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    Flüchtlinge in Berlin Wenn eine Umarmung mit den Töchtern fast unvorstellbar wird

    Ein widersprüchlicher Artikel, nicht nur im Aussehen dieses Flüchtlinge, der nicht gerade aussieht wie ein braver und vertrauenswürdiger Mann. Wenn man die Schilderung des Autors liest, sollte man das Bild besser nicht betrachten.

    Auch um den Inhalt dieses Artikels sollte man sich nicht zuviele Gedanken machen. Vater ist er angeblich. Als Beweise dienen Handyfotos, auf denen man nur die angeblichen Kinder sieht, nicht die Umgebung und auch nicht die Frau. Die Bilder sind angeblich in einem ehemaligen Foltergefängnis gemacht worden, wo die Frau, von der es keine Bilder gibt, und die Kinder angeblich festsitzen. (Vielleicht wurden dort Handys mit Mobilfunkverträgen und freier Kommunikation in die Welt ausgegeben).

    Dann ist der damals 23Jährige angeblich Baggerfahrer und hat diesen Beruf dort ausgeübt. Oder doch nicht? Zeitgleich war er angeblich in der Armee. Also nicht nachdenken.

    Den Deutschkurs hat er nicht mit Erfolg absolviert. Ob er überhaupt gelernt hat oder überhaupt anwesend war, erfahren wir nicht. Der Grund für seinen Mißerfolg liegt angeblich an seinen Kopfschmerzen.

    Aber es mangelt in diesem Artikel nicht an positiven Attributen: Er erzählt seine seine Geschichte zurückhaltend und höflich, er hat kleine Narben auf der rechten Wange, die auch als Grübchen durchgehen könnten, wenn er lächelt. Und wer weiß, vielleicht ist der Autor des Artikels bereits in ihn verliebt.

    Auf jeden Fall weiß er genau, was die Rechte des Flüchtlinge sind und dass sie ihm vorenthalten wurden. Auf zum Artikel:

    Ach, das fällt mir doch gerade noch ein Vielleicht ein, wenn ich die Bildunterschrift lese: Um sich abzulenken, geht Awed A. fast täglich ins Fitnessstudio. Vielleicht hat er den Deutschkurs ja auch deswegen nicht geschafft? Man kann ja schließlich nicht an verschiedenen Stellen gleichzeitig sein und seine Energie gleich in mehrere Projekte investieren. Und vielleicht hat er diesen täglichen Fitnessstudiobesuch ja geschenkt bekommen? Vielleicht von einem Arbeitnehmer oder Schüler, der sich den Fitnessbesuch aus Zeitgründen nicht leisten kann? Aber halt: Schüler und Arbeitnehmer, zumindest die "normalen" können sich die teuren Mitgliedschaften sowieso nur selten leisten. Vielleicht, wei sie nicht Awed heißen?

    Flüchtlinge in Berlin Wenn eine Umarmung mit den Töchtern fast unvorstellbar wird



    Um sich abzulenken, geht Awed A. fast täglich ins Fitnessstudio.

    Berlin -

    Auf seinem Handy hat Awed A. Fotos von seinen Zwillingstöchtern als Babys. Die Mädchen ohne Haare auf einer Matte, die Gesichter noch ziemlich zerknautscht. Auf dem Telefon sind auch Bilder gespeichert, auf denen die Zwillinge gerade stehen können. Krause Locken kringeln sich jetzt auf ihren Köpfen. Vor wenigen Wochen sind die Kinder zwei geworden, sie brabbeln ihre ersten Sätze. Hören kann Awed A. das nicht. Er hat sie bisher nur auf Fotos gesehen.


    Der 25-Jährige aus Eritrea sitzt auf seinem Bett in einer Köpenicker Flüchtlingsunterkunft und hält das Handy in der Hand. Die Bilder zeigen fast immer nur die Kinder, direkt vor der Linse mit großen Augen und klaffenden Zahnlücken. Fast nie ist eine Umgebung zu sehen. Vielleicht, weil Awed A.s Frau ihn schonen will. Vielleicht, weil sie nicht will, dass er seine Töchter in engen, schmutzigen Räumen sieht.



    Gefangen in Abu Salim

    Die Zwillinge und ihre Mutter sind in Gaddafis ehemaligem Foltergefängnis gefangen – Abu Salim, das wohl berüchtigtste Lager Libyens. Ein Knast, der 1996 traurige Berühmtheit erlangte, als Sicherheitskräfte ein Massaker an 1200 Häftlingen verübten. Heute, sieben Jahre nach dem Ende des Diktators, sitzen hier etwa 450 Menschen fest.

    Es gibt eine Reihe von aufenthaltsrechtlichen Gesetzen in Deutschland. Die Grafiken zeigen nur die drei am häufigsten vergebenen Aufenthaltstitel. Ende 2017 lebten nach Angaben der Bundesregierung bis zu 1,5 Millionen Menschen mit Fluchthintergrund in Deutschland.

