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    Flüchtlinge: Was ist eine Unterkunft?

    Ein kleines Versteckspiel mit Worten. Wenn der Vermieter und der Hausmeisterservice Heimbetreiber heißt und die Neubauwohnungen Unterkunft für Flüchtlinge oder Einrichtung für geflüchtete Menschen.

    Gestoßen darauf bin ich durch diesen kleinen Artikel:

    Die ganz alltäglichen Dinge
    Stephanus-Stiftung befragt Flüchtlinge / Britzer Unterkunft nur zur Hälfte belegt

    in dem es wenig später heißt

    Auszug wegen Wasserschaden

    Mit 262 Personen ist die Einrichtung derzeit nur knapp zur Hälfte belegt. Wegen Wasserschäden mussten im April rund 300 Geflüchtete die Unterkunft verlassen und an die Chris-Gueffroy-Allee in Treptow ziehen.
    https://www.berliner-woche.de/britz/...belegt_a227224

    Ja, und dann wurde ich das, was ich nicht hätte werden sollen, nämlich neugierig. Und stieß auf folgende Artikel:

    78 Wohnungen für Flüchtlinge: Stadt und Land baut an der Späthstraße






    Baumschulenweg. Die städtischen Wohnungsbaugesellschaften wurden durch das Land Berlin beauftragt, Wohnraum für geflüchtete Menschen zu schaffen. Unter anderem errichtet Stadt und Land in der Späthstraße einen entsprechenden Neubau.
    Späthstrasse ist ein wenig irritierend, denn tatsächlich dreht es sich um die Chris-Gueffroy-Allee:


    Dort wird an der Einmündung der Chris-Gueffroy-Allee jetzt eine Brache gegenüber des Späth-Arboretums der Humboldt-Universität bebaut. Die Baugenehmigung wurde am 20. Mai erteilt, am 29. Mai sollen die Arbeiten beginnen. Anwohner und die Kleingärtner anliegender Anlagen wurden bereits im Sommer 2016 über das Vorhaben informiert.
    Und gebaut wird genau das, was in Berlin fehlt:

    Gebaut werden 78 Wohnungen in Geschossbauweise, die in den ersten Jahren von Flüchtlingen bewohnt werden. Später sollen sie auf dem öffentlichen Wohnungsmarkt angeboten werden. Der Zugang zur Anlage erfolgt über die Chris-Gueffroy-Allee. Die Wohnungen verteilen sich auf drei Gebäude mit maximal vier Etagen. Im Außenbereich gibt es Grünflächen, einen Kinderspielplatz und weitere Spielflächen für ältere Kinder. Bereits Ende des Jahres sollen die Wohnungen bezugsfertig sein. Gebaut wird erstmals in sogenannter modularer Bauweise.
    https://www.berliner-woche.de/baumsc...trasse_a125418

    Modulare Bauweise hört sich natürlich auch gut an, suggeriert sie doch containerähnliche und auf kurze Dauer angelegte Wohnbauten. Ist aber nicht so, denn die Berliner sollen ja, wenn überhaupt, später an die Reihe kommen, wenn man den Flüchtlingen Besseres anbieten konnte und die Gebäude bereits abgewohnt sind.

    Bevor sich weitere Artikel in besonnener Wortwahl üben, ist dieser hier noch deutlich:

    STADT UND LAND schafft Wohnungen für Geflüchtete in der Späthstraße in Treptow-Köpenick

    Berlin, 25. Juli 2017. Die Montage dreier flexibel nutzbarer Neubauten in modularer Bauweise, die von der STADT UND LAND errichtet werden, hat begonnen. In Anwesenheit von Daniel Tietze, Staatssekretär für Integration bei der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales, Oliver Igel, Bezirksbürgermeister von Treptow-Köpenick, sowie STADT UND LAND-Geschäftsführer Ingo Malter wurde das erste Raummodul auf die Fundamente gesetzt und montiert.

    Die STADT UND LAND baut auf dem Gelände Späthstraße / Chris-Gueffroy-Allee 3 in familienfreundlicher Umgebung Wohnblöcke mit jeweils 3 bis 4 Geschossen, in denen 78 Wohnungen entstehen. Im Außenbereich werden Grünflachen, ein Kinderspielplatz sowie Spielflächen für ältere Kinder angelegt. Der Zugang erfolgt über die Chris-Gueffroy-Allee....
    https://www.stadtundland.de/Unterneh...ethstrasse.php

    Nun aber kommen wir zu den ganz offiziellen Meldungen der Stadt Berlin und damit zu einer Wortwahl, die eine Massenunterkunft in Art einer Containerunterkunft oder Kaserne suggeriert. Es wird nämlich nicht von Neubauwohnungen gesprochen, in die Flüchtlinge ziehen, sondern von einer Unterkunft für geflüchtete Menschen, für die eine Betreiberfirma gesucht wird. Hier denkt der lesende Bürger doch eher an Wachdienste als an Hausmeister- und Servicedienste.


    Betreiberauswahl Chris-Gueffroy-Allee

    Pressemitteilung vom 21.12.2018

    In dieser Woche wurde ein Betreiber für die Unterkunft für geflüchtete Menschen in der Chris-Gueffroy-Allee ausgewählt. Den Zuschlag hat die Berliner Wohnplattform erhalten, die bereits Betreiber einer mittlerweile geschlossenen Notunterkunft in Altglienicke war. Das Bezirksamt begrüßt die Entscheidung, dass die Wahl auf einen im Bezirk bereits etablierten und erfahrenen Betreiber gefallen ist.

