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    Merkel: Gebt mir nur 14 Tage Zeit

    Die Bürger und Wähler Deutschlands möchten keine offenen Grenzen. Dies zeigt sich in den Umfragen, dies zeigte sich in den Ergebnissen der letzten Wahlen. Merkel aber möchte offene Grenzen und lehnt jedes Ansinnen ab, dies zu ändern. Wo sie anfangs noch proklamierte, eine Landesgrenze von 3000 km Länge lasse sich nicht schützen und eine Eindämmung der Asylflut

    - sie hatte die Flüchtlingskrise 2015 durch die Öffnung der Grenzen, durch die Abholung von Flüchtlingen aus anderen europäischen Ländern mittels Einsatz deutscher Sonderzüge und die Werbung für Deutschland mittels Worten und Selfies, die über die ganze Welt bis hin in die Länder Afrikas und des Orients gingen, zu verantworten -

    käme nicht in Frage

    Angela Merkel hat gesagt, 3000 Kilometer deutscher Grenzen könne man nicht schützen. Und sie lehnt Obergrenzen für das Asylrecht ab
    https://www.tagesspiegel.de/politik/.../12450400.html

    droht sie mittlerweile der CSU, die die Außengrenzen kontrollieren und notfalls Flüchtlinge wieder zurückschicken möchte, sofern diese bereits einen Asylantrag in einem anderen Land gestellt haben oder ein Einreiseverbot haben oder eben keine Papiere, ganz offen mit ihrer Richtungskompetenz, was nichts anderes bedeutet, als die Absetzung des Herrn Seehofer als Innenminister.
    Da half auch nichts, dass die CSU ihr Vorhaben auf Flüchtlinge mit Einreiseverbot minimierte.

    Aber um den Schein zu wahren und Zeit zu gewinnen, bat Merkel um 14 Tage Zeit, um eine europäische Lösung zu finden. In dieser Zeit bat sie Italien Milliarden an und traf sich mit Macron, dem sie Milliarden deutsches Geld versprach, sofern sich der Franzose hinter sie stellt. Die deutschen Grenzen sollen ja offen bleiben, die Flüchtlingsflut soll nicht eingedämmt werden, die Flüchtlinge sollen nicht zurückgewiesen werden, obwohl die Österreicher damit kein Problem hätten und bereits vorgesorgt haben. Es soll alles so bleiben wie es ist und das wird teuer.

    Aber es kommt noch besser. In diesen 14 Tagen soll nämlich ein Papier aus dem Hut gezaubert werden, das bereits in der Schublade der EU liegt. Und dieses Papier besagt, dass ein Flüchtling, der beispielsweise die spanische Grenze übertritt und behauptet, er habe einen Cousin (es darf aber auch ein Liebchen sein...) in Berlin, seinen Asylantrag zukünftig direkt in Deutschland stellen darf.

    Das Misstrauen der Bevölkerung gegenüber Worten der Kanzlerin hat mittlerweile kosmische Ausmaße erlangt. Angesichts der Auseinandersetzung zwischen Seehofer und Merkel streifte man durch die EU-Terminkalender und entdeckte tatsächlich einen Termin, der schlimme Befürchtungen zu bestätigen schien:

    Am 1. Juli trifft sich der „Europäische Rat“, eben jenes von Donald Tusk angeführte „Oberhaus“ der EU, in dem sich Regierungschefs und Ressortminister versammeln.

    Auf der Tagesordnung steht auch die Asylpolitik der EU. Hatte Merkel darauf spekuliert? Will sie sich dort einen Beschluss abholen, um Seehofers „Masterplan“ vom Platz zu kegeln? Doch wie soll das so schnell gehen in einer Bürokratie wie der in Brüssel? Dort könnte man sich selbst auf die Duftnote der Seifenspender auf den Toiletten des Plenarsaals nicht innerhalb von 14 Tagen einigen.
    Nun zeigt ein Blick zurück, dass es da längst etwas Unerledigtes in den Schubladen gibt. Im November 2017 nämlich verkündete die schwedische Abgeordnete des Europäischen Parlaments Cecilia Wilkström:


    „Frau Präsidentin, dem Europäischen Parlament ist es gelungen, etwas ganz Besonderes zu tun: Wir haben die EVP, die Sozialdemokratische Fraktion, die ALDE-Fraktion, die Grünen und die GUE-Fraktion vereint, um eine solidarische Reform der Dublin-Verordnung zu erreichen. Es ist eine komplizierte, heikle Angelegenheit, aber laut dem Eurobarometer dieses Jahr erwarten 70 Prozent der Bürger Europas, dass die Europäische Union dies leisten wird, um das kollabierte System, das wir heute haben, zu erreichen.



