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    101 Fachkrftemangel? konomen zweifeln an der Millionen-Lcke

    Fachkrftemangel? konomen zweifeln an der Millionen-Lcke

    Wirtschaftsvertreter warnen vor Engpssen bei qualifizierten Arbeitskrften. Experten halten den Fachkrftemangel allerdings fr ein Alibi. Ein Zuwanderungsgesetz sei nicht nur unntig, sondern sogar schdlich.
    Glaubt man Vertretern der Wirtschaft, stehen Deutschland schwere Zeiten bevor. Das Exportgeschft luft, die Kauflust der Deutschen ist ungebrochen, die Auftragsbcher der meisten Unternehmen sind voll. Aber mit jedem Jahr wird es offenbar schwerer, die Auftrge auch abzuarbeiten weil zunehmend die Mitarbeiter dafr fehlen. Vor allem Spezialisten. Und das knnte sich langfristig als Risiko fr die Konjunktur erweisen.


    Nach Angaben des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) klagt fast jedes zweite Unternehmen darber, offene Stellen lngerfristig nicht besetzen zu knnen. Genauso viele sorgen sich inzwischen aufgrund der Personalknappheit um die Wachstumsperspektiven. Insgesamt gebe es inzwischen 1,6 Millionen Stellen, die mangels geeigneter Bewerber nicht besetzt werden knnten, warnt der Verband.


    Doch eine ganze Reihe von Experten hlt die Warnungen fr bertrieben und einen flchendeckenden, branchenbergreifenden Fachkrftemangel in Deutschland fr ein Mrchen. Das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Bckler-Stiftung kommt in einer Analyse zu dem Ergebnis, dass die Zahlen des DIHK berhht und wenig aussagekrftig sind.
    Dstere Prognose gibt es seit Jahren

    Das Problem sei weniger, dass es nicht genug Arbeitskrfte gebe sondern dass Unternehmen nicht bereit seien, angemessene Lhne zu zahlen, sagt Eric Seils, Verfasser des jngsten WSI-Reports zur Situation des Arbeitsmarkts. Die Klagen vieler Unternehmer ber ein angebliches Geschftsrisiko Fachkrftemangel dienen nur dem Ziel, den Anstieg der Arbeitskosten im deutschen Niedriglohnsektor zu dmpfen, so Seils.

    Ein Zuwanderungsgesetz mit dem Ziel, mglichst viele potenzielle Arbeitskrfte zu gewinnen, so wie die Bundesregierung es derzeit plane, sei nicht ntig, sondern im Gegenteil schdlich.

    Die dstere Prognose, dass Deutschland schon bald die Arbeitskrfte ausgehen, vor allem die gut qualifizierten, gibt es seit Jahren. Das Forschungsinstitut Prognos beispielsweise hatte vergangenen Sommer errechnet, dass allein aufgrund der Alterung unserer Gesellschaft bis zum Jahr 2030 drei Millionen Arbeitskrfte fehlen werden. Und das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) kommt in seinem MINT-Report ber den Arbeitsmarkt fr Mathematiker, Informatiker, Naturwissenschaftler und Techniker zu dem Schluss, dass aktuell 237.500 dieser Fachkrfte fehlen.
    Schlechte Bezahlung, hohe Fluktuation

    Der DIHK hatte fr eine ganze Reihe von Branchen Alarm geschlagen. So knnten 83 Prozent der Unternehmen in der Leiharbeit Stellen mangels qualifizierter Bewerber lngerfristig nicht besetzen. In der Sicherheitswirtschaft htten 78 Prozent dieses Problem, im Straengterverkehr 63 Prozent und im Gastgewerbe 62 Prozent.
    Damit, so Eric Seils, wren vor allem Niedriglohnbranchen betroffen, in denen weit unterdurchschnittliche Anforderungen an die Qualifikation gestellt werden. Dass es ausgerechnet dort Arbeitskrftemangel geben soll, sei wenig wahrscheinlich. Die Wahrheit sei, dass in den genannten Branchen nicht gut gezahlt werde, die Personalfluktuation gro sei und damit die Zahl offener Stellen, so Seils.

    Arbeitgeber htten aber einen starken Anreiz, Vakanzen eher mit Fachkrfteproblemen zu erklren, vermutet er: Wenn sie sich an der Umfrage des DIHK beteiligten und sich ber Fachkrftemangel beklagten, knnten sie hoffen, dass sich der Verband politisch fr gnstiges Personal aus dem Ausland einsetzt.

    BA sieht keinen umfassenden Fachkrftemangel

    Mehrere Experten teilen diese Einschtzung. Dass Wirtschaftsverbnde immer wieder lauthals ber Fachkrftemangel klagten, sei Teil einer Strategie, die man Rent-Seeking nenne, sagt der konom Thomas Straubhaar. Demnach wgen Unternehmer ab, ob sie effizienter durch eigene Leistung oder Hilfen des Staates weiterkommen. Scheint es einfacher und billiger, in den zustndigen Ministerien Helferreflexe auszulsen, als einen Mangel an Fachkrften im eigenen Betrieb mit neuen Ideen zu bewltigen, schickt man seine Verbandsvertreter nach Berlin, so Straubhaar.

