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    Verlogene Kirchen

    Der Kindesmissbrauch innerhalb der katholischen Kirche hat Dimensionen angenommen, die unhaltbar sind. Und wie gewohnt wird vertuscht und gelogen. Es ist schon erstaunlich, mit welcher Chuzpe diese Leute sich als moralische Instanz aufspielen und noch schlimmer ist, dass sie offensichtlich tun und lassen können was sie wollen. Hat man je von einem angeklagten Priester gehört, der dann auch noch ins Gefängnis geht?


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    Rainer Maria Kardinal Woelki (64) will ein erstes Missbrauchsgutachten für das Erzbistum Köln nicht veröffentlichen und hat ein neues in Auftrag gegeben


    Köln – Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki (64) will das von ihm zurückgehaltene Missbrauchsgutachten „für interessierte Einzelpersonen, insbesondere Betroffene oder Journalisten“ in einigen Monaten zugänglich machen. Das teilte das Erzbistum Köln am Freitagabend mit.Woelki hatte das Gutachten bei der Münchner Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl in Auftrag gegeben. Die Kanzlei sollte den Umgang des Erzbistums mit Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen durch Priester untersuchen.
    Nachdem die Kanzlei das Gutachten fertiggestellt hatte, beschloss Woelki aber, es doch nicht zu veröffentlichen. Dafür führte er rechtliche Bedenken an und verwies auf den Rat hinzugezogener Juristen, die dem Gutachten methodische Mängel anlasteten. Die Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl wies das zurück.

    Woelki beauftragte stattdessen einen Kölner Strafrechtler damit, ein neues Gutachten zu erstellen. Es soll im März 2021 fertig werden. Nach dessen Veröffentlichung soll dann auch das erste Gutachten „im rechtlich möglichen Rahmen“ Einzelpersonen zugänglich sein, so das Erzbistum.

    Die Entscheidung Woelkis, ein neues Gutachten in Auftrag zu geben, hat eine tiefe Krise im größten deutschen Bistum ausgelöst. Der Kardinal sieht sich mit dem Vorwurf konfrontiert, hohe katholische Funktionsträger schützen zu wollen, die in dem ursprünglichen Gutachten belastet werden........

    Zurückgehaltenes Missbrauchsgutachten: Woelki will Einzelpersonen Einblick gewähren | Regional | BILD.de

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  2. #2
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    AW: Verlogene Kirchen

    ""Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki (64) will das von ihm zurückgehaltene Missbrauchsgutachten „für interessierte Einzelpersonen, insbesondere Betroffene oder Journalisten“ in einigen Monaten zugänglich machen. Das teilte das Erzbistum Köln am Freitagabend mit."""

    Was für eine unglaubliche Frechheit und wenn ich nicht schon länger aus dieser Sekte ausgetreten wäre dann würde ich es zum hundersten Mal jetzt machen !!! Manchmal komme ich mir vor wie in einem schlechten Film, überall nur noch Unfähigkeit und schier endlose Naivität. War es auch so im alten Rom ?
    Nur ein Flügelschlag eines Schmetterlings kann einen Wirbelsturm auslösen

  3. #3
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    AW: Verlogene Kirchen

    War es auch so im alten Rom ?
    Wahrscheinlich, aber ohne „App" und „Smartphone". Wie es ausging, wissen wir aus der Geschichte.
    Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland

  4. #4
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    AW: Verlogene Kirchen

    Angesichts der ganzen Schweinereien in der katholischen Kirche könnte man meinen, dass das Engagement der Priester möglichst viele Flüchtlingskinder nach Deutschland zu holen, einen ganz anderen Hintergrund hat und nicht so sehr von Menschlichkeit geprägt ist. Der Missbrauchsskandal um Kardinal Woelki weitet sich aus.........

    WEITERER KINDESMISSBRAUCHS-FALL IM ERZBISTUM KÖLN
    Was wusste Kardinal Woelki?
    ++ Erneut Vertuschung ++ Nur 750 000 Euro für Opfer aber über 2 Millionen Euro für Gutachter, Anwälte und Berater ++
    Wieder erschüttert ein Fall der Missbrauchsvertuschung aus dem Erzbistum Köln die katholische Kirche in Deutschland!

