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  1. #21
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    AW: DDR 2: das wurde aus unserem Land

    Der Staat übt immer mehr Zensur aus, die ja laut Grundgesetz nicht stattfindet. So werden immer mehr Facebook-Beiträge gelöscht. Auch youtube hat sich den staatlichen Vorgaben gebeugt und löscht alle regierungskritischen Videos...........

    Youtube zensiert Interview mit Weltmeister Berthold noch vor Ausstrahlung
    Mitten in der Premiere gelöscht

    Es ist surreal: Fußball-Weltmeister Thomas Berthold gab mir am Rande der Querdenken-Demonstration am Samstag in Stuttgart ein Interview. Titel: „‘Die Panikmache in den Medien ist verpufft‘: Fußball-Weltmeister Berthold über seinen Corona-Protest“. Knapp 12 Minuten, in denen der Fußballer seine Einstellung zur Corona-Politik darlegt. Über die mag man streiten – aber sie auszudrücken sollte in einer Demokratie die selbstverständlichste Sache der Welt sein. Nachdem mein Hauptkanal am Samstag wegen eines Livestreams von der Demo zensiert und gesperrt wurde, strahlte ich das Video auf meinem Ersatzkanal aus. Noch während der Premiere, also bevor das Video zu Ende ausgestrahlt wurde, löschte es Youtube, kurz vor Mitternacht in der Nacht auf Sonntag. Das ist nur noch gespenstisch. Und es ist eine offene Verachtung der Pressefreiheit: In Interviews macht sich der Interviewende die Meinung des Interviewten nicht zu eigen. Insbesondere wenn er kritisch nachfragt, wie ich bei Berthold........https://reitschuster.de/post/das-ber...nuten-sperrte/

    CORONA-PROTESTE, REITSCHUSTER.LIVE
    Youtube sperrt mich wegen Livestream von Stuttgart-Demo
    Zustände wie in autoritären Staaten

    Eigentlich sollte in Kürze mein Video erscheinen über die Demonstration in Stuttgart heute. Aber der Journalist denkt, und Youtube bzw. Google lenkt: Der Internet-Riese hat heute erneut meinen Kanal blockiert und mich gesperrt. Auslöser: Mein zweiter, kurzer Livestream von der Kundgebung auf dem Cannstatter Wasen in Stuttgart, in dem ich knapp eine Stunde lang die Reden von der Bühne dokumentierte. Nach dieser Entscheidung ist es einem als Journalisten eigentlich nicht mehr möglich, von Großveranstaltungen zu berichten und zu übertragen. Eine eklatantere Einschränkung der Pressefreiheit ist eigentlich kaum noch vorstellbar. Eine Schließung meines Kanals mit mehr als 216.000 Abonnenten geht faktisch schon in Richtung Berufsverbot. Zumal ich auf dem Kanal regelmäßig auch von der Bundespressekonferenz berichte, was nun ebenfalls eine Woche lang nicht mehr möglich ist.

    Die Begründung für die Löschung und Sperrung: Angebliche Verbreitung medizinischer Fehlinformationen. Nach dieser Logik könnte kein Journalist mehr live von einer Veranstaltung berichten, weil ja immer die Gefahr bestünde, dass irgendein Redner irgendetwas sagte, was gegen die Youtube-Regeln verstößt. Hinter der strikten Zensur-Politik des Internet-Konzerns steht auch das „Netzwerkdurchsetzungsgesetz“. Nie werde ich die Antwort von Merkels Sprecher Steffen Seibert auf der Bundespressekonferenz vergessen, als ich ihn nach der Zensur auf Youtube fragte: Ich weiß nicht, welche Probleme sie mit Youtube haben, sagte er sinngemäß. Und für mich klang es, als ob er durchaus Bescheid wüsste. Kommt jetzt der Versuch der Aushebelung über Youtube, nachdem es ja zuvor Versuche gab, meinen Ausschluss aus der Bundespressekonferenz zu lancieren?

