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    Gewalt gegen Lehrer an der Hälfte der Schulen

    Psychische Gewalt an der Hälfte der Schulen

    Eine Umfrage unter Schulleitungen bestätigt: Gewalt gegen Lehrkräfte ist ein bundesweit verbreitetes Problem. 48 Prozent berichten von psychischer Gewalt, 26 Prozent von körperlichen Übergriffen
    Sie werden von Schülern oder von deren Eltern beschimpft, bedroht, beleidigt, gemobbt oder belästigt: An nahezu jeder zweiten Schule ist es in den vergangenen fünf Jahren zu Fällen von psychischer Gewalt gegen Lehrkräfte gekommen. Das ergab eine am Mittwoch veröffentlichte Befragung von bundesweit 1200 Schulleiterinnen und Schulleitern im Auftrag der Lehrergewerkschaft "Verband Bildung und Erziehung" (VBE). Befragt wurden die Schulleitungen im Januar und Februar dieses Jahres in Telefoninterviews durch das Meinungsforschungsinstitut Forsa.
    Angesichts ebenfalls häufiger Fälle auch von Mobbing im Internet und körperlichen Übergriffen auf Lehrkräfte kritisierte der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann insbesondere die Bildungsverwaltungen in den Ländern. Vielerorts, darunter in Baden-Württemberg, Bayern, Bremen und in Sachsen-Anhalt, wird Gewalt gegen Lehrkräfte nicht zentral dokumentiert.
    Dazu hat der VBE parallel zur Schulleiterumfrage die Verwaltungen befragt. Symptomatisch sei eine Antwort aus Bremen: Auch wenn es keine Statistik gebe, könne man versichern, "dass es sich nur um Einzelfälle handelt". Die Rückmeldungen aus den Schulen belegten das Gegenteil, betonte Beckmann. Schulbehörden, die Gewalt gegen Lehrkräfte ignorierten, würden die "Fürsorgepflicht des Dienstherren" verletzen.
    Insgesamt zeigt die Umfrage große Unterschiede zwischen den Schularten und den Formen der ausgeübten Gewalt. An Haupt-, Real- und Gesamtschulen werden Lehrkräfte häufiger direkt beschimpft oder bedroht - hier meldeten 59 Prozent der Schulleitungen entsprechende Fälle. An den Gymnasien waren es 33 Prozent, an Grundschulen 46 Prozent (zu den vollständigen Ergebnissen geht es hier).
    Körperliche Gewalt am häufigsten von Grundschülern

    Über das Internet diffamiert oder belästigt wurden insgesamt 20 Prozent der Lehrkräfte. Hier waren die Zahlen mit 36 Prozent wiederum an den Haupt-, Real- und Gesamtschulen am höchsten, gefolgt allerdings von den Gymnasien mit 33 Prozent. An den Grundschulen waren es 13 Prozent.


    Dafür geht von Grundschülern und ihren Eltern am häufigsten körperliche Gewalt aus: Bei einer Quote von insgesamt 26 Prozent von Schulleitern wahrgenommener Fälle entfallen 32 Prozent auf die Primarstufe, 12 Prozent auf die Haupt-, Real und Gesamtschulen und nur vier Prozent auf die Gymnasien.
    Warum geht es an der Grundschule besonders rabiat zu? Die Schüler neigten verstärkt zu "Verhaltensauffälligkeiten", die sich häufig schon in der Kita zeigten, sagt Beckmann. Viele brächten "das Verhaltensmuster, Forderungen gegenüber anderen mit gewalttätiger Sprache oder körperlicher Gewalt durchzusetzen" von zu Hause mit.
    Warum wird so betont, dass die Gewalt nicht auf den gewachsenen Migrantenanteil zuzuschreiben wäre?


