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    Ich kann auch mal hungern - Dillenburger Tafel

    776 Menschen versorgt die Tafel in Dillenburg jeweils einmal in der Woche mit Lebensmitteln. Rentner, Alleinerziehende, geflchtete Menschen. Bei vielen wre der Khlschrank sonst leer.
    Von 800 Euro Rente, berichtet eine 68 Jahre alte Rentnerin, blieben ihr 180 zum Leben, wenn Miete und laufende Kosten gezahlt seine. Seit zwei Jahren kommt sie jede Woche zur Tafel: Ich kann nicht viel kaufen, Fleisch nur ganz selten. Ihre Lebensfreude hat sie sich trotzdem bewahrt. Sie mustert die erhaltenen Lebensmittel. Das wird eine prima Gemsesuppe geben, sagt sie.
    Von den Geschichten und Schicksalen der Menschen bekommen wir nicht sehr viel mit, sagen die Ehrenamtlichen. Wir wissen aber bei vielen, was sie gerne essen. Dass Rcksicht genommen wird, wenn jemand gar kein Fleisch oder kein Schweinefleisch isst, ist selbstverstndlich.
    Zur Tafel kann nicht jeder arme Mensch, sondern nur derjenige dem die Stadt eine Berechtigungskarte ausstellt.


    Vor der Ausgabe mssen die Kunden ihre Berechtigungskarte vorzeigen. Auerdem mssen beim Einkauf 2 Euro gezahlt werden. Dem ein oder anderen ist anzusehen, wie unangenehm es ihm ist, dort stehen zu mssen. Aber auch die anderen gibt es natrlich, die mit mglichst gut gefllter Tasche die Ausgabestelle wieder verlassen mchten.
    In Niederscheld lebt die junge Afghanin, die als nchste an der Reihe ist. Sie und ihr Mann haben drei Kinder. Die Familie ist froh in Deutschland bleiben zu drfen, den eigenen Kindern eine Perspektive bieten zu knnen. Ihr Mann hofft, dass er bald selbst genug verdient, um nicht auf die Tafel angewiesen zu sein.
    Ganz anders ein 28 Jahre alter Syrer, auch er ein anerkannter Flchtling. Er betrachtet die DRK-Tafel als selbstverstndlich. Sortiert vieles aus seiner Kiste wieder aus, tauscht mit anderen, ist whlerisch.
    Ein 50 Jahre alter Frhrentner erzhlt dagegen, wie es ihm ergeht. Seit neun Jahren ist er erwerbsunfhig. Zum Leben habe ich 320 Euro, fr mich und meinen Hund. Zur Tafel ist er bei Klte und Nsse mit dem Fahrrad gekommen. Der Zug von Niederscheld hierher kostet 3,15 Euro. Das Geld habe ich nicht. Und: Ohne Tafel knnte ich meinen Lebensunterhalt nicht bestreiten. Heute ist Blumenkohl dabei, den esse ich besonders gerne. Bereitwillig erzhlt er aus seinem Leben. Anfangs war da eine Hemmschwelle, zur Tafel zu gehen, sagt er, aber das ist irgendwann egal geworden, weil es einfach nicht mehr anders geht. Hauptsache der Bauch ist voll.


    Ein junge Frau stbert in Bchern, die zum Mitnehmen auf der Fensterbank stehen und findest eines, das sie fr ihren sechs Jahre alten Sohn, der nchstes Jahr in die Schule kommt, haben mchte. Sie hat Glck gehabt. Sie ist eine der 766 Personen (davon 291 Kinder), die von der Tafel untersttzt werden. 2006, beim Start, waren es noch 142 Personen.



