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    Reihenhuser fr Flchtlinge: Es geht um 15000 Euro und ums Prinzip

    Es geht um 15000 Euro und ums Prinzip

    rger um staatliche Wohnanlage in Roth - Bauunternehmer zerrt Baustofflieferant vor Gericht

    Es geht um 15000 Euro und ums Prinzip

    Roth/Bamberg (HK) Mit neuen Reihenhusern fr Flchtlinge ist Markus Gildner als "Asylbaumeister" bekannt geworden. Am heutigen Dienstag streitet sich Gildner mit dem oberfrnkischen Baustofflieferanten Dennert vor Gericht. Gildner vermutet bei Betonfertigteilen ein "perfides System", das die Baupreise in die Hhe treibt - auch bei einer staatlichen Wohnanlage in Roth.






    Fr den Bau einer staatlichen Wohnanlage am Rother Ostring, die vor einem Jahr fertiggestellt worden ist und in der mittlerweile rund 100 anerkannte Asylbewerber leben, soll die oberfrnkische Baustofffirma Dennert laut Markus Gildner "knstlich konstruierte Mehrkosten fr vllig berteuerte Einbauteile" gefordert haben. Heute treffen die Kontrahenten vor dem Bamberger Amtsgericht aufeinander.

    Bei dem Streit geht es nicht nur um knapp 15000 Euro, die Gildner nicht an die Baufirma bezahlen will. Bei der Auseinandersetzung geht es laut Gildner auch ums Prinzip. Denn Gildner hat die Befrchtung, dass sich "ein perfides System" hinter dem konkreten Einzelfall verbirgt. Das Ziel ist laut Gildner, dem Bauherrn "am Ende noch zustzliches Geld aus der Tasche" zu ziehen. Scheinbar schrecke die Baustoffbranche dabei auch nicht vor Gesetzesberschreitungen zurck. "Deshalb fhre ich den Prozess mit voller Leidenschaft", kndigt Markus Gildner an, der kurz nach dem Beginn der sogenannten Flchtlingskrise im Jahr 2015 mit dem Bau von neuen Reihenhusern fr Flchtlinge in Eckental bundesweit bekannt geworden ist.

    Konkret hatte Gildner die oberfrnkische Baustofffirma Dennert damit beauftragt, Betonfertigteile wie Decken und Treppen zu liefern und einzubauen. Fr die Regierung von Mittelfranken hatte Gildner als Generalunternehmer den Auftrag erhalten, 30 Wohneinheiten in Roth fr den Freistaat Bayern schlsselfertig zu errichten. Die Wohnanlage wurde im Rahmen des bayerischen Wohnungspakts fr anerkannte Flchtlinge und bedrftige Einheimische gebaut. Der Wohnungspakt ist ein umfangreiches Manahmenpaket fr den Ausbau von preisgnstigem Wohnraum, das vom bayerischen Kabinett im Oktober 2015 beschlossen wurde. Allein in Mittelfranken hat der Freistaat ber 19 Millionen Euro in die Hand genommen. Bayernweit geplant sind im Rahmen dieses Sofortprogramms an rund 40 Standorten insgesamt rund 850 staatliche Wohnungen mit reduziertem Wohn- und Baustandard.

    In den drei Husern in Roth leben mittlerweile Familien verschiedener Nationalitten. Rund 70 Prozent der Bewohner sind laut der Regierung von Mittelfranken anerkannte Flchtlinge. Rund 30 Prozent der neuen Wohnungen seien an Bedrftige aus der Kreisstadt vermietet worden.

    Gildner verweist stolz auf die relativ kurze Bauzeit von rund acht Monaten und die relativ geringen Baukosten in Hhe von knapp 3,5 Millionen Euro. "Umso mehr ist es moralisch verwerflich, dass die Firma Dennert versucht hat, sich auf Kosten der Allgemeinheit zu bereichern", erklrt Gildner auf Anfrage unserer Zeitung.

    Angefangen htten die Schwierigkeiten mit massiven Qualittsproblemen bei der Lieferung und dem Einbau der Treppen. "Die waren schlicht und ergreifend nicht mahaltig gefertigt und dazu noch schief eingebaut worden." Die Abnahme habe deshalb nur mit Beanstandungen erklrt werden knnen. "Das kommt wirklich selten vor", sagt Gildner.

    Auerdem vermutet Gildner, dass der Baustofflieferant verschiedene Lieferungen mit geflschten Unterschriften versehen hat. Um Lieferungen nachweisen zu knnen und damit den Bauherrn ber juristische Hintertrchen wie die "ungerechtfertigte Bereicherung" zur Zahlung zwingen zu knnen, sind Lieferscheine laut Gildner von unbekannten Personen wie einem "Herrn Martin" unterzeichnet worden.

