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    Grüne und Gewerkschaften wollen Sozialversicherungs- und Steuerpflicht für 450,-- Euro-Jobs

    Nun nimmt man den Menschen auch noch die letzte Möglichkeit, ein paar Euro zu ihrer Rente oder ihrem Job dazuzuverdienen. Eine Möglichkeit, die geschaffen wurde, um Armut zu vermeiden. Mit diesen Jobs halten sich Beschäftigte und Rentner und Familien finanziell über Wasser. Würden sie besteuert und in die Sozialversicherungspflicht genommen werden, wären es zwar keine qualifizierteren Jobs, aber ein Großteil des Verdienstes käme durch die Abgaben und Progression unter die Räder. So blieben von beispielsweis verdienten 400,-- Euro nur noch 150,-- bis 200,-- Euro übrig.

    Grüne wollen Sozialversicherungspflicht für Minijobs

    • Die Grünen plädieren für "die Umwandlung von Minijobs in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen".
    • Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund übt Kritik an den steuerfreien Minijobs.
    • Viele geringfügig Beschäftigte arbeiteten unterhalb ihrer Qualifikation, zudem sei der hohe Frauenanteil mit ein Grund für die Rentenlücke zwischen Frauen und Männern.


    Sie fahren Pizza aus, kellnern, arbeiten im Einzelhandel, putzen Wohnungen, betreuen Kinder: Mehr als sieben Millionen Menschen haben in Deutschland einen Minijob. Den Grünen missfällt diese Entwicklung. Um den Niedriglohnsektor einzudämmen, plädieren sie für "die Umwandlung von Minijobs in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen". So zumindest steht es in einem neuen Arbeitsmarktpapier, das der Bundesvorstand am Dienstag auf seiner Klausur in Hamburg beschlossen hat.
    Mit einem Minijob darf man höchstens 450 Euro im Monat verdienen - oder auf maximal 70 Arbeitstage im Jahr kommen. Für Beschäftigte ist das Einkommen steuerfrei, sie müssen auch nicht in die Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung einzahlen, von der Rentenversicherungspflicht können sie sich befreien lassen. Arbeitgeber führen pauschal Beiträge zur Sozialversicherung ab, zahlen eine pauschale Steuer und in die Unfallversicherung ein. Für Privathaushalte sind die Abgaben noch niedriger. Es gilt der Mindestlohn.




    Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) gab es im Oktober 2019 knapp 7,6 Millionen Minijobber. Für gut drei Millionen von ihnen war der Minijob nur eine Nebentätigkeit; zusätzlich zu einer sozialversicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung, oft in Teilzeit. Während die Zahl der ausschließlich geringfügig Beschäftigten seit einiger Zeit sinkt, steigt die Zahl der nebenberuflichen Minijobber leicht. Nach den Daten der Minijobzentrale arbeiten gut 300 000 Minijobber in privaten Haushalten. Der Rest ist in Unternehmen angestellt, besonders viele im Handel und in der Gastronomie.


    Kritik an den Minijobs gibt es schon lange, etwa vom Deutschen Gewerkschaftsbund. Der ist der Ansicht, dass mit den Minijobs die Flexibilisierungswünsche der Arbeitgeber auf Kosten der Beschäftigten gelöst würden, denen oft eine reguläre Beschäftigung vorenthalten werde. Viele Minijobber arbeiteten unterhalb ihrer Qualifikation. Zudem sei der hohe Frauenanteil mit ein Grund für die Rentenlücke zwischen Frauen und Männern. Kritisch sieht die Minijobs auch Enzo Weber, Forschungsbereichsleiter beim Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) - vor allem mit Blick auf die Nebenjobs. Einen Job steuerlich und bei den Sozialabgaben zu begünstigen, nur weil es der Zweitjob ist, sei eine reichlich schlechte Begründung: "Wenn man sich überlegt, welche Arbeitsmodelle staatlich subventioniert werden sollten, würde einem wohl kaum als erstes der Nebenjob einfallen."