    Foto: BLZ/Hecher; Quelle: Ausländerzentralregister



    Die meisten sind Flüchtlinge aus Ost- und West-Afrika, die auf dem Weg nach Europa aufgelesen und willkürlich in solche Lager gebracht wurden. Ohne ausreichend Essen und ohne medizinische Versorgung versuchen sie zu überleben, während um sie herum in Tripolis seit einigen Monaten wieder die Bomben der Milizen explodieren.

    Ein Recht auf Familiennachzug

    „Eigentlich sollte meine Familie lange bei mir sein“, sagt Awed A. Er ist ein athletischer junger Mann, der seine Geschichte zurückhaltend und höflich erzählt, mit kleinen Narben auf der rechten Wange, die auch als Grübchen durchgehen könnten, wenn er lächelt.


    Als anerkannter Flüchtling hat Awed A. ein Recht darauf, seine Familie nach Deutschland nachzuholen. Vor eineinhalb Jahren, kurz nach seiner Ankunft in Berlin, schickte er eine sogenannte fristwahrende Anzeige zur Ausländerbehörde. Sie ist der erste Schritt auf dem Weg zu einer Familienzusammenführung und ermöglicht den Nachzug von Ehepartnern und Kindern, ohne dass die Antragsteller in Deutschland über eigenes Einkommen oder eine Wohnung verfügen. Doch Awed A. bangt noch immer um seine Frau und die Töchter.

    Bürokratie und Überlastung

    Wie ihm geht es Zehntausenden Flüchtlingen in Deutschland. Bürokratische Barrieren, überlastete Behörden und fehlende Dokumente ziehen die Verfahren oft über Jahre in die Länge. Nicht selten harren die Angehörigen in menschenunwürdigen Verhältnissen aus oder geraten in bewaffneten Konflikten zwischen die Fronten. Die ständige Sorge um ihre Familien torpediert die Bemühungen der Neuankömmlinge, sich in Deutschland zu integrieren.



    Das kritisiert auch der Köpenicker SPD-Abgeordnete Tom Schreiber, dessen Büro sich in den Fall A. eingeschaltet hat. Über internationale Kontakte versuchen Schreiber und sein Team, die Zwillinge und ihre Mutter aus dem Lager in Libyen zu holen. „Wie sollen Menschen einen Deutschkurs bestehen, wenn sie ständig auf dem Handy Nachrichten von Bombenanschlägen lesen oder tagelang überhaupt nichts von ihrer Familie hören?“, fragt Schreiber.

    Mit 23 verließ Awed A. seine Heimat

    Awed A. ist gerade durch die Prüfung für den Sprachkurs gefallen. Er wiederholt nun das Level B1, das häufig als Mindestmarke für einen Job genannt wird. „Ich hatte zu viel Stress, immer Kopfschmerzen“, sagt der junge Mann, der in Eritrea einst als Baggerfahrer arbeitete. „Stress“, davon spricht er häufig. Immer dann, wenn er Angst, Sorgen, Leere oder Traurigkeit meint. „Stress“, das ist der Name, den die Menschen in der Köpenicker Unterkunft ihrem Blues gegeben haben.


    Ein Tattoo hat sich Awed A. schon mit deutschem Text stechen lassen. „Ich bin nicht allein, weil Gott immer bei mir ist“, steht auf seinem Oberarm unter einer Madonnenzeichnung. Es gab eine Zeit, in der er sich das immer wieder sagen musste.

    340 Menschen leben aktuell in der Flüchtlingsunterkunft in Köpenick.

    Foto: Soeren Stache/dpa




    Mit 23 hat er sein Zuhause verlassen. In Eritrea war er bei der Armee. Das von einem Autokraten regierte Land verhängt einen militärischen Dienst, der laut Amnesty International staatlicher Zwangsarbeit gleichkommt und oft Jahrzehnte dauert.


    Nach Menschen aus Syrien, dem Irak und Afghanistan machen Eritreer die viertgrößte Gruppe unter in Deutschland lebenden Flüchtlingen aus. Auch Awed A. floh vor dem System der Ausbeutung, das Deserteure bei ihrer Rückkehr verhaftet und mit Folter oder Tod bestraft.
    Die Enge, der Krach, die Formulare

    Zuerst ging er gemeinsam mit seiner Frau in den benachbarten Sudan. „Dann hatten wir nicht mehr genug Geld, um beide weiterzufliehen“, erzählt er. Er flog in die Türkei, dann nach Griechenland und weiter nach Deutschland. Sie war schwanger und blieb im Sudan. „Irgendwann kamen Polizisten und drohten ihr“, erzählt A.. „Wenn du uns kein Geld gibst, töten wir dich.“ Mit den sechs Monate alten Mädchen schloss sich seine Frau einem Flüchtlingstreck an. Zwei Wochen lang fuhr sie mit 40 anderen Menschen auf einer Ladefläche durch die Wüste bis nach Libyen.