    Da es hinsichtlich der Betriebsaufnahme noch viel Klärungsbedarf gibt, kann ein Eröffnungstermin und Tag der offenen Tür voraussichtlich erst in der zweiten Januarwoche bekannt gegeben werden.

    Nachfragen richten Sie weiterhin gerne an den Integrationsbereich unter integration@ba-tk.berlin.de oder (030) 90297-2308. Alle Informationen finden Sie auch immer unter https://www.berlin.de/ba-treptow-koe...nen/standorte/.




    https://www.berlin.de/ba-treptow-koe...ung.769621.php

    Der Tag der Offenen Tür wurde medial nicht wirklich begleitet. Es fehlen Artikel und Bilder:

    Tag der offenen Tür in der Einrichtung für geflüchtete Menschen in der Chris-Gueffroy-Allee

    Pressemitteilung vom 22.01.2019
    Die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales, das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten und das Bezirksamt Treptow-Köpenick möchten Sie in Kooperation mit dem Betreiber der Gemeinschaftsunterkunft, dem Berliner Wohnforum, herzlich zum Tag der offenen Tür in der neuen Unterkunft für Geflüchtete in der Chris-Gueffroy-Allee einladen.
    Der in modularer Bauweise errichtete Neubau (MUF) wird in naher Zukunft eröffnen und bietet Platz für bis zu 310 Menschen.
    Am Tag der offenen Tür haben Sie Gelegenheit, die Unterkunft bei einem Rundgang kennen zu lernen, mit verschiedenen Akteurinnen und Akteuren aus Ihrem Umfeld ins Gespräch zu kommen und Ihre Fragen zu stellen.
    Die Veranstaltung findet statt am


    • Freitag, 15.02.2019, 15:00 – 18:00 Uhr
    • Chris-Gueffroy-Allee 47-65 in 12437 Berlin
    • Bitte beachten Sie, dass die Parkmöglichkeiten begrenzt sind! Nutzen Sie nach Möglichkeit daher die öffentlichen Verkehrsmittel.

    Ihre Ansprechpartner*innen:


    • Berliner Wohnforum (Betreiber) – bei Fragen zum Leben in der Unterkunft
    • Bezirksamt Treptow-Köpenick – bei Fragen zur Infrastruktur und Projekten im Bezirk
    • Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten – bei Fragen zum Gebäude, zur Belegung sowie allgemeinen Fragen der Flüchtlingsaufnahme in Berlin

    Bei Fragen zur Veranstaltung kontaktieren Sie bitte den Bereich Integration des Bezirksamtes Treptow-Köpenick per E-Mail unter integration@ba-tk.berlin.de oder per Telefon unter (030) 90297-2308. Informationen finden Sie auch unter https://www.berlin.de/ba-treptow-koe...rk/willkommen/.

    https://www.berlin.de/ba-treptow-koe...ung.776923.php

    Allein die Berliner Woche veröffentlicht einen abschließenden Artikel mit Bild über die Unterkunft für Flüchtlinge mit den 78 Wohnungen. Und siehe da, es handelt sich tatsächlich um ganz normale Neubauten mit Grünfläche, einem Spielplatz im begrünten Innenhof, Sitzgelegenheiten, Schach- und andere Spielflächen und einer Tischtennisplatte). Ja, und natürlich Fahrradständern:


    Heimbetreiber steht fest
    Unterkunft für Flüchtlinge kann bald öffnen




    • Die Flüchtlingswohnanlage steht seit Monaten leer.
    • Foto: Ralf Drescher
    • hochgeladen von Ralf Drescher



    Nach mehrmonatigem Leerstand kann das neu gebaute Flüchtlingsheim an der Chris-Gueffroy-Allee bald öffnen. Kurz vor dem Jahreswechsel wurde ein Betreiber ausgewählt.
    Wie das Bezirksamt in einer Pressemeldung mitteilt, wurde durch das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten die Berliner Wohnplattform ausgewählt. Sie hatte vor Jahren bereits eine mittlerweile geschlossene Notunterkunft in Altglienicke betrieben. Zur Verzögerung der Inbetriebnahme war es gekommen, weil ein im Auswahlverfahren unterlegener Bewerber vor Gericht geklagt hatte.
    Das Heim an der Ecke Späthstraße/Chris-Gueffroy-Allee wurde bereits 2017 durch das Wohnungsunternehmen Stadt und Land aus Modulteilen errichtet. Die 78 Wohnungen werden für mindestens drei Jahre an das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten vermietet, später sollen sie auf dem öffentlichen Wohnungsmarkt angeboten werden.
    Wann es einen Tag der offenen Tür für Anwohner gibt und wann die ersten Bewohner einziehen, soll nach Angaben des Bezirks bis Mitte Januar feststehen.

    https://www.berliner-woche.de/baumsc...effnen_a195190
    Es ist dem Untertanen untersagt, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.
    Gustav von Rochow (1792 - 1847), preußischer Innenminister und Staatsminister

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    AW: Flüchtlinge: Was ist eine Unterkunft?

    Nanu! Da kann auf einmal das Land Berlin Wohnungen bauen? Sonst wird doch fast jedes Projekt abgewürgt.
    Alle Texte, die keine Quellenangaben haben, stammen von mir.

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