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    AW: Südamerika rebelliert

    Zwischen den Staaten gibt es eine gegenseitige wirtschaftliche Abhängigkeit. Mit der Globalisierung ist diese Abhängigkeit gewachsen. Leider gibt es Bestrebungen, nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine politische Abhängigkeit bzw. Dominanz aufzubauen, z.Z. am stärksten durch China, aber auch durch den Westen (mit einer zweifelhaften Ideologie, die nicht mehr den Freiheitsgedanken trägt).

    Prinzipiell ist die wirtschaftliche Abhängigkeit etwas gutes, Handel, bzw. gegenseitige wirtschaftliche Vorteile, minimieren die Kriegsgefahr. Aber wenn grössere Akteure ihre Wirtschaft zurückfahren (mittels Lockdown), hat das Auswirkungen auf die Wirtschaften anderer Staaten (Weltweirtschaft), ganz besonders auf die weniger leistungsfähigen, die stark import- und exportabhängig sind. Entwicklungsländer sind stark importabhängig, man sagt auch "Entwicklungshilfe" dazu und nicht selten verhindert diese Politik, dass sich eine heimische Wirtschaft aufbauen kann, weil importierte Güter billiger sind, als selbst produzierte. Deshalb kann man sagen - 60 Jahre Entwicklungshilfe und kaum Fortschritt ... seit 60 Jahren und nach X Milliarden Spendengeldern gibt es immer noch die Bilder der hungernden Kinder, als wäre man damit keinen Millimeter voran gehommen ...

    Und jetzt werden alle Rohstoffe teurer und damit alle Produkte, speziell der ex- und importierten, die auf dem "Weltmarkt" angeboten werden, was die Situation wohl nicht beruhigen wird. Heimische Produkte können zumindest in der eigenen Währung zu entsprechenden Kosten produziert und auch auf dem eigenen (Binnen-)Markt angeboten werden, Importprodukte eben nicht. Chinas Ware war bisweile immer billiger, als die Wetsliche, was wenn sich das ändert? Die Welt ist schon jetzt viel zu sehr von Chinaimporten abhängig. Wenn China die Elektronikteile nicht an die europäischen Autobauer liefert ... Immerhin hat man das wichtigste, die Nahrungsmittelproduktion, noch nicht komplett outgesourced/ausgelagert. Mit einer grünen Regierung, wird aber auch hier mehr Importabhängigkeit erzeugt werden. Dann muss eben herbizidresisentes "Gensoja" und "Genmais" aus den USA importiert werden.
    Was ich schreibe ist meine Meinung und nicht unbedingt die Wahrheit - Regimekritik - WEFers are evil. Im Zweifel ... für die Freiheit. Das Böse beginnt mit einer Lüge.

    Kalifatslehre. Darum geht es.


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    AW: Südamerika rebelliert

    Wie die zweite große Flüchtlingskrise einen ganzen Kontinent destabilisiert
    Die Migration aus Syrien hat Europa erschüttert. Etwas Ähnliches geschieht gerade in Südamerika. Sieben Millionen Menschen werden in diesem Jahr aus Venezuela geflüchtet sein. In den Nachbarländern führt das zu politischen Konflikten, die das Gesicht des Kontinents verändern könnten.
    Linksfundamentalist Pedro Castillo verspricht im Wahlkampf ein hartes Durchgreifen: „Maduro soll hierherkommen und alle seine Landsleute abholen, die gekommen sind, um Verbrechen zu begehen.“ Er hat laut Umfragen gute Chancen, am ersten Juni-Wochenende in Peru die Stichwahl um das Präsidentenamt gegen die rechte Diktatorentochter Keiko Fujimori zu gewinnen.

    Innerhalb von 72 Stunden will Castillo alle sich illegal im Land aufhaltenden Flüchtlinge aus Venezuela in ihre Heimat abschieben, so lautet eine seiner Wahlkampfparolen. Dass er ideologisch eigentlich im gleichen Boot sitzt wie Venezuelas Linksdiktator Nicolas Maduro, vor dem die Menschen fliehen, stört ihn dabei nicht. Es geht Castillo vor allem darum, die ausländerfeindliche Stimmung im Land für seine Kampagne zu nutzen.
    Die Migration aus Syrien hat Europa erschüttert – und politisch destabilisiert. Etwas sehr Ähnliches geschieht gerade in Südamerika, gesellschaftspolitisch allerdings spiegelverkehrt. Ende des Jahres werden nach Schätzungen der UN sieben Millionen Menschen aus Venezuela in andere Länder geflüchtet sein, mit Syrien vergleichbare Dimensionen.
    In ihren konservativ regierten Gastländern, zuletzt Chile, Peru und Kolumbien, treten sie in Konkurrenz zu Millionen armen Einheimischen. Die fühlen sich von ihren Regierungen alleingelassen – die Stimmung kippt. Nicht Rechtsnationale profitieren, sondern sozialistische und kommunistische Strömungen, die ihrerseits auf ausländerfeindliche Töne setzen, wie man sie in Europa eher von rechtspopulistischen Parteien kennt.

