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    Flüchtlinge aus Stuttgart werden Lokführer - Update: Nicht nur in Stuttgart, auch anderswo

    Ganz exklusiv verdienen die Flüchtlinge auch bereits während der Ausbildung - später natürlich mehr - 2.100,-- Euro brutto.
    Gezahlt wird diese Exklusivausbildung mit Mitteln der Arbeitsagentur und damit aus den Geldern der Arbeitslosengeldversicherung, die damit zweckentfremdet eingesetzt werden (denn die Flüchtlinge haben eigentlich kein Anrecht auf Gelder der Arbeitslosengeldversicherung).


    Exklusiv
    Flüchtlinge aus Stuttgart werden Lokführer

    Das steckt hinter dem Modellprojekt





    Die Schienenverkehrsunternehmen suchen händeringend nach Personal. Nun startet Verkehrsminister Winfried Hermann ein ungewöhnliches Modellprojekt – wir verraten die Details.

    Stuttgart - In einem Modellprojekt, in dem Flüchtlinge innerhalb von 15 Monaten zu Lokführern ausgebildet werden, will Landesverkehrsminister Winfried Hermann zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Zum einen soll der Personalengpass bei den Schienenverkehrsunternehmen bekämpft werden, der immer öfter zu Zugausfällen führt. Und – andererseits – „tun wir etwas Gutes für die Menschen und die Gesellschaft, indem wir helfen, Flüchtlinge zu integrieren“, so der Grünen-Politiker. Dies entspreche auch dem Koalitionsvertrag seiner Partei mit der CDU.

    Die Ausgangslage

    Die Personalgewinnung gilt als eine der größten Herausforderungen im ÖPNV – bei Bus- und bei Schienenverkehrsunternehmen. Dabei spielen die im Vergleich zur Industrie oft geringere Entlohnung und die Arbeitszeiten ein Rolle, aber auch der Umstand, dass in der Region quasi Vollbeschäftigung herrscht.

    Schon die Bahn-Tochter DB Regio tut sich schwer, genügend Lokführer bereitzustellen. In den vergangenen Monaten fielen daher immer wieder Regionalzüge aus. Wegen vieler Krankmeldungen beim fahrenden Personal stellte die S-Bahn Stuttgart Anfang Oktober an einigen Tagen zwei Nebenbahnen ein. „Wir als Ministerium sind zwar nicht zuständig für Personalfragen“, sagt Hermann, „aber wir handeln aus Verantwortung für einen funktionierenden Nahverkehr.“

    Lesen Sie hier den Kommentar zum Thema: Lobenswert, aber überschaubar
    Die Stuttgarter Besonderheit

    Der Vorstoß des Landes ist auch dem Umstand geschuldet, dass Mitte 2019 ein gewaltiger Umbruch im Regionalzugverkehr bevorsteht. Neue Anbieter übernehmen die bisher von der DB Regio im Auftrag des Landes gefahrenen Linien von und nach Stuttgart. Das Tochterunternehmen der niederländischen Abellio-Gruppe wird für den Verkehr von und nach Pforzheim, Heilbronn und Tübingen zuständig, der Ableger der britischen Go-Ahead-Gruppe fährt die Züge von und nach Crailsheim, Ulm, Aalen, Karlsruhe und Würzburg. Zwar beteuern die Unternehmen, dass sie genügend Lokführer haben, doch die Personalgewinnung gilt als schwierig.

    Das Modell

    Gemeinsam mit der Arbeitsagentur, großen Schienenverkehrsunternehmen im Land, den Gewerkschaften und mit anderen Ministerien abgestimmt startet Minister Hermann nun ein Projekt. Dabei sollen anerkannte Asylbewerber und Flüchtlinge mit einem geklärten Aufenthaltsstatus in den Betrieben zu Lokführern ausgebildet werden. Dazu werden sie von den Unternehmen als Helfer für ein Bruttogehalt von etwa 2100 Euro an- und für die Ausbildung freigestellt.



