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    Pläne der Bundesregierung zur Integration: Soll es eine Deutsch-Pflicht für Imame geben?

    Pläne der Bundesregierung zur Integration Soll es eine Deutsch-Pflicht für Imame geben?

    Die Bundesregierung will, dass ausländische Geistliche Deutsch sprechen können. Doch das geplante Gesetz stößt auf Kritik. Auch Priester wären betroffen.
    Ich hoffe, sie meinen nicht die katholischen Geistlichen, die in unseren Breiten gemeinhin Priester genannt werden. Aber vermutlich soll durch diese Wortwahl nur der Anschein abendländischer Gesittetheit erweckt werden. Weg vom Bart zum Ornat...

    So folgt ein neues Gesetz für die erfolgreiche Integration (Wortlaut):

    Wer in Deutschland predigt, soll auch Deutsch sprechen können: Das will die Bundesregierung mit einer neuen Beschäftigungs- und Aufenthaltsverordnung erreichen, deren Entwurf am Mittwoch vom Bundeskabinett beschlossen wurde. Der Bundesrat muss noch zustimmen, damit das Gesetz in Kraft treten kann. Das Bundesinnenministerium verspricht sich davon einen „wichtigen Beitrag für erfolgreiche Integration in Deutschland.
    Welche Deutschkenntnisse als hinreichend gelten, wird selbstverständlich nicht definiert, wenngleich der erste Adressat schon feststeht: Die aus der Türkei für kurze Jahre entsandten Ditib-Imame. Begründung ist übrigens die Flüchtlingsflut 2015:

    Im Fokus sind Prediger des Ditib-Verbandes

    Durch die Zuwanderung in den vergangenen Jahren sei der Bedarf an religiöser Betreuung von Ausländern gestiegen, heißt es, die Geistlichen hätten in den Gemeinden „auch eine Vorbild- und Beraterfunktion“. Ausländische Geistliche sollen künftig verpflichtet werden, bei der Einreise „hinreichend“ Deutsch zu sprechen. Welche Kriterien für „hinreichend“ erfüllt sein müssen, wird nicht konkretisiert.
    Der radikale Islam spricht natürlich kein Deutsch:

    Wer indes der Adressat der neuen Regelung ist, steht bereits im Koalitionsvertrag. Dort wird die Erwartung geäußert, „dass Imame aus dem Ausland Deutsch sprechen“. Der „radikale Islam in Deutschland“ solle zurückgedrängt werden.
    Im Fokus stehen insbesondere die rund tausend islamischen Vorbeter und Prediger des deutsch-türkischen Moscheeverbandes Ditib. Sie unterstehen der türkischen Religionsbehörde Diyanet, die auch deren Gehälter bezahlt. Das erlaubt der Türkei einen stetigen Einfluss auf in Deutschland lebende türkischstämmige Muslime.
    Ein entsprechendes Gesetz, das den Einfluß des türkischen Staates über seine Religionsbehörde in Deutschland "minimiert", hätte anders auszusehen. (Dazu schaue man einfach ins Ausland, für den Fall, dass den Deutschen ein nationales Gespür für Gesetzgebung abhanden gekommen ist).

    Radikalprediger bzw. Imame ohne Deutschkenntnisse aus dem Gebiet der EU sind von dieser Regelung natürlich ausgenommen (wobei die Anwendung der Regelung zwischen keinen und hinreichenden Deutschkenntnissen natürlich fließend ist. "Wollen du Brot, gehen bei Bäcker" dürfte schon die gehobene Kategorie guter bis sehr guter Deutschkenntnisse darstellen).


    Nicht betroffen sind Imame aus der EU

    Allerdings soll die Deutschpflicht für alle Religionen und „ausländischen Religionsbedienstete“ gelten. Andernfalls hätte sich die Bundesregierung den Vorwurf der Diskriminierung gefallen lassen müssen. Nicht betroffen sind Geistliche aus der Europäischen Union, die grundsätzlich Freizügigkeit genießen.
    Die anglikanischen Geistlichen dürften in diesem Punkt keine Schwierigkeiten haben. Ein privater Deutschkurs über Internet würde hier schon genügen. Aber der Artikelschreiber wollte eben doch ein wenig weitergreifen und die Hindus sind ihm gerade irgendwie nicht eingefallen. Oder waren ihm zu orientalisch. Vielleicht mag er auch keien Inder.

    Ungeklärt ist, was nach einem Brexit für Pastoren der anglikanischen Kirche in Deutschland gilt. Ausnahmen durch Härtefälle und „besondere Umstände“ sind zwar möglich, dann aber müssen Sprachkenntnisse innerhalb eines Jahres nach Einreise nachgewiesen werden.
    Nun hat sich aus verschiedenen Gründen politischer Widerstand formiert. Die Linken und Grünen wollen keine Deutschkenntnisse für Imame der Ditib und anderer Organisationen:

    Grüne, Linke und AfD haben den Gesetzesentwurf kritisiert. Grüne und Linke plädieren stattdessen für eine verstärkte Förderung von Ausbildungsprogrammen für Imame in Deutschland,
    die AFD bemüht den gesunden Menschenverstand:

    die AfD bemängelt, dass das Problem der ausländischen Einflussnahme auf hiesige Muslime „nicht ansatzweise gelöst“ werde.
    Nebenbei erfährt der mit Fakten und Pseudofakten überfrachtete Leser ganz nebenbei, dass der deutsche Staat noch nicht einmal ansatzweise weiß, wieviele ausländische Imame in Deutschland leben und predigen:

