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    Flüchtlinge, ein Streetworker und der Marienplatz

    Mehrere Artikel, die einander erklären. Sozusagen unfreiwillig aufeinander abgestimmte Lückentexte. Fangen wir mit dem ersten an. Eine Bitte noch an die Leser: Sich bitte den Streetworker merken. Um ihn geht es nämlich im zweiten Artikel:



    Ravensburg

    Schüler haben auf dem Marienplatz Angst

    Einen eindringlichen Appell, für ihre Sicherheit zu sorgen, haben Ravensburger Jugendliche an die Stadtverwaltung, den Gemeinderat und die Polizei gerichtet: „Wir wollen keine Angst mehr haben, wenn wir am hellen Tag über den Marienplatz gehen, wir wollen nicht angepöbelt und angegriffen werden.“ Offenbar ist es vor allem eine Gang, die derzeit auf dem nördlichen Marienplatz massive Probleme macht, sagen Mitglieder des Schülerrates. Die Stadt will mit einem Bündel an Maßnahmen reagieren.


    Die Situation rund um die Bushaltestellen beschäftigt Verwaltung und Kommunalpolitiker schon seit Monaten. Befürchtet wird, dass der nördliche Marienplatz und der Holzmarkt nach längerer Zeit relativer Ruhe wieder zum Brennpunkt werden könnten. Hier treffen momentan verstärkt unterschiedliche Gruppen aufeinander: Trinker, Drogenabhängige, in jüngster Zeit auch Flüchtlinge unterschiedlicher Herkunft, die sich nicht grün sind, aber eben auch viele Jugendliche.

    Ein kleiner Teil von diesen ist offenbar für ihre Altersgenossen das größte Problem.

    Die Situation ist unzumutbar. Das sitzen Minderjährige, die sich betrinken, rauchen, die Wege versperren, auf die Dächer der Bushaltestellen klettern und mit Gegenständen auf Vorbeilaufende werfen“
    sagte Regina Kininger, Sprecherin des Schülerrates, in einer gemeinsamen Sitzung mit dem Gemeinderat. Dazu werde dröhnend laute Musik gehört, teils mit äußerst fragwürdigen Inhalten.


    Erschüttert waren Mitglieder der Verwaltung und des Gemeinderates vor allem über die Gewaltbereitschaft dieser zum Teil offenbar erst 13, 14 oder 15 Jahre alten Kinder und Jugendlichen. Mehrere Mitglieder des Schülerrates schilderten teils drastische Szenen: „Wir haben beobachtet, wie mehrere Jungen ein Mädchen in einem Lokal unter einen Tisch gesperrt und mit Tritten traktiert haben. Gäste mussten einschreiten, um sie zu befreien.“ Regina Kininger ist selbst vor kurzem Opfer von Gewalt geworden:

    Ich habe eine Gruppe, die auf dem Weg saß und Musik mit unerträglichen Inhalten gehört hat, gebeten, das auszustellen. Dafür habe ich Tritte kassiert."
    Schüler trauten sich inzwischen nicht mehr, die Plätze an den Bushaltestellen zu benutzen, schon für einen falschen Blick bekommen sie Prügel angedroht. Das Problem weite sich aus. Nach dem Eindruck vieler Jugendlicher ist die Polizei in der Vergangenheit zu wenig eingeschritten: „Die Polizei ist manchmal da, sie macht aber wenig.“ Die Gang, die am nördlichen Marienplatz Angst verbreite, sei auch für viele der Graffitis in der Stadt verantwortlich: „Sie suchen neue Mitglieder an den Schulen, sind stark in sozialen Netzwerken unterwegs und geben mit ihren Taten an“, so ein junger Ravensburger.


    Bedrohliche Situationen gebe es regelmäßig auch am Blauen Platz in der Nordstadt und abends am Serpentinenweg zur Veitsburg. „Wir hoffen, dass etwas unternommen wird“, sagte Malte Jakob vom Schülerrat. „Wir wollen aber auch nicht, dass überzogen wird, schon gar nicht bei denjenigen, die dort einfach nur chillen.“

    Bürgermeister appelliert an Jugendliche

    Oberbürgermeister Daniel Rapp und Stefan Besenfelder, Leiter des Polizeireviers, appellierten an die Jugendlichen, bei Vorfällen unbedingt die Polizei zu rufen. Besenfelder: „Wir brauchen möglichst viele Infos, um uns ein Bild machen zu können. Wir sind dafür da, Maßnahmen zu treffen.“ Der Polizeichef mahnte auch zur Vorsicht: „Zivilcourage ist wichtig, aber überlegt bitte genau, ob ihr selbst einschreitet. Im Zwiefelsfall ruft immer meine Kollegen an.“ Die Frequenz von Kontrollen sei bereits erhöht worden.