    Besonders bizarr: Nach aktuellem Stand ist das Landgericht Berlin nicht bereit, gegen Youtube wegen solcher Zensur einstweilige Verfügungen zu erlassen. Letztes Jahr war es dazu noch bereit, auch in meinem Fall. Offenbar hat es seine Linie nun geändert. Es ginge dann nur noch ein normales Verfahren statt des Eilverfahrens, das sich so lange hinzieht, dass es oft nicht mehr relevant ist: Was hätte man davon, wenn eine Sperre beispielsweise nach zwei Jahren aufgehoben würde? Hintergründe finden Sie hier in diesem Video. Einstweilen weiche ich auf meinen Ersatzkanal aus, den Sie hier abonnieren können.

    Hätte mir jemand vor einem Jahr gesagt, dass ich in Deutschland massiv unter Zensur leiden werde und mein Recht, als Journalist frei zu berichten, weitaus stärker eingeschränkt würde, als es in Russland jemals war – ich hätte ihn für verrückt erklärt. Ich komme mir vor wie in einem Roman von Kafka. In einem Albtraum. Und hoffe nur, dass mich jemand aufweckt.

    PS: Kurz nach Schreiben dieses Textes lud ich ein Interview mit Fußball-Weltmeister Thomas Berthold auf meinem Ersatzkanal hoch. Dieses wurde bereits nach wenigen Minuten, während des Hochladens, gelöscht. Mit dem Hinweis: „Medizinische Fehlinformationen“. Damit droht nun auch dem Ersatzkanal die Sperrung. Zustände wie in – sie dürfen sich selbst das Land aussuchen, mit dem Sie all das vergleichen wollen.

    https://reitschuster.de/post/youtube...tgart-in-demo/
    Alle Texte, die keine Quellenangaben haben, stammen von mir.

  2. #22
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    AW: DDR 2: das wurde aus unserem Land

    Von Helmut Kohl über Wolfgang Schäuble bis hin zu Guttenberg: Immer, wenn jemand Angela Merkel in die Quere kam bzw. ihr politisch gefährlich wurde, war wie von Wunderhand das parat, was man in Russland „Kompromat“ nennt: kompromittierendes Material. Nein, das ist keine Verschwörungstheorie. Nur ein Hinweis darauf, dass genau solche Methoden in den kommunistischen Kaderschmieden gelehrt wurden – die auch Merkel durchlaufen hat, als Funktionärin der SED-Nachwuchsorganisation FDJ, die früher Erich Honecker selbst geleitet hat.
    wobei Merkel nicht die einzige ist, die kommunistische Kaderschmieden durchlaufen hat. Wenn man die Gesamtindoktrination berücksichtigt, dann alle, damals noch auf knapp unter 20 Millionen gezählten, DDR Insass*Innen.

    Heute wollen sie davon nichts mehr wissen: 'Haben wir nicht hingehört', 'betraf uns nicht, sondern die anderen', 'wir waren in Urlaub' und ähnliche Ausflüchte. Dabei wurden sie alle indoktriniert. Alle!

    Man kann sich das garnicht vorstellen: wo immer man hinblickt, wurde der Marxismus-Leninismus propagiert, selbst in Mathe und Physikbüchern. Lehrbücher für Prädikatenlogik bspw. 'erläuterten' etwa wie folgt: Alle imperialistischen Staaten sind antagonistisch; die BRD ist ein imperialistischer Staat, daraus folgt: die BRD ist antagonistisch, dh. eine vom Antagonismus der sich feindlich gegenüberstehenden sozialen Klassen gezeichnete Klassengesellschaft.

    Aus solch einer sehr knapp skizzierten totalitären Welt stammen Merkel und andere heutige Funktionsträger der BRD. In den Parlamenten werden sie auch von Westdeutschen willkommen geheißen, die sich als Angehörige einer verschwindend kleinen, sozial zurecht ausgegrenzten und isolierten Minderheit einstmals selber im Zustand nahezu vollkommener Freiheit, der totalitären Ideologie einer der kommunistischen Miniparteien der BRD unterworfen haben.