    Dass es in bestimmten Branchen schwer ist, ausreichend Mitarbeiter zu finden, ist unbestritten. Die Frage ist nur: Wie gro ist die Dimension des Problems? Seils vom WSI weist darauf hin, dass die vom DIHK angegebene Zahl von 1,6 Millionen Stellen, die mangels Fachkrften nicht besetzt werden knnten, um 60 Prozent ber den knapp 984.000 sofort zu besetzenden offenen Stellen in Deutschland liege, die das wissenschaftliche Institut der Bundesagentur fr Arbeit (IAB) auf Basis seiner reprsentativen Befragung gemeldet habe.
    Und die Bundesagentur fr Arbeit (BA) stellt in ihrer Fachkrfte-Engpass-Analyse vom Juni fest: Trotz stark gestiegener Vakanzzeit sowie einer knapper gewordenen Arbeitslosen-Stellen-Relation kann von einem umfassenden Fachkrftemangel in Deutschland nach wie vor nicht ausgegangen werden. Vielmehr zeigen sich in einigen Berufen und Regionen sprbare Probleme bei der Besetzung von offenen Stellen. Zudem rumt die BA ein: Eine allumfassende Kennzahl zur Messung von Mngeln beziehungsweise Engpssen gibt es nicht.
    DIW-Experte hlt Umfragen nur fr bedingt glaubhaft

    Das Kriterium, wie lange es dauert, bis eine Stelle neu besetzt ist, sagt nach Expertenmeinung wenig ber das Ausma eines Fachkrftemangels aus. Zunehmende Vakanzen bei offenen Stellen knnen auch ein Beleg dafr sein, dass die BA mit der Vermittlung nicht hinterherkommt oder die Arbeitgeber zu whlerisch sind, sagt Karl Brenke, langjhriger Arbeitsmarktexperte beim Deutschen Institut fr Wirtschaftsforschung (DIW)
    Umfragen von Unternehmen, wie die des DIHK, seien nur bedingt glaubhaft. Denn die Betriebe versuchten, sich ein mglichst groes Arbeitskrftereservoir zu sichern und das auch durch Warnungen vor einem Mangel an gut ausgebildeten Mitarbeitern.

    Wenn wir tatschlich nennenswerten Fachkrftemangel htten, knnte man das am ehesten an steigenden Lhnen sehen, weil sich die Betriebe dann anstrengen mssen, die guten Leute zu bekommen, sagt Brenke. In den vergangenen Jahren habe es aber nur vergleichsweise geringe Lohnsteigerungen gegeben.


    Wie Seils sieht auch Brenke keinen Grund, durch ein Zuwanderungsgesetz Arbeitspltze nach Deutschland zu holen. Wir haben einen offenen Arbeitsmarkt, es gibt die Blue Card innerhalb der EU und zustzliche Regelungen in Deutschland, die den Zuzug und Arbeitsgenehmigungen fr Fachkrfte aus Drittlndern ermglichen. Wir brauchen kein Zuwanderungsgesetz, so wie es jetzt geplant ist, sagt der Experte. Der Arbeitsmarkt in der EU sei riesig, die Arbeitslosigkeit in vielen EU-Mitgliedsstaaten unter an sich gut ausgebildeten Jugendlichen oft so hoch, dass Deutschland dort das Gros der bentigten Fachkrfte rekrutieren knnte.
    Schleswig-Holsteins Ministerprsident Daniel Gnther spricht sich fr ein Zuwanderungsgesetz auch fr abgelehnte Asylbewerber aus. Damit soll ihnen ein Weg auf den deutschen Arbeitsmarkt erffnet werden.
    https://www.welt.de/wirtschaft/artic...en-Luecke.html
    Es ist dem Untertanen untersagt, den Mastab seiner beschrnkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.
    Gustav von Rochow (1792 - 1847), preuischer Innenminister und Staatsminister

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    AW: Fachkrftemangel? konomen zweifeln an der Millionen-Lcke

    Ein Fachkrftemangel htte massiv steigende Lhne zur Folge. Da das Lohnniveau nach wie vor niedrig ist, kann also alleine deshalb nicht von Fachkrftemangel gesprochen werden. In der Firma, in der ich beschftigt bin, werden hnderingend Leute gesucht. Dass die Bezahlung zu schlecht ist, will der Chef nicht hren. Nun werden verstrkt "Flchtlinge" eingestellt. Fr die zahlt der Staat einen groen Teil des Lohnes. So wollen es die Chefs.
    Alle Texte, die keine Quellenangaben haben, stammen von mir.

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