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    Die Sprache des ARDismus

    Die Sprache des ARDismus


    Als ich das von Elisabeth Wehling verfasste «Framing Manual» auf Netzpolitik.org las, kam mir sofort eine historische Parallele in den Sinn, die belesene Leute vielleicht auch erkannt haben. Es handelt sich um das Buch Lingua Tertii Imperii von Victor Klemperer, das sich ausführlich mit der Sprache des Nationalsozialismus befasst. Darin geht es um die vielen sprachlichen Neuschöpfungen, Sprachverwirrungen, Umdeutungen und so weiter, die das Ziel hatten die Zuhörenden bzw. Lesenden zu täuschen. Euphemismen spielen dabei wie so oft eine zentrale Rolle. Denn die deutsche Wesensart liebt es scheinbar besonders unschöne Dinge durch sprachliche Spitzfindigkeiten zu verschleiern. Man hätte sicher auch andere Beispiele für Sprachlenkung beim KGB oder anderen kommunistischen Experten für Agitation und Propaganda finden können. Nur geht es diesmal um die ARD und ihr «Framing», das versucht unschöne Wahrheiten in eine nettere Hülle zu packen. Das erklärte Ziel ist die Manipulation der Bevölkerung, um sie für eine pro GEZ-Argumentation empfänglich zu machen.
    Kurz – es ist eine Anleitung zur Propaganda. Und amüsanterweise hatte eine ehemalige SED-Genossin maßgeblich an der Entstehung dieser Propaganda Anteil. Dazu später mehr.



    Man kann durchaus Achtung vor dieser Leistung haben. Frau Wehling erweist sich als Könnerin des «Framings». Über die höhere Moral des Gebührenzahlers, der seinen Beitrag zur freien Gesellschaft leiste, soll die Bevölkerung überzeugt werden. Frau Wehling bedient sich einer Argumentationslinie, die das öffentlich-rechtliche Medienwesen gegen eine angeblich von niederen Motiven getriebene, kapitalistische Medienlandschaft aufstellt. Da die Menschen der BRD ihren demokratischen Beitrag, ihre Zwangsabgabe, leisten, ermöglichen sie eine redaktionelle Unabhängigkeit beim ARD und ZDF und so weiter.


    In keiner einzigen Silbe gibt es eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den Kritikpunkten derjenigen, die eine Erhöhung der Gebühren an den öffentlich-rechtlichen Rundfunk ablehnen oder ihn als komplett obsolet betrachten. Vielleicht war das ja auch nicht Frau Wehlings Aufgabe. Selbstreflexion sollte im Grunde bei der Führungsetage des ARD stattfinden. Nachdem die Generalsekretärin des ARD sich nun öffentlich zu dieser Anleitung zur Agitation geäußert hat, können wir zumindest beiläufig festhalten, dass das Konzept der kritischen Selbstreflektion dort nicht existiert. In dem Interview mit Frau Pfab, der Generalsekretärin, beteuerte sie natürlich, dass alles nur ein großes Missverständnis sei und die (unmündigen) Bürgerleins das alles nur in den falschen Hals bekommen hätten. Es schmeckt ihr wohl nicht, dass sie erwischt wurde. Viel interessanter ist jedoch, dass sie in der Mitte des Gesprächs eine Frau erwähnt, die ich aus einem ähnlichen Zusammenhang kenne. Vor einigen Wochen schrieb ich einen Artikel mit dem Titel: «Welcher Staat ist am 3. Oktober 1990 eigentlich wirklich untergegangen?»



    Darin geht es um das Überleben der SED-Eliten, die sich nach 1990 klammheimlich eine neue Haut überziehen und in der BRD eintauchen konnten. Nach einigen Jahren des stillen Verharrens kehrten sie dann an die Spitzen des Staates zurück, wurden Medienschaffende, Politiker, Polizeichefs und so weiter. Hubertus Knabe, der von LINKE und CDU abgesägte Historiker und Dorn im Fleisch dieser alten Seilschaften, befasste sich ausführlich damit. Es ist zumindest ein guter Erklärungsansatz dafür, warum die Bundesrepublik Deutschland sich in den letzten 10 Jahren zunehmend autoritärer verhält und viele Oppositionelle von 1989 und davor nun das Gefühl haben, dass sich einige Dinge unter anderen Vorzeichen wiederholen. Die DDR kehrt wieder. Sie nennt sich heute nur «freie Gesellschaft» oder «bunte Demokratie».


    Und damit sind wir bei Karola Wille, die dieses Framing-Manual zu ihrer Zeit im Jahr 2017 beim ARD in Auftrag gegeben hat. Dazu aus Wikipedia, das aus einem BZ-Artikel zitiert.



    Von 1965 bis 1973 besuchte Wille eine Polytechnische Oberschule in Karl-Marx-Stadt, anschließend von 1973 bis 1977 die EOSKarl Marx, die sie mit dem Abitur abschloss. Mit 18 Jahren trat sie in die SED ein.[1] Anschließend nahm sie ein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität in Jena auf und wurde 1986 dort mit einer Arbeit über Rechtsverkehr in Strafsachen zwischen den sozialistischen Staaten zum Dr. jur. promoviert. An der Universität Leipzig arbeitete sie als wissenschaftliche Assistentin und erlangte die Lehrbefähigung (facultas docendi) in Medienrecht. Am dortigen Institut für Internationale Studien, welches den „Klassenfeind“ – die Bundesrepublik Deutschland – fest im Blick hatte, veröffentlichte sie zusammen mit einem Geheimdienstoffizier im besonderen Dienst die Zusammenfassung zur Internationalen Konferenz zu aktuellen Fragen des Revanchismus in der BRD, in welcher u. a. zu lesen ist: „Im politischen und ideologischen Arsenal der aggressivsten und reaktionärsten Kräfte des Monopolkapitals nimmt der Revanchismus einen gewichtigen Platz ein …“.[2] Nach der Wende setzte sie von 1991 bis 1993 ihre juristische Ausbildung an der Fernuniversität in Hagen fort.

    Nach ihrer so vorbildlichen Vita ist es wirklich ein Jammer gewesen, dass die DDR unterging. Dennoch schaffte sie es als alte SED-Kriegerin in den 90ern in den neu gegründeten MDR und landete später sogar an der Spitze der ARD, was die Aussagen Giselherr Suhrs zu diesem Thema nochmals bestätigt. Eine ehemalige SED-Anhängerin, bei der nicht der geringste Zweifel an ihrer Gesinnung vorliegt ( Feindschaft gegenüber dem Westen, der BRD, der Volkssouveränität), war Vorsitzende der ARD.


    Verzeihen Sie mir bitte, wenn ich ab heute noch viel weniger von dem glaube, was von den öffentlich-rechtlichen Medien verbreitet wird. Ein Untersuchungsausschuss im Bundestag zu diesem Thema, der Vernetzung ehemaliger SED-Täter und anderer Freiheitsfeinde, wäre angebracht.

    https://younggerman.com/2019/02/19/d...-des-ardismus/
    Es ist dem Untertanen untersagt, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.
    Gustav von Rochow (1792 - 1847), preußischer Innenminister und Staatsminister

  2. #2
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    AW: Die Sprache des ARDismus

    Darin geht es um die vielen sprachlichen Neuschöpfungen, Sprachverwirrungen, Umdeutungen und so weiter, die das Ziel hatten die Zuhörenden bzw. Lesenden zu täuschen.

    Ein Merkmal der totalitären Regime.
    Alle Texte, die keine Quellenangaben haben, stammen von mir.

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