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    Gute Taten – oder besser mal den Mund halten?

    Gute Taten – oder besser mal den Mund halten?

    Der Schauspieler Don Johnson gab der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung am 5. Januar 2020 ein lesenswertes Interview. Er sagte zum Beispiel, dass er wenig davon hält, wenn Schauspieler sich politisch äußern. Er fragt sich, ob es dabei um das eigene Ego oder tatsächlich um die Sache geht.


    „Es gibt mehr als genug Kollegen und Kolleginnen, die sich zu lapidaren Kommentaren hinreißen lassen, ohne dass sie wirklich das Wissen haben, die solche Themen und Anliegen [er meint seine Kollegen und Kolleginnen, die Afrika retten wollen] verdient hätten. Wer nicht in eine Sache involviert oder überzeugt ist, tatsächlich etwas bewirken zu können, sollte meiner Meinung nach lieber den Mund halten.“

    Als „Stimme Afrikas“ bezeichnet sich der Frontmann der irischen Rockband U2, Bono. Das hat Folgen: Zum Beispiel die, dass afrikanische Vertreter zu bestimmten Veranstaltungen gar nicht mehr eingeladen werden. Schließlich spricht Bono für sie. Auch Geldof und Grönemeyer halten sich für Afrika-Experten. „Rockende Millionäre reden von Schuldenerlass und machen in der Politik, was sie in der Musik gelernt haben: mit geistig eher übersichtlichen Statements enormen Effekt zu erzielen. Dabei hat Afrika doch genug Probleme. Jetzt muss es auch noch die Seele von wohlstandsmüden Musikern retten.“ [Vgl. Vince Ebert auf der Achse am im Jahr 2010 (leider nicht veraltet): „Entwicklungshilfe: Egotrips ins Elend“.]

    NoViolet Bulawayo aus Simbabwe schreibt in ihrem Roman „Wir brauchen neue Namen“,
    Suhrkamp, 2016:


    „Die NGO-Leute steigen aus, alle fünf. Es sind drei Weiße, zwei Frauen und ein Mann, denen sieht man gleich an, dass sie nicht von hier sind, und Sis Betty, die ist von hier. Sis Betty spricht unsere Sprachen, ich glaub, sie hat die Aufgabe, uns die Weißen zu erklären und die Weißen uns. Und der Fahrer ist wahrscheinlich auch von hier. Abgesehen davon, dass er fährt, sieht er nicht wichtig aus. Außer ihm tragen alle Sonnenbrillen, Augen gucken uns an, und wir können sie nicht richtig sehen, weil sie sich hinter einer Wand aus schwarzem Glas verstecken...Sobald wir sitzen, fängt der Mann mit seiner großen Kamera an zu fotografieren. Die machen einfach gern Fotos, diese NGO-Leute, wie echte Freunde und Verwandte irgendwie, die sich später zu Hause mit ihren anderen Freunden und Verwandten die Bilder angucken, auf uns zeigen und unsere Namen sagen. Es schert sie nicht, dass der Dreck und die zerfetzten Kleider uns peinlich sind, dass es uns lieber wäre, wenn sie das sein lassen; sie knipsen trotzdem, knips knips knips. Wir meckern nicht, weil wir wissen, dass nach dem Knipsen die Geschenke dran sind... Jeder von uns kriegt ein Spielzeuggewehr, ein paar Süßigkeiten und was zum Anziehen; ich krieg ein T-Shirt mit dem Wort Google vorne drauf und ein rotes Kleid, das unter den Achseln kneift...Viel danke, sag ich zu der hübschen Frau, die mir meine Sachen gibt, um ihr zu zeigen, dass ich Englisch kann. Sie sagt nichts zurück, als hätte ich irgendwie nur gebellt...Los wir spielen Krieg, und schon laufen wir und legen uns gegenseitig um mit unsere nagelneuen Spielzeuggewehren aus Amerika. (Seiten 51-56)

    „Sonst landet ihr noch auf dem Spendenaufruf“

    Der Künstler und Schriftsteller Samson Kambalu aus Malawi rät afrikanischen Kindern, sich von Touristen fernzuhalten – und sich nicht fotografieren zu lassen. „Sonst landet ihr noch auf dem Spendenaufruf irgendeiner Hilfsorganisation.“ Außerdem hat er festgestellt, dass die Kinder auf solchen Fotos keine Schuhe tragen dürften, denn sonst könnten sie nicht als arm gelten.