    Die Arbeitsagentur übernimmt den Teil, der über der normalen Ausbildungsvergütung des Verkehrsunternehmens von rund 700 Euro liegt, und finanziert die Weiterbildungskosten.

    Das Bundesamt für Migration kommt für die allgemeine Sprachförderung auf, der spezielle „Eisenbahnsprech“ muss in den Unternehmen vermittelt werden. Das Land koordiniert das Projekt und finanziert neun Coaches, die die Lokführer in spe in allen Fragen unterstützen.


    Geplant sind zunächst drei Gruppen mit je 15 Aspiranten: in Stuttgart, Mannheim/Karlsruhe und in Hechingen/Zollernalb. Beteiligt an dem Projekt sind die DB Regio, Abellio, Go Ahead, die landeseigene SWEG, die Albtalverkehrsgesellschaft der Stadt Karlsruhe, die in Konstanz ansässige Tochter der Schweizerischen Bundesbahnen, die Trandev, deren Tochter WEG die Täles-, Strohgäu-, Schönbuch- und Wieslauftalbahn betreibt. Hinzu kommen die Personaldienstleister MEV und Netinera.

    Die Expertenmeinung

    „Das ist ein rundes Paket“, sagt Christian Rauch, der Chef der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Agentur für Arbeit. Er sieht vor allem zwei Vorteile: Die Flüchtlinge bekämen sofort ein Gehalt und würden qualifiziert; und durch die Coaches steige die Erfolgswahrscheinlichkeit.



    Bei der „normalen“ Zusatzausbildung zu Lokführern, beispielsweise von Arbeitslosen, sprängen viele Bewerber wieder ab, zudem „haben wir dieses Potenzial weitgehend ausgeschöpft“, sagt der Experte. Dagegen gebe es rund 44 000 Arbeit suchende Flüchtlinge im Land. Sollte das Projekt zur Qualifizierung von Flüchtlingen zu Lokführern erfolgreich sein, will es Rauch auch auf andere Branchen ausweiten.

    https://www.stuttgarter-zeitung.de/i...f20e56ce3.html

    Dass die "normalen Arbeitslosen" wieder abspringen, liegt vielleicht auch daran, dass die finanzielle Förderung durch ihre Arbeitslosenagentur (ihre Gelder der Arbeitslosenversicherung) nicht so hoch ist und sie höchstwahrscheinlich auch keine Coaches haben. Außerdem dürften nicht allzuviele Arbeitslose eine solche Qualifikationsmaßnahme erhalten, weil sich die Arbeitsagentur mit solchen wirklichen Qualifizierungen sehr schwer tut. Meistens müssen normale Bewerbungstrainings reichen. Mehr gibt es nur im Ausnahmefall, wenn der Berater dies befürwortet und die bereitgestellten Mittel für solche Qualifizierungen noch nicht ausgeschöpft sind und nur, wenn ein Höchstalter nicht überschritten ist und ein Intelligenztest bestanden wurde.
    Es ist dem Untertanen untersagt, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.
    Gustav von Rochow (1792 - 1847), preußischer Innenminister und Staatsminister

  2. #2
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    AW: Flüchtlinge aus Stuttgart werden Lokführer

    Unglaublich! Wer als Deutscher versucht, bei der Bahn unterzukommen, muss jede Menge Qualifikationen mitbringen und wer Ende 40 ist, wird alleine aus Altersgründen nicht genommen. Und diese Analphabeten aus dem Morgenland werden hofiert. Mal sehen, wie lange es dauert, bis so ein Lokführer Allahu akbar brüllend seinen Zug mit 250 Fahrgästen ins Nirwana fährt.
    Alle Texte, die keine Quellenangaben haben, stammen von mir.

  3. #3
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    AW: Flüchtlinge aus Stuttgart werden Lokführer - Update: Nicht nur in Stuttgart, auch anderswo

    Nun, denn, das Programm "Flüchtlinge zu Lokführern" läuft offensichtlich nun bundesweit an.