    "Ich habe wirklich alle Unterschriften von Mitarbeitern auf der Baustelle mit den vermeintlichen Unterschriften auf den Lieferscheinen verglichen. Nicht einmal annhernd gibt es hnlichkeiten. Dagegen konnte ich sehr auffllige hnlichkeiten mit Unterschriften von Mitarbeitern der Firma Dennert feststellen, die auf anderen Dokumenten unterschrieben haben", sagt Gildner und rgert sich ber derartige "Mogeleien", die das Bauen insgesamt teuer machen wrden. Gildner vergleicht das "System" mit Praktiken bei Schlsselnotdiensten.

    Die Firma Dennert wollte sich zu dem konkreten Fall nicht uern. Ein Firmensprecher teilte lediglich mit, dass man "vereinzelt auch die Hilfe der staatlichen Gerichte in Anspruch nehmen" msse, um "auf sachlicher Grundlage die Differenzen" beizulegen.

    Ziel des Neubauprojekts in Roth ist es laut der Regierung von Mittelfranken gewesen, sowohl fr Einheimische als auch fr Flchtlinge neuen Wohnraum zu niedrigen Kosten zu schaffen. "Mit den neuen staatlichen Wohnungen in Roth leistet der Freistaat einen Beitrag zur Bekmpfung der Wohnungsnot in Bayern", erklrt ein Regierungssprecher auf Anfrage unserer Zeitung. Damit wolle der Freistaat seine Verantwortung gegenber den Kommunen wahrnehmen und fr eine sprbare Entlastung auf dem rtlichen Wohnungsmarkt sorgen. Die Mietpreise lgen im Rahmen der ortsblichen Miete. Dadurch wrde die Wohnungsmiete von den Jobcentern anerkannt.

    Durch einen allgemein abgesenkten Bau- und Wohnstandard ist laut der Regierung von Mittelfranken bei dem Neubauprojekt in Roth gewhrleistet worden, dass bezahlbarer Wohnraum fr Bevlkerungsgruppen geschaffen wird, die ansonsten auf dem freien Wohnungsmarkt wenig Chancen htten, eine Wohnung zu finden. Vorbildcharakter erhalte die neue Anlage in Roth insbesondere durch die grozgigen Grnanlagen rund um die Wohnungen. Der Garten sei beispielsweise abgeschirmt von den ffentlichen Straen angelegt und biete den Familien aus aller Welt daher einen geschtzten Aufenthaltsbereich im Zentrum der Wohnanlage.

    Markus Gildner rgert sich vor diesem Hintergrund besonders ber die Bauverzgerungen und die Kostensteigerungen. Wenn alle Baustofflieferanten mit versteckten Zusatzkosten arbeiten wrden, wrden die Baukosten immer rund 15 Prozent ber den Planungskosten liegen, echauffiert sich Gildner. "Das ist meiner Meinung nach so relevant, dass wir darber sprechen mssen."

    https://www.donaukurier.de/lokales/h...art596,4086269

    Da wird also behauptet, mit dem Bau von Flchtlingswohnungen der Wohnungsnot zu begegnen. Und so werden die Wohnbaupakte, von der Bundeskanzlerin als Wohltat fr das Volk angekndigt, fr die Flchtlingsversorgung verwendet.

    Als Feigenblatt standen in diesem Fall 30 Prozent der Wohnungen auch anderen Personen, die keine Flchtlinge sind, offen. Allerdings steht zu vermuten, dass diese Personen eben Flchtlinge sind, die das Asylverfahren bereits durchlaufen haben und daher nicht mehr als Flchtlinge gezhlt werden. Oder es sind Kontingent- und Resettlement-Flchtlinge, die direkt nach Deutschland geholt wurden (z.B. aus Griechenland oder ber den Trkei-Deal aus der Trkei), die von vornherein nicht als Flchtlinge behandelt werden.
    Es ist dem Untertanen untersagt, den Mastab seiner beschrnkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.
    Gustav von Rochow (1792 - 1847), preuischer Innenminister und Staatsminister

  2. #2
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    AW: Reihenhuser fr Flchtlinge: Es geht um 15000 Euro und ums Prinzip

    Denn Gildner hat die Befrchtung, dass sich "ein perfides System" hinter dem konkreten Einzelfall verbirgt.
    Ach ne. Das er selbst Teil dieses perfiden Systems namens Migrationsindustrie ist, kommt ihm gar nicht in den Sinn.
    Alle Texte, die keine Quellenangaben haben, stammen von mir.

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