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    Schwierige Platzsuche für Flüchtlinge

    Wenn man das Bild dieses schönen Dorfangers sieht, fragt man sich unwillkürlich, wo die Grünen bleiben, um die Landschaft zu schützen.
    Auch fragt man sich unwillkürlich, welche Art von Unterkunft dort entstehen soll. Man liest etwas von mobiler Bauweise und assoziiert Container, erinnert sich dann aber daran, dass mobile Bauweise auch Modulbauweise heißen kann, d.h. ganz normale Wohnhäuser, auch oft auf gehobenem Niveau.
    Na, ja, der Dorfanger ist auf jeden Fall hinüber und das Dorfbild für die Zukunft unrevidierbar zum Nachteil verändert. Schön ist es dann nicht mehr.

    Schwierige Platzsuche


    Auf der Kasperhofmatte soll gebaut werden

    SIMONSWALD (khß). Mit dem angedachten Standort Kasperhofmatte in Obersimonswald für die Errichtung von mobilen Wohneinheiten für die Anschlussunterbringung von Flüchtlingen, beschäftigte sich jetzt nochmals der Gemeinderat Simonswald.

    Gleich zu Beginn der Sitzung sprachen Bürger diesen Sachverhalt an.
    Eine Bürgerin fand: "Bevor solch ein Flüchtlingscontainer aufgestellt werden soll, muss es doch eine Bürgerveranstaltung geben." Das sei wichtig, "um durch umfassende Informationen Ängste abbauen zu können". Zudem wünschten sich die Bürger Transparenz bei Planungen, die sie direkt betreffen. "Wir wünschen zu wissen, wie es um die Ordnung und Sicherheit bestellt ist", ergänzte die Bürgerin. Man befürchte auch, dass durch das Vorhaben angrenzende Immobilien an Wert verlieren.

    Bürgermeister Stephan Schonefeld stellte klar: "Die Anschlussunterbringung von Flüchtlingen ist eine Aufgabe, die wir zu erfüllen haben. Wir sind selbst überrascht über den Zeitrahmen gewesen. Wir haben sieben Flüchtlinge zugewiesen bekommen und als Standort für deren Unterbringung die Kasperhofmatte in Betracht gezogen." Zuvor habe die Verwaltung 1,5 Jahre erfolglos versucht, andere Möglichkeiten zu finden, wie das Anmieten leerstehender Wohnungen oder Häuser. Die Verpflichtung der Gemeinden zur Anschlussunterbringung von Flüchtlingen sei seit langem klar gewesen. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl seien Simonswald in diesem Jahr sieben Flüchtlinge zugewiesen worden und im nächsten Jahr folgen voraussichtlich nochmals fünf.

    Auf BZ-Anfrage berichtete Schonefeld, "dass die sieben pakistanischen Flüchtlinge inzwischen in der Gemeinde angekommen sind". Sie leben vorübergehend in der Obdachlosenunterkunft der Gemeinde in sehr beengten Verhältnissen. "Das ist keine langfristige Lösung", sagte der Bürgermeister dazu. Zumal die Unterkunft im ehemaligen Rathaus nun eben nicht für Menschen zur Verfügung stünde, "die auch in Not geraten sind, sei es durch Wohnungsverweis, Trennungen oder aus anderen Gründen". Der Bestand, den die Gemeinde für solche Notsituationen habe, sei nun vollends belegt. Falls jemand kurzfristig untergebracht werden müsse, müsse die Gemeinde dafür dann Wohnraum anmieten.

    "Alle sieben Flüchtlinge, die seit Montag bei uns sind, haben eine Anerkennung oder Duldung und arbeiten zum Teil. Sie sind uns zugewiesen worden und bleiben für die nächsten drei Jahre, wenn sie nicht selbst etwas anderes finden." Hinsichtlich der Wahl des Standortes für die mobilen Wohneinheiten erinnerte der Bürgermeister in der Sitzung daran, das rund zwei Drittel der Fläche der Gemeinde gehören. Bei einer Sitzung im Sommer sei entschieden worden, dass auf dieser Fläche ein Gebäude für soziales Wohnen entstehen soll, da die Nachfrage nach günstigerem Wohnraum in der Gemeinde groß sei. Die Realisierung des Vorhabens bedürfe einer längeren Planungszeit, die Erschließung für mobile Wohneinheiten sei hingegen relativ kurzfristig möglich. "Da fußen im Außenbereich Ausnahmeregelungen für die Unterbringung von Flüchtlingen." Die Aufstellung der mobilen Wohneinheiten würde auf drei Jahre befristet. Bereits im Sommer seien alle Flächen der Gemeinde, wie zum Beispiel große Parkplätze, durchgegangen worden, ob sie für eine Flüchtlingsunterkunft in Frage kämen.

    Mit dem Gemeinderat ist nun, nachdem Bürger ihre Ablehnung kundtaten, laut Schonefeld vereinbart worden, "Alternativstandorte für die mobilen Wohneinheiten zu prüfen". Er betonte: "Die Flüchtlinge sind nun da, bleiben mit hoher Wahrscheinlichkeit drei Jahre und auf absehbare Zeit wird für sie nicht mehr Wohnraum als jetzt zur Verfügung stehen." In Bezug auf die Sicherheit und Ordnung, die von der Bürgerin aus Obersimonswald angesprochen wurde, erklärte Schonefeld: "Der Hausmeister der Gemeinde, der unter anderem für die Schule zuständig ist, wird die derzeitige wie auch eine künftige Unterkunft der Flüchtlinge regelmäßig kontrollieren, ob dort Sauberkeit und Ordnung herrscht." Er zeigte sich von der starken Ablehnung von Bürgern im Obertal so sehr sensibilisiert, dass der angedachte Standort Kasperhofmatte schon aus dieser Sachlage heraus im Sinne auch der Flüchtlinge kaum noch in Betracht kommt.
    http://www.badische-zeitung.de/simon...162306638.html
    Es ist dem Untertanen untersagt, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.
    Gustav von Rochow (1792 - 1847), preußischer Innenminister und Staatsminister

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    AW: Schwierige Platzsuche für Flüchtlinge

    "Alle sieben Flüchtlinge, die seit Montag bei uns sind, haben eine Anerkennung oder Duldung und arbeiten zum Teil. Sie sind uns zugewiesen worden und bleiben für die nächsten drei Jahre, wenn sie nicht selbst etwas anderes finden."
    Je unbequemer so eine Behausung ist, umso höher ist die Bereitschaft der Bewohner woanders hinzuziehen.
    Alle Texte, die keine Quellenangaben haben, stammen von mir.

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