    Was mich besonders freut: Wir leben mittlerweile wieder in einem Zeitalter, in dem Minister etwas wollen und dies mit Versicherungen vereinbaren, in die die Versichertengelder der Angestellten in Deutschland fließen. Der Minister will was und es wird gemacht. Und da der Minister es will, wird auch aus den Versichertengeldern ein ganzes Gehalt in der Ausbildung gezahlt, das wesentlich über dem Mindestlohn liegt, nämlich immerhin bei 2.100,-- Euro netto in der Ausbildung. Davon würde mancher Deutsche nur träumen.

    Was das Volk will, scheint nebensächlich.

    Flüchtlinge sollen zu Lokführern ausgebildet werden und die AVG macht mit: Lässt sich so der Personalmangel lösen?

    Dass bei der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft Fahrer für die Bahnen fehlen, das ist ein offenes Geheimnis. In einer großangelegten Offensive hat die AVG um neue Azubis geworben und diesen Unterbestand auch fast aufgefangen. Doch nun kommt das Verkehrsministerium des Landes mit einer neuen Idee: Sie wollen Flüchtlinge zu Lokführern ausbilden.

    Knapp 1.000 Lokführer fehlen im Land Baden-Württemberg, etwa 30 sind es bei der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) zu wenig. Daher kommt es immer wieder zu Zugausfällen, da es schlichtweg an Personal mangelt und im Krankheitsfall kein Kollege einspringen kann. Das könnte sich nach den Plänen des baden-württembergischen Verkehrsministerium jedoch bald ändern. Dabei steht das "bald" für das Jahr 2020.

    Minister Winfried Hermann will, in Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit, Flüchtlinge zu Lokführern ausbilden. 15 Monate dauert die Ausbildung, drei Regionen nehmen an dem Konzept teil - Karlsruhe/Mannheim ist eine davon. 15 Flüchtlinge sollen pro teilnehmender Region ausgebildet werden. "Wir begrüßen das Projekt sehr, denn das ist ein guter Ansatz, um in Zukunft neue Fahrer zu gewinnen", sagt Michael Krauth, Pressesprecher der AVG, gegenüber ka-news.

    Bevor das Projekt im Sommer beginnt, wird es bereits im Februar ein erstes Treffen in Stuttgart geben. Neben der AVG sind auch der Personaldienstleister MEV, die Verkehrsgesellschaft Go Ahead und die Bundesagentur für Arbeit dabei. "Dann erst wird das konkrete Vorgehen besprochen.
    Die AVG ihrerseits wird die Koordinierung des Projekts für Karlsruhe übernehmen", so Michael Krauth weiter.

    Der akute Personalmangel wird dadurch nicht gedeckt

    Trotz aller Euphorie, der Pressesprecher sieht ein Problem: "Nicht alle 15 Azubis werden für Karlsruhe sein." Heißt also, wie viele schlussendlich in der Fächerstadt bleiben ist ungewiss. Und weil die Ausbildung über ein Jahr dauern wird, löst das nicht das Personalproblem der AVG auf die Schnelle. "Es fehlen uns etwa 30 Bahnfahrer bei der AVG und das Projekt schließt die aktuelle Lücke nicht!"

    Denn der Unterbestand an Personal soll bereits ab Mai 2019 durch unter anderem die eigenen Azubis ausgeglichen sein. "Erst ab 2020 wären die neuen Triebfahrzeugführer einsatzbereit", erklärt Michael Krauth die weitere Problematik.