  3. #23
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    AW: DDR 2: das wurde aus unserem Land

    Linke Faschisten jubeln über die Sperrung des youtube-Kanals von Boris Reitschuster....


    MEINUNGSFREIHEIT
    „Wie bei Lenin damals: Wer nicht mitmacht, der wird halt aussortiert“
    Wie unsere Gesellschaft ins Totalitäre zurückfällt

    Der Hauptstadtjournalist Boris Reitschuster ist derzeit das Maß aller Dinge – unter den alternativen Medien in Deutschland bricht sein gleichnamiger Blog Tag für Tag neue Zugriffsrekorde, auf Twitter war er vorhin lange Zeit der top “Trend”. Boris ist in aller Munde, seit er dahin geht, wo es wehtut – auf Berlins Straßen, wenn Polizei und Antifa aneinandergeraten und Tränengasschwaden zwischen den Häuserzeilen der Hauptstadt-Kieze wabern. Oder zu den Querdenkern, wo einige linke Krawalltypen in Schwarz ihm das Smartphone aus der Hand schlagen und den Livestream auf seinem Blog unterbrechen. Oder er nervt Regierungssprecher Seibert in der Bundespressekonferenz derart, dass die Süddeutsche Zeitung Reitschuster eine ganze Seite widmet, um zu begründen, er müsse aus der Bundespressekonferenz ausgeschlossen werden, weil er da immer so …Fragen stellt. Weil es doch bei den wohlfühligen Mainstream-Korrespondenten immer so gemütlich war, bevor dieser Typ da rumnervte mit seinen Fragen.

    Und jetzt Querdenker in Stuttgart – 15.000 – und Boris macht das, was Medien machen sollten: Berichten, live und ungeschnitten, damit die Menschen sich selbst ein Bild davon machen können, was da passiert und wer da was redet auf der Bühne. 218.000 Abonnenten hat Reitschusters Youtube-Kanal – eine stolze Zahl, und jetzt hat Youtube Reitschuster abgestellt – gesperrt für sieben Tage. Es ist erstaunlich, wie viele Menschen das feiern in den sozialen Netzwerken, wie viel Hass und persönliche Beleidigungen da sichtbar werden; von Leuten, von denen man doch annehmen sollte, dass sie – da links – tolerant und bunt und vielfältig sind....... https://reitschuster.de/post/wie-bei...t-aussortiert/
    ...es ist ein Irrglaube, dass Linke tolerant sind und die Vielfalt wollen. Es gibt kein intoleranteres Pack als diese Linken, die nur gelten lassen, was sie wissen und glauben. Es sind Fanatiker, radikale Idioten, die sich sogar mit ihren eigenen Feinden, den Moslems, verbünden um die von ihnen verhasste Gesellschaft zu zerstören.
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  4. #24
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    AW: DDR 2: das wurde aus unserem Land

    Linke muß man links liegen lassen.
    Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland

  5. #25
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    AW: DDR 2: das wurde aus unserem Land

    Zitat Zitat von Realist59 Beitrag anzeigen
    Linke Faschisten jubeln über die Sperrung des youtube-Kanals von Boris Reitschuster....




    ...es ist ein Irrglaube, dass Linke tolerant sind und die Vielfalt wollen. Es gibt kein intoleranteres Pack als diese Linken, die nur gelten lassen, was sie wissen und glauben. Es sind Fanatiker, radikale Idioten, die sich sogar mit ihren eigenen Feinden, den Moslems, verbünden um die von ihnen verhasste Gesellschaft zu zerstören.
    Können Ideologen tolerant sein? Meiner Meinung nach: Nein.
    Es ist dem Untertanen untersagt, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.
    Gustav von Rochow (1792 - 1847), preußischer Innenminister und Staatsminister

  6. #26
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    AW: DDR 2: das wurde aus unserem Land

    Die Infrastruktur weist immer mehr Mängel auf. Tausende Brücken sind marode, öffentliche Gebäude verfallen und Straßen werden oft nicht einmal mehr geflickt und statt dessen lediglich Warnschilder aufgestellt


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    Ebermannstadt – In Oberfranken wird Nächstenliebe noch großgeschrieben!