    Die Sozialismus-Flüchtlinge treffen in ihren Aufnahmeländern auf eine durch die Corona-Pandemie weitgehend zusammengebrochene Binnenwirtschaft, deutlich gestiegene Jugendarbeitslosigkeit, historische Ungleichheit und arme Bevölkerungsschichten, die wegen Korruption oder gravierender strategischer Fehler zutiefst von ihrer eigenen Regierung enttäuscht sind. Nun liefern sich beide Gruppen Verteilungskämpfe, um das eigene Überleben sichern.
    In der kolumbianischen Hauptstadt Bogota machte angesichts wachsende Straßenkriminalität jüngst ausgerechnet die erste grüne Bürgermeisterin einer lateinamerikanischen Mega-Metropole Stimmung gegen venezolanische Flüchtlinge. „Zuerst morden sie, dann stehlen sie. Wir brauchen Garantien für die Kolumbianer“, sagte Claudia Lopez.

    Prompt wurde ihr Ausländerfeindlichkeit vorgeworfen. Später ruderte sie zurück und erklärte, sie respektiere die flüchtlingsfreundliche Politik der Regierung des rechtsgerichteten Präsidenten Ivan Duque: „Die Mehrheit der Menschen aus Venezuela sind arme Leute, die vor einer Diktatur geflohen sind.“

    17 Prozent der Venezolaner sind geflohen
    Menschenrechtsorganisationen schätzen, dass Kolumbien etwa 1,8 Millionen Venezolaner aufgenommen hat, auf deutsche Bevölkerungsverhältnisse umgerechnet entspräche das etwa 2,25 Millionen Flüchtlingen im Land. Ronal Rodriguez (40), Migrationsforscher und Sprecher der „Observatoriums Venezuela“ der Universität Rosario in Bogota, macht im Gespräch mit WELT die Dimension des Massenexodus deutlich. „Gut 17 Prozent der Bevölkerung Venezuelas haben das Land verlassen“, sagt Rodriguez. Kolumbien, das gerade von besonders heftigen Protesten und einer durch die Pandemie auf 40 Prozent gestiegene Armutsrate erschüttert wird, muss die humanitäre Hauptlast dieser Massenflucht tragen.

    „Kolumbien hat 30,88 Prozent, also fast ein Drittel, dieser Fluchtbewegung aufgenommen, Peru 18,6 Prozent. Weitere Andenländer wie Chile und Ecuador haben ebenfalls viele Flüchtlinge aufgenommen. Das alles erzeugt politischen Druck, und insbesondere im Fall von Peru hat es eine fremdenfeindliche Reaktion seitens der peruanischen Gesellschaft ausgelöst“, erklärt Rodriguez. In Kolumbien habe nun auch Rechte den fremdenfeindlichen Populismus entdeckt. „Einige Politiker, besonders in Cali, haben versucht die venezolanischen Flüchtlinge für die sozialen Spannungen und den Vandalismus verantwortlich zu machen“, so Rodriguez.
    Kommen völlig falsche Entscheidungen von Regierungen wie in Chile und Kolumbien hinzu, die Proteste mit Gewalt niederzuschlagen, oder gravierende Korruptionsfälle wie in Peru, wendet sich die Bevölkerung von den rechten Regierungen ab und den sozialistischen Oppositionskräften zu – trotz Hunderttausender oder gar Millionen von Sozialismusflüchtlingen im eigenen Land.

    Auch der Westen setzt falsche Prioritäten. Während in Kolumbien Flüchtlinge aus Venezuela und die einheimische Bevölkerung auf den Straßen für das nackte Überleben betteln, steckt die Bundesregierung nach WELT-Informationen zu den bislang gezahlten 2,4 Millionen Euro bis Ende 2023 weitere 2,2 Millionen Euro in ein politikwissenschaftliches Institut namens Capaz in Bogota, deren Wissenschaftler die soziale Ungleichheit in Kolumbien monieren.

    Und die Zahl der Flüchtlinge wächst weiter. In Venezuela geht die Armee gegen kolumbianische Guerillagruppen vor, Einheimische fliehen vor den Kämpfen nach Kolumbien. Die Bischöfe beider Länder setzten vor wenigen Tagen einen Hilferuf ab, der aber von der internationalen Staatengemeinschaft weitgehend ignoriert wurde. Ohne die Hilfe der kirchlichen Hilfswerke wie die Caritas, Adveniat oder Misereor würde die Grenzregion vollends im Chaos versinken.

    Der große Gewinner dieser Entwicklung ist der Auslöser des Massenexodus’ selbst. Venezuelas Diktator Maduro kann aus Caracas in aller Ruhe zusehen, wie seine schärfsten Kritiker ihre Machtbasis verlieren: In Chile ist es der konservative Präsident Sebastian Piñera, dessen Partei gerade bei der Wahl zum verfassungsgebenden Referendum unterging. In Kolumbien hat Duque durch brutale Polizeieinsätze internationale Reputation verloren.

    Die Clique in Caracas heizt die Lage auf dem Kontinent an, wie zum Beispiel Diosdado Cabello, nach Maduro die Nummer zwei. In seinen TV-Sendungen, die in ganz Südamerika zu sehen sind, fordert er die Menschen in den Unruheländern auf, die aktuellen Proteste in ihrer Region zu unterstützen. Maduros eigene Gegner haben Venezuela aus Furcht vor brutalen Polizeieinsätzen und der katastrophalen Wirtschaftskrise längst in Scharen verlassen.

    https://www.welt.de/politik/ausland/...bilisiert.html
    Alle Texte, die keine Quellenangaben haben, stammen von mir.

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