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    Einwanderungsgesetz Nettozuwanderung von 400.000 Personen pro Jahr ntig

    Einwanderungsgesetz Nettozuwanderung von 400.000 Personen pro Jahr ntig

    Die Bundesregierung will mit ihrem Einwanderungsgesetz die legale Zuwanderung von ungelernten Nicht-EU-Brgern ausbauen. Der Sachverstndigenrat fr Migration untersttzt das obwohl es hierzulande keinen Mangel an solchen Arbeitskrften gibt.

    Wie stark soll Deutschland die Zuwanderung von nicht europischen Arbeitsmigranten mit und ohne Ausbildung erleichtern? ber diesen Kernpunkt ihres geplanten Einwanderungsgesetzes bert die schwarz-rote Koalition zurzeit und bekommt fr ihr Vorhaben Untersttzung vom Sachverstndigenrat deutscher Stiftungen fr Migration (SVR). Dieser ist ein einflussreiches Expertengremium mit eigenem Forschungsbereich, das die Politik zu Fragen der Migration und Integration bert. Es wird von Volkswagen-, Mercator-, Bertelsmann-, Bosch- sowie weiteren groen Stiftungen finanziert.


    Zwar habe Deutschland seine zuwanderungsrechtlichen Bestimmungen im Bereich der Erwerbs- und Bildungsmigration in den letzten zehn Jahren erheblich liberalisiert, heit es in einer Studie des SVR. Doch bislang htten vor allem Akademiker und Ausgebildete von der Liberalisierung profitiert. Legale Zuwanderungsmglichkeiten fr Nicht-EU-Auslnder ohne in Deutschland verwertbaren Abschluss seien hingegen knapp bemessen, schreiben die Migrationsforscher in der am Freitag verffentlichten Studie.


    Im Jahr 2017 seien 41.000 Nicht-EU-Auslnder ber einen Aufenthaltstitel zu Ausbildungszwecken vor allem Studium, aber auch Berufsausbildung, Praktikum und Weiterbildung eingereist. Weitere 48.000 htten dies zum Zweck der Erwerbsttigkeit getan. Unter ihnen waren demnach 20.000 Fachkrfte (Personen mit einer Berufsausbildung), 8000 Arbeitssuchende, 2000 mit einer Blauen Karte EU fr Akademiker und Hochqualifizierte und schlielich auch 18.000 unqualifizierte Arbeitsmigranten.



    Der hohe Anteil Ungelernter liegt an der 2016 eingefhrten Westbalkan-Sonderregelung; mit dieser knnen Menschen aus den sechs Staaten Albanien, Bosnien-Herzegowina, dem Kosovo, Mazedonien, Montenegro und Serbien fr jede Art von Beschftigung eine Aufenthaltserlaubnis erhalten. Die im Gegenzug zu Asylverschrfungen eingefhrte Regelung erfordert weder Qualifikationen noch Deutschkenntnisse.


    Ausreichend sind der Nachweis eines Jobangebots sowie die Zustimmung zur Beschftigung durch die Bundesagentur fr Arbeit (BA), womit eine Vorrangprfung und eine Prfung der Arbeitsbedingungen verbunden ist. Allerdings handele es sich hierbei oftmals um eine Zustimmungsfiktion, schreiben die SVR-Forscher: In vielen Fllen finde keine Prfung statt, weil die Zustimmung zur Arbeitsaufnahme als erteilt gelte, wenn die BA innerhalb einer Frist von zwei Wochen nicht aktiv widerspreche.

    Ob diese bis Ende 2020 befristete Regelung mageblich dazu beigetragen hat, den Zuzug ber das Asylsystem zu senken: unklar
    . Die Annahme, dass sich irregulre durch legale Migration reduzieren lasse, sei empirisch bislang nicht belegt, schreiben die SVR-Forscher. Auch im aktuellen Jahr liegt die Zahl der Asylantrge aus den Westbalkanstaaten noch deutlich ber dem Niveau von vor 2009, als die Visumpflicht fr Mazedonien, Montenegro und Serbien wegfiel; 2010 war das auch fr Albanien und Bosnien der Fall. Allein fr Serbien verzwanzigfachte sich die Zahl der Asylantrge nach dem Wegfall der Visumspflicht. Vor allem Roma aus den sechs Staaten haben die Einreiseliberalisierung genutzt, um ber das Asylsystem nach Deutschland einzuwandern; seit 2014 haben dies auch vermehrt andere Brger der Balkanstaaten getan.