    „Ich hörte ewig nichts von ihr“, sagt Awed A., der damals gerade in Berlin angekommen war. Er schlief in einem Hochbett in einer alten Tabakfabrik in Spandau, in Reih und Glied mit Hunderten anderen. Die Enge, das neue Land, der Krach, die Formulare – „es war Stress“. Als sich seine Frau vom Handy eines Mitreisenden aus Tripolis meldete, war er so erleichtert, dass ihm die Worte fehlten für all das, was er selbst in den vergangenen Wochen erlebt hatte. „Ich wollte ihr erklären, wie es mir in Deutschland geht, aber das ging nicht“, sagt Awed A..
    Entfremdung innerhalb der Familie

    Auch heute erscheint ihm die eigene Angst nicht nennenswert, gemessen an allem, was seine Frau in den vergangenen eineinhalb Jahren durchmachte. Das lange Warten aufeinander, es bedeutet immer auch Entfremdung innerhalb der Familie.



    Das kennen viele der jungen Männer, mit denen Awed A. sich in Köpenick Küche und Bad teilt. Vielleicht ein Viertel oder ein Fünftel aller 340 Bewohner hat einen Familiennachzug beantragt, schätzt der Leiter der Unterkunft, Peter Hermanns. „Die Botschaften im Ausland sind überlastet, ich habe schon gehört, dass manche nur mit Bestechung Termine vergeben“, sagt er. „Oder sie sind ganz geschlossen wie in Libyen, weil in dem Land Kämpfe toben. Häufig fehlen außerdem Papiere, der bürokratische Aufwand ist hoch.“

    Pässe, Geburtsurkunden, Ehenachweise, Asylpapiere

    Nachdem ein Flüchtling in Deutschland die fristwahrende Anzeige gestellt hat, muss seine Familie im Ausland einen Termin bei der deutschen Botschaft vereinbaren. Bis der zustande kommt, dauert es Monate oder gar Jahre. In den Vertretungen in den Ländern rund um Syrien stapelten sich im Sommer allein 28.000 Terminanfragen nur von Familien mit eingeschränktem Schutzstatus. Sie machen grob ein Viertel aller Flüchtlinge in Deutschland aus. Nur bei ihnen hat das Auswärtige Amt die Terminanfragen gezählt, aber die Briefberge lassen sich hochrechnen.


    Kommt ein Termin zustande, müssen Pässe, Geburtsurkunden, Ehenachweise und die Asylpapiere aus Deutschland in Kopie vorgelegt werden. „Wem auf der Flucht der Ausweis abgenommen wurde oder wer in den Wirren eines Lagers keinen Zugang zum Internet hat, der hat es schwer“, sagt Hermanns.
    24.823 Visa für Angehörige

    So wie die Frau von Awed A.. Auch sie hat keine Papiere. Darüber, wie sie mit den Mädchen nach ihrer Ankunft in Libyen ins Gefängnis geriet, spricht ihr Mann nicht.
    Er schielt in diesen Tagen oft auf das Handy, denn er hat Hoffnung, dass seine Familie freikommt. Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR hat seit November 2017 über 2.000 Menschen aus Libyen nach Niger evakuiert. Wegen der Sicherheitslage ist das eine gefährliche Aktion. Awed A. betet, dass seine Familie das Lager verlassen kann. Er weiß aber auch, dass ihr dann noch ein langer Weg bevorsteht.
    Dass er eines Tages in Tegel oder Schönefeld stehen und seine Töchter in die Arme schließen wird, kann sich Awed A. nicht vorstellen. „Sowas geht nicht vorzustellen“, sagt er. „Das sind Bilder, die für den Kopf zu groß sind. Zu schön, um wahr zu sein, wie man hier sagt.“


    24.823 Visa gaben die deutschen Behörden in den ersten drei Quartalen dieses Jahres an Familienangehörige aus den Hauptherkunftsländern Syrien, Irak, Afghanistan, Iran, Eritrea und Jemen aus. Tendenz sinkend: In den vergangenen zwei Jahren waren es jeweils etwa 50.000 Visa.


    Awed A. kennt nur einen, der geschafft hat, wovon auf den Fluren der Köpenicker Unterkunft so viele träumen. „Ein Äthiopier, der jetzt seine Familie hier hat.“ Dann guckt er schnell aufs Handy, weil es piept.

    https://www.berliner-zeitung.de/berl...-wird-31573912
    Es ist dem Untertanen untersagt, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.
    Gustav von Rochow (1792 - 1847), preußischer Innenminister und Staatsminister

  2. #2
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    AW: Flüchtlinge in Berlin Wenn eine Umarmung mit den Töchtern fast unvorstellbar wird

    Es tut mir leid aber für solche Leute habe ich kein Verständnis. Warum hat er seine Familie zurückgelassen? Nun gibt er Deutschland die Schuld für sein Versagen? An Ausreden mangelt es ihm nicht und er findet in den Gutmenschen Flüchtlingsversteher, die ihm alles abnehmen. Kopfschmerzen? Wahrscheinlich noch traumatisiert und trotz dieser Handicaps kann er sich im Fitnessstudio austoben? Da sind die Kopfschmerzen kein Problem? Dass er den Deutschkurs nicht packt, liegt wohl eher an seinen begrenzten Fähigkeiten.
    Alle Texte, die keine Quellenangaben haben, stammen von mir.

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