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    Flüchtlinge kommen von Skandinavien nach Deutschland und dürfen bleiben - Wie Kirchenasyl wirkt

    Flüchtlinge kommen von Skandinavien nach Deutschland
    Am Ende erhält er eine Aufenthaltserlaubnis, schreibt die NDR-Journalistin und stellt die Frage: "Was ist passiert?"

    Genau darum geht es in diesem Artikel:

    "Dieser neue Ort ändert unser gesamtes Leben", sagt Eshaq Rahimi. "Hier haben wir Ruhe und Frieden und ich weiß, dass meine Kinder am Leben bleiben." Eshaq Rahimi atmet erleichtert auf, seine Tochter Mahnaz blickt zu ihm hoch und macht es ihm nach. Die Familie aus Afghanistan darf in Deutschland bleiben. Eigentlich hatte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge entschieden, dass Norwegen zuständig ist, denn dort hatte die Familie bereits einen Asylantrag gestellt. Nach einem Jahr dort sollten sie nun aber abgeschoben werden, von Norwegen nach Afghanistan. Am Ende erhält die Familie eine Aufenthaltserlaubnis. In Deutschland. Was ist passiert?
    Nun kommen wir zur Rolle des Kirchenasyls:



    Die Lücken im System

    "Wir haben unsere Freunde wegen Dublin III gefragt", sagt Eshaq Rahimi. "Wir sind dann für ein paar Monate ins Kirchenasyl gegangen." Kirchenasyl ist ein möglicher Weg ein neues Asylverfahren in Deutschland zu erwirken. Mit dem Aufenthalt im Kirchenasyl können gleichzeitig wichtige Fristen verstreichen: Maximal drei Monate hat das BAMF Zeit einen sogenannten Übernahmeersuch an z.B. Norwegen zu stellen. Im Fall von Familie Rahimi muss nach der Zustimmung Norwegens eine Abschiebung zurück nach Skandinavien innerhalb von sechs Monaten erfolgen. Doch verstreicht eine der beiden Fristen, geht die Zuständigkeit für den Flüchtling auf Deutschland über. Ein zweites Asylverfahren kann nun in Deutschland angestrengt werden.

    Nach Recherchen von Panorama 3 wurden seit Beginn der Flüchtlingskrise 2015 im vergangenen Jahr die meisten Dublin III-Verfahren in Deutschland eingeleitet. 21% der Asylerstanträge wurden von Flüchtlingen gestellt, für die ein anderer EU-Mitgliedstaat zuständig war. 2016 waren es nur 5%.
    Der Rest steht wahrscheinlich noch auf der Warteliste.

    Nur ein Bruchteil wird zurück in die zuständigen EU-Länder rücküberstellt. 2017 hat das BAMF 64.267 Dublin-Verfahren eingeleitet, davon 41.533 "Take-Backs". Am Ende wurden nur 7.102 Personen überstellt. Das bedeutet: Viele rutschen durch die Lücken des Systems und bekommen hier offenbar ein neues Asylverfahren.
    Das BAMF räumt in Einzelfällen Fristversäumnisse ein. Die genaue Anzahl bleibt unbekannt. Neben dem Kirchenasyl gibt es weitere Möglichkeiten wichtige Fristen auszuhebeln. Andere haben gegen die Ablehnungsbescheide des Dublin III-Verfahrens geklagt oder sind untergetaucht.
    Insbesondere aber sind die Zahlen der Rücküberstellungen an zuständige europäische Länder niedrig. In vielen Fällen scheint so die Zuständigkeit an Deutschland übergegangen zu sein. "Dazu existiert derzeit keine Statistik", erklärte das BAMF auf Anfrage. Es fehlen statistische Erhebungen, die konkrete Rückschlüsse für die seit Jahren anhaltend schlechte Überstellungsquote geben. Diese könnten aber dabei helfen, das Dublin III-System zu verbessern oder mehr in Frage zu stellen. Auf Anfrage erklärt das BAMF, dass es künftig diese Fälle ausweisen werde. Zudem erklärt das BAMF, dass die Einhaltung der Überstellungsfrist "von vielen externen Faktoren" abhänge, auf die das Bundesamt "wenig oder gar keinen Einfluss hat".
    Irrfahrt durch Europa

    Wir begleiten eine Großkontrolle an der deutsch-dänischen Grenze. "Der Trend illegaler Migration aus skandinavischen Staaten von abgelehnten Migranten hält weiter an", so der Sprecher der Bundespolizei Matthias Menge. Der Anstieg für 2017 lag bei etwa 30%. Dabei handelt es sich nur um Feststellungen durch polizeiliche Kontrollen. Auch hier treffen wir Flüchtlinge aus Skandinavien, die dort abgelehnt wurden und in Deutschland auf eine zweite Chance hoffen.

