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    Neues Berufsbild: Abschiebebeobachter

    Abschiebe-Beobachter „Es ist härter als gedacht“

    Felix Wieneke ist Abschiebe-Beobachter am Hamburger Flughafen. Er spricht mit den Menschen, achtet darauf, dass alle Papiere da sind. An der derzeitigen Praxis übt der 29-Jährige scharfe Kritik.





    Kurz bevor Flüchtlinge vom Hamburger Flughafen abgeschoben werden, treffen sie noch auf einen Menschen, der es gut mit ihnen meint. Felix Wieneke ist unabhängiger Abschiebe-Beobachter: Er spricht mit den Menschen, erkundigt sich nach ihrer Gesundheit und achtet darauf, dass alle notwendigen Papiere da sind. „Die Menschen sind sehr dankbar, wenn jemand anderes noch einmal drüberschaut.“ Verhindern kann der 29-Jährige eine Abschiebung allerdings nicht.

    Weil Abschiebungen meist in den frühen Morgenstunden durchgeführt werden, muss auch Felix Wieneke früh raus. Seine Arbeit beginnt, wenn die Mitarbeiter der Ausländerbehörde die Flüchtlinge von ihrer Unterkunft oder aus dem Abschiebegewahrsam zum Flughafen bringen. „Eine Abschiebung ist immer eine Belastung – egal, wo es hingeht.“ Fast alle seien sichtlich gestresst, manche verzweifelt, andere traurig. Gesprochen wird meist Englisch. Wenn die Flüchtlinge schon länger in Deutschland gelebt haben, geht es auch auf Deutsch.

    Psychisch belastende Arbeit

    Auch nach vier Monaten als Abschiebe-Beobachter gibt es für Felix Wieneke keine Routine. In den meisten Fällen geht der Flug in ein anderes EU-Land, weil nach derzeitiger Rechtslage Flüchtlinge dort Asyl beantragen müssen, wo sie in die EU eingereist sind. An der umstrittenen Abschiebung von 69 Afghanen, von denen einer aus Hamburg in Kabul Suizid beging, war er nicht beteiligt, weil der Flug von München startete.



    Nach seinem Studium der Kultur- und Politikwissenschaft in Lüneburg arbeitete er zunächst in einem Projekt zur Unterbringung von Flüchtlingen am Hamburger Hauptbahnhof. Am Anfang war er skeptisch, ob er auf das Stellenangebot des Diakonischen Werks als Abschiebe-Beobachter eingehen sollte. Doch dann hat er den Schritt gewagt und es bisher nicht bereut. „Aber es ist härter als gedacht.“ Die Arbeit mit Menschen, die unmittelbar ihrer Abschiebung entgegensehen, ist auch für ihn selbst psychisch belastend. Die Diakonie bietet Supervisionsgespräche an. Abstand gewinnt er aber auch beim Radfahren und beim Komponieren elektronischer Musik.

    950 Menschen wurden im vorigen Jahr vom Hamburger Flughafen aus abgeschoben, rund 300 weniger als im Jahr zuvor. Allerdings rechnet Felix Wieneke nach der aktuellen Debatte mit steigenden Zahlen. Nicht immer kann er vor Ort sein, weil nahezu täglich Menschen abgeschoben werden. Seine Teilzeitstelle ist zudem befristet bis 2020.



    Schon einmal gab es von 2009 bis 2015 mit Astrid Schukat eine Abschiebe-Beobachterin am Flughafen. Weil die benachbarten Bundesländer sich nicht auf eine Finanzierung einigen konnten, wurde das Projekt beendet. Im vorigen Jahr beschloss der Hamburger Senat, die 60.000 Euro allein zu finanzieren. Ähnliche Einrichtungen wie in Hamburg gibt es auch an den Flughäfen in Berlin, Düsseldorf und Hannover.




    Dass die Flüchtlinge am Ende ausreisen müssen, lässt ihn unbefriedigt zurück. „Vielleicht wäre es besser, das Geld in die Integration zu investieren.“ Vor allem den Austausch der Flüchtlinge innerhalb der EU-Länder kritisiert er. „Das nützt niemandem.“ Und doch findet er seine Arbeit sinnvoll. Regelmäßig berichtet er im Flughafen-Forum darüber. Dort sitzen Vertreter von Kirche und Flüchtlingsorganisationen sowie der Bundespolizei und Ausländerbehörden. Es habe den Eindruck, dass seine Einschätzungen dort auch gehört werden.

    https://www.welt.de/regionales/hambu...s-gedacht.html

    Diesmal nur 14 Kommentare. Ich wußte bislang allerdings nicht, dass es in der DDR Baggerschmierer gab:

    vor 2 Wochen
    Anscheinend ist der Fachkräftemangel doch nicht so groß wenn man sich einen Abschiebebeobachter leisten kann. Ist wie in der DDR dort gab es extra Baggerschmierer, die haben nur gewartet bis der Bagger mal still stand und schmierten alle Nippel ab. Das ganze hört sich nach stupiden Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen an. Auch noch Teilzeit. Man investiert zu viel Zeit um eine zweite Stelle annehmen zu können, Aber man hat zu wenig um eine Familie zu gründen. Das Los aller Wissenschaftlichen Mitarbeiter.
    Es ist dem Untertanen untersagt, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.
    Gustav von Rochow (1792 - 1847), preußischer Innenminister und Staatsminister

  2. #2
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    AW: Neues Berufsbild: Abschiebebeobachter

    Kurz bevor Flüchtlinge vom Hamburger Flughafen abgeschoben werden, treffen sie noch auf einen Menschen, der es gut mit ihnen meint.
    Da musste ich fast weinen . . .

    Nach seinem Studium der Kultur- und Politikwissenschaft . . .
    Wie üblich: Ein wertschöpfungsfreier Studiengang, ohne jeglichen Nutzen für Wirtschaft oder Land. Klar, dass man da solche Stellen wie einen "Abschiebebeobachter" extra schaffen muss, um solchen Leuten ein Auskommen zu ermöglichen. Ganz ehrlich, ich habe das echt für einen Scherz gehalten, als ich die Überschrift gelesen hatte, aber in Deutsch-Absurdistan ist wohl nichts unmöglich. Würde mich nur noch interessieren, was man so verdient als - mann-oh-mann! - "Abschiebebeobachter"!
    "...und dann gewinnst Du!"

  3. #3
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    AW: Neues Berufsbild: Abschiebebeobachter

    Der typische Linke. In irgendwelchen "Projekten" tätig, zu faul für richtige Arbeit.
    Alle Texte, die keine Quellenangaben haben, stammen von mir.

  4. #4
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    AW: Neues Berufsbild: Abschiebebeobachter

    Zitat Zitat von Realist59 Beitrag anzeigen
    Der typische Linke. In irgendwelchen "Projekten" tätig, zu faul für richtige Arbeit.
    Schließlich darf man solch wertvolle Kapazitäten nicht mit alltäglichen Arbeiten verschleißen.
    Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland

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