    Verantwortlich ist der durch die Gutachten-Affäre taumelnde Kardinal Rainer Woelki (64).

    Denn bei der Glaubenskongregation von Papst Franziskus (83) in Rom liegt die Akte des HJ F.(73) zur Entscheidung. Pfarrer F. ist ein bekannter Religionspädagoge (Experte für Kindergottesdienste und Reli-Unterricht).
    ►1986 beklagen sich angeblich Messdiener-Kinder über Berührungen des Kölner Priesters.
    ►1990 wurde der Priester mit Jungen onanierend in einem Gebüsch festgestellt. F. wurde im Jahr 1991 wegen des sexuellen Missbrauchs von Kindern unter 14 Jahren angeklagt. Das Verfahren wird gegen Geldzahlung eingestellt.

    ►Einige Jahre später nimmt der Priester eine Mutter mit mehreren Söhnen auf. Er missbraucht die Jungen. Die Taten werden 1997 bekannt. Der Priester schließt einen sittenwidrigen Knebelvertrag mit der Mutter.

    Für 30 000 D-Mark erkauft sich der Priester Stillschweigen.
    Woelkis Sprecher sagt, F. wurde 2000 in den einstweiligen und 2004 in den endgültigen Ruhestand versetzt.

    Doch Kontakt zu Gemeinden und Kindern hatte der Pfarrer auch im Ruhestand weiterhin!

    ►2010 auf einem Posten als Ruhestandspriesters kam es wieder zu Beschwerden. Angelpunkt war ein Diavortrag über Kambodscha.

    Pfarrer F. war auf Mail-Anfrage für BILD nicht zu erreichen. Auch eine Kontaktanfrage bei seinem Verleger blieb ohne Antwort.

    Priester sollte Nähe zu Kindern meiden........▶︎ Bislang wurde im Erzbistum Köln seit 2011 etwa 750 000 Euro zur Wiedergutmachung an Opfer ausgezahlt. Unfassbar! Die Kosten für Gutachter, Anwälte und Berater liegen nach einer BILD-Schätzung mehr als dreimal so hoch. Dabei sollen für PR-Berater mit Kosten von bis zu 300 000 Euro gerechnet werden.

    ▶︎ Der Sprecher: „Zu Kosten der laufenden Aufarbeitungen äußert sich das Erzbistum nicht.“ Man legt aber Wert auf die Feststellung, dass diese Honorare nicht mit Kirchensteuergeldern , sondern aus einem Sondervermögen bestritten werden. Nach BILD-Informationen stammt das Geld aus dem Fond „für besondere Bedürfnisse“. Wie sich dieser Fond speist, beantworten Woelkis Krisenspezialisten ebenfalls nicht......https://www.bild.de/politik/inland/p...7944.bild.html

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  5. #5
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    AW: Verlogene Kirchen

    Mich würde jetzt nur noch interessieren, wie teuer die Gutachten sind, die Woelki je nach Gemütslage mal zurückhält und mal neu beauftragt.

    - - - Aktualisiert oder hinzugefügt- - - -

    Ach, oben steht es ja. Über 2 Millionen für die Gutachter. Ein schöner Profit für die Vergewaltigung kleiner Jungs, die jetzt im Mannesalter mit 750.000 Euro abgespeist werden. Lacht sich Woelki da etwa ins Fäustchen?
    Es ist dem Untertanen untersagt, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.
    Gustav von Rochow (1792 - 1847), preußischer Innenminister und Staatsminister

  6. #6
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    AW: Verlogene Kirchen

    Missbrauch in der Kirche: Die Schuld des Kardinals


    Der Erzbischof von Köln ist mit der Aufarbeitung eines Missbrauchsskandals überfordert. Sein Versagen innerhalb der Katholischen Kirche ist gleichzeitig systemisch.

