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    Integration stößt an ihre Grenzen

    Früher musste man zwischen den Zeilen lesen, heute benötigt man mehrere Artikel, hohe Erfahrungswerte und damit die Befähigung, Schlußfolgerungen aus Angedeutetem und nur unzureichend Verborgenem zu ziehen.

    Es gab also einen Fachausschuß und darüber einen Artikel:

    Fachausschuss

    Integration stößt an ihre Grenzen
    Seelow (MOZ) Seit 2009 gibt es den Integrationsverein in Seelow. Dessen Vorsitzende Marion Nowack machte im Bildungs- und Sozialausschuss die Grenzen der Ehrenamtler deutlich. Bei den betreuten Geflüchteten mache sich zunehmend Resignation breit.
    Die Andeutung besteht hier in der Verwendung des Wortes Resignation, das natürlich in der weiteren Folge anders abgearbeitet wird. Wir erfahren weiterhin, dass der betriebene Aufwand grandios ist: Es gibt einen Verein und einen,Bildungs- und Sozialausschuss, der sich mit diesem Thema befasst und die Geflüchteten werden betreut.

    Marion Nowack schilderte das klassische Beispiel, das allen Ankündigungen zum neuen Wohnverbund in Seelow widerspricht. Eine Frau sei von ihrer Gemeinschaftsunterkunft dort eingezogen und habe zwei Tage später ihre Ausweisung mit Datum und Uhrzeit erhalten. „Es hieß, dass dort Flüchtlinge mit großen Bleibechancen untergebracht werden“, so die Vereinssitzende.
    https://www.moz.de/landkreise/maerki...g/0/1/1691017/

    Das klassische Beispiel also. Menschen ohne Bleibeperspektive werden ohne weitere Prüfung dezentral in eigenen Wohnungen untergebracht. Man weiß nun nicht, über was sich Frau Nowack aufregt, über die Wohnungsvergabe an Menschen, deren Asylverfahren noch nicht abgeschlossen ist und die keine Bleibeperspektive haben, weil sie bereits in einem Drittstaat einen Asylantrag gestellt hatten oder über die Ankündigung der Ausweisung, die höchstwahrscheinlich sowieso nicht umgesetzt wird.

    Alles in allem enthält der Passus eine Information, die die Leser nicht wirklich einordnen können. Es gibt einen Wohnverbund in Seelow. Näheres dazu muss man sich aus anderen Artikeln zusammensuchen. So zum Beispiel diesem:

    Warum soll Seelow weitere Flüchtlinge bekommen? Eine Frage, die so manchen Kreisstädter bewegt und die Moderator Ray Kokoschko vom mobilen Beratungsbüro gleich am Anfang Landrat Gernot Schmidt stellte. Weil dies eine logische Konsequenz des Weges ist, den Märkisch-Oderland in der Flüchtlingspolitik seit 2015 gewählt hat, erläuterte Schmidt.
    In den Wohnverbund würden ausschließlich Flüchtlinge aus im Kreis bestehenden Gemeinschaftsunterkünften wie Neuhardenberg, Gusow, Bliesdorf oder Hoppe-garten einziehen, keine aus der Erstaufnahme Eisenhüttenstadt. „Es sind Familien mit einer großen Chance, dass sie ein Bleiberecht erhalten“, sagte Schmidt. Wenn Menschen mit solch einem Status in normale Wohngebiete ziehen, sei dies ein sinnvoller Schritt für eine Integration.
    Vizelandrat Friedemann Hanke (CDU) sprach von 70 bis 90 Personen, die in den 22 Wohnungen Am Stadion untergebracht werden – beginnend ab Oktober. Er verwies auf die guten Erfahrungen, die der Kreis bei der Unterbringung von Flüchtlingen mit hohen Anerkennungschancen gemacht hat. Hans-Peter Thierfeld, Geschäftsführer der Seelower Wohnungsbaugesellschaft, informierte, dass von den 1300 kommunalen Wohnungen in der Stadt bisher 37 an Flüchtlinge vermietet sind
    Weil es eben anscheinend doch Probleme gibt, wird das dezentrale Wohnen für Flüchtlinge mit hohem Personalaufwand begleitet. Gleich mehrere Sozialarbeiter und ein Heimleiter kümmern sich um die entstehenden Probleme im Zusammenleben mit den deutschen Nachbarn und erhalten sogar ein eigenes Büro in dem Wohnblock. Die Wohnungen liegen dezentral, so dass die Flüchtlinge und die einheimischen Mieter bunt gemischt sind.