    In der Kleinstadt Ebermannstadt (6 800 Einwohner) warnt ein Schild Gebissträger vor der alten gepflasterten Straße in der Altstadt: „Schlechte Wegstrecke. Kraftfahrer bitte das Gebiss herausnehmen“.
    ▶︎ Auf Instagram kommt das Schild gut an: Über zwei Tausend Menschen gefällt die fränkische Führsorge! Ein Kommentar: „Egal wie alt du dich heute fühlst: Alt bist du erst, wenn du dir darüber Gedanken machen musst!"

    Aber wer hat das Schild aufgehängt? Angela Theiler (59), von der Touristen-Information Ebermannstadt erklärt: „Im Rathaus weiß keiner von dem Schild, aber wir haben alle herzlich gelacht. ....... https://www.bild.de/regional/muenche...5172.bild.html
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  7. #27
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    AW: DDR 2: das wurde aus unserem Land

    Schikanen und Urlaubsverbote im historischen Vergleichtest

    Roger Letsch

    Neben anderen griffigen Sentenzen gibt es einen besonderen Satz, um dessen Erklügelung ich Michael Klonovsky beneide: „Ich komme aus der DDR, ich komme aus der Zukunft.“ Dieser Satz fasst sehr treffend eine nur schwer erklärbare Sammlung von Erfahrungen und Fähigkeiten zusammen, die nur haben kann, wer vor 1989 zumindest kurze Zeit seines Jugend- oder Erwachsenenlebens zwischen Elbe und Oder verbracht hat. Schwer erklärbar deshalb, weil die Reflexe des Publikums meist in die Behauptung münden, die Bundesrepublik ginge schnurstracks in Richtung DDR 2.0 oder es sei in Wirklichkeit der Westen, der 1990 vom Stasi- und SED-verseuchten Osten geschluckt wurde. Doch das griffe eindeutig zu kurz und ist als Erklärung viel zu unterkomplex.

    Ein Beispiel: Sollten nach dem 5. Lockdown im Dezember die Reste des stationären Einzelhandels und die Überbleibsel der Gastronomie in einer staatlichen Holding zusammengefasst werden, würde der so geschaffene und politisch kontrollierte Monopolist unter Kanzlerin Baerbock sicher nicht wieder „Konsum“, sondern „Konsumverzicht“ heißen, meinen Sie nicht auch? Man streicht den Mangel heute nicht bunt an und leugnet ihn wie in der DDR, man feiert ihn, heißt ihn willkommen, muss ihn erst mühsam herbeimisswirtschaften. Die DDR konnte diesbezüglich aus sowjetischen Quellen schöpfen und aus dem 1945 zerstörten Ostdeutschland ließen sich immerhin noch 40 Jahre Magermilch-Sozialismus herauspressen. Gemessen am heutigen Standard war selbst die DDR-Nomenklatura bescheiden. Für 40 Jahre Grün wird die vergleichsweise fette Bundesrepublik jedoch nicht ausreichen. Doch man glaubt ja, bald auf weltweite Ressourcen zurückgreifen zu können. Aber ich schweife ab.

