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    Befristet angestellte Lehrer Arbeitsamt statt Strand

    Die Befristungen hatte Herr Schröder von der SPD (damals Bundeskanzler) in Mode gebracht. Seitdem gibt es die sachgrundlose Befristung allüberall und kaum noch ein Neuvertrag wird nur mit der Probezeit, ansonsten aber unbefristet verfasst.

    Man kann der SPD gar nicht genug danken!

    Befristet angestellte Lehrer Arbeitsamt statt Strand

    Trotz Lehrermangels und Unterrichtsausfalls werden tausende Lehrer zu Beginn der Sommerferien arbeitslos. Gerade junge Lehrer sind davon betroffen. Ein fatales Signal.
    Von Sandra Stalinski, tagesschau.de
    Sommerferien. Das ist die Zeit, in der viele in den Urlaub fahren, sich vom Stress und den Strapazen des Jahres erholen. Zumindest für ein paar Wochen mal nicht an Arbeit denken, ans Geld verdienen. Für Katarina S.* hingegen ist es die Zeit der Anspannung, der Unsicherheit und der Geldknappheit.
    Zum dritten Mal in Folge erlebt die 36-jährige Realschullehrerin aus Baden-Württemberg das jetzt schon. Das erste Mal direkt nach dem Referendariat. Da geht es allen so. Am Ende dieser zwei Jahre, nach dem zweiten Staatsexamen, werden alle entlassen und frühestens zum Beginn des folgenden Schuljahres wieder eingestellt. Etwa 5000 bis 6000 Referendare betrifft das in Baden-Württemberg jedes Jahr.
    Hartz IV in den Ferien

    Katarina S. hat in dieser Zeit Hartz IV beantragt, weil sie anders nicht über die Runden gekommen wäre. In den letzten beiden Schuljahren hatte sie jeweils nur befristete Verträge, die zum Ende des Schuljahres liefen. Da sie in den letzten Sommerferien noch keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld I hatte, hat sie die Zeit mit ihren Ersparnissen überbrückt. Dieses Jahr meldet sie sich für die sechs Wochen arbeitslos. "Das heißt, meine Kollegen können Urlaub machen und ich mache Termine auf dem Arbeitsamt", sagt sie im Gespräch mit tagesschau.de.
    Jedes Jahr in den Sommerferien steigt die Zahl arbeitsloser Lehrer sprunghaft an: Im Sommer 2017 haben sich bundesweit 4900 Lehrer arbeitslos gemeldet. Betroffen sind in der Regel angestellte Lehrer mit befristeten Arbeitsverträgen, die beispielsweise als Elternzeitvertretung oder bei längeren Krankheitsausfällen eingestellt werden. Am größten ist das Problem in Baden-Württemberg (1680), gefolgt von Bayern (860) und Niedersachsen (470). Tatsächlich sind aber deutlich mehr der insgesamt etwa 800.000 Lehrer in Deutschland betroffen, denn viele melden sich gar nicht arbeitslos, sondern jobben stattdessen beispielsweise.
    Und wenn man die Arbeitsverträge zeitmäßig (nach 2 Jahren) eigentlich entfristen müßte, versetzt man die Lehrer an eine andere Schule, d.h. man kann munter weiter befristen (siehe letzter Satz des folgenden Absatzes):

    Lehrerin: "Das ist demütigend"

    Katarina S. findet das demütigend. Sie ist mit Leib und Seele Lehrerin, weiß aber nicht, ob sie diesen Beruf unter diesen Bedingungen weiterführen wird. "Es geht ja nicht nur um Wissensvermittlung, sondern auch um die Beziehungen mit den Schülern. Wenn ich nie weiß, ob ich im nächsten Jahr noch da bin, kann ich mich nicht richtig auf die Schüler einlassen." Sie findet die Befristungen an sich problematisch. Beim letzten Mal hat sie zehn Tage vor den Faschingsferien erfahren, dass sie zum Halbjahr an eine andere Schule wechselt.
    Klar ist, dass es eine bestimmte Anzahl befristeter Einsätze an Schulen geben muss, weil für eine Elternzeitvertretung beispielsweise nicht dauerhaft jemand eingestellt werden kann. Andererseits fordert die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg schon seit Jahren, die ständige Lehrerreserve aufzustocken. In diesem Pool von festangestellten Vertretungslehrern gibt es derzeit 1666 Lehrerstellen. Demgegenüber stehen laut GEW ständige Ausfälle von etwa 6500 Lehrern jedes Jahr.
    Warum spart das Land Millionen, wenn es doch Millionen hat und Geld oftmals keine Rolle spielt? Hier spielt es eine Rolle?

    Länder wollen Geld sparen

    Dass Baden-Württemberg den restlichen Bedarf mit befristeten Verträgen - meist bis zum Ende des Schuljahres - abdeckt, hat einen einfachen Grund: Das Land spart Millionen. Eine Bezahlung der Lehrer über die Sommerferien hinaus würde Baden-Württemberg 12,5 Millionen Euro kosten, teilt ein Sprecher des Kultusministeriums mit. Dabei zeigt die bundesweite Praxis, dass es auch anders geht: In Rheinland-Pfalz werden ab 2019 alle Vertretungslehrer über die Sommerferien bezahlt werden. In NRW, Hessen oder Sachsen-Anhalt beispielsweise ist Sommerarbeitslosigkeit bei Lehrern kein Thema, wie eine Umfrage der dpa in den Ländern ergeben hat. Und in Bayern gibt es Zwischenlösungen: Wer bis zur vierten Woche nach Schuljahresbeginn eingestellt wird, wird die Sommerferien durchbezahlt. Alle, die später anfangen, gehen leer aus.
    In einem reichen Land wie Baden-Württemberg müsste das auch anders gehen, sagt der Bildungsforscher Ewald Terhart von der Universität Münster im Gespräch mit tagesschau.de. Betroffen sind davon vor allem junge Lehrer. "Gerade für Berufsanfänger ist das sehr hart und in Zeiten des immer wiederkehrenden Lehrermangels und Unterrichtsausfalls ist es ein falsches Signal, diese Menschen auf diese Weise in ihrem Beruf zu empfangen." Zumal es sich ja lediglich um eine Verschiebung der Kosten handle, wenn viele Betroffenen Hartz IV oder Arbeitslosengeld beantragen müssten. "Der Verwaltungsaufwand steht in keinem Verhältnis", meint Terhart.
    Lehrer als Manövriermasse