    Die Stadt reagiert laut Bürgermeister Simon Blümcke mit einem Bündel aus repressiven und präventiven Maßnahmen. So seien bereits vier Platzverbote in fünf Monaten ausgesprochen worden. „Wir müssen die wenigen, die stören, gezielt angehen. Der nördliche Marienplatz ist ein zentraler Platz in Ravensburg, der leider auch Leute anzieht, die Dummes vorhaben. Wir werden zeigen, dass der öffentliche Raum uns gehört.“ Der Gemeinderat hat außerdem gerade eine Streetworker-Stelle genehmigt. Der Mitarbeiter der Arkade soll sich auf den Marienplatz konzentrieren. Die Stadt will auch die leichte Verfügbarkeit von Alkohol weiter bekämpfen, unter anderem auch durch Testkäufe in Supermärkten.


    Mehrere Stadträte regten an, Projekte gegen Gewalt an den Schulen zu starten. Michael Lopez-Diaz von der Unabhängigen Liste und selbst früher Polizist war allerdings am Ende der Diskussion der Ansicht: „Über Antworten auf die Belästigungen und mögliche Lösungen habe ich von der Verwaltung nicht viel gehört.“

    In fast allen Landkreisen ging die Zahl der registrierten Straftaten* im Vergleich zum Vorjahr zurück. Deutlich mehr Straftaten erfasste die Polizei 2017 hingegen im Kreis Sigmaringen. Dort stieg auch die Zahl der tatverdächtigen Flüchtlinge erneut stark an, ebenso im Ostalbkreis. Außerdem gingen die Wohnungseinbrüche im Vergleich zu 2016 stark zurück.

    https://www.schwaebische.de/landkrei...,10869894.html

    So, ein zweiter Artikel und ein Detail über den Alltag am Marienplatz:



    Drei Verletzte und Chaos nach Messerangriff auf dem Marienplatz



    Bei einer Messerstecherei auf dem Ravensburger Marienplatz sind mehrere Menschen verletzt worden

    Es ist kurz nach 16 Uhr an diesem lauen Spätsommerabend auf dem nördlichen Marienplatz, als die ersten Menschen schreien. Ein junger Mann rennt mit einem riesigen Küchenmesser die Straße entlang, er brüllt Unverständliches, fuchtelt mit dem Messer herum. Der Ravensburger Dieter Nitsche sieht ihn kommen und zieht seine Ehefrau Elisabeth in den Schutz eines Geschäftes.


    Sekunden später sticht der 21-jährige Asylbewerber aus Afghanistan auf Menschen ein, zuerst an der Bushaltestelle. Blut fließt. Erst 100 Meter weiter endet seine Gewalttat, nach Angriffen vor der Gaststätte Engel und am Frauentor.
    Zwei 19- und 20-jährige Syrer sowie ein 52 Jahre alter Deutscher werden verletzt. Einer der Asylbewerber schwebt zunächst in Lebensgefahr. Es ist schließlich der Ravensburger Oberbürgermeister, der dem Chaos ein Ende bereitet....

    https://www.schwaebische.de/landkrei...,10940274.html

    Nun aber zurück zum Streetworker:



    Dieser Mann soll den Marienplatz sicherer machen

    Der wichtigste Treffpunkt in Ravensburg ist nicht erst seit der Messerattacke vor wenigen Wochen als Brennpunkt unter Veruf geraten. Ein Streetworker soll die Probleme jetzt angehen.


    Sie kommen mit großen Erwartungen nach Deutschland: Jugendliche Flüchtlinge denken oft, sie könnten schnell eine Arbeit bekommen, ein Auto fahren, reich werden, Geld nach Hause schicken. Die Wirklichkeit sieht anders aus: Eingepfercht in einer Flüchtlingsunterkunft auf wenigen Quadratmetern, haben manche Schwierigkeiten, Schriftdeutsch zu lernen, was wiederum Voraussetzung für eine duale Ausbildung ist. Einige geben dann auf und treffen sich lieber mit Freunden in der Ravensburger Innenstadt, trinken und pfeifen Frauen hinterher. Um die Probleme anzugehen, hat der Gemeinderat im August eine Streetworker-Stelle bewilligt. Für 18 Monate zunächst.

