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    Spar-Schwimmen im Sommer

    Deutschland ist ein reiches Land. Den Überfluss sieht man allüberall.

    Spar-Schwimmen im Sommer

    Woran denken Sie, wenn Sie den Satz hören: „Wir sind doch so ein reiches Land“? Vielleicht sind Sie genervt, weil Sie diesen Satz gerade in den letzten drei Jahren von Ihrer Obrigkeit etwas zu oft gehört haben. Vielleicht mögen Sie ihn nicht, weil er gern als Totschlagargument eingesetzt wird, um die unangenehmen Fragen nach den Kosten der gegenwärtigen Asyl- und Zuwanderungspolitik nicht beantworten zu müssen. Dabei kann man diesem Satz ganz leicht entgehen, indem man auf die Sparmaßnahmen in deutschen Kommunen zu sprechen kommt.
    Da ist in dem ach so reichen Land, in dem die Steuerquellen noch reichlich für die Beladenen dieser Welt sprudeln sollen, plötzlich nirgends mehr Geld da. Würde man dies allerdings in einen Zusammenhang mit den erheblichen Aufwendungen für die mehrheitlich in die Sozialsysteme eingewanderten Asylbewerber stellen, die am Ende ja auch bei den Kommunen hängen bleiben, wäre das bekanntlich eine vereinfachte rechtspopulistische Weltsicht. Das Geld ist da, es muss nur anders verteilt werden, heißt es doch an dieser Stelle aus berufenen Mündern immer. Und eines stimmt ja: Auch schon vor dem aktuellen Massenansturm der Migranten litten viele Kommunalkassen schließlich Not.


    Doch lassen wir das mal beiseite. Mag Deutschland trotz aller leeren Kassen „so ein reiches Land“ sein, so scheinen etliche Regionen und Landstriche einstmals in einem noch reicheren Lande gelegen zu haben.


    Jetzt ist gerade ein Traumsommerwetter, also eine Zeit, in der viele Menschen zu Badeseen und in Freibäder strömen. Gut, in den letzten Sommern war das Badevergnügen mancherorts ein wenig getrübt, weil uns einige der zu uns gekommenen Menschen mit ihrer etwas eigenen Badekultur zu beschenken gedachten, was der eine oder andere deutsche Kleingeist als Übergriff missverstehen wollte.


    Aber darum soll es hier gar nicht gehen, denn immerhin muss man für einen solchen Zusammenstoß der Badekulturen erst einmal ein offenes Freibad haben. Deren Zahl sinkt aber in Deutschland Jahr für Jahr, Sommer für Sommer, weil die Kommunen kein Geld mehr für dieses Vergnügen haben. Damit müssen sich die Bürger vielerorts das Schwimmen sparen und sich damit auf den Strandurlaub oder etwas weitere Ausflüge beschränken.
    Dekadenter Groß-Swimmingpool

    Die Zahlen, über die nun bei bestem Badewetter manche Zeitungen berichten, sind wirklich nicht schön. Die Welt beispielsweise bilanziert:


    „…überall in Deutschland sterben Bäder. Alleine im letzten Jahr schlossen nach Zahlen der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft 175 Einrichtungen, darunter 62 Freibäder. Ausgerechnet im finanzstarken Bayern schlossen mit 16 Freibädern die meisten, NRW, kommt mit elf Bädern an zweiter Stelle. „Es ist alarmierend“, warnt DLRG-Sprecher Achim Wiese. Das Problem ist, dass die Bäder qua Definition zu den Leistungen gehören, die zuerst gestrichen werden, wenn gespart werden muss. Sie sind sogenannte freiwillige Aufgaben im Haushalt der Kommunen. Ein nettes Plus für die Bürger, doch ein Plus das kostet. Die Kostendeckungsgrade liegen laut Städte- und Gemeindebund bei nur etwa 27,2 Prozent in Freibädern. Für drei Euro Eintritt kommen also noch einmal etwa sechs Euro Zuschuss von der Kommune dazu. Ein ziemlicher Brocken für die oft klammen Gemeinden.“



    „Dramatisches Schwimmbad-Sterben!“, heißt bei Bild, wo man sich hinter der Bezahlschranke die „traurigste Landkarte des Sommers“ anschauen kann, die all die geschlossenen und aufgegebenen Bäder verzeichnet. Das sind Einrichtungen, die sich die öffentliche Hand einst leisten konnte. Was manche sommerliche Vergnügungen angeht, sind wir also ein ärmer werdendes Land.
    Aber mal ehrlich: Angesichts der Not überall auf der Welt und all der Schutzsuchenden, die von dort kommen und die in den Geltungsbereich der Sicherheiten des deutschen Sozialgesetzbuchs aufgenommen werden wollen, ist doch so ein kommunaler Groß-Swimmingpool ein ziemlich dekadenter Luxus. Auch ohne ihn sind wir immer noch so ein reiches Land, das der Welt ein freundliches Gesicht zeigen kann, wenn ich mich an dieses passende Kanzlerinnenwort richtig erinnere.
    Ein See zur Abkühlung