    Es ist höchste Zeit, dass wir heute liefern. Gemeinsam sind wir stark. Die Alternative ist, dass wir heute keine Politik in einem sehr aktuellen und sehr schwierigen Bereich haben, nämlich der Migration. Wenn wir uns nicht einigen können, macht sich das Europäische Parlament völlig irrelevant. Wenn wir vereint sind, können wir den Rat auch bitten, eine Position zu finden, in der sie sich vereinen können. Wir haben mehr als 200 politische Parteien Europas dazu und eine große Mehrheit des Ausschusses für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres (LIBE) vereint. Jetzt hat der Rat keine einheitliche Position. Wir haben eine Position, die die Realität da draußen verändern wird. […]“
    EU-Papier mit Knalleffekt?

    Cecilia Wilkström lässt also eine Gefälligkeitsumfragenschleuder wie das „Eurobarometer“ herausfinden, was angeblich auf die europäische Agenda gehört. Sie verschafft sich eine riesige Koalition im Plenum und überreicht dem Rat ein Dokument, welches – eins zu eins angewendet – alle Seeventile aus dem Schiff namens „EU“ öffnen würde. In einen Entwurf der Kommission setzte man verheerende Änderungen wie die folgende (Punkt 28) hinein:


    Die Mitgliedstaaten sollten sicherstellen, dass die Verfahren effizient sind und den Antragstellern ermöglichen, unverzüglich in andere Mitgliedstaaten überstellt zu werden, wenn sie nach dieser Verordnung nicht zuständig sind. Um kostenintensive und zeitaufwendige Sekundärüberstellungen zu vermeiden und Antragstellern einen effizienten Zugang zur Familienzusammenführung zu gewähren, ohne dabei die Mitgliedstaaten an den Außengrenzen übermäßig zu belasten, sollte ein vereinfachtes Verfahren in Erwägung gezogen werden, das ermöglicht, dass Antragsteller, die wahrscheinlich die einschlägigen Kriterien für eine Zusammenführung mit Familienmitgliedern in einem bestimmten Mitgliedstaat erfüllen, überstellt werden oder dass ihr Antrag in dem Mitgliedstaat rasch geprüft wird, zu dem sie nachgewiesene bedeutende Bindungen haben, die sich auf einen früheren legalen Aufenthalt oder Ausbildungszeugnisse gründen.“
    Soll heißen: Jeder Migrant, der an der EU-Außengrenze anlangt, ganz gleich, ob er am Grenzübergang im spanischen Ceuta brav klingelt oder auf Sizilien aus einer NGO-Rettungs-Fähre steigt, müsste nur eine Person innerhalb der EU glaubhaft benennen, zu der er eine „bedeutende Bindung“ hat. Ein Ausbildungszeugnis tut es aber auch, die sind ohnehin leichter zu fälschen als Pässe. Geprüft würde dann im Zielland der Wahl, in das der Migrant umgehend zu expedieren sei. Doch hier sei zur Ehrenrettung der CSU im EU-Parlament erwähnt, dass sie mit dem Antrag ganz und gar nicht einverstanden war, zumindest stellt MEP Angelika Niebler es so dar:


    Das ist für uns als CSU völlig inakzeptabel. Daher hat meine Kollegin Monika Hohlmeier, die von der CSU das einzige Mitglied in dem zuständigen Fachausschuss ist, einen entsprechenden Änderungsantrag eingereicht, damit „Geschwister“ nicht unter die Definition von Familienangehörigen fallen. … [unser] Änderungsantrag fand allerdings aufgrund der linken Mehrheit in dem Ausschuss (S&D, Grüne und Linke und auch Teile der Liberalen) leider keine Unterstützung, so dass nach der Abstimmung im Innenausschuss der erweiterte Familienbegriff unterstützt wird. Wir von der CSU waren und sind aber strikt gegen diese Erweiterung.“

    Das Schlüsselwort „wirkungsgleich“

    Für den Laien sah es nun so aus, als habe das Parlament da etwas beschlossen, was der Rat am 1. Juli auf Merkels Anweisungen hin nur abnicken werde. Doch da ist ja noch Seehofers Formulierung „wirkungsgleich“. So müsse die Europäische Regelung im Vergleich zu seinem Masterplan sein. Die bekannte Fassung des „Dublin IV“ genannten Vertragstextes hätte aber eine gänzlich andere Wirkung.
    Interessant ist, dass es seit einem Spiegel-Artikel vom 13. Januar und dem zeitlich darauf folgenden teilweisen Dementi von Angelika Niebler scheinbar nichts Neues zu dieser Initiative zu berichten gibt – und das, obwohl Parlamente und EU-Körperschaften Dokumente produzieren, wie Hühner Eier legen. Was machen die im Rat also mit dem Vorschlag? Seehofers lapidare Antwort auf die diesbezügliche Frage von Alexander Wendt in der Pressekonferenz lautete in etwa „Es herrscht großer Dissens, Deutschland ist mit seiner Ablehnung keinesfalls allein“.


