeutsche.de/politik/...icht-1.5311528
    Es ist dem Untertanen untersagt, den Mastab seiner beschrnkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.
    Gustav von Rochow (1792 - 1847), preuischer Innenminister und Staatsminister

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    AW: Bremer Feuerwehr:"Rckstndig, autoritr und angstbesetzt"

    Wer als Feuerwehrmann, Rettungsarzt oder Polizist arbeitet, ist irgendwann an dem Punkt, wo er aus Selbstschutz und Frustration so reagiert. Und wenn dann auch noch Einstze behindert und Rettungskrfte ttlich angegriffen werden, dann mssen negative Gefhle kanalisiert werden, oder man geht psychisch zugrunde. Wenn aber all diese negativen Begleitumstnde von Politik und Medien negiert werden und sofort "rechte Strukturen" unterstellt werden, ist das nicht hilfreich.
    Alle Texte, die keine Quellenangaben haben, stammen von mir.

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