    Hat Rainer Maria Woelki als Erzbischof von Köln höchstselbst einen des Missbrauchs beschuldigten Geistlichen vor kirchlicher Strafe bewahrt? Ist er, der stets gelobt hat, alle Fälle von sexualisierter Gewalt im Erzbistum untersuchen zu lassen und Vertuscher nicht zu schonen, selbst zu den Vertuschern zu zählen? Ein Artikel im Kölner Stadt-Anzeiger legt dies nahe. Konkret geht es um Johannes O., einen im Jahr 2017 verstorbenen Priester, den Woelki aus seiner Zeit als Praktikant und Diakon in einer Gemeinde in Düsseldorf-Gerresheim kennt.
    O. war damals Woelkis Vorgesetzter. Die beiden blieben über Jahrzehnte freundschaftlich verbunden. So soll O. Woelki viele Jahre später, im Jahr 2012, zu dessen Kardinalsernennung nach Rom begleitet haben. Dabei waren zu diesem Zeitpunkt bereits schwere Missbrauchsvorwürfe gegen O. bekannt: 2010 meldete sich ein Mann beim Erzbistum und gab an, Ende der Siebzigerjahre im Kindergarten von O. schwer sexuell misshandelt worden zu sein. Das Erzbistum glaubte dem Opfer, dafür spricht die im Vergleich hohe Summe von 15.000 Euro, die die Kirche dem Mann 2011 zur "Anerkennung des Leids" zahlte.

    Strafrechtlich war die Tat O.s verjährt. Kirchenrechtlich aber hätte Woelkis Vorgänger, der damalige Kölner Erzbischof Joachim Meisner, den Fall zur Prüfung an die vatikanische Glaubenskongregation melden müssen. Dies geschah nicht. Dann wurde 2014 Rainer Maria Woelki Erzbischof von Köln. Zwar ließ er sich angeblich die Personalakte O.s vorlegen, meldete aber in Kenntnis der Vorwürfe gegen seinen ehemaligen Vorgesetzten den Fall gleichfalls nicht nach Rom – ein möglicherweise klarer Verstoß gegen das Kirchenrecht.

    Der selbsternannte Aufklärer, der zum Beschuldigten wird – der Fall O. ist längst zum Fall W. geworden: W. wie Woelki. Die ganze Absurdität der Aufarbeitung des katholischen Missbrauchsskandals wird an diesem Fall deutlich.

    Zu Erinnerung: Im Herbst 2018 stellten Forscher der Universitäten Mannheim, Heidelberg und Gießen im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz eine umfangreiche Studie über sexuellen Kindesmissbrauchs durch Kleriker vor. Eine erste Studie, die der Kriminologe Christian Pfeiffer realisieren sollte, war 2013 gescheitert, weil die Bischöfe die Kontrolle über die Veröffentlichung behalten wollten und Pfeiffer angeblich unter Druck setzten, wie dieser in der ZEIT berichtete.

    Weitere unabhängige Untersuchungen in den 27 Bistümern sollen die Arbeit der Forscher aus Mannheim, Heidelberg und Gießen seit 2018 ergänzen. Einige Bistümer, darunter Köln, Aachen und Mainz, beauftragten hierfür Juristen. Andere, Münster etwa, vertrauten die Untersuchung Historikern an. Einheitliche Standards: Fehlanzeige! Das Ergebnis ist ein Studienwildwuchs, über dem unübersehbar eine Frage steht: Kann eine Institution wie die katholische Kirche Verfehlungen in ihrem Namen und ihrer Verantwortung selbst überhaupt aufklären, und dann auch noch von unabhängiger Aufarbeitung sprechen?

    Schließlich gehört der Machtmissbrauch, wie der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer einmal in bester Mea-culpa-Manier einräumte, zur DNA der Kirche. Niemand ist unschuldig, heißt, alle tragen Verantwortung. Das stimmt zwar einerseits. Andererseits aber droht vor so viel Kollektivschuld das individuelle Fehlverhalten unsichtbar zu werden. Am Ende schauen alle betroffen, ist niemand mehr verantwortlich für irgendwas. Was dann? Dann macht man als Bischof einfach weiter. Rücktritt? Ausgeschlossen! So sah er aus, der Status quo des Aufarbeitungsprozesses. Nun ist er Geschichte.

