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    "Einfachwohnungen" für 50 Personen

    Auch hier wieder ein Beispiel, wie man mit Worten und Formulierungen jonglieren kann.

    Einfachwohnungen, aber nicht in billiger Bauweise. Also doch keine Einfachwohnungen.

    8,16 Euro pro qm entspricht nun wirklich nicht einer Billigmiete. Wie sich diese 8,16 Euro aber zu den 120 Euro Miete pro Flüchtling verhalten, ist mir nicht ganz klar. Und ob die 120 Euro Miete nun brutto oder netto ist, wird auch nicht gesagt, denn bei einer Pauschalmiete geht man eigentlich immer von einer Bruttomiete, d.h. mit Nebenkosten aus. Aber lassen wir die Sache mal netto. 120 qm/8,16 =14,7 qm, also eine krumme und damit wenig glaubwürdige Angabe. Mit anderen Worten: Da stimmt was nicht.

    Erfreuen kann man sich auch an dem "sowie". Gebaut werden soll also für Flüchtlinge sowie für sozial Schwache. Theoretisch oder praktisch? Vielleicht findet man gerade keine sozial Schwachen, wenn die Wohnungen bezogen werden sollen? Oder dürfen die sozial Schwachen erst dann einziehen, wenn die Flüchtlinge wieder gegangen sind? (Keine bloße Annahme, sondern bereits mehrfach in Deutschland genauso umgesetzt) Natürlich nicht in ihre Heimatländer, bewahre Gott, sondern in bessere Unterkünfte.

    Noch einmal zu den 8,16 Euro/qm zurück. Dieser Mietpreis liegt klar und deutlich über den genehmigungsfähigen Mietgrenzen für Hartz-IV-Bezieher.

    Schön auch die Begründung für den Flüchtlings-Sowie-Bau. Den Bürgern wird über den Herrn Bürgermeister erklärt, wenn man eine Wohnung suchen würde, würde man keine finden. Wer findet dann keine und für wen sind die Wohnungen gedacht? Und finden die anderen dann Wohnungen oder finden sie noch weniger Wohnungen, weil eben mehr Interessenten da sind? Und für die mehr Interessenten baut man eben Wohnungen mit dem Geld der anderen mit der Begründung, diese würden ja keine Wohnungen finden, wenn sie welche suchten? Welch ein Hohn!

    Na, ja, gut, fügen wir uns der Maßgabe: Sie sind jetzt nun einmal da! Oder wie die Alten vordem sagten: Wir können es ja nun nicht ändern und müssen das Beste daraus machen!

    Aber halt: Im weiteren Artikel dann doch ein Ausflug in nähere Erläuterungen. Die Wohnungen, die für Flüchtlinge sowie für andere gebaut werden, werden wie vermutet erst nach Auszug der Flüchtlinge in bessere Wohnbedingungen den anderen überlassen: "sobald die Wohnungen nicht mehr als Anschlussunterbringung genutzt werden würden, es denkbar sei, Zimmer für Touristen, Landschulaufenthalte oder Bedürftige anzubieten." Ob es soweit kommt, wissen wir nicht, wohl aber, dass wir uns jetzt schon einmal in froher Erwartung üben bzw. freuen dürfen oder auch nicht. Es ist auf jeden Fall die Wurst vor der Nase, die uns die Steuerabgaben bzw. steuerliche Finanzierung für dieses Projekt erleichtern sollen. Kommt vielleicht auch mal uns zugute, wer weiß!

    Und wen das noch nicht überzeugt hat, dem erklärt der Bürgermeister dann die Notwendigkeit des Projektes. Hier schließlich willigt der Deutsche ein. Die Disziplin des Notwendigen also!

    Wir kommen aus der Nummer nicht mehr raus, heißt es, wir sind verpflichtet. Das Ärztehaus, das eigentlich gebaut werden sollte und für das nun kein Geld mehr da ist, wird eben später errichtet. Vielleicht. Denn es kommen ja weitere Flüchtlinge über Asyl oder Resettlement (die heimlichen Flüchtlinge, die in keiner Statistik auftauchen) oder humanitäre Gründe (ebenso heimlich) und nicht zuletzt der Familiennachzug.

    Und zuletzt: Das Projektbild im Artikel ist nicht zu ernst zu nehmen. Lediglich sieht man wahrheitsgemäß einen Mercedes auf dem Parkplatz, wenngleich der (Mercedes) auch noch nicht tiefergelegt ist. Ein Van hätte es auch sein dürfen.

