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    Afghanischem Flchtling in Cottbus droht Abschiebung Wenn ich zurckgehe, bin ich tot

    Deutsche bertreibungen und orientalische Geschichten in Berlin.

    Manche Widersprchlichkeiten sind auch vorhanden. So zum Beispiel die, dass jemand, der nach eigenen Angaben in Afghanistan auf der Strae lebte, einen Onkel hat, der Berater eines hochrangigen Politikers war, weswegen er floh und nicht mehr nach Afghanistan zurckknne.

    Afghanischem Flchtling in Cottbus droht Abschiebung Wenn ich zurckgehe, bin ich tot

    Doch die Stadt Cottbus will den Afghanen abschieben.



    Der junge Afghane Jawed Rahmani htte in Andreas Tlkes Berliner Integrationsprojekt Kreuzberger Himmel eine Chance. Aber sein.

    Cottbus/Berlin - In der Kche hantiert Bakri, ein Rechtsanwalt aus Aleppo. Das Essen bringt Baschir, der eigentlich Fotograf ist. Im Restaurant Kreuzberger Himmel des Frdervereins Be an Angel arbeiten ausschlielich Geflchtete. Insgesamt 50 Menschen wurden hier seit der Erffnung vor rund einem Jahr fit frs deutsche Berufsleben gemacht. Der jdische Initiator Andreas Tlke nennt es einen Streichelzoo, als Vorbereitung fr das richtige Berufsleben.

    Keine religisen Symbole oder Flchtlinge willkommen-Aufkleber

    Die Rume fr das Projekt stellt die benachbarte katholische Kirche zur Verfgung. Etwa 2 000 Gste kommen pro Monat. Lamm, Granatapfel, Aubergine syrische Kche in Berlin. Auf den Tresen steht eine Holzfigur der Jungfrau Maria. Ansonsten keine religisen Symbole, Malereien oder Flchtlinge willkommen-Aufkleber.


    Integration funktioniert nicht in Klassenrumen, meint Tlke. Die Geflchteten mssten raus aus den Heimen und Deutsche kennenlernen. Anfang Februar konnte er einen jungen Afghanen aus Cottbus an das Grand Hyatt Hotel in Berlin-Mitte vermitteln. Aber so gut funktioniert es nicht bei allen.
    Status: Ausreisepflichtig

    Auch Jawed Rahmani ist bei Tlkes Verein, auch er lebt derzeit in einem Flchtlingsheim in Cottbus und ist ebenfalls Afghane. Ein Mann mit groem Potenzial, sagt Tlke. Doch die Auslnderbehrde will den 21-Jhrigen abschieben. Sein Antrag auf Asyl wurde abgelehnt, er ist vollziehbar ausreisepflichtig. Mit diesem Status ist es ihm in Deutschland nicht erlaubt zu arbeiten.


    Im Kreuzberger Himmel in der Yorckstrae 89 in Berlin-Kreuzberg knnte er eine Ausbildung zur Gastronomie-Fachkraft machen, eine Wohnung in Berlin htte der Frderverein auch fr ihn.

    Seit dem 12. Lebensjahr lebte er auf Kabuls Straen

    Rahmanis Vater starb, als er neun Jahre alt war. Er zog zu einem Onkel, welcher ihn schwer misshandelte. Seit seinem zwlften Lebensjahr lebte er in Kabul auf der Strae. Um an Geld zu kommen, reparierte er Autos. 2015 hatte er sich auf den Weg gemacht und einer Gruppe aus Syrien angeschlossen. Da waren so viele Menschen, erzhlt Rahmani. In Griechenland wurden sie verhaftet. Geht weiter, htten Polizisten zu ihnen gesagt, in fast jedem der Staaten, die sie passierten. Ich wre in jedem Land geblieben. Hauptsache nicht Afghanistan.


    Auch sterreich schickte ihn ber die Grenze, von Mnchen wurde er nach Berlin gebracht, wo er Be an Angel kennenlernte und begann, beim Kreuzberger Himmel den Leuten dort ber die Schulter zu schauen. Gerne wrde er in der Gastronomie arbeiten, sagte er sich. Doch bald wurde er nach Cottbus umverteilt.

    Bekannte Flchtlinge werden in Cottbus verprgelt

    Dort hat er Angst, raus zu gehen, besonders abends. Viele seiner Bekannten im Flchtlingsheim wurden auf der Strae verprgelt, einer wurde niedergestochen. Oft fhrt er nach Berlin und sitzt im Kreuzberger Himmel. Seine Berliner Anwltin Myrsini Laaser mchte eine Ausbildungsduldung fr ihren Mandanten erreichen. Diese wrde whrend der Zeit der Ausbildung auch vor einer Abschiebung schtzen.


    Die Auslnderbehrde in Cottbus zeigt sich jedoch bisher wenig offen: Immer, wenn Rahmani dort ist, sagen sie ihm, dass er bald abgeschoben werde und bieten ihm einen Direktflug nach Kabul an. Es wre eine sogenannte freiwillige Rckreise. Bei seiner Ankunft wrde man ihm 500 Euro berweisen, den Flug msse er nicht bezahlen. Bis zum 28. Februar habe er Zeit, das Land zu verlassen, ansonsten werde die Rckreise zwangsweise durchgefhrt, bekam er schriftlich mitgeteilt.