    Zwei Hauptgruppen im Visier

    Sozialarbeiter Bernhard Pesch vom Verein Arkade ist jetzt seit zehn Wochen im Dreieck Marienplatz, Bahnhof, alter Friedhof (an der Meersburger Straße) unterwegs, um Kontakte zu knüpfen und Vertrauen aufzubauen. Zwei Hauptgruppen von jungen Männern, die Passanten manchmal stören, hat er schon ausgemacht: Die eine stammt aus Syrien, die andere aus Afghanistan. Während die Syrer aber als Flüchtlinge anerkannt sind und nicht fürchten müssen, von heute auf morgen abgeschoben zu werden, ist die Lage für die Afghanen relativ hoffnungslos. „Sie haben Antrag auf Asyl gestellt, sind abgelehnt worden und klagen jetzt dagegen.“

    Pesch versucht, ihnen klarzumachen, dass sie nur durch den Besuch von Deutschkursen eine Ausbildungsstelle bekommen können, die sie am Ende zumindest für einige Jahre vor einer Abschiebung schützen wird. Ansonsten haben sie kaum eine Chance, dauerhaft im Land zu bleiben. Die Ehe mit einer deutschen Frau ist laut Bürgermeister Simon Blümcke, in dessen Zuständigkeit das Thema öffentliche Sicherheit fällt, mittlerweile kein Abschiebehemmnis mehr.


    Im Vordergrund der Arbeit des Streetworkers stehen oft ganz praktische Probleme. Zum Beispiel Schulden, weil sich eine Handyrechnung von 2500 Euro aufsummiert hat. Oder dass es in Deutschland eben nicht erlaubt ist, auf der Straße einen Joint zu rauchen. „Im Grunde sind das richtig nette Jungs, die wahnsinnig dankbar sind, wenn sich jemand um sie kümmert. Aber sie sind eben auch unheimlich verzweifelt, können nicht gut mit Alkohol umgehen, trinken dann bis zum Filmriss und begehen Ordnungswidrigkeiten.“

    Der Gemeinderat hatte die Streetworkerstelle nach zunehmenden Beschwerden von Bürgern eingerichtet, die sich vor allem auf dem nördlichen Marienplatz nicht mehr sicher fühlten. Dort treffen mehrere Gruppen aufeinander, die mitunter Probleme machen. Neben den Flüchtlingen auch Drogenabhängige, Alkoholiker, Punker und angeblich sogar laut Berichten aus dem Schülerrat eine Gruppe von deutschen Gymnasiasten, die Mitschüler mobben und körperlich drangsalieren. Pesch hatte aber in den ersten zehn Wochen hauptsächlich mit den Flüchtlingen zu tun. Die meist älteren Drogen- und Alkoholabhängigen werden vom Kontaktladen „Die Insel“ in der Rosmarinstraße betreut.


    Dass sich die Brennpunkte in Ravensburg von heute auf morgen entschärfen, ist unwahrscheinlich. „Streetwork lässt sich nicht mit der Arbeit der Polizei vergleichen“, sagt Bürgermeister Blümcke. „Man muss sich Zeit lassen und darf keine Wunder erwarten. Wir werden da auf jeden Fall einen längeren Atem brauchen.“

    Die Innenstadt als Treffpunkt

    Etwa 80 Prozent der sogenannten Stresser vom Marienplatz würden gar nicht in Ravensburg wohnen, sondern in der näheren Umgebung und nach der Schule oder den Integrationskursen in die Innenstadt kommen, um sich zu treffen. Die Polizei hätte schon Betretungsverbote und Platzverweise ausgesprochen, allerdings mit mäßigem Erfolg. „Eine der Jungs sind mehr oder weniger Analphabeten und verstehen die behördlichen Schreiben gar nicht“, erklärt Pesch. „Sie sprechen zwar ganz gut Deutsch, können es aber nicht lesen.“


    Seine Hilfe nehmen sie deshalb dankbar an. Mit dem 19-jährigen Afghanen Sayeed aus Horgenzell geht der 49-jährige Sozialarbeiter an diesem Nachmittag zum Anwalt, anschließend trifft er sich mit einigen jungen Syrern in deren WG in der Unterstadt. Sie gehören nicht zu den problematischen Flüchtlingen, sondern arbeiten schon, gehen zur Schule oder machen eine Ausbildung. Die jungen Männer sind aber ratlos, weil ihnen die Wohnung gekündigt worden ist und sie nicht wissen, wie sie sich verhalten sollen. Sie wurde ihnen untervermietet, womit sich die gesetzliche Kündigungsfrist auf zwei Wochen verkürzt. Pesch empfiehlt auch ihnen, zum Anwalt zu gehen, und hilft bei der Suche. „Wahrscheinlich werden sie aber am Ende in die Flüchtlingsunterkunft zurückmüssen. Der Wohnungsmarkt ist ja so schon angespannt genug.“

    https://www.schwaebische.de/landkrei...,10954669.html
    Geändert von Turmfalke (27.10.2018 um 22:54 Uhr)
    Es ist dem Untertanen untersagt, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.
    Gustav von Rochow (1792 - 1847), preußischer Innenminister und Staatsminister

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    AW: Flüchtlinge, ein Streetworker und der Marienplatz

    Das ist dann die Realität, die die linken Träumer nicht sehen wollen. Die wohnen ja auch nicht in den von ihnen geschaffenen sozialen Brennpunkten.
    Alle Texte, die keine Quellenangaben haben, stammen von mir.

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