    Laut der SVR-Studie steuert Deutschland gem langfristiger Arbeitskrfteprognosen im Bereich der Gering- bis Mittelqualifizierten nicht auf generelle Engpsse zu; im Gegenteil wrden in den kommenden Jahren als Folge der Digitalisierung und Automatisierung sogar Arbeitspltze in diesem Bereich wegfallen. Trotzdem raten die Wissenschaftler dazu, ber die schon heute mgliche legale Zuwanderung von ungelernten EU-Brgern und Balkanbewohnern hinaus auch mehr gering qualifizierten Nicht-EU-Brgern die Arbeitsmigration zu erlauben wie es das Einwanderungsgesetz der Bundesregierung vorsieht.


    Die Begrndung der Forscher: Eine umfassende Politik msse nicht nur arbeitsmarktpolitische, sondern auch entwicklungs-, ordnungs- und auenpolitische Interessen miteinander in Einklang bringen. So bestehe die Hoffnung, dass durch mehr legale Migrationswege das Asylsystem entlastet werde. Die Herkunftslnder knnten von Rckberweisungen der hier arbeitenden Migranten profitieren. Zudem knnten mehr legale Zuwanderungsoptionen die Kooperationsbereitschaft anderer Lnder etwa bei der Rcknahme abgelehnter Asylbewerber frdern.


    Der deutsche Arbeitsmarkt sei dennoch vor allem auf ausgebildete Zuwanderer angewiesen, schreiben die Forscher: 2017 htten gut zwei Drittel der insgesamt 1,2 Millionen unbesetzten Stellen einen beruflichen Abschluss vorausgesetzt.

    Dagegen war nur fr rund ein Fnftel der unbesetzten Stellen kein beruflicher oder akademischer Abschluss ntig. Fast die Hlfte der insgesamt knapp 2,5 Millionen im Jahr 2017 arbeitslos Gemeldeten habe keinen Berufsabschluss gehabt. Der Angebotsberschuss bei Geringqualifizierten bei gleichzeitigem Angebotsmangel bei Fachkrften werde beispielsweise in der Pflegebranche deutlich: 2017 kamen auf 100 offene Stellen fr Altenpflegehelfer in Deutschland insgesamt 522 Arbeitslose. Fr Altenpflege-Fachkrfte waren es auf 100 Stellen nur 29 Arbeitslose.

    Grundstzlich befrworten die SVR-Forscher eine dauerhaft starke Einwanderung. So schreiben sie: Um das Erwerbspersonenpotenzial auf heutigem Niveau zu halten, wre langfristig jhrlich eine Nettozuwanderung von insgesamt 400.000 Personen ntig. Ein Groteil hiervon wird aus Drittstaaten kommen mssen, da das innereuropische Zuwanderungspotenzial begrenzt ist.

    https://www.welt.de/politik/deutschl...ngsgesetz.html

    Bereits 1220 Kommentare zum Artikel.
    Es ist dem Untertanen untersagt, den Mastab seiner beschrnkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.
    Gustav von Rochow (1792 - 1847), preuischer Innenminister und Staatsminister

  2. #2
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    AW: Einwanderungsgesetz Nettozuwanderung von 400.000 Personen pro Jahr ntig

    Legale Zuwanderungsmglichkeiten fr Nicht-EU-Auslnder ohne in Deutschland verwertbaren Abschluss seien hingegen knapp bemessen, schreiben die Migrationsforscher in der am Freitag verffentlichten Studie.
    fr was denn bitteschn? Um den Sozialstaat zu ruinieren?

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