    Unter der Überschrift „Accessoires der Promis“ schrieben Dirk Maxeiner und Michael Miersch schon vor fast 10 Jahren im März 2009 in der „Welt“:


    „Messbar ist (dagegen) der Nutzen, den Gruppenfotos mit afrikanischen Kindern prominenten Künstlern einbringen. Man bleibt im Gespräch und ziert Titelblätter. Ein Schauspieler erzählte uns von einer prominenten Kollegin, die von ihrer Agentin einen Katalog diverser Hilfsorganisationen vorgelegt bekam. Mit der dringenden Bitte, sich endlich eine passende auszusuchen. Es ginge nicht, in der Öffentlichkeit ohne karitatives Engagement dazustehen. Wohltätigkeit und eine tadellose Gesinnung gehören zum unverzichtbaren Zubehör. Sie haben Pelzmantel, roten Porsche und die Villa in Malibu abgelöst. Ohne ein afrikanisches Waisenkind auf dem Arm ist man heute nicht mehr gesellschaftsfähig.“

    Prominente, zumal Schauspieler, Pop-Sänger haben die „Rettung Afrikas“ schon vor Jahren als geschäftsfördernd entdeckt. Doch was dabei herauskommt, ist nicht weniger als die eigene Profilierung auf Kosten derer, die sich nicht wehren können. Es gibt kaum ein Sternchen, das sich nicht für arme kleine Kinder in Afrika engagiert, und selbst die C-Prominenz bedient sich längst des vermeintlichen Hungerkontinents zur Beförderung des eigenen Marktwertes. Das Tragische an diesem Engagement fernab der Wirklichkeit ist der enorme Einfluss, den diese Bessermenschen (Monika Gruber) inzwischen auf die veröffentlichte Meinung haben.


    Volker Seitz war von 1965 bis 2008 in verschiedenen Funktionen für das deutsche Auswärtige Amt tätig, zuletzt als Botschafter in Kamerun, der Zentralafrikanischen Republik und Äquatorialguinea mit Sitz in Jaunde. Er gehört zum Initiativ-Kreis des Bonner Aufrufs zur Reform der Entwicklungshilfe und ist Autor des Buches „Afrika wird armregiert“. Die aktualisierte und erweiterte Taschenbuchausgabe erschien im September 2018. Zwei Nachauflagen folgten 2019. Volker Seitz publiziert regelmäßig zum Thema Entwicklungszusammenarbeit mit Afrika und hält Vorträge.

    https://www.achgut.com/artikel/gute_...en_mund_halten
    Es ist dem Untertanen untersagt, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.
    Gustav von Rochow (1792 - 1847), preußischer Innenminister und Staatsminister

  2. #2
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    AW: Gute Taten – oder besser mal den Mund halten?

    Bob Geldofs Engagement für Afrika galt doch nur seinem eigenen Ego. Ein gelangweilter Musiker, der nicht einmal sein eigenes Vermögen antastete um zu helfen. Die Gelder, mit denen diese Leute Afrika "helfen", stammen allesamt von Millionen Spendern. Auch Karl-Heinz Böhm hatte psychische Probleme, die er dann in Afrika als Gutmensch therapieren wollte. Was mögen wohl die Kinder Böhms gefühlt haben, dass sich ihr Vater in Afrika um die Menschen kümmerte aber die eigenen Kinder vernachlässigte, als sie jünger waren.
    Alle Texte, die keine Quellenangaben haben, stammen von mir.

  3. #3
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    AW: Gute Taten – oder besser mal den Mund halten?