    Und könnte man dies noch als die übliche Großspurigkeit des Alpha-Bayern abtun, schwinden die Sorgen, Merkel könne sich am 1. Juli beim Rat die Erlaubnis dafür holen, Deutschland den Rest zu geben, wenn man sich ansieht, was die Urheberin des „Dublin IV“-Papiers Jammervolles zu berichten hat.


    Denn die Euphorie, endlich „gestalten zu wollen“, scheint Frau Wilkström etwas abhanden gekommen zu sein. Auf ihrer Webseite beklagt sie sich am 5.6.2018 bitterlich über den „lack of progress“, den das Papier im Rat offenbar mache. Sie wäre doch so gern noch in dieser Legislatur weiter gekommen und wolle endlich den Trialog einleiten, womit sie die Verhandlungen meint, die beginnen würden, sollte sich auch der Rat dazu durchringen können, eine eigene Fassung des Papiers vorzulegen. Doch danach sieht es nicht aus.
    Merkels Plan B

    Eine europäische Lösung kann Merkel also nicht aus dem Hut zaubern, und sie weiß das. Deshalb folgte auf den winzigen Moment der Verzweiflung und des Kontrollverlustes (Gebt mir 14 Tage Zeit, eine europäische Lösung zu finden…) vermutlich gleich der Schwenk auf Plan B (…oder bilaterale Verträge zu schließen). Und deshalb wird wohl in etwa das geschehen, was bisher immer geschah, wenn eine Idee oder Meinung Merkel in die Enge trieb. Sie wird sich umdrehen, die Idee umarmen und so fest an sich drücken, dass sie allen glauben machen wird, es sei schon immer die ihre gewesen.


    So wie die Kanzlerin dies seit zwölf Jahren mit allen Plänen macht, die ihr gefährlich werden können und ihre Führungsrolle in Frage stellen. Merkel hat keine Pläne, keine Werte, keine Überzeugungen. Enteignen, adaptieren, sich für die Umsetzung feiern lassen und sie später entsorgen, wenn sie nicht funktionieren. Das ist das Credo ihrer Kanzlerschaft. Seehofer hat nicht abgedrückt und der duellscheuen Merkel einen Weg gelassen, nun endgültig auch seinen Kopf hinter sich an die Wand zu nageln. Dort hängen schon Kohl, Stoiber, Koch, Merz, Wulf und viele andere. Er wird sich in guter Gesellschaft befinden.
    http://www.achgut.com/artikel/horst_willkommen_im_club

    Und es gibt noch ein anderes Ende oder ist es dessen Anfang oder Mitte oder bereits das Ende des Endes? Die deutschen Grenzen bleiben offen, abgeschoben wird nur in den seltensten Fällen, der Familiennachzug der 0,3 Familieangehörigen (oder waren es mehr) läuft unvermindert, die restlichen Flüchtlinge kommen über Resettlement und werden statistisch nicht erfaßt (Merkel möchte Resettlement wohl auch aus diesem Grund ausbauen und der Türkei-Deal läuft bereits über diese Schiene/ Resettlement bedeutet kein Asylantrag, sofort Leistungen aus der Sozialhilfe plus zusätzlicher Hilfen, eigene Wohnung, unbegrenztes Aufenthaltsrecht und vor allem kein Eingang in irgendeine Statistik), das Rentenniveau sinkt weiter, die Steuern steigen, die Infrastruktur verkommt (die Schlaglöcher wachsen, die Brücken sind marode und zum Schein eröffnet man allerorts Baustellen, auf denen kein Mensch baut und die lediglich Schäden kaschieren. Es wird erst dann wieder gebaut, wenn die Autobahnen erfolgreich über die Autobahngesellschaft privatisiert wurden und der Autofahrer Maut bezahlen muss).

    "Gebt mir nur 14 Tage Zeit" ist eine Wiederkehr aus deutschen Legenden und Märchen, in denen Königinnen regierten.
    Es ist dem Untertanen untersagt, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.
    Gustav von Rochow (1792 - 1847), preußischer Innenminister und Staatsminister

  2. #2
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    AW: Merkel: Gebt mir nur 14 Tage Zeit

    Zitat Zitat von Turmfalke Beitrag anzeigen

    "Gebt mir nur 14 Tage Zeit" ist eine Wiederkehr aus deutschen Legenden und Märchen, in denen Königinnen regierten.


    Wie sich doch alles wiederholt............

    In einer der ersten Reden Hitlers aus dem Februar 1933 hatte er vom deutschen Volk gefordert, ihm vier Jahre Zeit zu geben.
    Alle Texte, die keine Quellenangaben haben, stammen von mir.

  3. #3
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    AW: Merkel: Gebt mir nur 14 Tage Zeit

    Zitat Zitat von Realist59 Beitrag anzeigen
    Wie sich doch alles wiederholt............
    Ja, aber Merkel braucht nur vierzehn Tage, während der Unselige vier Jahre forderte.
    Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland

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