    Eine DDR 2.0 wird das jedoch nicht werden, so viel ist sicher. Die Methoden sind verfeinert, niemand muss mehr weggesperrt, ausgewiesen oder mit Folter gefügig gemacht werden. Für Spitzeldienste muss auch niemand mehr bezahlt werden, weil dies heute ein beliebter Freiwilligendienst ist, wie wir noch sehen werden. Was die Skills gelernter DDR-Bürger ausmacht, was ihre Nackenhaare aufrichtet, sind die Verhaltensweisen, die jene ohne Macht gegenüber denen mit Macht zu allen Zeiten entwickeln. Teilweise klappt das bei den heutigen Lehrlingen autoritärer Staatsraison noch nicht gut genug, doch vieles ist dem Bundesbürger (Modell 2021, Corona-Edition) bereits wieder in Fleisch und Blut übergegangen.

    Diktaturen entstehen selten wie im Hollywoodfilm, über Nacht und durch blutigen Putsch. Die gibt es natürlich auch, aber sie sind nicht die stabilsten. Gut und verhältnismäßig lange hingegen können jene Diktaturen funktionieren – wir wollen sie treffender Autokratien nennen –, wenn selbst die exekutiven Institutionen bei allen von ihnen durchgeführten Repressalien noch überzeugt sind, sie täten dies im Namen von Freiheit und Demokratie. Nicht Demokratie, sondern Autokratie lebt vom Mitmachen. Und zur Stabilisierung bedarf es der Bekämpfung eines Feindes! Sei dieser eine Klasse, eine Partei, ein Land, eine Religion oder ein Virus.

    Eingeübte Verhaltensweisen

    Das Flüstern ist wieder da, die vorgehaltene Hand, die eingeübte Floskel, die private Zweitmeinung und die Werktagshaltung. Der Blick über die Schulter, die misstrauischen Blicke auf Polizeiuniformen, das Konspirative, die Suche nach der Grenze des Erlaubten sind längst wieder eingeübt. Die Unangepassten, die noch nicht begriffen haben, was die Stunde geschlagen hat, oder jene, die es begriffen haben und sich nicht fügen wollen, werden als Verrückte betrachtet. Verrückt genug, die Stimme zu erheben. Mir fällt auch die Parallele auf, dass das politische Kabarett (fast) durchgehend schlechter, private Witze (vulgo Memes) hingegen besser werden.

    Die Gesetze haben Löcher in Tunnelgröße. Die Fähigkeit der Bürger, sich vor dem Zugriff des Staates zu schützen, schwindet oder ist mit großen Kosten und Risiken verbunden. Die Polizei, der Freund und Helfer, verhängt Bußgelder auf Basis windiger Verordnungen und die Justiz – welche erfreulicherweise viele dieser Verordnungen regelmäßig in der Luft zerreißt – kommt zeitlich mit dem Scherbenauflesen kaum hinterher. Und spätestens hier enden auch die Parallelen zur DDR, denn dort war der Rechtsweg gegen Beschlüsse der Regierung höchstens eine Illusion, an die ohnehin niemand glaubte. Jedem war klar, dass diesem Gegner nicht mit Rechtsmitteln beizukommen war, sonst hätte es 1989 ja auch keiner Revolution bedurft.

    All die Maßnahmen und Anmaßungen von heute stehen jedoch immer unter dem Vorbehalt, dass sich eines Tages, vielleicht auch schon heute oder morgen, Gerichte damit befassen werden und die Frage nach Verantwortung und Schuld gestellt wird. Dafür braucht es im Unterschied zu 1989 nicht mal einen System- oder Regierungswechsel. Dieses Gefühl, Entscheidungen auf rechtlich höchst unsicherem Terrain zu treffen, merkt man ihnen an, den Seehofers, Spahns, Laschets, Söders und Merkels. Es macht sie nervös, aber auch unberechenbar, wie man an all den widersprüchlichen Beschlüssen erkennen kann, die sie verkünden, verwerfen, wieder einführen und erneut verwerfen.