    Zitat Zitat von Realist59 Beitrag anzeigen
    Bob Geldofs Engagement für Afrika galt doch nur seinem eigenen Ego. Ein gelangweilter Musiker, der nicht einmal sein eigenes Vermögen antastete um zu helfen. Die Gelder, mit denen diese Leute Afrika "helfen", stammen allesamt von Millionen Spendern. Auch Karl-Heinz Böhm hatte psychische Probleme, die er dann in Afrika als Gutmensch therapieren wollte. Was mögen wohl die Kinder Böhms gefühlt haben, dass sich ihr Vater in Afrika um die Menschen kümmerte aber die eigenen Kinder vernachlässigte, als sie jünger waren.
    Ja, zu dem Karlheinz Böhm. Er liierte sich ja in späteren Jahren mit einer ziemlich eitlen Person aus Äthiopien, mit der er zwei Kinder hat bzw. hatte. Hier die Meldung nach seinem Tod:

    Nur zwei seiner sieben Kinder erben
    Das Schock-Testament des Karlheinz Böhm


    Sein ganzes Leben lang galt Karlheinz Böhm (†86) als Wohltäter für die Armen. Mit seiner Stiftung „Menschen für Menschen“ sammelte er Millionen Euro für Menschen in Äthiopien. Doch sein Ansehen änderte sich nach seinem Tod im Mai 2014 schlagartig.

    Ein halbes Jahr nach seinem Tod veröffentlichte seine älteste Tochter Sissi (heute 60) eine Biografie, in der sie behauptete, jahrelang von ihren Eltern missbraucht worden zu sein.

    Und nun der nächste Paukenschlag! Böhm soll in einem Schock-Testament seine fünf ältesten Kinder Sissi, Daniela (54), Michael (55), Kristina (56) und Katharina (50) übergangen – und nur seinen beiden jüngsten Kinder Aida (22) und Nicolas (24) berücksichtigt haben. Das zumindest berichtet das Magazin „Bunte“.

    Das Schock-Testament! Demnach wurden seine sieben Kinder jetzt erst offiziell darüber informiert, was sie erben. Im sogenannten Einantwortungsbeschluss heißt es: „Der Nachlass nach Karlheinz Böhm wird Aida …und Nicolas Böhm … auf Grund des Testaments vom 4. 5. 2012 … eingeantwortet.“

    Demnach würde seinen fünf ältesten Kinder lediglich einen Pflichtanteil von rund 3000 Euro zustehen, während Aida und Nicolas den Großteil des Vermögens erben.

    Bereits zu Lebzeiten im März 2010 soll Böhm laut „Bunte“ eine Privatstiftung für seine vierte Ehefrau Almaz (51) sowie deren gemeinsame Kinder Nicolas und Aida gegründet haben. Als Ersteinlage soll Böhm 500.000 Euro eingezahlt haben.

    Von den rund 200.000 Euro Bargeld, die nach Böhms Ableben noch übrig waren wurden rund 45 000 Euro für Bestattungskosten aufgewendet.

    Die fünf ältesten Böhm-Kinder haben nun noch rund zwei Wochen Bedenkzeit, Rechtsmittel gegen das Gerichtsschreiben einzulegen. Momentan sieht es aber nicht danach aus, dass sie ihr winziges Pflichterbe von 3000 Euro einklagen. Es wäre auch gegen den letzten Willen ihres Vaters.

    https://www.express.de/news/nur-zwei...boehm-23119316

    - - - Aktualisiert oder hinzugefügt- - - -

    Ach, ja, Nachtrag zur eitlen Gattin von Karlheinz Böhm und dazu, wie man mit guten Werken gut verdient. 2013 war es, da verdiente sie 105.800 Euro an der Spitze der Wohltätigkeitsorganisation ihres Mannes. Als es Kritik hagelte, wurde sie Privatier und übte nur noch eine ehrenamtliche Tätigkeit in eben dieser Organisation aus. Wie hoch allerdings ihre Aufwendungen vergütet wurden, erfahren wir nicht.

    ... Die Stiftungsvorsitzende Böhm war in diesem Jahr Zielscheibe einer Reihe von schweren Vorwürfen gewesen, die der ehemalige Großspender Jürgen Wagentrotz erhoben hatte. Dabei spielte auch das Jahresgehalt von 105 800 Euro eine Rolle, mit dem Frau Böhms Tätigkeit honoriert wurde. Von Januar an wird Almaz Böhm nur mehr ehrenamtliche Vorsitzende sein und kein Gehalt mehr beziehen.