    Integration in die Gesellschaft und eigenes Gehalt

    Für die Flüchtlinge ist es jedoch eine gute Möglichkeit, sich in Deutschland weiter zu integrieren. "Und sie bekommen die Möglichkeit, eigenes Geld zu verdienen, denn das Azubi-Gehalt ist bestimmt nicht schlecht." 2.100 Euro brutto sollen die Flüchtlinge verdienen. "Das ist ein attraktiver Ansatz vom Land, das auch eine große Summe zuschießt", so Michael Krauth gegenüber ka-news weiter. Dem stimmt auch Ingo Zenkner, Geschäftsführer der Arbeitsagentur Karlsruhe - Rastatt zu

    Mit einer Ausbildung oder einem Job gelinge die Integration in der Gesellschaft auch besser, ist sich der Chef der Arbeitsagentur sicher. "In der Mittagspause mit den Kollegen etwa, da wird die Sprachkompetenz noch weiter gefördert. Und dass die Flüchtlinge ihr eigenes Geld verdienen ist ebenfalls wichtig, damit sie sich anerkannt fühlen", sagt Ingo Zenkner.

    Dennoch bekommen die Flüchtlinge zunächst ein halbes Jahr Sprachunterricht und erst wenn sie so weit fortgeschritten sind, folgen neun Monate Ausbildung - so wie sie jeder Azubi bei der AVG durchlaufen muss. Weitere Voraussetzung neben der Sprache sind auch eine technische Vorbildung. ein ärztlicher Test - immerhin geht es um die Sicherheit im Bahnverkehr - und ein geklärter Aufenthaltsstatus.

    "Integration in den Arbeitsmarkt ist ein Langstreckenlauf"

    Bei der Agentur für Arbeit Karlsruhe - Rastatt sind derzeit rund 3.500 Flüchtlinge mit positiver Aufenthaltserlaubnis arbeitssuchend gemeldet. "Wir konnten schon viele Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt integrieren und haben viele in die Ausbildung gebracht, aber das ist ein Langstreckenlauf", weiß Ingo Zenkner, Chef der Arbeitsagentur. Vor allem das Thema Sprachkompetenz sei sehr langwierig.



    So sei es erforderlich, ein gewisses Grundwissen in der Sprache zu haben und dann komme noch die Fachsprache obendrauf. "Dass die Azubis nochmal einen Deutschkurs bekommen, ist notwendig aber sehr gut!"

    Bewerberprofile müssen zu den Unternehmen passen

    Ingo Zenkner findet die Idee, Flüchtlinge zu Lokführern auszubilden, gut. "Der Bedarf an Lokführern ist seit einigen Jahren sehr hoch in der Region und da kann man sich tatsächlich überlegen, ob nicht unter den Zuwanderern jemand dabei ist, der gerne eine Ausbildung zum Lokführer macht und der auch sprachlich so weit ist", so Zenkner im Gespräch mit ka-news.
    Symbolbilder Bahn in Karlsruhe



    Bei der Arbeitsagentur steht der nächste Schritt schon fest: "Wir sind in dem Projekt erst am Anfang. Wir schauen uns jetzt die Profile der Bahnunternehmen an, was wirklich gebraucht und gefordert wird", so Ingo Zenkner gegenüber ka-news weiter. "Anhand dieser Profile schauen wir in unseren Beständen, ob wir Flüchtlinge haben, die perspektivisch in der Lage sind, bei den beteiligten Unternehmen eine Ausbildung zu absolvieren!" Er weiß, dass aber die Motivation der Flüchtlinge, eine Ausbildung zu machen, da ist.

    Ab dem Sommer soll es dann losgehen und 15 Flüchtlinge in Karlsruhe ihre Ausbildung zum Lokführer antreten - und die Freude ist schon jetzt bei der AVG und bei der Arbeitsagentur groß.

    https://www.ka-news.de/region/karlsr...rt6066,2330419
    Es ist dem Untertanen untersagt, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.
    Gustav von Rochow (1792 - 1847), preußischer Innenminister und Staatsminister

  4. #4
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    AW: Flüchtlinge aus Stuttgart werden Lokführer - Update: Nicht nur in Stuttgart, auch anderswo

    Mit so einer Lok läßt sich schließlich viel mehr anfangen, als mit einem Lkw oder Pkw.
    Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland

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