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    Leserbriefe der Flüchtlingsbetreuer

    Leserbriefe

    Von Vitus Lempfert, Ute Schmitz ( Arbeitskreis Miteinander Lörrach )
    Sa, 22. Dezember 2018
    Lörrach




    FLÜCHTLINGSBETREUUNG
    Wir verstehen Vorgehen der Stadt nicht
    Zum Artikel "Stadt will Geflüchtete selbst betreuen", BZ vom 18. Januar


    Der Arbeitskreis Miteinander (AKM) bemühte sich schon in den Jahren 2015/2016 im "Chaos" dieser Zeit, eine verlässliche Vernetzung und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Landratsamt, Kommunen und Wohlfahrtsverbänden aufzubauen. Besonders wichtig ist für den AKM das Zusammenwirken mit den kompetenten Sozialarbeitern von Diakonie und Caritas, die sich in den letzten Jahren wegen der häufigen gesetzlichen Änderungen im Flüchtlingsbereich permanent weitergebildet haben und jeweils auf dem aktuellen Stand der Vorschriften sind. Wenn deren Professionalität nicht zur Verfügung steht, wäre es für uns nicht zu vertreten, neue ehrenamtliche Helfer mit der Verantwortung alleine zu lassen, die auf dem schwierigen Gebiet der Flüchtlingsarbeit immer erforderlich ist.

    Natürlich ist der Gedanke der Stadt verständlich, dass bei weniger Zuzug von Geflüchteten auch die finanziellen und personellen Anstrengungen zurückgefahren werden können. Wir stellen jedoch fest, dass viele Geflüchtete auch nach zwei Jahren in der Gemeinschaftsunterkunft und zwei Jahren in der Anschlussunterbringung teilweise auch darüber hinaus noch weiter intensive Unterstützung brauchen – besonders, wo jetzt oft eine Ausbildung oder eine Berufstätigkeit begonnen werden kann. Wir sehen die große Gefahr, dass diese Menschen ohne die vertrauten Ansprechpartner ihre Ausbildung oder den Job bei auftretenden Schwierigkeiten abbrechen.

    Galt es 2015/16, das Chaos kurzfristig zu organisieren, so geht es heute darum, neue Mitbürger so lange zu begleiten, bis sie einen Platz in unserer Gesellschaft gefunden haben. In dieser Zeit ist Hilfe zur Selbsthilfe angesagt. Doch die ist besonders mühsam und zeitintensiv, für Haupt- wie für Ehrenamtliche. Der finanzielle Aspekt ist in diesem Fall außen vor. Das Land finanziert über den Sozialpakt die Sozialbetreuung der Flüchtlinge für weitere zwei Jahre. Wir verstehen nicht, warum die Verwaltung dazu zwei neue Mitarbeiter für zwei Jahre einstellen will, die eingearbeitet werden müssen, während der Vertrag mit bewährten Kräften der Wohlfahrtsverbände auslaufen soll.


    Vitus Lempfert, Ute Schmitz,

    Arbeitskreis Miteinander Lörrach

    Die Gefahr, Bewährtes zu zerstören, ist hoch

    Etwas verwundert habe ich die Nachricht aufgenommen, dass die Stadt Lörrach nun die Anschlussbetreuung der Flüchtlinge selbst übernehmen will. Ziel des vermeintlich neuen Konzeptes soll die "Erziehung zur Selbständigkeit" sein. Erreicht werden soll dies unter anderem durch eine Reduzierung der Stellenanteile. Da reibt man sich doch ungläubig die Augen: So einfach ist das also!?

    Wie das allerdings angesichts der ohnehin knapp bemessenen Stellen funktionieren soll, wird nicht ersichtlich. In der Realität zeigen alle entsprechenden Untersuchungen aus dem Sozialsektor, dass gerade engmaschige Begleitung die größten Erfolge zu verzeichnen hat. Erziehung zur Selbstständigkeit bedeutet erst einmal, mehr Zeit zu investieren, um entsprechende Fortschritte erzielen zu können.

    Multiple Problemlagen erfordern kompetente professionelle Unterstützung. Diese wird derzeit von den Sozialverbänden wie Caritas oder Diakonie geleistet. Hier wurden effektive Strukturen aufgebaut und Vertrauen zu den Klienten erarbeitet. Gerade Hilfe zur Selbsthilfe steht dabei immer im Fokus. Das sind beste Voraussetzungen für ein gutes Gelingen.

    Dies jetzt, ohne einen erkennbaren Nutzen in Frage zu stellen, erweckt Zweifel, ob hier die nötige Sorgfalt und Fachkompetenz zur Entscheidungsfindung beigetragen haben. Die Gefahr, Bewährtes zu zerstören, Unruhe zu schaffen, unnötige, kostenaufwendige Parallelstrukturen zu errichten und Klienten sowie Ehrenamtliche zu verunsichern, ist immens hoch. Erfreulicherweise haben auch die Kommunalpolitiker Bedenken angemeldet und es bleibt zu hoffen, dass sie dieses fragwürdige Vorhaben noch aufhalten können.Manfred Bockey, Fröhnd

    http://www.badische-zeitung.de/loerr...162378711.html
    Es ist dem Untertanen untersagt, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.
    Gustav von Rochow (1792 - 1847), preußischer Innenminister und Staatsminister

  2. #2
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    AW: Leserbriefe der Flüchtlingsbetreuer

    Und um den armen Flüchtlingshelfern ein Gesicht zu geben....

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    Der AKM informierte auch während des internationalen Sommerfestes über integrative Maßnahmen für Flüchtlinge. (v.l): Vitus Lempfert, Birgit Fiala und Ute Schmitz. Foto: : Ursula König





    .......das kommt dabei heraus, wenn man nebenberuflicher Gutmensch ist. Sonst nichts zu tun und so ein Flüchtling ist eben auch ein guter Hunde-Ersatz.
    Alle Texte, die keine Quellenangaben haben, stammen von mir.

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