    Schätzungen zufolge stammen achtzig bis neunzig Prozent der in Deutschland beschäftigten Imame aus dem Ausland.
    Immerhin weiß der deutsche Staat aber, wieviele katholische und evangelische Priester aus dem Ausland in Deutschland leben und arbeiten. Hier wird sogar eine exakte Zahl genannt:

    Rund 1300 Priester aus dem Ausland sind in Deutschland tätig

    Betroffen sind auch die christlichen Kirchen. Die Deutsche Bischofskonferenz hatte schon im März vor zu großen Hürden gewarnt. Die Anforderungen dürften eine Einreise der Betroffenen nicht unmöglich machen. Rund 1.300 Priester aus dem Ausland sind in Deutschland tätig, Tendenz steigend. Wegen des Priestermangels helfen immer öfter Seelsorger aus Indien, Afrika und Lateinamerika in den Gemeinden aus. Auch christliche Auslandsgemeinden, wie etwa aus Polen, Eritrea oder China, beschäftigen Geistliche, die mit den Gläubigen in ihrer Muttersprache reden können.
    Die Predigten, auch das erfährt der Leser nebenbei (denn eigentlich verspricht das Gesetz ja etwas anderes) dürfen selbstverständlich weiter in der ausländischen Landessprache gehalten werden. Deutsch also doch nur für den Bäcker oder den halal-Schlachter (wobei der Weg zu einem solchen besser in der orientalischen jeweiligen Landessprache abgefragt werden kann)

    Radikale Imame verbreiten in Deutschland ihre Ansichten: Kann das neue Gesetz das verhindern? Zweifel sind angebracht. In welcher Sprache Gottesdienst gehalten und gepredigt wird, bleibt weiterhin den Religionsbediensteten überlassen. Auf diesem Feld durch Vorschriften einzugreifen, wäre eine Verletzung der Religionsfreiheit.
    Den Dschihad erklärt man den Türken und Arabern, die auch nach Jahrzehnten (die ins Land geholten Bräute und Bräutigame natürlich ausgenommen, denn diese werden ja zwecks Familiengründung regelmäßig importiert) nur rudimentär Deutsch sprechen, besser auf Türkisch oder Arabisch:

    Auch die Seelsorge muss in ihrer Kommunikationsform auf ein Höchstmaß an Verständigung ausgerichtet sein. Wenn ein in Deutschland lebender Muslim besser Türkisch oder Arabisch spricht als Deutsch, sollte der Imam das in der geistlichen Hinwendung berücksichtigen. Den Seelsorgern aus dem Ausland kommt eine Brückenfunktion zu. Dazu können auch Gespräche in der Muttersprache gehören.
    Ein Satz, der eine Meinung als Erkenntnis verkauft:

    Muslimische Gemeinden leisten einen wichtigen Beitrag zur Integration. Insbesondere für Neuankömmlinge bieten sie in der Fremde ein Stück Heimat und Orientierung. Es wäre fatal, wenn die religiöse Betreuung durch das neue Gesetz eingeschränkt würde.
    Und nun kommt eine Logik, die sämtliche Gesetzmäßigkeiten aushebelt:

    Da die Erfahrung lehrt, dass man Deutsch am besten in Deutschland lernt, wäre zu erwägen, den Nachweis hinreichender Sprachkenntnisse nicht schon bei der Einreise erbringen zu müssen, sondern erst nach einer gewissen Aufenthaltsdauer. Noch ist Zeit, dass der Bundesrat entsprechende Korrekturen auf den Weg bringen kann.
    https://www.tagesspiegel.de/politik/.../25206846.html

    Leider ist der Artikel nicht durch einen Autor gezeichnet, wenngleich die letzten beiden Passagen eine gewisse Nähe zu den Moscheegemeinden vermuten lassen.
    Es ist dem Untertanen untersagt, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.
    Gustav von Rochow (1792 - 1847), preußischer Innenminister und Staatsminister

  2. #2
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    AW: Pläne der Bundesregierung zur Integration: Soll es eine Deutsch-Pflicht für Imame geben?

    Integration ist eine Fata Morgana.
    Nur eine Assimilation kann von Dauer sein.
    Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland

  3. #3
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    AW: Pläne der Bundesregierung zur Integration: Soll es eine Deutsch-Pflicht für Imame geben?

    In der Türkei gibt die Religionsbehörde die Freitagspredigten vor und es sind in jeder Mosche Leute anwesend, die überprüfen, ob sich daran gehalten wird oder nicht.
    Bei Muslimen haben die Imame eine sehr hohen Glaubwürdigkeit. Da die wenigsten Muslime den Koran selbst lesen, sind sie diejenigen, die das Wort Allahs interpretieren. Und den Koran kann man in jede Richtung auslegen. In den islamischen Ländern sitzen die religiösen Hardliner in den Gefängnissen, in Deutschland predigen sie ganz offen Hass und Intoleranz. Es gilt den Moslem von der deutschen Gesellschaft fernzuhalten.
    Wer die jeweilige Sprache der Moscheegemeinde nicht kann, weiß nicht, was da gepredigt wird. Es wäre ein Vorteil, wenn dort tatsächlich Deutsch gesprochen werden würde. Allerdings würden das die Moslems nicht akzeptieren, da sie auch nach 50 Jahren Aufenthalt in Deutschland die Landessprache nicht beherrschen.
    Alle Texte, die keine Quellenangaben haben, stammen von mir.

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