    Zu dem Rückzug könnte auch geführt haben, dass Böhm als gesundheitlich angeschlagen gilt. Der Streit mit Wagentrotz soll sie "brutal getroffen" haben, heißt es. Sie war monatelang krankgeschrieben und konnte ihre Tätigkeit als Vorstandsvorsitzende nicht ausüben.
    Dissens wegen Wagentrotz

    Eine weitere Veränderung in der Führung der Stiftung betrifft den Medienunternehmer Hermann Orgeldinger, der soeben seinen Rücktritt zum Ende des Jahres bekannt gegeben hat. Orgeldinger sagt, er habe im Vorstand für seine Vorstellungen von einer modernen und zukunftsorientierten Stiftung keine Mehrheit gehabt und sei von seinen Vorstandskollegen, dem Rechtsanwalt Martin Hintermayer und dem Musikverleger Peter Hanser-Strecker, regelmäßig überstimmt worden.

    Dissens gab es auch wegen Wagentrotz. Strecker möchte mit dem ehemaligen Großspender Kontakt aufnehmen und versuchen, den monatelangen Streit auf gütlichem Wege beizulegen. Er hat dabei die Unterstützung von Hintermayer. Orgeldinger, der gerade erst eine einstweilige Verfügung gegen Wagentrotz erwirkt hat, war strikt gegen eine solche Kontaktaufnahme, konnte sich aber nicht durchsetzen.

    In Zukunft wird der Vorstand aus den ehrenamtlichen Mitgliedern Strecker, Hintermayer und Almaz Böhm sowie zwei neu berufenen hauptamtlichen und bezahlten Vorständen bestehen. Der promovierte Landwirt Peter Schaumberger, der bislang im Vertrieb von Bioprodukten tätig war, soll das Büro der Organisation in München leiten und sich um die Akquirierung von Spenden kümmern. Der Politikwissenschaftler Peter Renner, der Erfahrung mit Hilfsprojekten in Osteuropa und Nordafrika hat, soll die Arbeit der Stiftung in Äthiopien kritisch begleiten.

    https://www.sueddeutsche.de/panorama...ueck-1.1848979

    Man sieht hier in die Abgründe...

    - - - Aktualisiert oder hinzugefügt- - - -

    Und noch ein Nachtrag. Ein Kübel Jauche stinkt nicht so wie diese Geschichte:


    Karlheinz Böhm (†86)
    Seine Kinder wehren sich gegen das Schock-Testament




    Der Anruf aus Äthiopien kam morgens um 7.30 Uhr. Als Kristina Böhm (56) in ihrer Schweizer Wohnung ans Handy ging, schimpfte Almaz Böhm (51) sofort los. Minutenlang redete die Witwe des großen Schauspielers Karlheinz Böhm (er starb am 29. Mai 2014) auf ihre Stieftochter ein. Dann legte Almaz Böhm plötzlich, mitten im Satz, einfach auf.

    Zu dem Zeitpunkt des Anrufs hatte Kristina Böhm noch keine Ahnung von dem gerade erst veröffentlichten BUNTE-Report mit dem Titel „Karlheinz Böhm – Sein grausames Schock-Testament“. Völlig aufgelöst ruft die Schauspielerin ihre jüngere Schwester Daniela Böhm (54) bei München an.

    Zwei Tage später meldet sich Daniela Böhm telefonisch bei BUNTE. „Jetzt reicht es! Wir haben bisher aus Rücksicht auf unseren Vater und dessen Stiftung ‚Menschen für Menschen‘ geschwiegen. Aber jetzt ist Frau Almaz Böhm definitiv zu weit gegangen“, sagt sie mit fester Stimme.

    Es ist das erste Mal überhaupt, dass die Buchautorin und Tierrechtlerin den Weg in die Öffentlichkeit sucht, um über ihren berühmten Vater zu sprechen. Die zierliche Frau, die Karlheinz Böhm so ähnlich sieht, sagt: „Jedes Wort im BUNTE-Artikel stimmt. Das ist absolut korrekt recherchiert. Nun kommt endlich die Wahrheit ans Licht – und das gefällt Almaz natürlich nicht. Deshalb hat sie meine Schwester zu Unrecht beschimpft.“

    Daniela Böhm sagt auch: „Das war garantiert nicht der letzte Wille meines Vaters! Er hätte niemals gewollt, dass fünf seiner sieben Kinder enterbt werden.“