    Mittlerweile, berichtet Ute Mller, die beim DRK fr die Planung und Organisation der Tafel zustndig ist, gebe es eine Warteliste mit etwa 500 Menschen. Der Grund fr den enormen Anstieg, sagt sie, liege unter anderem in der hohen Zahl der geflchteten Menschen, die Untersttzung brauchen. Wir erreichen allerdings nur etwa zehn Prozent derer, die eigentlich einen Anspruch htten, kommentiert Mller die zunehmende Zahl armer Menschen.
    Infos zur Dillenburger Tafel:

    INFO: DIE DILLENBURGER TAFEL
    Die Dillenburger Tafel des DRK Kreisverband Dillkreis im Dillenburger Stadthaus wurde 2006 gegrndet und hat damals 72 Haushalte mit 142 Personen versorgt. Jetzt sind es 330 Haushalte und 766 Personen.
    Anspruchsberechtigt sind Bezieher von Arbeitslosengeld II, Grundsicherung, Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, einer kleinen Rente oder geringem Einkommen. Die Lebensmittelspenden kommen von rund 30 Supermrkten, Bckereien, Metzgereien und Lebensmittelproduzenten aus dem nrdlichen Kreisgebiet sowie aus berproduktion (Verteilung ber das Tafel-Logistikzentrum in Wetzlar) und aus Spendenaktionen.
    Von den Nutzern beziehen 55 Prozent Arbeitslosengeld II (Hartz IV), 15 Prozent sind auf Grundsicherung angewiesen, 21 Prozent erhalten Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz und 9 Prozent haben beispielsweise ein sehr geringes Einkommen oder Rente.
    Womit die Quote der Flchtlinge nur sehr unzureichend erfasst, wenngleich sie ja als Grund fr den "enormen Anstieg" angefhrt wird, was dann auch zu einer Warteliste von 500 Personen fhrt bzw. zu einer eklatanten Unterversorgung der Hilfsbedrtigen. (766 Personen werden von der Tafel versorgt, 500 Personen stehen auf einer Warteliste und man schtzt, dass dies ingesamt nur 10 Prozent aller anspruchsberechtigten Hilfsbedrftigen sind).

    Die Quote der Flchtlinge ist deshalb nur unzureichend erfasst, da alle Flchtlinge, deren Asylverfahren durchlaufen wurde, ob positiv oder negativ beschieden, also ob mit einer Duldung oder oder einer Genehmigung ausgestattet, keine Leistungen mehr nach dem AsylBG erhalten, sondern entweder Leistungen der Sozialhilfe/Grundsicherung oder eben Hartz IV (Arbeitslosengeld II).

    https://www.mittelhessen.de/lokales/...d,1146568.html
    Es ist dem Untertanen untersagt, den Mastab seiner beschrnkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.
    Gustav von Rochow (1792 - 1847), preuischer Innenminister und Staatsminister

  2. #2
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    AW: Ich kann auch mal hungern - Dillenburger Tafel

    Kein Asylant oder "Flchtling" ist auf die Tafel angewiesen. Der Staat zahlt ihnen so viel Geld, dass sie damit auskommen. Im Gegensatz zu den Rentnern, die selbst mit der Grundsicherung im Alter unter der Armutsgrenze leben. Die Tafeln knnen selbst bestimmen, wer etwas bekommt oder nicht. Sozialschmarotzer aus dem Ausland sollten abgewiesen werden.
    Alle Texte, die keine Quellenangaben haben, stammen von mir.

  3. #3
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    AW: Ich kann auch mal hungern - Dillenburger Tafel

    Zitat Zitat von Realist59 Beitrag anzeigen
    Kein Asylant oder "Flchtling" ist auf die Tafel angewiesen. Der Staat zahlt ihnen so viel Geld, dass sie damit auskommen. Im Gegensatz zu den Rentnern, die selbst mit der Grundsicherung im Alter unter der Armutsgrenze leben. Die Tafeln knnen selbst bestimmen, wer etwas bekommt oder nicht. Sozialschmarotzer aus dem Ausland sollten abgewiesen werden.
    Die Tafeln, selber in privater Organisation, haben den Stdten und Gemeinden die Zuteilung bertragen. Daher entscheiden die Stdte und Gemeinden nach ihren eigenen Kriterien, wer hilfsbedrftig ist. Und grundstzlich hilfsbedrftig im Sinne eines Zugangs zu den Tafeln sind nun einmal Personen, die AsylBG beziehen und zwar unabhngig davon, ob sie bereits mit Mahlzeiten ber einen Catering-Service versorgt werden.
    Es ist dem Untertanen untersagt, den Mastab seiner beschrnkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.
    Gustav von Rochow (1792 - 1847), preuischer Innenminister und Staatsminister

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