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  1. #31
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    AW: Inflation

    Zitat Zitat von Realist59 Beitrag anzeigen
    Die Zeiten günstiger Lebensmittel gehen definitiv zu Ende.......
    Das wäre natürlich ein Fiasko,

    denn die Löhne bleiben günstig
    die Mieten sind teuer und explodieren
    die Mobilität in Deutschland ist teuer
    die Stromkosten sind die teuersten der Welt
    die Energiekosten sind teuer
    die Steuern und Sozialabgaben ergeben die höchsten Pro-Kopf-Abgaben der Welt
    Gemeindesteuern sind teuer
    Gebühren sind teuer
    Auflagen kosten Geld

    da rettete den Normalbürger eben die noch relativ niedrigen Lebensmittelpreise, wenigstens das.

    Die Politiker, die für sich reklamieren, für 50 Euro keinen Handschlag zu machen und ihre selbstbestimmten Gehälter oder Apanagen zu Größenordnungen wachsen zu lassen, die mit ihrer Qualifikation nichts mehr zu tun haben und sich bestenfalls noch mit Managern der größten Konzerne der Welt vergleichen, sollten bedenken, dass auch der kleine Bürger nicht für einen Hungerlohn arbeitet. Tut er es dennoch, liefert er keine Qualität ab, hat er Ausweichmöglichkeiten, wird er diese nutzen. Immerhin wird in diesem Land im weltweiten Vergleich noch auf sehr hohem Niveau mit einer Arbeitsverdichtung, die selbst anderen Industrieländern fern ist, gearbeitet. Der Gegenwert solcher Arbeit ist immerhin auch eine gewisse Lebensqualität. Ist sie nicht gewährleistet, kippt das System.
    Es ist dem Untertanen untersagt, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.
    Gustav von Rochow (1792 - 1847), preußischer Innenminister und Staatsminister

  2. #32
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    AW: Inflation

    Zitat Zitat von Turmfalke Beitrag anzeigen
    ......da rettete den Normalbürger eben die noch relativ niedrigen Lebensmittelpreise, wenigstens das. ......


    Es gibt Millionen Menschen im angeblich so reichen Deutschland, die sich grundsätzlich einschränken müssen und bewusst am Samstag Nachmittag einkaufen gehen, weil viele Läden dann die Preise reduzieren um die Waren am Montag nicht wegwerfen zu müssen.
    Wal Mart, der US-Lebensmittel-Gigant, konnte in Deutschland nicht Fuß fassen, weil Aldi und Lidl die Preise diktieren und Wal Mart da nicht mithalten konnte. Eine weltweit einmalige Situation für den US-Konzern.
    Alle Texte, die keine Quellenangaben haben, stammen von mir.

  3. #33
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    AW: Inflation

    TOP-ÖKONOM BERECHNET
    „Gefühlte Inflation“ in Deutschland explodiert


    Die Preise steigen in der Wahrnehmung deutscher Verbraucher deutlich stärker als offiziell gemessen.

    Die sogenannte „gefühlte Inflation“ weist für Mai eine Rate von 4,1 Prozent aus, wie Berechnungen von Ökonomen der italienischen Großbank UniCredit ergaben. „Das ist der höchste Wert seit mehr als neun Jahren“, sagte Deutschland-Chefvolkswirt Andreas Rees am Mittwoch.

    Die OFFIZIELLE Teuerungsrate war zuletzt fünf Monate in Folge geklettert und liegt nun bei 2,5 Prozent.
    Die große Differenz zwischen wahrgenommener und offiziell gemessener Inflationsrate kommt zustande, weil die UniCredit-Experten die Waren und Dienstleistungen stark nach ihrer Kaufhäufigkeit gewichten.

    Heißt: Preisänderungen bei Produkten wie Lebensmittel oder Benzin, die teils mehrmals wöchentlich gekauft werden, fallen Kunden stärker auf als bei sehr selten gekauften Waren wie Möbeln, Waschmaschinen oder Computern.