    Sie erzählt: „Ich war neun Monate alt, als meine Eltern sich trennten. Es dauerte einige Jahre, bis mein Vater und ich eine innige Beziehung aufbauen konnten. Diese hielt bis zu seinem Tod. Als ich ihn im Jahr 2007 zum österreichischen Vatertag anrief, hatte er sich so gefreut. Damals sagte er mir: ‚Dani, es tut mir leid, dass ich dir nicht immer ein guter Vater war.‘ Das war sehr anrührend.“
    Eine Stunde dauert das Telefonat mit Daniela

    Immer wieder stockt Daniela Böhm die Stimme, wenn sie Sätze wie diesen sagt: „Wenn man als Kind nach dem Tod des geliebten Vaters erfährt, dass man enterbt wurde, ist das wie ein Schlag ins Gesicht.“ Man frage sich ständig, „was haben wir ihm getan? Wir hatten doch bis zu seinem Tod ein gutes, herzliches Verhältnis.“

    An Böhms letztem Geburtstag, am 16. März 2014, seien Daniela Böhm und ihre Schwester Kristina in Grödig bei Salzburg im Haus ihres Vaters zu Besuch gewesen.

    Neun Wochen später starb Karlheinz Böhm – und anderthalb Jahre später, am 14. Oktober 2015, bekamen seine Kinder Post vom Bezirksgericht Salzburg. In dem nüchternen Schreiben bekamen sie mitgeteilt, dass die beiden jüngsten Böhm-Sprösslinge, Aida (22) und Nicolas (24) aus Böhms vierter Ehe mit der Äthiopierin Almaz von ihrem Vater als Haupterben eingesetzt wurden – die fünf anderen Kinder gehen leer aus.

    „Da stimmt etwas nicht. Meine Geschwister und ich überlegen juristische Schritte“, sagt Daniela Böhm. „Karlheinz Böhm war kein grausamer, kalter Vater. Er hätte uns niemals so enttäuscht. Es trifft mich ins Herz, wenn ich nun lese, wie gemein er sich uns gegenüber verhalten haben soll.“ Sie wiederholt: „Das war niemals sein letzter Wille! Bei dieser seltsamen Stiftung geht es nicht mit rechten Dingen zu.“

    Sie meint nicht die Stiftung „Menschen für Menschen“, mit der sich Böhm seit Anfang der 80er-Jahre aufopferungsvoll in Äthiopien engagierte. Dort lernte er auch seine vierte Frau Almaz, geb. Teshome, kennen, die für die Organisation arbeitete.
    Die zweite Stiftung von Vater Karlheinz

    Nein, es geht um eine andere Stiftung: BUNTE hatte kürzlich berichtet, dass Karlheinz Böhm am 26. März 2010 die „ANA- Privatstiftung“ – A(lmaz), N(icolas), A(ida) – gegründet hatte. Zweck dieser Stiftung ist „die Unterstützung der (drei) Begünstigten, insbesondere durch Gewährung von Geldleistungen zur Bestreitung eines angemessenen Lebensunterhaltes.“ Außerdem: „die Absicherung der (drei) Begünstigten gegenüber Ansprüchen von Dritten, insbesondere Pflichtteilsansprüchen der Erben des Stifters“. Gegenüber BUNTE erhebt Daniela Böhm nun einen heftigen Vorwurf: „Wir Kinder haben große Zweifel an der Richtigkeit dieser Stiftung. Ist sie überhaupt zulässig? Unser Vater war 2010, als er die Stiftungsurkunde unterzeichnete, bereits krank. Sein Zustand hatte sich nach seinem schweren Autounfall im Oktober 2007 in Äthiopien konstant verschlechtert. Damals wäre er fast gestorben. Seitdem war er nicht mehr der Alte. Wir Geschwister vermuten, dass er 2010 bereits an Demenz erkrankt war. Der Notar, der die Stiftungsurkunde beglaubigte, ist ein enger Freund von Frau Almaz Böhm.“

    Es stimme zwar, so Daniela 
Böhm, „dass nur Nicolas und
 Aida erben. Vom überhaupt zum Erbe veranschlagten Vermögen ist allerdings nicht viel übrig. Es ist alles in der ‚ANA-Stiftung‘ – und dort ist nur Frau Almaz Böhm allein verfügungsberechtigt. Nicolas und Aida sind dort als Zweitbegünstigte nachbegünstigt, wenn ihre Mutter einmal sterben sollte. De facto ist vielmehr das gesamte Vermögen unseres Vaters auf Almaz übergegangen.“

    BUNTE liegt die Stiftungsurkunde der „ANA-Privatstiftung“ vor. Auffallend ist, dass die Unterschrift von Karlheinz Böhm krakelig und unleserlich wirkt. Auch gab er als Datum nicht (wie üblich) den Tag der Unterzeichnung an, sondern den 16. März 1928, seinen Geburtstag.