    Das sei ein gesamtgesellschaftliches Problem und nicht einem gewachsenen Migrantenanteil an den Schulen zuzuschreiben, betonte Beckmann auf Nachfrage. Die Herkunft gewalttätiger Schüler oder Eltern wurde bei der Schulleiter-Umfrage nicht thematisiert. Nicht ausgewiesen wird auch, zu welchen Anteilen die von den Schulleitern beschriebene Gewalt von Schülern oder Eltern ausging.
    Gewalt gegen Lehrkräfte offenbar weniger tabuisiert als früher

    Die aktuelle Umfrage bestätigt Ergebnisse einer Vorgängerbefragung von Lehrkräften vom November 2016. Damals berichteten 21 Prozent von physischen Übergriffen auf Kolleginnen und Kollegen, von denen sie in den vergangenen fünf Jahren erfahren hätten. Von den 1951 befragten Lehrkräften gaben allerdings nur sechs Prozent an, selber Opfer geworden zu sein.
    Ähnlich dramatisch wie bei der neuen Umfrage stellte sich vor eineinhalb Jahren die Lage beim Thema psychische Gewalt dar. Hier wussten 55 Prozent von Beschimpfungen, Beleidigungen oder Bedrohungen im Kollegenkreis. Selber gemobbt und bedroht sahen sich 23 Prozent der Befragten.
    Bei den Übergriffen handele es sich um ein Tabu-Thema, hatte VBE-Chef Udo Beckmann 2016 die großen Diskrepanzen erklärt. Das Problem werde viel zu oft kleingeredet. So meinten auch 57 Prozent der Lehrkräfte, mit dem Thema werde "nicht weitgehend offen umgegangen". Inzwischen habe sich die Lage offenbar etwas gebessert, erklärte Beckmann am Mittwoch. Von den Schulleitungen sehen nur noch 39 Prozent "Gewalt gegen Lehrkräfte" als Tabu-Thema.
    Meldung von Vorfällen in Ministerien nicht gewünscht

    Beckmann begrüßte, dass das Thema "sichtbar aus der Tabuzone herauskommt". Die Schulleitungen sind denn auch davon überzeugt, ihre Lehrkräfte mit den Problemen nicht alleine zu lassen. 87 Prozent glauben, dass es ihnen in den allermeisten Fällen gelungen sei, betroffene Kolleginnen und Kollegen ausreichend zu unterstützen. In den 13 Prozent der Fälle, in denen das nicht gelang, stellten sich zumeist Schüler oder Eltern quer. 63 Prozent der Schulleiter sagen, dass sich die gewalttätigen Schüler uneinsichtig zeigten, 59 Prozent beklagten mangelnden Kooperationswillen der Eltern.
    Jede dritte Schulleitung, die nicht angemessen helfen konnte, vermisste ausreichendes Interesse und Unterstützung durch das Schulministerium. Teilweise sei die Meldung von Vorfällen bei den Behörden nicht erwünscht. Die Ministerien müssten "weg von dem Märchen vom Einzelfall", forderte Beckmann. Lehrkräfte sollten sich auf die Rückendeckung des Arbeitgebers verlassen können. Wichtig sei es zudem, "nachhaltige Erziehungspartnerschaften mit den Eltern aufzubauen" - und im Schulalltag genügend Zeit für "intensive Beziehungsarbeit mit den Kindern" zu finden.
    https://www.tagesspiegel.de/wissen/g.../21233838.html
    Es ist dem Untertanen untersagt, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.
    Gustav von Rochow (1792 - 1847), preußischer Innenminister und Staatsminister

  2. #2
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    AW: Gewalt gegen Lehrer an der Hälfte der Schulen

    Lehrer gehören in ihrer großen Mehrheit zu den Wählern der Grünen. Sie sind die dämlichsten Gutmenschen, die es gibt. Sollen sie dafür bezahlen, mein Mitleid hält sich in engen Grenzen.
    Alle Texte, die keine Quellenangaben haben, stammen von mir.

  3. #3
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    AW: Gewalt gegen Lehrer an der Hälfte der Schulen

    Geht mir ähnlich. Eine Bekannte von uns aus Hamburg (selbst ehemalige Lehrerin an einer Gesamtschule (von der sie übrigens immer ganz begeistert war)) samt Tochter (auch Lehrerin) engagierten sich voll in der Flüchtlingsbetreuung. Später dann lamentierte sie, dass die Tochter doch solche enormen Probleme mit ihren Inklusionsklassen habe! Die Frage nach den Ursachen stellt man hier natürlich vergeblich!
    "...und dann gewinnst Du!"

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