    Besonders ärgerlich ist die Sommerarbeitslosigkeit, wenn Lehrer im folgenden Schuljahr an der gleichen Schule wieder eingesetzt werden. In vielen Fällen dürfte das auch vorher schon absehbar sein, meint der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger. "Für die Schulverwaltungen ist es einfach die bequemere Lösung, die Leute zu entlassen und dann bei Bedarf neu einzustellen", sagt er zu tagesschau.de. Die Lehrer würden dabei als Manövriermasse missbraucht.
    Lehrerverband: "Arbeitnehmerfeindliche Regelungen"

    Er hält die Sommerarbeitslosigkeit bei Lehrern aber generell für unzumutbar, spricht von "Ausbeutung" und "arbeitnehmerfeindlichen Regelungen". Gerade bei jungen Lehrkräften seien die großen Ferien die einzige Zeit im Jahr, die wirklich der Erholung diene. In allen anderen Ferien stünden meist Korrekturen oder Vorbereitungen an. "Zumal die Gefahr ist, dass junge Lehrer sich nach kürzester Zeit umorientieren und in die freie Wirtschaft wechseln", sagt er.
    Tja, mit einem befristeten Arbeitsvertrag in der Tasche ist man nicht kreditwürdig. Man erhält weder einen Autokredit noch einen Hauskredit und selbst die Wohnungssuche ist wesentlich schwieriger, weil die meisten Vermieter nur Mieter in unbefristeten Arbeitsverhältnissen und sicheren Stellungen nehmen. Auch die Familiengründung fällt natürlich flach, denn die Lehrerin weiß genau, sollte sie schwanger werden, hebt die Schwangerschaft und der Mutterschutz eben nicht die Befristung auf und die Lehrerin weiß, dass sie dann erst einmal für lange Zeit arbeitlos bleiben wird. Pech für sie! Pech aber auch für die Gesellschaft, die ja eigentlich mehr Kinder haben möchte, wenn auch offensichtlich nicht von Akademikerinnen und auch nicht von Deutschen. So der Eindruck.

    Anbei ein Textauszug zum Mutterschutz bei befristeten Arbietsverhältnissen:

    Der Mutterschutz gilt allerdings auch hier nur solange, wie das befristete Arbeitsverhältnis besteht. Endet das Arbeitsverhältnis aufgrund der Befristung, endet auch der Mutterschutz. Der Mutterschutz ändert auch nichts an der Wirksamkeit der Befristung. Wurde die Befristung wirksam vorgenommen, endet das Arbeitsverhältnis mit Ablauf der vereinbarten Zeit oder Erreichen des Zwecks, und zwar auch bei bei einer bestehenden Schwangerschaft, während der Schutzfrist nach der Entbindung und während der Elternzeit.
    https://www.mutterschutz-rechner.de/...aeltnissen-718

    Und nun zurück zum Artikel und zum betreffenden Absatz:

    So könnte es auch bei Katarina S. kommen. Sie weiß noch nicht, wie es im nächsten Schuljahr weitergeht. Aber einen weiteren befristeten Vertrag wird sie nicht unterschreiben. Sollte es auch dieses Jahr nicht mit einer unbefristeten Festanstellung klappen, wird sie den Schuldienst quittieren. "Mit Mitte dreißig brauche ich eine Sicherheit im Leben, vielleicht will ich eine Familie gründen, ein Auto oder ein Haus kaufen. Das geht nicht, wenn man immer nur bis zum Ende des Jahres planen kann."
    https://www.tagesschau.de/inland/arb...ehrer-101.html

    Armes Deutschland. Reiches Deutschland. Danke, SPD!
    Es ist dem Untertanen untersagt, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.
    Gustav von Rochow (1792 - 1847), preußischer Innenminister und Staatsminister

  2. #2
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    AW: Befristet angestellte Lehrer Arbeitsamt statt Strand

    sowas ist eine Sauerei.

    Habe vor ca 3 Monaten ein Buch gelesen - leider fällt mir der Titel nicht ein - von einem Lehrer geschrieben der die Zustände an glaub ich einer Berliner Schule sehr schön beschreibt. Im Sommer arbeitslos - ganz toll...

    So eine Anstellungsprexis müßte verboten werden.

  3. #3
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    AW: Befristet angestellte Lehrer Arbeitsamt statt Strand

    Gelder sind vorhanden, nur nicht für Deutsche.
    Alle Texte, die keine Quellenangaben haben, stammen von mir.

  4. #4
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    AW: Befristet angestellte Lehrer Arbeitsamt statt Strand

    Zitat Zitat von Realist59 Beitrag anzeigen
    Gelder sind vorhanden, nur nicht für Deutsche.
    Siehe „Alle Beweise: „Flüchtlingskrise“ folgt einer Strategie und wurde von langer Hand geplant!"
    Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland

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