    ► So haben die Kraftstoffpreise einen Anteil von rund zehn Prozent am Warenkorb von UniCredit, fast dreimal so viel wie beim Statistischen Bundesamt.

    „Hauptgrund für die stark gestiegen Wahrnehmung von Inflation sind die Preise für Kraftstoffe“, so Rees.
    Diese verteuerten sich im Mai um 27 (!) Prozent zum Vorjahresmonat, als die Preise wegen der Corona-Rezession in den Keller gerauscht waren und nun mit der Erholung der Weltkonjunktur wieder gestiegen sind.

    Der Volkswirt: „Hinzu kommt noch, dass wir den Lockdown hinter uns haben, die Leute wieder mobiler werden und häufiger Tanken, wodurch sie den Preisanstieg an den Zapfsäulen stärker wahrnehmen.“
    Einer repräsentativen Umfrage des Forsa-Instituts unter 500 Verbrauchern in Deutschland im Auftrag der Fondsgesellschaft Union Investment zufolge machen 66 Prozent die Inflationsentwicklung an den Benzinpreisen fest.

    ► Auch Nahrungsmittel (1,4 Prozent Inflation laut Statistischem Bundesamt, „Destatis“) sind bei Ökonom Rees stärker gewichtet. Während „Destatis“ sie zu 9,7 Prozent in die offizielle Inflationsberechnung miteinbezieht, machen sie bei Rees 27 Prozent aus.

    Die Preise ziehen weiter an
    Rees geht davon aus, dass die Preise in den kommenden Monaten weiter steigen dürften.

    ► „Bei den jetzt wieder möglichen Restaurant-Besuchen könnten die Preise von den Gastwirten heraufgesetzt werden, zumal eine starke Nachfrage zu erwarten ist.“ Gleiches gelte für andere Dienstleistungen, etwa Pauschalreisen. „Hinzu kommt noch der Mehrwertsteuereffekt in der zweiten Jahreshälfte“, sagte der Experte.

    Die Bundesregierung hatte die Steuersätze im zweiten Halbjahr 2020 von 19 auf 16 beziehungsweise von sieben auf fünf Prozent gesenkt, um die Konjunktur anzukurbeln. Künftig werden die Preise mit dem damals gesenktem Niveau verglichen, was die gemessene Inflation nach oben treiben dürfte.
    Prof. Gunther Schnabl (Uni Leipzig) führt die deutlich gestiegene „gefühlte Inflation“ nicht nur auf persönliches Empfinden der Menschen zurück.

    ► Schnabl zu BILD: „Es ist auch denkbar, dass die offizielle Inflationsmessung den Kaufkraftverlust der Bürger nicht ausreichend abbildet. Zum Beispiel werden die stark steigenden Preise für Wohnimmobilien, die die Kaufkraft von jungen Familien stark reduzieren, bei der offiziellen Inflationsmessung nicht berücksichtigt.“
    https://www.bild.de/geld/mein-geld/m...3008.bild.html
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  4. #34
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    Sprunghafter Anstieg Inflationsrate steigt auf 3,8 Prozent

    Das bei Nullzins und wesentlich niedrigeren Tarifabschlüssen, die selbst brutto noch unter der Inflationsrate liegen. Eine Katastrophe, zumal diese 4 Prozent nur die offzielle Inflationsrate ist, die tatsächliche liegt weit darüber, da der Warenkorb, der dieser Teuerungsrate zugrunde liegt, etliche Fehler aufweist.

    Sprunghafter Anstieg
    Inflationsrate steigt auf 3,8 Prozent


    Die Verbraucherpreise in Deutschland sind im Juli sprunghaft angestiegen und nähern sich der Marke von vier Prozent. Grund ist der Mehrwertsteuereffekt. Eine Reaktion der Notenbank ist wohl nicht zu erwarten.