    Nachdem die Fristen bei Familie Rahimi verstrichen sind, kam ein Schreiben: "Wir sind aus dem Dublin III Verfahren raus", sagt Eshaq Rahimi. "Jeder Mensch, dessen Leben bedroht ist, der wird flüchten, um sich zu schützen", sagt Rahimi. "Wir hatten eine Chance". Die Gesamtschutzquote für Afghanen ist während Familie Rahimis Aufenthalt in Norwegen rapide gesunken: Von 44% (2015) auf 24% (2016). Im selben Jahr liegt sie in Deutschland noch bei 56% (2016).
    Trotz eines gemeinsamen europäischen Asylsystems variieren die Anerkennungsquoten stark. Eine europäische Asyllotterie, in der die einen gewinnen, die anderen verlieren. Was passiert mit den Verlierern dieses Systems? Sie kommen aus Kriegs- und Krisengebieten – sind sie wirklich bereit zurückzugehen? "Wenn man uns hier keine Chance gegeben hätte, wenn uns die Kirche nicht aufgenommen hätte, wir hätten weiterziehen müssen, nach Frankreich oder Italien", sagt Eshaq Rahimi. "Zurück nach Afghanistan – das war nie eine Option."
    https://www.ndr.de/fernsehen/sendung...kommen102.html

    5 Kommentare wurden zum jetzigen Zeitpunkt auf der NDR-Seite zugelassen:

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    oliver schrieb am 13.03.2018 19:48 Uhr: dumm, duemmer, deutschland!



    Christoph Drenk schrieb am 14.03.2018 20:13 Uhr: Natürlich ist Afghanistan ein Dreckloch. Davon gibt es viele auf der Welt und doch bedeutet das nicht die Umsiedlung der dortigen Bevölkerung nach Deutschland. Abschieben ! Aufbauarbeit ist dringend nötig und man kann im Land leben ... ich bin regelmäßig dort.



    Günther Kaluza schrieb am 15.03.2018 08:11 Uhr: unfassbar was hier für ein Rechtsbruch betrieben wird und am Ende wird man noch dafür belohnt, ....spitzenmäßig!!



    Lieselotte Kuhl schrieb am 15.03.2018 12:42 Uhr: Betr. Flüchtlinge kommen von Skandinavien nach Deutschland: Die EU ist eine "Union", das müsste doch heißen, wenn in einem Europäischen Land ein Asylantrag abgelehnt ist, gilt die Ablehnung für die ganze EU. Warum eigentlich solch ein Theater. Und dann der Trick mit dem Kirchenasyl, nur damit evtl. Einspruchsfristen abgelaufen sind.



    Ralf schrieb am 15.03.2018 15:57 Uhr: Offenbar gibt es zwei Rechtssysteme in Deutschland, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Eines, für Deutsche und hier legal lebende Ausländer, an das man sich unbedingt halten sollte, sonst drohen Strafen. Das zweite wiederum gilt offenbar nur für Flüchtlinge bzw. Illegale und kann nach belieben mal angewendet oder ignoriert werden ohne das ernsthafte Konsequenzen drohen.

    Es ist dem Untertanen untersagt, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.
    Gustav von Rochow (1792 - 1847), preußischer Innenminister und Staatsminister

  2. #2
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    AW: Flüchtlinge kommen von Skandinavien nach Deutschland und dürfen bleiben - Wie Kirchenasyl wirkt

    Eine initierte Völkerwanderung zu Lasten des deutschen Volkes! Die Verursacher kann man mit Fug und Recht als verantwortungslose Kriminelle bezeichnen, die von einem Teil der Opfer sogar noch bejubelt werden.
    Es gibt leider zu viele dumme Kälber in diesem Land.
    Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland

  3. #3
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    AW: Flüchtlinge kommen von Skandinavien nach Deutschland und dürfen bleiben - Wie Kirchenasyl wirkt

    Wenn es denn wenigstens vernünftige Leute wären, die zu uns kommen aber sie sind eine Belastung auf Generationen und uns gegenüber sogar noch feindselig eingestellt.
    Alle Texte, die keine Quellenangaben haben, stammen von mir.

  4. #4
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    AW: Flüchtlinge kommen von Skandinavien nach Deutschland und dürfen bleiben - Wie Kirchenasyl wirkt

    Zitat Zitat von Realist59 Beitrag anzeigen
    Wenn es denn wenigstens vernünftige Leute wären, die zu uns kommen aber sie sind eine Belastung auf Generationen und uns gegenüber sogar noch feindselig eingestellt.
    Im Abwasser schwimmt der Abschaum stets oben und verteilt sich am schnellsten in die Umwelt.
    Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland

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