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    Neues Wohnprojekt in HamburgWie Familie Bakr endlich ein Zuhause fand

    Neues Wohnprojekt in Hamburg
    Wie Familie Bakr endlich ein Zuhause fand


    Endlich können sie in ihrem eigenen Wohnzimmer sitzen: Kheder Bakr (50), seine Frau Mariam Mardenali (35) und die ehrenamtliche Wohnungslotsin Viktoria Stangneth (29) mit den Kindern Mohamad (11), Rahaf (10), Nour (8) und Zeino (5).



    Neugraben -
    Häufig leben sie jahrelang in Wohnunterkünften, ohne eine Chance auf Privatsphäre und das Gefühl, endlich angekommen zu sein. Mehr als 18000 Flüchtlinge haben in Hamburg das Recht auf eine eigene Wohnung – rein theoretisch. Doch nur die wenigsten finden ein Zuhause. Um ihnen zu helfen, sucht das Projekt „Wohnbrücke Hamburg“ Vermieter für die Flüchtlinge. Die MOPO besuchte eine Familie aus Syrien in ihrem neuen Heim in Neugraben.
    Sie hatten ein großes Haus....

    Sie hatten ein großes Haus „über zwei Etagen“, sagt Mariam Mardenali (35) stolz. Ihr Mann Kheder Bakr (50) verdiente gut als Autolackierer mit eigenem Betrieb. Die Verwandten lebten in derselben Straße und kamen täglich vorbei. Es war ein „erfülltes Leben“. Doch dann kamen die Bomben nach Aleppo. Innerhalb kürzester Zeit war alles zerstört. Die Familie überlebte. Aber die Angst vor dem Tod trieb sie aus ihrer Heimat.
    Zu Fuß ging das Ehepaar in die Türkei. Anschließend kauerten sie in einem Boot. Mehr verrät die Syrerin nicht. Oder doch: Zumindst, dass es mit Zug und Bussen und immer wieder zu Fuß weiterging. Und dass Deutschland von Anfang an ihr Ziel war.

    Zu Fuß ging das Ehepaar mit den vier Kindern (das jüngste damals zwei Jahre alt) in die Türkei. Weiter ging es nach Griechenland. „Wir kauerten in einem Boot. Es war aus Plastik“, sagt Mariam Mardenali. Sie schüttelt den Kopf. „Ich kann darüber nicht sprechen. Aber ich werde das nicht vergessen. Niemals.“ Mit dem Zug, Bussen und immer wieder zu Fuß erreichte die Familie vor etwas mehr als zwei Jahren schließlich Deutschland. Hamburg war von Anfang an ihr Ziel – weil hier Verwandte leben.
    Die Spracherfolge nach zwei Jahren:

    „Es ist ein schönes Land mit guten Leuten“, sagt die 35-Jährige in gebrochenem Deutsch, sie besucht einen Sprachkurs. Doch die knapp zwei Jahre in den Unterkünften seien hart gewesen. „Wir sind fünf Mal umgezogen und konnten keine Ruhe finden.“ Bis sich die „Wohnbrücke“ ihrer annahm und ein 3,5-Zimmer-Haus mit Garten in Neugraben für die Familie fand.
    Ein Erfolg aber immerhin das Haus mit Garten.

    Seit November 2015 gibt es das Projekt, das Wohnungen und Häuser für Flüchtlinge sucht. Die größte Hürde: Da sie in Hamburg gemeldet sind, dürfen die Flüchtlinge auch nur innerhalb der Stadt in ein neues Zuhause ziehen. Und hier gibt es kaum Wohnraum. „Finanziert wird das Projekt durch Spenden, Fördergelder und den Integrationsfonds“, sagt Anne Woywod (46), die Initiatorin der „Wohnbrücke“.
    Das Projekt wird also aus Steuergeldern finanziert, nämlich dem Integrationsfonds.

    Und es hat mittlerweile 5 festangestellte Mitarbeiter.

    Mittlerweile gibt es fünf fest angestellte Mitarbeiter. Und mehr als 500 Ehrenamtliche, die als sogenannte Wohnungslotsen ausgebildet werden. Jeder Haushalt wird von einem solchen Mitarbeiter begleitet. Eine der Ehrenamtlichen ist Viktoria Stangneth (29) aus Barmbek. Sie hat die Familie wochenlang bei Anträgen und dem Umzug unterstützt. Und ihnen ihre Rechte und Pflichten als Mieter erklärt. „Es beginnt schon mit praktischen Dingen wie Heizen und Lüften. Hinzu kommen die kulturellen Unterschiede.“ In arabischen Ländern sei es üblich, dass die Familie nach dem Einzug ein Buffet macht und die Nachbarn unaufgefordert vorbeikommen, um die Neuen zu begrüßen. In Deutschland warten die Flüchtlings-Familien vergeblich auf Besuch. Damit es da keine Enttäuschungen gibt, erkläre ich schon vorher, wie es bei uns läuft“, sagt Viktoria Stangneth, die von der syrischen Familie als Schwester bezeichnet wird.
    Eine 1:1 Betreuung findet statt. Davon können unsere alten Menschen nur träumen.




    Aber nicht nur um die Flüchtlinge, auch um die Vermieter kümmert sich die „Wohnbrücke“. „Wir haben vor den Besichtigungen von jeder Familie eine Bewerbungsmappe bekommen und waren dadurch gut informiert. Bedenken hatten wir keine“, sagt der Vermieter Ralf-Dieter Fischer (69). Ihm gehören zwei nebeneinanderliegende Einfamilienhäuser. Neben den Flüchtlingen wohnt seine Tochter Brit-Meike Fischer-Pinz (44). Ihr Sohn Stian (5) und der gleichaltrige Zeino, das jüngste der vier Flüchtlings-Kinder, sind vom ersten Tag an unzertrennlich gewesen. „Sie verbringen jede freie Minute miteinander. Es ist toll, so nette Nachbarn zu haben“, sagt Brit-Meike Fischer-Pinz. Sie war selber schon in Syrien und ist begeistert von der Kultur. „Allerdings hätten wir niemanden genommen, der in Burka rumläuft“, sagt sie. –
    Für mehr als 450 Flüchtlinge hat die Wohnbrücke ein neues Zuhause gefunden. Aber rund 410 Familien und Einzelpersonen stehen derzeit auf der Warteliste. Deshalb werden dringend Wohnungen gesucht. Vermieter wenden sich bitte an Tel. 466551433.
    https://www.mopo.de/hamburg/neues-wo...fand--29962248
    Es ist dem Untertanen untersagt, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.
    Gustav von Rochow (1792 - 1847), preußischer Innenminister und Staatsminister

  2. #2
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    AW: Neues Wohnprojekt in HamburgWie Familie Bakr endlich ein Zuhause fand

    6 Personen, da kommt ordentlich Hartz IV rein.
    Alle Texte, die keine Quellenangaben haben, stammen von mir.

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