    Nachdem die Inflationsrate im Juni noch moderat ausgefallen war, hat sie sich im Juli deutlich beschleunigt. Wie das Statistische Bundesamt am Nachmittag bekannt gab, verteuerten sich Waren und Dienstleistungen in diesem Monat im Jahresvergleich um 3,8 Prozent - der höchste Wert seit 13 Jahren. Allein gegenüber Juni sind die deutschen Verbraucherpreise um 0,9 Prozent gestiegen.

    Ein Ende dieser Entwicklung ist vorerst nicht in Sicht. Im Gegenteil: "In den kommenden Monaten wird die Inflationsrate hoch bleiben und sogar noch etwas zunehmen", sagt Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Berenberg Bank. Bundesbankpräsident Jens Weidmann rechnet damit, dass sich die Inflationsrate zum Jahresende in Richtung fünf Prozent bewegen könnte.

    EZB wird wohl nicht reagieren

    Eine Reaktion seitens der Europäischen Zentralbank (EZB) ist wohl nicht zu erwarten. Sie strebt zwar eine Teuerung von zwei Prozent an, ist aber den jüngsten Änderungen ihrer Geldpolitik zufolge, bereit Schwankungen nach oben und nach unten für eine längere Zeit zu tolerieren.
    Damit ist eine Anhebung der rekordtiefen Leitzinsen auch weiterhin nicht zu erwarten. Diese sollen nun so lange auf dem aktuellen oder einem noch tieferen Niveau gehalten werden, bis zu sehen ist, dass die Inflation nachhaltig zwei Prozent erreicht.
    Panetta plädiert dafür, die Wirtschaft sogar regelrecht heiß laufen zu lassen, um die Teuerungsrate auf zwei Prozent zu hieven.
    Für riskant hält Panetta eine solche Vorgehensweise nicht. "Im Gegenteil. Das ist ein Weg, um unsere Anstrengungen glaubwürdig zu machen, die Inflation hoch zu bringen auf zwei Prozent," sagte er. Es gelte das verfügbare Reservoir an Arbeitskräften voll auszuschöpfen und Lohndruck zu erzeugen, damit die Inflation auf das Zielniveau gehoben werde.
    https://www.tagesschau.de/wirtschaft...hland-101.html
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  5. #35
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    AW: Sprunghafter Anstieg Inflationsrate steigt auf 3,8 Prozent

    Nur der Anfang einer Entwicklung, die sich zwingend aus der Geldpolitik der EZB ergibt. Billionen Euro wurden ausgeben um den Pleitestaaten der Euro-Zone Staatsanleihen abzukaufen. Ansonsten wäre das Konstrukt Euro schon längst zusammengebrochen. Das aber wird unweigerlich geschehen, denn was die EZB da macht, ist ruinös und nur ein Verschieben des Zusammenbruchs in die Zukunft.
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  6. #36
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    AW: Inflation

    Verbraucherpreise enorm gestiegen: „Wir werden mit weiteren Steigerungen leben müssen
    Der Vergleich hat viele aufgeschreckt: Von Juli 2020 bis Juli 2021 sind die Verbraucherpreise so stark angestiegen wie seit 25 Jahren nicht mehr, um durchschnittlich 3,8 Prozent. Besonders Energie (plus 11,6 Prozent) und Nahrungsmittel (plus 4,3 Prozent) verteuerten sich nach den vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Ein einmaliger Ausreißer oder Grund zur Sorge vor der Inflation? Simon Junker ist Stellvertretender Abteilungsleiter für Konjunkturpolitik am Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Er erklärt die Hintergründe der Teuerung und worauf Verbraucher:innen sich nun einstellen müssen.

    Herr Junker, im Juli lagen die Verbraucherpreise 3,8 Prozent über dem Vorjahresmonat. Das ist die höchste Steigerung seit 25 Jahren. Wie kam es dazu?