    Die 22 Wohnungen befänden sich in verschiedenen Aufgängen – zwei bis drei pro Aufgang. So wolle man einer Zentralisierung entgegen wirken. Im langen Wohnblock 4 bis 15 Am Stadion gebe es zehn Aufgänge. In sieben Wohnungen lebten bereits Flüchtlingsfamilien mit Aufenthaltsstatus. Mit einem Wohnverbund in Worin – 24 Wohnungen – habe man gute Erfahrungen gemacht. Das unterstrich auch Eva-Maria Henkel vom Internationalen Bund Neuenhagen. Er wird den Seelower Wohnverbund betreuen, ein Büro einrichten und mit Sozialarbeitern sowie Heimleiter Ansprechpartner sein. „Nicht nur für die Flüchtlingsfamilien, auch für alle anderen Mieter, wenn sie Probleme im Zusammenleben sehen“, sagte Henkel.
    Nachdem es offensichtlich bei der Präsentation des Vorhabens Probleme mit den Bürgern der Stadt kam, wurde beschwichtigt, wobei die Beschwichtigung das Thema Häufung der Kriminalität hatte und nicht etwa Lärmstörungen, demolierte Treppenaufgänge und Müll etc.

    Polizeidirektor Sven Brandau versicherte, dass es bisher nirgendwo im Kreis in Orten mit Unterkünften zu einer Häufung der Kriminalität gekommen sei. Man arbeite eng mit dem Kreis und dem Betreiber zusammen. Die Seelower Wache sei rund um die Uhr besetzt.
    Nebenbei eine kleine Andeutung. Offensichtlich wurden die Abgeordneten hinter das Licht geführt:

    Die meisten Abgeordneten hätten nicht gewusst, was sie im jüngsten Kreistag letztlich beschließen. Dies wies Friedemann Hanke vehement zurück
    440 000 Euro sind für das Projekt Wohnverbund im Jahr vorgesehen, davon etwa 200 000 Euro für Miete. Die restliche Summe gehe an den IB. Frye sprach, wie auch einige Bürger, von einer „Flüchtlings-Industrie“, die damit viel Geld verdiene. Landrat Schmidt wies dies zurück. Eine Begleitung sei unerlässlich, weil es eben um Integration und Einbindung vor Ort gehe. Dies könne nicht vom Kreis geleistet werden.
    https://www.moz.de/landkreise/maerki...g/0/1/1679292/



    Das soweit zu dem Wohnverbund für Flüchtlinge. Zurück zum eigentlichen Artikel. Die Frau, die den Ausweisebescheid erhalten hat, steckte zum Zeitpunkt der dezentralen Unterbringung wie in den meisten Fällen (es wurde von dem klassischen Fall geschrieben) noch im Asylverfahren. Zudem war bekannt, dass sie in einem Drittstaat bereits Asyl beantragt hatte. Dies war also ein Kritikpunkt, der nun sehr entschieden zurückgewiesen wird. Und zwar mit folgendem Argument:

    Was auch zutreffe, wie der Sprecher des Landkreises, Thomas Berendt, im Nachgang der Beratung auf MOZ-Anfrage versicherte. Die betreffende Frau habe diese Chancen, doch sie sei über ein Drittland eingereist und habe dort schon einen Asylantrag gestellt, werde dorthin ausgewiesen. „Es gibt durch das Bundesamt immer Einzelfallprüfungen“, erklärte Berendt. „Wir wissen nicht, wie sie ausgehen, haben keinen Einfluss auf die Entscheidungen, auch nicht auf die Dauer der Verfahren.“
    Diesen Irrsinn zusammenzufassen, fällt nicht leicht. Die Frau hatte also bekanntermaßen keine Bleibeperspektive (weil sie über einen Drittstaat einreiste, in dem sie bereits einen Asylantrag gestellt hatte). Dies war also dem Landkreis, der über die Vergabe der Wohnungen entscheidet, bekannt. Er konnte es aber trotzdem nicht wissen, weil das Bundesamt ja Einzelfallprüfungen vornehme, von denen der Landkreis natürlich nicht weiß, wie sie ausgehen und auch keinen Einfluß auf das Verfahren und seine Dauer habe. Da bringt man eben mal dezentral in eigener Wohnung unter, denn man weiß ja nicht, was man weiß und die Vorgaben sind auch nicht umgangen, weil man das, was bekannt war, nicht wußte.

    Und nun kommen die Tschetschenen ins Spiel. Angeblich dürfen sie allesamt nicht arbeiten, was eine Lüge ist, denn es gibt schon seit einiger Zeit Arbeitserlaubnisse für Neu-Flüchtlinge und auch die älteren. Macht aber nichts. Es schadet ja nicht, wenn man mal behauptet, die Tschetschenen müßten daheim rumsitzen und sie müßten deswegen auch schwarzarbeiten, sofern sie überhaupt arbeiten. Wobei das Thema Schwarzarbeit nicht näher beleuchtet wird.