    Dass das Bild nicht ganz ernst zu nehmen ist, ergibt sich aus der Wohnungszahl. 12 Wohnungen (insgesamt) in 2 Gebäuden sollen es sein. Wenn man allerdings die Mindestwohnungszahl dieser zwei Gebäude (pro Gebäude 8, sonst würden nämlich die Eingänge im rechten Gebäude nicht stimmig sein) nimmt, kommt man schon auf 16 Wohnungen (ohne Dachgeschoß). Mit anderen Worten: Man hat hier ein Bild genommen, das der Wirklichkeit nicht entspricht und sie negativer abbildet als das Original dereinst sein wird.

    Der Gemeinderat beschließt Bau von zwei Gebäuden für Geflüchtete und sozial Schwache.

    Einfachwohnungen Görwihl

    GÖRWIHL (niwi). Zusätzlich zu dem neuen Kindergarten beschloss der Gemeinderat in seiner Sitzung, das Architektenbüro Schanz mit der Planung und Ausführung des Projektes "Einfachwohnungen" zu beauftragen und ein Baugesuch einzureichen. Dabei handelt es sich um zwei Gebäude, die im neuen Baugebiet "In der Breite" für 1,4 Millionen Euro entstehen sollen. Genutzt werden könnten die Gebäude mit insgesamt zwölf Wohnungen für die Anschlussunterbringung von Geflüchteten sowie für sozial Schwache.


    "Wenn man in Görwihl eine Wohnung sucht, dann gibt es keine freie. Um unserer Verantwortung gerecht zu werden, sollen diese Gebäude gebaut werden", erklärte Bürgermeister Carsten Quednow. In dem Baugebiet "In der Breite" verfügt die Stadt über drei nebeneinanderliegende Grundstücke. Mit dem Bau der Häuser könnte bei positivem Baugesuch bereits im April/Mai 2019 begonnen werden.

    Architekt Peter Schanz erklärte den Gemeinderäten, dass geplant sei, zwei möglichst große Gebäude für 50 Personen zu schaffen. Zwischen den Gebäuden sollen Fahrradständer und ein Spielplatz entstehen. Die Wohnungen seien relativ einfach gehalten und haben französischen Balkons, doch es handle sich um keinen Billigbau. Da die Erdgeschosswohnungen komplett barrierefrei geplant seien, bräuchten die Gebäude keine Aufzüge. Die Wohnflächen könnten pro Quadratmeter für 8,16 Euro angeboten werden beziehungsweise für eine Monatsmiete von ungefähr 120 Euro pro Person. Eventuelle Fördermittel oder Zuschüsse nicht miteingerechnet.

    Carsten Quednow war begeistert von der Planung des Architekten und wies daraufhin, dass, sobald die Wohnungen nicht mehr als Anschlussunterbringung genutzt werden würden, es denkbar sei, Zimmer für Touristen, Landschulaufenthalte oder Bedürftige anzubieten.

    In der Diskussion erklärten Gemeinderäte ihren Unmut über die Notwendigkeit der Gebäude. Roland Lauber (FW) sagte, dass er nicht einverstanden sei, dass die Gemeinde dazu gezwungen werde, Anschlussunterbringen zu bauen. Schließlich seien viele Flüchtlinge illegal in das Land eingereist, und die Gebäude würden nun durch Gelder der Steuerzahler finanziert.

    Der Bürgermeister zeigte sich unbeeindruckt von dererlei Äußerungen und betonte, dass Görwihl als Kommune dazu verpflichtet sei, Wohnungen für Flüchtlinge zu stellen und dies eine Entscheidung der Bundesregierung sei.

    Matthias Schauer (CDU) erklärte: "Wir haben die Pflicht, Anschlussunterbringungen anzubieten und kommen aus der Nummer nicht mehr raus. Doch ich gebe zu bedenken, dass wir in der Zukunft ein Ärztehaus benötigen." Schauer fragte, ob es möglich sei, eines der Gebäude so zu bauen, dass es sich später zu einem Ärztehaus umfunktionieren ließe. Schanz sagte, dass ein Ärztehaus durch seine baulichen Besonderheiten nicht in das Projekt zu integrieren sei. Doch der dritte freie Bauplatz der Gemeinde könne irgendwann für ein Ärztehaus genutzt werden.

    http://www.badische-zeitung.de/goerw...162265332.html
    Geändert von Turmfalke (05.01.2019 um 15:29 Uhr)
    Es ist dem Untertanen untersagt, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.
    Gustav von Rochow (1792 - 1847), preußischer Innenminister und Staatsminister

  2. #2
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    AW: "Einfachwohnungen" für 50 Personen

    Simple, schnell zusammengeschusterte Baracken tun es auch. Der Vorteil dabei wäre, dass nach rund 5 Jahren Wohndauer der Asylanten, der Verlust nicht so hoch ist, wie bei gehobener Bauweise. Denn eines können diese Leute sehr gut: Immobilien werden rasant "verwohnt".
    Alle Texte, die keine Quellenangaben haben, stammen von mir.

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