    Es gibt mehrere Faktoren. Zum einen die vorübergehende Mehrwertsteuersenkung im zweiten Halbjahr 2020: Die Steuersätze lagen im Juli 2020 deutlich unter denen im Juli 2021, den Preiseffekt davon kann man allein mit einem knappen Prozentpunkt veranschlagen. Außerdem gab es wahnsinnige Bewegungen beim Thema Energie: Der Rohölpreise war im Frühjahr 2020 pandemiebedingt kollabiert, mittlerweile hat er sich wieder in normale Regionen bewegt. Das macht ebenfalls einen knappen Prozentpunkt der gesamten Preissteigerung aus. Ein weiterer, wenn auch wesentlich kleinerer Preisschub kam durch die Knappheiten bestimmter Waren zustande, die wir wegen der Verwerfungen im Frachtverkehr beobachten.

    Ist das ein Grund zur Sorge oder handelt es sich nur um vorübergehende Effekte?

    Wenn man die genannten Faktoren herausrechnet, bleiben immer noch rund zwei Prozent unterliegende Inflation. Auch das ist schon eine Beschleunigung. Aber größtenteils spiegelt die Preissteigerung vorübergehende Effekte wider. Allerdings werden wir mit diesen noch ein wenig leben müssen.

    Wie lange denn?

    Einen positiven Pandemieverlauf vorausgesetzt, haben wir diese Unwuchten in den nächsten Monaten, vielleicht zwei bis drei Quartalen wieder austariert. Bis dahin könnte die Inflationsrate aber noch um wenige Zehntel höher steigen.

    Die Bundesbank geht für Deutschland sogar von bis zu fünf Prozent Inflation in diesem Jahr aus.

    Ob sie wirklich so hoch wird, weiß ich nicht. Aber die Vier vor dem Komma wird schon noch kommen.

    Welche Rolle haben die Corona-Lockdowns bei den gestiegenen Verbraucherpreisen gespielt?

    Was wegen des Lockdowns nicht für Dienstleistungen und Kultur ausgegeben wurde, ist entweder gespart – die Sparquote in Deutschland ist deutlich angestiegen – oder in zusätzliche Waren investiert worden. Man hat beispielsweise viel mehr Einrichtungsgegenstände bestellt. Wer im Homeoffice ist, will es zuhause auch schön haben. Das hat zu Nachfrageschüben in bestimmten Sparten geführt, wo es auf der Angebotsseite ohnehin schon Probleme gab, weil Menschen wegen Quarantäne oder Lockdown nicht arbeiten durften. Also stiegen die Preise. Aber wenn Dienstleistungen wieder stärker möglich sind, wird man dafür auch wieder mehr Geld ausgeben, entsprechend wird die überschüssige Nachfrage an anderer Stelle abebben.

    In welche Bereichen müssen Verbraucher:innen sich auf weitere Preissteigerungen einstellen?

    Bei Dienstleistungen, die aktuell besonders beliebt sind: Die Nachfrage nach Reisen innerhalb Deutschlands dürfte aktuell höher liegen als normal. Sie bieten angesichts der Delta-Variante einfach mehr Planungssicherheit als der Flug nach Spanien oder Griechenland. Die Kapazitäten werden hier aber nicht so schnell reagieren können, was immer ein Argument dafür ist, dass die Preise steigen. Ein anderes Beispiel ist die Gastronomie: Hier könnte die Nachfrageflut nach dem Lockdown für höhere Preise genutzt werden. Die Lokale müssen zusehen, dass sie die Verluste der vergangenen Monate wieder reinholen. Gleichzeitig dürfen sie nach wie vor viel weniger Gäste empfangen als vor der Pandemie. Bei den Waren ist die Frage schwieriger zu beantworten. Hier sehen wir immer noch Verzögerungen in den Lieferketten, eine besonders medienwirksame war die Havarie im Suezkanal. Dieses Problem hält an und kann sich auch noch verschärfen.

    Also wird es so kommen, wie die Gewerkschaften befürchten – dass 2021 zum ersten Mal seit zehn Jahren die Tariflöhne langsamer steigen werden als die Verbraucherpreise?