    Die Bürger gewöhnen sich indes an die Bedrohung. Nicht nur an die durch das Virus, sondern auch an jene durch die erratischen Regierungsmaßnahmen. Und sie unterlaufen sie in Scharen, was die Kosten der Rechtsdurchsetzung erhöht und Merkmale hervorbringt, die wir nur aus Polizeistaaten kennen. Auch die mediale Betrachtung, die damals wie heute ein Urteil vorwegnimmt, ist vergleichbar. Denn „Grenzverletzungen“ waren der „Aktuellen Kamera“ damals genauso empört-herablassende Berichte wert wie der „Tagesschau“ heute die Verletzung von Ausgangssperren, Zugangsbeschränkungen und Hygienegrenzen. Noch hat die Macht die Oberhand, wie folgendes Beispiel zeigt.

    Usedom, 2021

    „Behörden holen illegale Urlauber aus Ferienwohnungen“ titelt das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Bereits in der einführenden Zusammenfassung erfährt der Leser, dass es „einige Touristen [trotz des Verbotes] an Ostern dennoch auf die Insel schafften.“ Das muss man sich wohl ähnlich konspirativ vorstellen wie sich einst die Männer des Odysseus unter Widderbäuchen und in deren Wolle gekrallt aus der Höhle des Polyphem stahlen. Doch die Usedom-Urlauber stahlen sich nicht aus der Höhle, sondern schmuggelten sich hinein. Und der dort wohnende Zyklop war nicht blind, sondern offenbar sehr wachsam. Der RND-Leser erfährt: „Hinweise auf illegale Urlauber kamen oft von Anwohnern“. Poseidons Inselparadies empfiehlt sich damit für Post-Corona-Zeiten nachdrücklich als herzlicher und vertrauenswürdiger Gastgeber: Unsere Insel bleibt sauber, illegale Urlauber werden nicht geduldet!

    „Auf der Insel Usedom mussten an Ostern mehrere illegal eingereiste Urlauber wieder ihre Koffer packen und die Heimreise antreten“ wird berichtet. Camper, die in ihren Wohnmobilen am Straßenrand parkten, auch „illegale Mieter“ von Ferienwohnungen (bekanntlich die schlimmsten Hot-Spots von allen) wurden „entdeckt“. Nachbarn und Augenzeugen sind dem Ordnungsamt gern behilflich, das Telefon der Behörde klingelt regelmäßig. Unter dem Motto „Wenn ich keinen Urlaub habe, soll niemand welchen genießen, wenn ich nicht vermieten kann, soll niemand verdienen, wenn ich mich an die Verordnung halte, müssen andere noch mehr als ich darunter leiden“ ist eine Olympiade der Denunziation eröffnet. Freiwillig!

    Konnte man damals nicht wissen, ob unter den Freunden, die mit dir lachten, scherzten und Honeckerwitze erzählten, ein Zuträger der Stasi war, kann man sich heute nicht sicher sein, ob der Nachbar, der Bürgermeister oder der Typ von gegenüber, der gerade eingezogen ist und den in der Straße niemand kennt, bei erster Gelegenheit zum Telefon greifen wird. Der Vorfall auf Usedom erinnerte mich an ein Ereignis, welches im Jahr 1987 ebenfalls an der Ostseeküste stattfand.

    Rostock, 1987


    Es herrschte Aufenthaltsbeschränkung. Nicht so rigoros wie heute und auch nur für eine bestimmte Personengruppe: Soldaten im Heimaturlaub. Wer das Pech hatte, in der NVA dienen zu müssen, kann sich vielleicht noch daran erinnern, dass man aus den Kasernen nur sehr schwer wieder herauskam. Urlaub von der Truppe war nicht gern gesehen und wurde nur sparsam gewährt. Man begründete dies mit der notwendig hohen „Einsatzbereitschaft“ – ein Angriff der fußmüden Bundeswehr stand wohl unmittelbar bevor – und der Sozialismus wollte „im Verteidigungsfall“ schnell Zugriff auf alle Soldaten haben. Deshalb wollte die Armee immer wissen, wo sie ihre urlaubenden Soldaten bei Bedarf abholen konnte. Wollte der Kommandeur dem Soldaten einen besonderen „Dienst“ erweisen, beschränkte er den Kurzurlaub des Soldaten deshalb auf den Heimatort oder einen kleinen Umkreis. Die DDR konnte folglich oft noch viel kleiner werden, als sie es ohnehin schon war.