    Außerdem ist es für viele Zuwanderer, die meist aus freibadbefreiten Weltregionen kommen, auch viel leichter, sich zu integrieren, wenn nicht solche ungewohnt unkeuschen Sommervergnügungen locken. Weniger Freibäder heißt ebenso, weniger Übergriffe auf Frauen in leichter Badebekleidung und weniger Streit um Burkinis oder reine Frauenbadetage für Musliminnen. Sparsamkeit hat immer auch etwas Gutes. Zumal auf diese Weise, gerade in diesem bislang äußerst trockenen Sommer, zusätzlich Wasser und Energie gespart werden kann.


    Bild verbreitet mit der „traurigsten Landkarte des Sommers“ eigentlich eine unangemessen schlechte Stimmung, die nur wieder den Rechten in die Hände spielt. Ein Freibad-Rückbau kann schließlich gleichfalls ein Zeichen für ökologische Vernunft, Nachhaltigkeit, Kultursensibilität, den Abbau von Integrationshürden, Konfliktvermeidung und Ressourcenschonung sein. Wenn wir wollen, kommen wir in zwei Sätzen auch noch bei der Rettung Europas, des Klimas und der Weltoffenheit an. Wollen wir aber gar nicht. Es reicht ja, zu wissen, wie gut das Schließen von Freibädern sein kann.


    Das Schlimme ist nur, dass all das, was der Autor noch als satirische Würze in diese Zeilen gestreut hat, schon Stunden später irgendwo als ernsthaftes Argument auftauchen kann. Oder gibt’s das schon und mir ist es entgangen? Man kommt ja gar nicht mehr hinterher. Da ist Abkühlung vonnöten. Gottseidank habe ich einen schönen See in der Nähe, der so leicht nicht geschlossen werden kann.
    https://www.achgut.com/artikel/spar_schwimmen_im_sommer
    Es ist dem Untertanen untersagt, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.
    Gustav von Rochow (1792 - 1847), preußischer Innenminister und Staatsminister

  2. #2
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    AW: Spar-Schwimmen im Sommer

    Jo, auch in meiner Gegend machen imm mehr Bäder dicht weil das ein Draufzahlgeschäft ist - auch wenn die Schwimmbadbesuche eh schon horrend teuer waren. Ich bin nur selten hingegangen - 1h vor Schluß wenns billiger war und da wars noch teuer...

    Unser Freibad ist günstig: nur 3 E - da kosten mich die Parkgebühren am kostenlosen See schon mehr...

  3. #3
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    AW: Spar-Schwimmen im Sommer

    Irgendwie habe ich den Begriff "reich" immer anders definiert als jene, die Deutschland als reiches Land sehen. Die DDR war ja auch demokratisch.
    Alle Texte, die keine Quellenangaben haben, stammen von mir.

  4. #4
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    AW: Spar-Schwimmen im Sommer

    Na, ja, bei den kaputten Straßen, vor allem denen, die früher einmal als Aushängeschild Deutschlands galten, den Autobahnen, hat man ja inzwischen (teilweise blieb ja auch gar nichts mehr anderes übrig, um Achsbruch zu verhindern) großzügig die maroden Straßenabschnitte und Fahrbahnlöcher mit Baustellenabsperrungen garniert, in die schönsten und größten wurde dann gleich noch ein ausrangierter Bagger hineingestellt. Der sich nicht bewegt und noch nach Monaten so dasteht wie zuvor. Das hat zwar den Nachteil, dass sich Staus bilden (wobei die wieder billiges Argument für die Grünen und gegen Autos sind - zumindest an einem autoproduktionsfreien Deutschland wird im Moment mit Hochdruck gearbeitet), aber dann doch sehr nach Aktion aussieht. Leider sind die Behörden bei den Brücken bislang noch auf keine so genialen Ideen gekommen, weswegen viele ganz oder zumindest für LKW´s gesperrt sind, die ihre Ladung dann auf mehreren hundert Kilometer Umwegen zum Zielort bringen müssen. Macht aber nichts, denn auch dies trägt Erziehungscharakter. Wir verbrauchen sowieso viel zu viele Güter und die Ware soll ja auf die Schiene. Nur ist die leider ebenso marode wie die Straßen, dazu noch ohne geeignetes Fahrmaterial und wo neu gebaut wird, bricht dann alles zusammen (Rastatt).

    Man könnte ja eventuell stattdessen auch einen neuen Flughafen bauen...
    Es ist dem Untertanen untersagt, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.
    Gustav von Rochow (1792 - 1847), preußischer Innenminister und Staatsminister

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