    Ja, der Unterschied wird immens sein. Die Pandemie hatte auch in Deutschland massive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Millionen Menschen waren in Kurzarbeit und trotzdem ist die Arbeitslosigkeit im vergangenen Jahr in die Höhe geschnellt. Man hat sich auch mit geringeren Lohnabschlüssen zufriedengegeben. Das wirkt sich noch in dieses Jahr hinein aus: Der Tariflohnanstieg dürfte unter zwei Prozent liegen, die Inflation hingegen im Jahresdurchschnitt drei Prozent betragen.



    Die Europäische Zentralbank (EZB) hat zuletzt ihre Inflationsziele so angepasst, dass künftig defacto höhere Inflationsraten in Kauf genommen werden. Ist das ein Eingeständnis, dass wir uns auch langfristig auf steigende Preis einstellen müssen?

    Nicht unbedingt. Die EZB sagt mit ihren neuen Zielen letztlich: Wir akzeptieren es, dass vorherige Abweichungen nach unten – jahrelang war die Inflation immer niedriger als das formulierte Ziel – mit künftigen Abweichungen nach oben ausgeglichen werden. Wenn man jahrelang unter der Grenze lag und anschließend ein bisschen mehr Beschleunigung in Kauf nimmt, ist das kein Problem. Vergangenes Jahr hatten wir in Deutschland beispielsweise eine Inflationsrate von 0,5 Prozent. Selbst wenn wir dieses Jahr an die vier Prozent rankämen: Im Durchschnitt beider Jahre lägen wir dann immer noch bei etwa zwei Prozent. Vor allem durch die Mehrwertsteuer gab es Sondereffekte, aber im Grunde ist nichts Dramatisches passiert. Wir sind von den Preisen her am Ende dieses Prozesses da, wo wir bei einer gleichmäßigen Inflation auch gelandet wären – nur eben etwas ungleicher verteilt.

    Sehen Sie gar keine Faktoren, die langfristiger die Inflation treiben könnten?

    Alles, was wir jetzt erleben, sind vorübergehende Knappheiten, die die Kosten der Unternehmen steigen lassen, an die Kund:innen weitergegeben werden, aber dann irgendwann auch verschwunden sind. Ein wirkliches Problem wäre es, wenn auch langfristig die Kosten der Unternehmen steigen. Ein Inflationstreiber könnten steigende Arbeitskosten sein. In den vergangenen Jahrzehnten ist das globale Arbeitsangebot immer gewachsen und hat den Lohnauftrieb stets gedämpft. Doch das dreht sich jetzt beispielsweis in Deutschland durch den demographischen Wandel. Das könnte in den kommenden vier bis sechs Jahren dazu führen, dass die Löhne stärker steigen und damit auch die Preise. Und dann gibt es noch durch den Klimawandel herbeigeführte Phänomene wie die aktuellen Waldbrände in unterschiedlichen Ländern, die die Holzpreise in die Höhe schnellen lassen. So etwas wird sich immer wieder vorübergehend in den Verbraucherpreisen niederschlagen.

    https://www.msn.com/de-de/finanzen/t...out&li=BBqg6Q9
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  7. #37
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    AW: Inflation

    Plötzlich schlechter als Italien – das bedeutet die heikle Inflationswende
    Lange Zeit fühlten sich die Deutschen den Südeuropäern überlegen. Doch nun sind die Lebenshaltungskosten hierzulande stärker gestiegen als irgendwo sonst in Europa. Selbst in Italien sind die Preise inzwischen stabiler. Und die Langzeitanalyse ist erst recht erschreckend.....

    Es tut sich was in Europa. Aber auf eine Weise, die deutschen Sparern und Verbrauchern kaum gefallen dürfte. Deutschland wird in der Währungsunion zum Teuerland. Keine große Volkswirtschaft in der Euro-Zone verzeichnete im August eine derart heftige Inflation wie die Bundesrepublik. Wenn die Entwicklung anhält, wird Deutschland bald die Preisschübe aufgeholt haben, die andere Länder der Währungsunion bereits hinter sich haben.