    Denn dafür ist das Versagen im Fall W. wie Woelki zu typisch und zugleich zu außergewöhnlich. Plötzlich hört die Schuld auf, allgemein zu sein und wird konkret, und so stellt sich am Beispiel dieses Bischofs die Frage nach persönlicher und politischer Verantwortung. Immerhin war es Woelki, der im Jahr 2018 als erster Bischof radikalstmögliche Aufklärung versprach und hierfür die Münchner Anwaltskanzlei Westpfahl, Spilker, Wastl beauftragte, alle Kölner Missbrauchsfälle seit 1975 zu untersuchen. Die Namen aller Verantwortlichen, nahm Woelki den Mund damals reichlich voll, sollten genannt werden, ungeachtet von Prominenz und Stellung in der Bistumshierarchie – und ja, das gelte auch für ihn persönlich. Das sei man den Opfern schuldig.

    Und dann verschwand die Studie, allen Beteuerungen zum Trotz, vor einigen Wochen im Panzerschrank. Angeblich wegen methodischer Mängel. Ein Kölner Strafrechtler wurde beauftragt, eine neue Studie zu erstellen. Im März soll sie erscheinen. Doch ob es so kommt, weiß keiner. Zu viele Versprechungen wurden von Woelki und vom Erzbistum in den vergangenen Monaten gemacht und wieder gebrochen. Dabei wurden die Missbrauchsopfer und ihrer Vertreter vom Bistum mal umgarnt, mal übergangen, mal instrumentalisiert und immer wieder bitter enttäuscht. Die radikalstmögliche Aufarbeitung im Dienste der Opfer geriet so zur Farce, zur Tragödie, zum Ärgernis für alle, die es in und außerhalb der Kirche ernst meinen mit der Aufklärung.

    Dafür trägt Kardinal Woelki die politische Verantwortung.

    Was seine persönliche Verantwortung anbelangt, ist die Sache eindeutig, behauptet zumindest Bernhard Anuth, Professor für Kirchenrecht der Universität Tübingen gegenüber dem Kölner Stadt-Anzeiger: Woelki hätte die Vorwürfe gegen O. an die Glaubenskongregation melden müssen. Punkt. Dass O. zu dem Zeitpunkt über achtzig und schwer krank war, spiele keine Rolle, auch wenn beides für Woelki womöglich persönlich eine Rolle spielte.

    Formal müsse jetzt, so Anuth, der Münsteraner Bischof Felix Genn als dienstältester Bischof der Kölner Kirchenprovinz eine Ermittlung gegen Woelki anstrengen. Tatsächlich lässt Genn schon prüfen, ob er gegen Woelki kirchenrechtliche Untersuchungen aufnehmen wird, wie sein Sprecher dem Kölner Stadt-Anzeiger sagte.

    Das Ganze entbehrt nicht einer bitteren Ironie: Vor seiner Zeit in Münster war Felix Genn Bischof von Essen. Damals lebte, wie die ZEIT-Redaktion Christ & Welt kürzlich berichtete, ein Priester und pädophiler Wiederholungstäter im Ruhrbistum, der nie kirchenrechtlich zu Verantwortung gezogen wurde – auch von Genn selbst nicht. Die Schuld des einen ist also auch das Versäumnis des anderen. Eine Farce, wie gesagt.

    Gibt es einen Ausweg? Den gibt es immer. Für Rainer Maria Woelki ist der Ausweg zugleich leicht und unglaublich schwer. Erkenne Deine Schuld, lehrt Jesus Christus, kehre um und tue Buße. Im Fall W. wie Woelki liegt die Schuld im Weiter-so, wo es kein Weiter-so mehr geben darf. Hoffnung ist für ihn nur noch in der Reue zu finden und im Mut, Verantwortung zu tragen, auch wenn das bedeutet, die Verantwortung abzugeben und Papst Franziskus den Rücktritt anzubieten. Denn alles andere würde bedeuteten, die Unerträglichkeit der Farce weiterzuleben.