    Aber Rahmani will nicht nach Kabul. Wenn ich zurckgehe, bin ich tot, sagt er und schaut auf den Boden. Sein Onkel sei Berater eines hochrangigen Politikers gewesen. Frher htten ihn dessen Bodyguards verprgelt, Hand und Nase gebrochen, einen Zahn ausgeschlagen. In Afghanistan hat er niemanden, zu dem er gehen knnte, keinerlei Kontakte. Sein Asylantrag wurde dennoch rechtskrftig abgelehnt. Die Innenministerien uern sich nicht zu Einzelfllen aus datenschutzrechtlichen Grnden. Ende 2018 wurden bereits drei Afghanen aus Brandenburg abgeschoben zwei davon aus Cottbus, allen wurden Straftaten vorgeworfen, Rahmani nach Angaben seiner Anwltin dagegen nicht.

    Johlige kann die Entscheidung nicht nachvollziehen

    Andrea Johlige, Sprecherin fr Asylpolitik der Linken im Landtag Brandenburg, findet die Entscheidung in Cottbus nicht nachvollziehbar. Man solle froh sein, dass die Integrationsbemhungen des jungen Mannes soweit fortgeschritten sind, dass ihm ein Arbeitsplatz angeboten werde anstatt ihm mit Abschiebung zu drohen. Dieser junge Mann hat sich nicht das Geringste zu Schulden kommen lassen, er hat versucht, sich hier ein eigenstndiges Leben aufzubauen, und er will eine Ausbildung machen, sagt Johlige. Was die Stadt Cottbus hier veranstalte, sei nichts anderes als Wahlkampf auf dem Rcken eines jungen, gut integrierten Geflchteten. Ich fordere den Oberbrgermeister Holger Kelch (CDU) auf, dafr zu sorgen, dass der junge Mann seine Ausbildung beginnen kann und eine Ausbildungsduldung erhlt.


    Abschiebungen in das Kriegsland sind umstritten. Kaum ein Tag in Afghanistan vergeht ohne Kampfhandlungen, fast das ganze Land ist Schauplatz von Anschlgen und Gefechten. Nach der Einschtzung des Bundesinnenministeriums jedoch sind Abschiebungen dorthin generell mglich. Die Bundesregierung hat ausdrcklich besttigt, dass Abschiebungen nach Afghanistan wieder ohne Einschrnkung mglich sind, heit es dazu aus der Pressestelle des Bayerischen Innenministeriums. Der Freistaat schiebt bisher am hufigsten Afghanen ab. Rckfhrungen sind weiterhin Sache der Bundeslnder. Berlin beispielsweise schiebt ausschlielich sogenannte Gefhrder, Straftter sowie hartnckige Identittsverweigerer nach Afghanistan ab bisher erst zwei Personen, direkt nach Kabul.
    Auslnderbehrden seien an Anweisung Schrters gebunden

    Das von einer rot-roten Koalition aus SPD und Linke regierte Brandenburg fhrt eine hrtere Linie, festgehalten in einem Rckfhrungserlass aus dem Jahr 2017. Allein reisende erwachsene Mnner ohne familire Bindungen, ohne Berufsausbildung beziehungsweise berufliche Ttigkeit und ohne sonstige Merkmale von besonderer Schutzbedrftigkeit sind fr eine Rckfhrung anzumelden, sagt ein Sprecher des von Karl-Heinz Schrter (SPD) gefhrten Innenministeriums.


    Die Auslnderbehrden seien an diese Weisungslage gebunden. Es bedrfe jedoch stets einer sorgfltigen Einzelfallprfung, insbesondere unter Beachtung der Belange besonders schutzbedrftiger Personen.


    Die Auslnderbehrden des Landes Brandenburg seien darauf hingewiesen worden, dass Familien, Kinder und Frauen von den Rckfhrungen nur in absoluten Ausnahmefllen betroffen sein sollten, etwa als Angehrige eines Straftters. Dass berhaupt in Erwgung gezogen wird, Familien abzuschieben, findet Johlige von den Linken ungeheuerlich: Das deutsche Rechtssystem kennt keine Sippenhaft. Es ist schon fragwrdig, Menschen ungleich zu behandeln, indem auf die Verurteilung fr eine Straftat noch eine Abschiebung oben draufkommt, geht das Brandenburger Innenministerium nun noch einen Schritt weiter und will auch noch die Frauen und Kinder mit bestrafen und abschieben.

    Fast 400 Afghanen sind "ausreisepflichtig"

    Derzeit leben laut Innenministerium in Brandenburg 7142 afghanische Staatsbrger, davon 3266 Personen, deren Asylverfahren noch laufen. 391 Afghanen sind ausreisepflichtig.

    Die nchste Sammelabschiebung ist dem Vernehmen nach fr diesen Montag angesetzt. Auf die Frage, was er macht, wenn sie ihn holen wrden, wei Jawed Rahmani keine Antwort. Sein Gesicht verzieht sich, er steht auf und geht in die Kche des Kreuzberger Himmels zu seinen Freunden.

    https://www.pnn.de/brandenburg/afgha.../24006290.html
    Es ist dem Untertanen untersagt, den Mastab seiner beschrnkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.
    Gustav von Rochow (1792 - 1847), preuischer Innenminister und Staatsminister

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    AW: Afghanischem Flchtling in Cottbus droht Abschiebung Wenn ich zurckgehe, bin ich tot

    „Ich wre in jedem Land geblieben. Hauptsache nicht Afghanistan.“
    Und warum ist er nicht in den benachbarten Iran gegangen oder nach Pakistan? Es gibt viele islamische Lnder und berall wre er willkommen gewesen. Aber er geht in ein Land das er hasst und dessen Bevlkerung er verachtet.
    Alle Texte, die keine Quellenangaben haben, stammen von mir.

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