    Seit Einführung des Euro als Buchgeld Anfang 1999 beträgt die Teuerung hierzulande 41 Prozent, in der gesamten Euro-Zone inklusive Deutschland sind die Preise um 46 Prozent gestiegen. Das bedeutet, dass sie in vielen Ländern unter dem Strich stärker zulegten als hierzulande, allerdings oft von einem niedrigeren Ausgangsniveau.

    In dem Jahrzehnt nach Gründung der gemeinsamen europäischen Währung bewegten sich die Preise in Deutschland zunächst langsamer nach oben als anderswo. Das dreht sich nun um – zum Nachteil der hiesigen Verbraucher.

    So sind die Lebenshaltungskosten hierzulande im 20-Jahres-Vergleich schneller gestiegen als im früheren Weichwährungsland Italien, das einst für seine hohen Teuerungsraten berüchtigt war. An Frankreich ist Deutschland bei den Preissteigerungen innerhalb des Euro-Raums bereits 2012 vorbeigezogen.

    Sinnbildlich für diesen Trend sind die Inflationszahlen für August. Die deutschen Statistiker meldeten zu Wochenbeginn einen 28-Jahres-Höchstwert von 3,9 Prozent. Am Dienstag bezifferte dann die europäische Statistikbehörde Eurostat den Verbraucherpreisanstieg in der ganzen Euro-Zone auf drei Prozent. Auch dieser Wert stellt ein Mehrjahreshoch dar – es war die stärkste Teuerungsziffer seit 2011 –, liegt aber gleichwohl 0,9 Punkte unterhalb der deutschen Inflationsrate.

    Die Monate, in denen die Verbraucherpreisanstiege in Deutschland niedriger waren als im Rest Europas, sind lange vorbei. Immer häufiger melden die Statistiker für die Bundesrepublik stärkere Teuerungszahlen als für die Euro-Zone als Ganzes.

    Mehrwertsteuersenkung hatte Wirkung
    Ein Teil der Diskrepanz erklärt sich aus dem Basiseffekt der gesenkten Mehrwertsteuer. In der zweiten Jahreshälfte 2020 hatte die Bundesregierung den Umsatzsteuersatz von 19 auf 16 Prozent vermindert, um den Konsum anzukurbeln.

    Das führte in dem Zeitraum zu einem gewissen Rückgang der Preise. Da Inflationszahlen in der Regel im Zwölf-Monats-Vergleich angegeben werden, heben sich die Verbraucherpreise in den Monaten Juli bis Dezember stärker von dem niedrigeren Ausgangsniveau des Jahres 2020 ab, als es sonst der Fall gewesen wäre.

    Doch die vorübergehende Mehrwertsteuersenkung kann die Diskrepanz nicht völlig erklären. Im Vergleich mit dem Niveau von Dezember 2019 sind die Preise in Deutschland deutlich schneller gestiegen als in Frankreich, obwohl in diesem Zeitraum kein Basiseffekt zum Tragen kommt.

    Frankreichs Statistiker meldeten für August nach eigener Rechnung einen Anstieg von 1,9 Prozent zum Vorjahr und nach der harmonisierten europäischen Berechnungsmethode einen Anstieg von 2,4 Prozent. Es ist gerade einmal drei Jahre her, dass die französischen Verbraucherpreise einen stärkeren Auftrieb verzeichneten.
    „Ein Teil des stärkeren Preisauftriebs in Deutschland erklärt sich aus der CO2-Abgabe, die hierzulande Anfang 2021 eingeführt worden ist“, sagt Carsten Brzeski, Chefökonom Euro-Zone der ING. Nicht nur Kraftstoffe haben sich relativ gesehen verteuert, auch Strom ist in Deutschland sehr teuer.

    Nach einer aktuellen Statistik von Eurostat zahlen die privaten Haushalte hierzulande so viel für Elektrizität wie nirgendwo sonst in Europa. Im Schnitt kostete eine Kilowattstunde zuletzt mehr als 30 Cent, in den Niederlanden sind es weniger als 14 Cent, in Frankreich müssen Verbraucher rund 20 Cent berappen. Die hohen Energiekosten in Deutschland sind eine Folge der Energiewende und insofern Folge politischer Entscheidungen.