    Weber plädiert für die Abschaffung der Minijob-Privilegien; für Nebenjobs sowieso, letztlich aber auch für reine Minijobs. Minijobber seien vor allem Schüler, Studenten, Rentner - und verheiratete Frauen. Für die ersten drei Gruppen sei eine Begünstigung nicht notwendig, für letztere oft sogar problematisch. Minijobs seien vielfach nicht nachhaltig und auch kein Grundstein für eine berufliche Entwicklung oder Karriere, sagt Weber. In Kombination mit dem Ehegattensplitting und der kostenlosen Mitversicherung aber sei es für viele Frauen enorm unattraktiv, mehr als nur einen Minijob zu machen.
    "Die Subventionierung von Billigjobs kann keine Antwort sein"

    Holger Schäfer, Ökonom beim arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft (IW), kann den Minijobs dennoch etwas Gutes abgewinnen. Für ihn sind sie eine Art "Bagatellgrenze". Es sei nicht sinnvoll, sagt er, für kleine Jobs die "ganze Sozialversicherungsmaschinerie anzuwerfen". Allerdings könne es durchaus problematisch sein, wenn Beschäftigte lieber nach Feierabend Pizza ausfahren, statt in ihrem Hauptjob Überstunden zu machen oder die Arbeitszeit auszuweiten.

    Für Arbeitgeber sei vor allem die Flexibilität wichtig, sagt Weber vom IAB. Es wäre aber auch ohne Minijob möglich, jemanden für nur fünf Stunden in der Woche anzustellen. Eine möglichst einfache verwaltungstechnische Handhabung solcher Jobs sollte seiner Meinung nach gewährleistet werden. Angesichts der demografischen Entwicklung und des sinkenden Arbeitskräftepotenzials müsse die Devise für Arbeitgeber eigentlich "Klasse statt Masse" lauten, sie sollten in die Qualifizierung von Arbeitskräften investieren. "Die Subventionierung von Billigjobs jedenfalls kann keine Antwort sein. Für die Zukunft brauchen wir etwas anderes."

    https://www.sueddeutsche.de/wirtscha...rung-1.4747086
    Es ist dem Untertanen untersagt, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.
    Gustav von Rochow (1792 - 1847), preußischer Innenminister und Staatsminister

  2. #2
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    AW: Grüne und Gewerkschaften wollen Sozialversicherungs- und Steuerpflicht für 450,-- Euro-Jobs

    Die Kassen sind leer, das große Erwachen kommt erst noch. Es hat schon etwas verzweifeltes an sich, wenn CDU, SPD und nun auch die Grünen auf Teufel komm raus, Steuereinnahmen und Zuflüsse für die Sozialversicherungskassen aufzutun versuchen. Dieses Land steht vor gewaltigen Umbrüchen, es dürfte das letzte gute Jahrzehnt sein, was wir erleben.
    Alle Texte, die keine Quellenangaben haben, stammen von mir.

  3. #3
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    AW: Grüne und Gewerkschaften wollen Sozialversicherungs- und Steuerpflicht für 450,-- Euro-Jobs

    Ich arbeite auch momentan in einem Minijob - wenn das Gesetz geändert wird, dann werde ich auch keinen Minijob mehr machen...

    Da hätte ich ja mehr Fahrtkosten als der Job einbringt...

  4. #4
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    AW: Grüne und Gewerkschaften wollen Sozialversicherungs- und Steuerpflicht für 450,-- Euro-Jobs

    Grüne sollten erst mal etwas Anständiges lernen und dann erst mal arbeiten, bevor sie sich ihren Hintern zu einem völlig ungerechtfertigten, überzogenen Gehalt im Parlament platt sitzen und die arbeitende Bevölkerung noch weiter melken! Die Bevölkerung übrigens, die dieses völlig unverdiente Gehalt auch noch zahlt!
    "...und dann gewinnst Du!"

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