Der Prmer Taliban ist wieder aufgetaucht

Trier. Der als Prmer Taliban bekanntgewordene afghanische Asylbewerber Khan A. ist aufgetaucht. Der 23-Jhrige wartet in einer Berliner Kirche auf eine neue Entscheidung des Bundesamts fr Migration und Flchtlinge. Erkennt das Bamf seinen Asylantrag doch noch an?

Der als Prmer Taliban bekanntgewordene afghanische Asylbewerber Khan A. ist berraschend in Berlin aufgetaucht. Der 23-Jhrige sei dort in Kirchenasyl und warte auf eine Entscheidung des Bundesamts fr Migration und Flchtlinge (Bamf),
sagte ein Sprecher der Kreisverwaltung Bitburg-Prm auf Anfrage unserer Zeitung. Wie der Name der Kirche lautet und ob es sich um ein katholisches oder protestantisches Gotteshaus handelt, sagte der Sprecher nicht.

Mit der jngsten Entwicklung ist das schon seit Jahren andauernde juristische Tauziehen um den jungen Mann um eine weitere Facette reicher. Khan A. hatte deutsche und franzsische Behrden in der Vergangenheit mehrfach getuscht, etwa indem er sich der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung bezichtigte oder unter falschem Namen Asyl beantragte (der TV berichtete), um einer drohenden Abschiebung zu entgehen.


Erst Mitte September war der junge Afghane von den franzsischen Behrden nach Deutschland berstellt und hier in Abschiebehaft genommen worden. Er wurde aber spter wieder auf freien Fu gesetzt, weil sein Anwalt erfolgreich die Fortsetzung des zuvor eingestellten Verfahrens beim Trierer Verwaltungsgericht beantragt hatte. Der Termin fr die Verhandlung stand bereits fest, als Khans Verteidiger die Klage wieder zurcknahm. Damit htte der im Juni 2015 ber den Iran und die Trkei nach Deutschland geflchtete Afghane eigentlich abgeschoben werden knnen. Doch fr die zustndigen Behrden war Khan A. mal wieder nicht zu greifen, bis der 23-Jhrige jetzt im Berliner Kirchenasyl auftauchte.


Erst vor gut drei Jahren hatte der Bund mit den Kirchen vereinbart, wie in einem solchen Fall zu verfahren ist. Danach informieren die Kirchengemeinden die Behrden ber jeden neuen Fall von Kirchenasyl. Im Gegenzug prft das Bamf dann jeden Asylfall noch einmal.


Den Asylantrag von Khan A. hatte das Bamf im Mai 2017 abgelehnt. Zumindest theoretisch knnte die Behrde bei der zweiten Prfung anders entscheiden. Bleibt sie beim Nein, msste der 23-Jhrige ausreisen beziehungsweise wrde abgeschoben. Das sind genau die Flle, ber die sich die Leute zu Recht rgern, kommentierte der rheinland-pflzische CDU-Innenexperte Matthias Lammert die jngste Entwicklung.


Nach Zahlen der kumenischen Bundesarbeitsgemeinschaft Asyl in der Kirche gab es Ende Dezember bundesweit 546 Flle von Kirchenasyl mit mindestens 880 Personen. Im Lauf des vorletzten Jahres registrierte das Bundesamt fr Migration und Flchtlinge ber 2000 Menschen im Kirchenasyl.

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