    Goldnachfrage steigt
    Für den hiesigen Preisauftrieb könnte es noch andere Gründe geben. „Die derzeit höhere Inflation in Deutschland könnte auch durch eine stärkere Zunahme der deutschen Staatsausgaben und damit vergleichsweise umfangreiche Corona-Hilfen einschließlich Kurzarbeitergeld erklärt werden“, sagt Gunther Schnabl, Professor für Wirtschaftspolitik an der Universität Leipzig.

    Die neue Erfahrung der Bundesbürger, Inflationseuropameister zu sein, hat weitreichende Konsequenzen. Die Deutschen reagieren besonders empfindlich auf eine Entwertung ihres Geldes. Bereit im ersten Halbjahr haben die Bundesbürger unter anderem aus Angst vor Inflation so viel Gold gekauft wie seit der Finanzkrise nicht mehr. Nach einer Erhebung des World Gold Council stieg der Absatz von Barren und Münzen um 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr – und das noch ehe die Statistiker Teuerungsraten oberhalb von drei Prozent verkündet hatten.
    Neu ist für die Bundesbürger auch die Erfahrung, dass die Zentralbank die Inflation laufen lässt und in keiner Weise gegensteuert. Heute gilt das Primat der Stützung der Konjunktur in der gesamten Euro-Zone. Die Europäische Zentralbank (EZB) argumentiert, dass sie Geldpolitik für die gesamte Währungsunion macht und nicht für einzelne Länder, in denen die Teuerungsrate überdurchschnittlich ist.

    Sie scheint also implizit in Kauf zu nehmen, dass die Inflation in Deutschland über längere Zeit höher bleibt. Selbst dass die europaweite Inflation von drei Prozent über dem EZB-eigenen Ziel von zwei Prozent liegt, ficht die Zentralbank momentan nicht an. Dieser Wert sei vorübergehend und könne folglich ignoriert werden, machen die Geldpolitiker in Frankfurt geltend.

    Das Einzige, was im EZB-Rat umstritten ist, ist die Frage, ob angesichts der anziehenden Inflationsraten die Krisenpolitik am Anschlag weiter verfolgt werden muss. Zuletzt ist die Bilanzsumme der EZB auf 8,2 Billionen Euro emporgeschnellt. Die Bilanzsumme gibt an, wie viele Wertpapiere die Zentralbank auf ihre Bilanz genommen hat. Sie ist damit ein Maß dafür, wie expansiv die Geldpolitik ist, wie viel Geld neu „gedruckt“ wird.

    Auf ihrer Sitzung Anfang September werden die Währungshüter darüber beraten, wie es mit den geldpolitischen Krisenprogrammen weitergehen soll. Nicht wenige Ökonomen machen die expansive Geldpolitik für die steigenden Inflationsraten mitverantwortlich. Vor der Finanzkrise betrug die EZB-Bilanzsumme erst etwas über eine Billion Euro...... https://www.msn.com/de-de/finanzen/t...out&li=BBqg6Q9
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  8. #38
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    AW: Inflation

    Vielleicht wandert die deutsche Industrie (Produktion), angesichts der Strompreise und der Steuerlast, ebenfalls nach Norditalien ab „Outsourcing“ .., Versuche der ror-rot-grünen „Bundesregierung“, eine europäische „Steuerharmonie“ (Steuerkartell) herzustellen, werden bei allen anderen Mirgliedsstaaten auf taube Ohren stossen - denn die Konkurrenzfähigkeit zu China, den USA und dem mittleren Osten (der in der Region UAE am aufstreben ist), muss aufrecht erhalten werden. Steuerlast bedeutet immer auch fehlendes Geld für Investitionen - bzw. für planwirtschaftliche Klientelpolitik zweckentfremdetes Geld …
    Was ich schreibe ist meine Meinung und nicht unbedingt die Wahrheit - Regimekritik - Globalists are evil. Im Zweifel ... für die Freiheit.

    Kalifatslehre. Darum geht es.


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