    Nachdem BUNTE erstmals über das Böhm-Testament berichtete, meldete sich Dr. Wolfgang H. aus der Nähe von Stuttgart bei uns. Der Arzt engagiert sich seit zwölf Jahren ehrenamtlich in Afrika. Er erzählte BUNTE, dass er Karlheinz Böhm im Jahr 2010 bei einer Veranstaltung kennengelernt habe. Damals habe er sich gewundert, „wie teilnahmslos“ Böhm gewirkt habe. „Eine Kommunikation mit ihm war nicht möglich.“ Der Arzt sagte zu BUNTE: „Herr Böhm wirkte damals schon dement auf mich.“
    Geht alles mit rechten Dingen zu?

    Es stellt sich die Frage: Ist die „ANA-Privatstiftung“ überhaupt juristisch zulässig? Zumal sie hauptsächlich dazu dienen soll, Almaz Böhm und ihre Kinder zu versorgen.

    BUNTE fragt nach bei Stefan Stolte, Stiftungsexperte des Deutschen Stiftungszentrums in München. „Das Vorgehen von Herrn Böhm, über eine Privatstiftung seine gesetzlichen Erben leer ausgehen zu lassen, ist zwar unter bestimmten Bedingungen rechtlich zulässig“, erklärt er. „Es könnte sich für die Kinder aber lohnen, den Fall anwaltlich prüfen zu lassen, da die Konstruktion hier gleich in mehrfacher Sicht rechtlich fragwürdig ist.“
    Was meint der Stiftungsexperte damit?

    „Grundsätzlich ist es in Österreich ebenso wie auch in Deutschland möglich, pflichtteilsberechtigte Erben leer ausgehen zu lassen, indem das Vermögen entweder einer Stiftung oder einer anderen Person bereits vor dem Tode übertragen wird“, erläutert Stolte. „In Deutschland muss dies länger als zehn Jahre vor dem Tod des Stifters passieren, in Österreich länger als zwei Jahre. Die Frist fängt erst dann an zu laufen, wenn der Erblasser endgültig auf sein Vermögen verzichtet hat, also ein ‚Vermögensopfer‘ erbracht hat.“

    Daniela Böhm bringt noch eine weitere Merkwürdigkeit zur Sprache: „Mein Vater erbte von unserem Großvater, dem Dirigenten Prof. Karl Böhm, ein beträchtliches Vermögen. Dazu
 gehörte auch ein großes Haus in Baldham bei München. Irgendwann überschrieb unser Vater
 seiner Frau Almaz die Hälfte des
 Hauses. Die andere Hälfte, das
 sagte er uns Kindern mehrfach, sollten wir erben. Das war sein Wunsch – und auch der Wunsch unseres Großvaters.“

    Im Jahr 2012 habe Almaz Böhm dieses Haus „still und heimlich ohne unser Wissen verkauft“, so Daniela Böhm. „Die 2,2 Millionen Euro Kaufpreis wurden sofort an die ‚ANA-Privatstiftung‘ überschrieben. Die merkwürdigen Vorgänge rund um das Haus in Baldham scheinen dabei nur den Zweck zu verfolgen, Almaz und die Kinder zu versorgen.“

    Die Kinder fragen sich bis heute, wie ihr Vater die Unterschrift bei diesem Verkauf geleistet haben soll. Daniela Böhm: „Er war 2012 bereits schwer an Demenz erkrankt.“

    Vor etwa vier Wochen schrieb Daniela Böhm der Witwe ihres Vaters einen Brief. Sie habe Verständnis dafür, dass Almaz Böhm ihre beiden Kinder versorgt sehen möchte. Aber sie solle sich doch einmal vorstellen, wie schmerzhaft es wäre, wenn Karlheinz Böhm sie, seine Frau, oder ihre eigenen Kinder enterbt hätte. Daher müsse sie doch Verständnis haben für die fünf großen Böhm-Kinder.
    Bis heute hat Almaz Böhm nicht auf diese Zeilen reagiert.