    Er nahm damit Bezug auf einen weiteren Aspekt, den Marion Nowack ansprach. „Wir betreuen schon seit mehreren Jahren Flüchtlingsfamilien in Seelow, viele aus Tschetschenien“, berichtete sie. „Zu Beginn gab es eine große Euphorie. Die Familien haben sich eingebracht, Kurse besucht, Kinder in die Einrichtungen geschickt und Veranstaltungen genutzt.“ Doch die vom Staat geförderten Unterstützungsmaßnahmen sind zeitlich begrenzt. „Wer sechs Jahre nur zu Hause sitzt, der wird frustriert, mitunter auch aggressiv und verschließt sich zunehmend“, so ihre Erfahrung
    Und das dicke Ende vom Lied kommt natürlich. Das aus den nicht existenten Arbeitsverboten resultiert, natürlich.

    Und hier nähern wir uns dem Höhepunkt des Artikels. Was ist Integration....

    ??

    Dies führe letztlich auch zu viel Schwarzarbeit, weil sich die Menschen beschäftigen wollen. Sie zögen sich zudem immer stärker in alte Kulturrituale zurück...
    Nein, ich meine an der Stelle nicht die Kulturrituale, in die sich die Tschetschenen zurückziehen. Ich meine dieses urtypische deutsche Zuckerfest, das in diesem Jahr so gar nicht integrativ stattfinden kann.

    ... womit Integration scheitere. Erstmals habe man deshalb in diesem Jahr kein Zuckerfest feiern können.
    Dies führe letztlich auch zu viel Schwarzarbeit, weil sich die Menschen beschäftigen wollen. Sie zögen sich zudem immer stärker in alte Kulturrituale zurück, womit Integration scheitere. Erstmals habe man deshalb in diesem Jahr kein Zuckerfest feiern können.
    Wer dann noch weiterlesen möchte, wie die Deutschen die Tschetschenen in die Schwarzarbeit und die alten Kulturrituale pressen, nämlich zum Beispiel dadurch, dass die tschetschenischen Behörden Bakschisch für Unterlagen nehmen, die deutschen Behörden dieses Bakschisch aber nicht bezahlen und die Teschetschenen zu wenig Geld zum Leben haben oder die Verfahren zu lange dauern oder es zu wenig Kita-Plätze gibt, der lese hier weiter:

    https://www.moz.de/landkreise/maerki...g/0/1/1691017/
    Es ist dem Untertanen untersagt, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.
    Gustav von Rochow (1792 - 1847), preußischer Innenminister und Staatsminister

  2. #2
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    AW: Integration stößt an ihre Grenzen

    Dies führe letztlich auch zu viel Schwarzarbeit, weil sich die Menschen beschäftigen wollen.
    da wird kriminelles Handeln noch zur ideologischen Lüge umgedeutet, wonach diese Leute ja allesamt soo fleißig sind, dass sie unter allen Umständen arbeiten wollen. Legal, Illegal, Scheißegal.

    (Das System hat sich ideologisch derart hoch-geschaukelt, das man in Sachen AgitProp durchaus legitime Vergleiche mit dem NS und Kommunismus ziehen kann)

  3. #3
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    AW: Integration stößt an ihre Grenzen

    Wir hatten 2015 Nov auch interessante Gespräche als uns eröffnet wurde, daß hier Asylanten herkommen in unser kleines Dorf...

    Es hieß: die sind gaaanz arm, sind aber alle fleißig... Wir sollen denen doch Arbeit geben (schwarz bezahlen für kleine Aufträge) und die bezahlen. Als sich jmd traute zu fragen ob das nicht Schwarzarbeit sei - wurde das runtergespielt: also wenn das nicht regelmäßige Arbeit sei sondern nur "ich zahl Dir 10 E fürs Heckenschneiden, zahl Dir 30 E fürs Stallausmisten" etc sei das jaeigentlich keine Schwarzarbeit...

    Ah, interessant - wenn ich nur alle 10 Jahre mal einen brauche der mit die Bude streicht und jmd schwarz bezahle ist das ja keine Schwarzarbeit da ich das ja nicht regelmäßig mache...

    Denen hat doch wer ins Hirn gesch....

    Entweder jmd arbeitet, ich bezahle den ordnungsgemäß oder es ist Schwarzarbeit weil derjenige keine Abgabe dafür leistet.

    Komisch wie auf einmal Gesetze bei unseren "Goldstücken" selbst von hoher Stelle "hingebogen" werden...

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