    Doch der Fall W. wie Woelki zeigt noch mehr: Hier geht es nicht nur um einen Bischof. Seine Schuld, sein Versagen sind nicht nur individuell, sie sind auch systemisch. Die Selbstreinigungskräfte eines Systems kommen an ihre Grenzen, wenn alle und alles schuldig sind.

    Oder, um es konkret zu machen: Man kann die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals nicht den Verantwortlichen überlassen. Die sind damit (siehe Woelki), überfordert und müssen es vielleicht sein. Matthias Katsch, Sprecher der Betroffenen-Organisation "Eckiger Tisch", fordert deshalb schon lange eine Wahrheitskommission, die unabhängig von kirchlichem Einfluss den Missbrauchsskandal aufklärt. Eine gute Idee. Doch vor der Wahrheitskommission kommt die Wahrheit, der man als betroffene Institution ins Auge sehen muss. Für den Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki ist der Tag der Wahrheit nah, auch wenn er selbst es nicht recht wahrhaben will. Noch nicht zumindest.

    https://www.msn.com/de-de/nachrichte...IgT?li=BBqg6Q9
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  7. #7
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    AW: Verlogene Kirchen

    Ehrliche und offene Aufarbeitung sieht anders aus....


    Eklat auf Pressekonferenz Gespräch zu Missbrauch im Erzbistum Köln abgebrochen

    Ein Pressegespräch des Erzbistums Köln ist am Dienstag abgebrochen worden, weil die anwesenden Journalisten eine Vertraulichkeitsvereinbarung nicht unterschreiben wollten.

    Thema des Hintergrundgesprächs sollte das von Kardinal Rainer Maria Woelki zurückgehaltene Missbrauchsgutachten sein.

    In der vorgelegten Vereinbarung hieß es unter anderem: „Der Journalist verpflichtet sich, die Inhalte des ihm darin offenbarten Gutachtens der Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl vertraulich zu behandeln“.

    Pressegespräch zu Missbrauch im Erzbistum Köln abgebrochen
    Dies betreffe unter anderem die geschilderten Tathergänge sexuellen Missbrauchs, benannte Täter, benannte Verantwortungsträger im Umgang mit Verdachtsfällen sexuellen Missbrauchs aus dem Erzbistum Köln sowie die durch die Kanzlei abgeleiteten Empfehlungen für das Erzbistum.

    „Der Journalist verpflichtet sich, über diese Informationen vollständiges Stillschweigen zu bewahren“, hieß es in der „Vertraulichkeitsvereinbarung“.
    Geplant war ursprünglich, dass die Journalisten während des Gesprächs Einblick in das zurückgehaltene Missbrauchsgutachten bekommen sollten.

    Die Namen seien in dem Gutachten allerdings geschwärzt, hatte das Erzbistum angekündigt. Es hätten auch keine Kopien und Abschriften angefertigt werden dürfen.

    Neues Gutachten soll im März 2021 veröffentlicht werden
    Das Gutachten war 2018 von Woelki initiiert worden. Die Münchner Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl sollte ergründen, wie das Erzbistum in der Vergangenheit mit Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs durch Priester umgegangen ist. Ende Oktober 2020 teilte Woelki jedoch mit, dass er das Gutachten nicht veröffentlichen will.

    Seine Begründung: Es weise erhebliche methodische Mängel auf und sei „nicht gerichtsfest“. Der Strafrechtler Matthias Jahn sollte diese Bedenken bei dem für Dienstag geplanten Pressegespräch noch genauer erläutern.

    Der Kölner Strafrechtsexperte Björn Gercke hat von Woelki den Auftrag erhalten, ein neues Gutachten zu erstellen. Es soll am 18. März veröffentlicht werden.