    Mein Freund T. wohnte in Magdeburg und bekam als Soldat fast immer nur „Urlaub mit beschränktem Aufenthaltsort“. Mit Freunden in Rostock oder anderswo aufzutauchen, konnte ernste Konsequenzen nach sich ziehen, sollte er von der Militärpolizei aufgegriffen werden. Diese „Greifer“ waren, soweit ich mich erinnere, immer zu zweit unterwegs und waren an ihren weißen Gürteln und Schulterriemen gut zu erkennen. Besonders gern suchten sie in Restaurants und an Bahnhöfen nach Soldaten in Zivil, die dort weder in Zivil noch überhaupt sein durften. Da galt es, vorbereitet zu sein und die Lokalität vorher auf Fluchtmöglichkeiten zu untersuchen. Ein Hinterausgang durch die Küche oder ein offenes Fenster in der Toilette können von Nutzen sein. Das klärt man zuerst ab, wenn man das Lokal betritt. Hat man die Wahl des Tisches, dann nimmt man einen möglichst weit weg vom Eingang und nahe am Fluchtweg. Unseren geliehenen Wartburg (verdächtiges Nummernschild aus einem anderen Bezirk) parkten wir stets einige Straßen weiter und behielten beim Essen immer die Tür des Restaurants im Auge. An diesem Tag des Jahres 1987 in einem recht schäbigen Lokal in Rostock musste sich unser ausgefeilter Fluchtplan erstmals in der Praxis beweisen. Es funktionierte. Nie wurde T. dabei erwischt, wie er seine Urlaubsbeschränkungen unterlief. Und da der Angriff der Bundeswehr überraschend ausgeblieben war, musste man auch nie nach ihm suchen.

    Vom Unsichtbarwerden

    Die Fähigkeit, sich unauffällig zu verdrücken, war generell gut entwickelt in der DDR. Man brauchte sie bei „freiwilligen“ Arbeitseinsätzen, an Wahltagen, bei Demos „Für Frieden und Sozialismus“ am ersten Mai, um einen Sack Zement vom Volkseigentum in Privateigentum zu überführen oder um Kontrollen zu entgehen. Wir waren – von spektakulären Ausnahmen abgesehen – ein Volk von Hobbits, deren Instinkt ihnen gebot, möglichst nicht vom Auge Mordors erfasst zu werden. Lange hatten wir die direkte Konfrontation gemieden, das Leben fand in unseren Höhlen statt, wohin das Auge nicht reichte. Die eingeübte Tarnung und die Grabesstille hielt die Staatsmacht schließlich für Zustimmung. Ein Fehler, wie sich zeigte.

    Die Gegenmaßnahmen, welche heute privatim unternommen werden, um die Corona-Maßnahmen der Regierung zu unterlaufen, werden besser, je länger der Lockdown andauert. Auch der Mut steigt, sich den oft jeder Vernunft widersprechenden Regeln zu widersetzen. Er wird weiter steigen, zusammen mit der Verzweiflung. Das Leben findet immer einen Weg, es lässt sich nicht mit fragwürdigen Verordnungen einschränken, begrenzen und zur unendlichen Geduld zwingen. Man kann einige für lange Zeit oder alle für kurze Zeit einsperren, aber nicht alle für lange Zeit. Es muss ja nicht immer 40 Jahre dauern, bis eine Regierung dies begreift.

    https://www.achgut.com/artikel/schik...vergleichstest
    Es ist dem Untertanen untersagt, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.
    Gustav von Rochow (1792 - 1847), preußischer Innenminister und Staatsminister

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