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    Flüchtling aus Albanien: Der Härtefall

    Flüchtling aus Albanien
    Der Härtefall


    Der Fall des Albaners Slajde Maxhari, der als Kind bei einem Zugunglück beide Beine verlor, beschäftigt die Härtefallkommission des Landes Hessen. Das Gremium kann in Einzelfällen empfehlen, Gnade vor Recht ergehen zu lassen und eine Bleibegenehmigung aus humanitären Gründen auszusprechen. Darf der junge Mann bleiben?

    Das Flüchtlingsheim liegt nur wenige Meter vom Bahndamm entfernt in einer Sackgasse des Gewerbegebietes einer Kleinstadt in Südhessen. Als ich mein Auto auf der tristen Asphaltfläche vor der Sammelunterkunft parke, begrüßt mich ein aufrecht stehender, junger Mann an der Tür.


    Ich bin überrascht, hatte einen Interviewpartner im Rollstuhl erwartet. Doch der dunkelhaarige Mann mit ernstem Gesicht und kräftigem Oberkörper schüttelt mir die Hand und geht mit entschlossenen Schritten vorweg in die Unterkunft.
    Man sieht seinem Gang nicht an, dass seine beiden Beine amputiert sind und er Prothesen trägt.


    Der Flüchtling öffnet die Tür zu seinem Zimmer, das er alleine bewohnt. Über dem großen Fernseher hängt eine noch größere rote Fahne, darauf gedruckt ein schwarzer Adler mit zwei Köpfen: die albanische Nationalflagge. Wir nehmen auf dem Sofa darunter Platz:


    „Ich bin Sladje Maxhari. Ich komme aus Albanien. Ich bin 26 Jahre alt, ich habe Gymnasium gemacht, ja.“


    Ein Zug hatte seine Beine abgetrennt, als er noch im Grundschulalter war, erzählt Sladje Maxhari. Danach konnte er zwei Jahre lang keine Schule mehr besuchen. Ohne Rollstuhl musste er sich als Kind auf seinen Stümpfen bewegen. Erst im Jugendalter bekam er Prothesen, dennoch schaffte Sladje Maxhari die Hochschulreife. In einer Vorstadt von Tirana nahm er ein Studium auf:

    Unterstützung vom ehrenamtlichen Flüchtlingsbetreuer

    „Ja, ich habe ein Semester Mathe und Physik gelernt. Aber dann war es schwer, weil es in einer anderen Stadt war, eine Stunde von Tirana entfernt. Und ich konnte nicht mehr, ich konnte nicht mehr studieren.“


    Das Geld reichte in der Familie Maxhari nicht, um dem damals 22-Jährigen ein Zimmer in der Nähe der Uni zu bezahlen. Die tägliche Fahrt wurde dem Körperbehinderten mit schlechten Prothesen schnell zu beschwerlich. Es brach sein Studium ab. Im April 2015 entschied sich Sladje Maxhari, in Deutschland sein Glück zu suchen. Im Fernsehen hatte er einen Film über die Transplantationschirurgie an der Berliner Charité gesehen:



    „Ich habe gehört, hier in Deutschland ist ein Klinikum – das war nur mein Traum – ich habe in einer Dokumentation gesehen, im Fernsehen, sie machen neue Beine. Richtige Beine von einem anderen Menschen. Mein Kopf war nur da.


    Neue Beine aus der Charité – Sladje Maxhari weiß heute, dass dies nicht nur für ihn wohl ein unerfüllbarer Traum bleiben wird. Die Hauptstadt mit der ersehnten Großklinik erreichte er in Deutschland ohnehin nicht, sondern landete zunächst in der größten Erstaufnahmeeinrichtung Hessens, einer ehemaligen US-Kaserne in Gießen. Dort wurde ihm empfohlen, politisches Asyl zu beantragen.


    Ein Fehler, auch das weiß Sladje Maxhari vier Jahre später genau. Denn im Asylverfahren hatte er nie eine Chance, ein Bleiberecht zu erlangen. Im Gegenteil: Er wartet nun seit vier Jahren vergeblich und darf bis heute keine Ausbildung oder Arbeit beginnen.


    Während des Gesprächs bleibt das Fenster der Flüchtlingsunterkunft geöffnet. Immer wieder rauscht ein Zug auf der viel befahrenen Strecke von Frankfurt am Main nach Mannheim vorbei.


    Nach einer Weile klopft es an der Tür. Ein kräftiger Mann um die 50 betritt den Raum und begrüßt uns herzlich. Es ist der ehrenamtliche Flüchtlingsbetreuer Peter Ortler. Ohne ihn wäre Sladje Maxhari wohl längst nicht mehr in Deutschland:



    „Peter – ich sage so, wenn ich mit Freunden oder mit Kollegen rede, sage ich: Gott hat ihn zu mir geschickt.“
    Chancen stehen 50 zu 50

    Denn ohne Peter Ortler hätte er schon längst bei der Ausländerbehörde das Papier unterschrieben, mit dem er seiner freiwilligen Rückkehr nach Albanien zustimmt, so Sladje Maxhari. Doch Ortler kämpft nun seit vier Jahren dafür, dass der körperbehinderte Albaner hier bleiben kann:


    „Er ist ja in einem sehr schlechten Zustand hier hergekommen und Gott sei Dank hat man nach endlosen Anträgen hat man ja dann auch für Operationen gesorgt hier, die nötig waren, um ihn zu stabilisieren. Das wird alles in Albanien nicht der Fall sein. Deswegen kann ich ihn verstehen. Er braucht eine Möglichkeit, wie er sein Leben selbst gestalten kann. Hier hätte er die Möglichkeit, er würde auch die Unterstützung erfahren, die er bräuchte hier. Aber dafür bräuchte er einen Aufenthaltsstatus.“


    Die Chancen bei der hessischen Härtefallkommission stehen nun 50 zu 50, glaubt Peter Ortler. Sladje Maxhari träumt von einer Ausbildung zum Straßenbahnschaffner in Darmstadt, sagt er im Laufe des Gesprächs. Seine Unterlagen habe er schon bei den Verkehrsbetrieben abgegeben. Doch zu viel Hoffen will er jetzt noch nicht:


    „Ich habe nie, nie so positive Hoffnung. Warum? Ich denke immer an die negative Antwort. Weil – wenn es positiv kommt, ist es gut für mich. Ich weiß, was ich mache. Weil ich das im Kopf habe. Aber wenn es negativ kommt, dann muss ich viel denken, was soll ich weitermachen?“


    In Albanien werde er auf jeden Fall nicht bleiben, wenn er zurückmüsse. Da ist sich Sladje Maxhari sicher:


    „Ich probiere wieder – was anderes. Ich probiere was. Ich kann nicht in Albanien leben. Da bin ich sicher. Etwas Anderes weiß ich noch nicht. Ein anderes Land oder weit weg von Europa. Aber ich probiere was.“

    https://www.deutschlandfunk.de/fluec...icle_id=437918
    Es ist dem Untertanen untersagt, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.
    Gustav von Rochow (1792 - 1847), preußischer Innenminister und Staatsminister

  2. #2
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    AW: Flüchtling aus Albanien: Der Härtefall

    Asylbetrug, in Albanien wird er nicht verfolgt. Trotzdem wird er im Bericht "Flüchtling" genannt.

    Man sieht seinem Gang nicht an, dass seine beiden Beine amputiert sind und er Prothesen trägt.


    Der Flüchtling öffnet die Tür zu seinem Zimmer, das er alleine bewohnt. Über dem großen Fernseher hängt eine noch größere rote Fahne, darauf gedruckt ein schwarzer Adler mit zwei Köpfen: die albanische Nationalflagge. Wir nehmen auf dem Sofa darunter Platz:


    „Ich bin Sladje Maxhari. Ich komme aus Albanien.
    ...wenn er seine albanische Fahne aufhängt, hat er sich nicht emotional von seinem Land abgewandt. Eine Rückkehr ist zumutbar. Albanien braucht fähige Leute.....


    Im April 2015 entschied sich Sladje Maxhari, in Deutschland sein Glück zu suchen. Im Fernsehen hatte er einen Film über die Transplantationschirurgie an der Berliner Charité gesehen:



    „Ich habe gehört, hier in Deutschland ist ein Klinikum – das war nur mein Traum – ich habe in einer Dokumentation gesehen, im Fernsehen, sie machen neue Beine. Richtige Beine von einem anderen Menschen.

    ....tut mir leid aber wer so doof ist, dass zu glauben, der kann auch nur in einem Land wie Albanien studieren. Warum glauben diese Naivlinge alles, was man ihnen erzählt? Warum prüfen sie es dann nicht im Internet nach?


    Ich kann nicht in Albanien leben. Da bin ich sicher. Etwas Anderes weiß ich noch nicht. Ein anderes Land oder weit weg von Europa. Aber ich probiere was.“

    ...warum kann er dort nicht leben? Immerhin ist er ein glühender Nationalist. Sonst hätte er die Fahne seines Landes nicht an der Wand hängen.
    Alle Texte, die keine Quellenangaben haben, stammen von mir.

  3. #3
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    AW: Flüchtling aus Albanien: Der Härtefall

    weil es in einer anderen Stadt war, eine Stunde von Tirana entfernt. Und ich konnte nicht mehr, ich konnte nicht mehr studieren.“


    Das Geld reichte in der Familie Maxhari nicht, um dem damals 22-Jährigen ein Zimmer in der Nähe der Uni zu bezahlen. Die tägliche Fahrt wurde dem Körperbehinderten mit schlechten Prothesen schnell zu beschwerlich.
    Ich glaube nicht, dass es ein Fluchtgrund ist, wenn die Eltern dem Sohnemann kein Zimmer bei der Uni bezahlen können und er deswegen eine Stunde lang zur Uni pendeln muss. Das müssen in Deutschland Tausende.
    Ach, ich las: Er hat ja nur ein Semester studiert. Vielleicht war ja auch nicht nur der Weg zu beschwerlich.
    Es ist dem Untertanen untersagt, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.
    Gustav von Rochow (1792 - 1847), preußischer Innenminister und Staatsminister

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