    In Gutachten: Hamburger Erzbischof Stefan Heße kritisch beurteilt
    Westpfahl Spilker Wastl weist die Vorwürfe Woelkis zurück. Der Auftrag habe gerade nicht darin bestanden, die bloße Rechtmäßigkeit der Bistumsverantwortlichen zu überprüfen, hatte die Kanzlei mitgeteilt.

    Vielmehr habe ihr Handeln umfassend bewertet werden sollen. Ein ähnliches Gutachten für das Bistum Aachen wurde im November von Westpfahl Spilker Wastl der Öffentlichkeit vorgestellt.
    Das Gutachten zum Erzbistum Köln geht mit den Bistumsverantwortlichen hart ins Gericht. Bekannt geworden ist bereits, dass der heutige Hamburger Erzbischof Stefan Heße kritisch beurteilt wird. Er weist die Vorwürfe zurück.

    https://www.express.de/koeln/eklat-a...=1610262818299
    - - - Aktualisiert oder hinzugefügt- - - -

    „DIESE ÄUSSERUNGEN KÖNNEN MASSNAHMEN NACH SICH ZIEHE
    Erzbistum droht Pfarrer nach Kritik an Kardinal Woelki

    Köln/Dormagen – Das Erzbistum Köln hat einem Pfarrer nach Kritik an Kardinal Rainer Maria Woelki (64) mit Konsequenzen gedroht.

    Pfarrer Klaus Koltermann (56) aus Dormagen hatte Woelki vorgeworfen, jede „Glaubwürdigkeit verspielt“ zu haben. Woelki wird seit Monaten auch von anderen katholischen Bischöfen massiv kritisiert, weil er ein von ihm selbst in Auftrag gegebenes Missbrauchsgutachten zurückhält. Dafür führt er rechtliche Bedenken an.

    Nach seiner Kritik erhielt Koltermann einen zweiseitigen Brief vom Generalvikariat des Erzbistums, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Darin schreibt Personalchef Mike Kolb: „Ich weise Dich darauf hin, dass Deine im Zeitungsartikel beschriebenen Äußerungen sowie entsprechende öffentliche Stellungnahmen – soweit zutreffend – möglicherweise schwerwiegende Verstöße gegen Deine Dienstpflichten als leitender Pfarrer darstellen (...) Diese Äußerungen können Maßnahmen nach sich ziehen.“

    Ein „öffentliches Eintreten gegen die Katholische Kirche, das Erzbistum Köln oder dessen Amtsträger“ sei mit den „Loyalitätsobliegenheiten“ eines Pfarrers nicht vereinbar. Koltermann wird eine Frist bis zum 8. Januar gesetzt, um eine schriftliche Stellungnahme abzugeben. Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ hatte in seiner Samstagsausgabe zuvor darüber berichtet.

    Pfarrer Koltermann führt in seiner Antwort an Kolb aus, der Beweggrund für seine Kritik sei die „Unruhe treuester Katholiken“ hinsichtlich des Auftretens von Woelki in der Missbrauchskrise. Sein Gewissen habe ihn dazu gebracht, in dieser zentralen Frage Position zu beziehen. „Bekanntlich lehrt unsere Kirche, dass jede und jeder unbedingt seinem Gewissen zu folgen hat“, so Koltermann.
    Die Reformbewegung „Wir sind Kirche“ solidarisierte sich mit dem Dormagener Pfarrer. „Wir sind Kirche“-Sprecher Christian Weisner verwies darauf, dass auch der Münchner Kardinal Reinhard Marx (67) das Verhalten Woelkis als „verheerend“ bezeichnet hatte.

    Es könne nicht sein, dass Koltermann wegen seiner Kritik an Woelki vorgeworfen werde, gegen die katholische Kirche zu agieren. „Kritik an der Leitung wird in autoritären und diktatorischen Staaten mit Kritik am System gleichgesetzt und strafrechtlich verfolgt“, so Weisner. Die Kölner Kirchenführung wolle „mit Gewalt jeden Widerspruch niederwalzen“.

    https://www.bild.de/regional/koeln/k...2668.bild.html
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