    „Das ist traurig“, sagt Daniela Böhm. Ihrem Vater sei sie nicht böse. „Ich verehre ihn. Er ist mein ganz großes Vorbild. Allein was er mit seiner Stiftung in Äthiopien geleistet hat. Er war ein wunderbarer Mensch.“

    Auf Bitten ihrer Schwester redet auch Kristina Böhm mit BUNTE. Sie wünscht sich und der ganzen Familie „endlich Frieden“, sagt sie. Vor allem „dem Papa“ zuliebe. „In den letzten 20 Jahren war ich jedes Jahr mindestens zweimal für ein paar Tage bei unserem Vater zu Besuch. Jedes Mal waren meine drei Töchter dabei, die im Alter von Nicolas und Aida sind. Unser Kontakt war sehr innig und Papa hat mir so oft in vertrauten Gesprächen am Abend gesagt, wie sehr er uns drei – also meine Geschwister Michael, Daniela und mich – liebt.“

    Karlheinz Böhm habe auch ihr immer wieder gesagt, dass er es bereue, diesen Dreien kein besserer Vater gewesen zu sein. „Er wollte es im Alter wieder gutmachen. Er sagte, er sei glücklich darüber, dass ich ihm drei bezaubernde Enkeltöchter geschenkt hätte. Er hat meine Mädchen sehr geliebt. Er hat mit ihnen gespielt und herumgealbert. Davon gibt es Videos!“

    Auch Kristina Böhm ist traurig darüber, in welchem Licht ihr Vater heute dastehe. „Ich bin mir sicher, dass Papa uns nicht verletzen wollte. Nein, er nicht!“

    https://www.bunte.de/stars/star-news...nt-183021.html
    Es ist dem Untertanen untersagt, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.
    Gustav von Rochow (1792 - 1847), preußischer Innenminister und Staatsminister

  4. #4
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    AW: Gute Taten – oder besser mal den Mund halten?

    Schauspieler sollten Schauspieler sein, Sportler Sportler und Politiker Politiker. Manch erwarten von öffentlichen Personen immer Position zu beziehen. Ich schätze alle, die sich auf ausschliesslich auf ihre Profession konzentrieren. In totalitären Systemen wird verlangt, dass sich öffentliche Personen zu einer bestimmten Ideologie bekennen, ansonsten werden sie "entfernt" - hätten eigentlich Anspruch auf politisches Asyl. Jeder soll und darf seine Meinung haben, soll sagen was er möchte, muss aber auch mit Kritik oder Ablehnung rechnen - möchte ein Musiker für seine Musik "geliebt" werden, oder für seine Politik?
    Was ich schreibe ist meine Meinung und nicht unbedingt die Wahrheit - Regimekritik - Globalists are evil.

    Kalifatslehre. Darum geht es.


  5. #5
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    AW: Gute Taten – oder besser mal den Mund halten?

    rund 45 000 Euro für Bestattungskosten
    War der Sarg vergoldet?
    Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland

  6. #6
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    AW: Gute Taten – oder besser mal den Mund halten?

    Zitat Zitat von Cherusker Beitrag anzeigen
    War der Sarg vergoldet?
    Eher die Unterwäsche der Gattin.
    Es ist dem Untertanen untersagt, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.
    Gustav von Rochow (1792 - 1847), preußischer Innenminister und Staatsminister

  7. #7
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    AW: Gute Taten – oder besser mal den Mund halten?

    In Afrika versandet so ziemlich alles was gespendet wird. Diana Spencer hatte ebenfalls einen Fonds eingerichtet um den Ärmsten zu helfen. Fast 90% der Gelder sind zweckentfremdet worden. Die Millionen, die Böhm seiner Frau und den jüngeren Kindern zukommen ließ, haben die nicht gespendet und Böhm erst recht nicht.
    Alle Texte, die keine Quellenangaben haben, stammen von mir.

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