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    Leidvoll getrennt von Frau und Kindern

    Da steht er nun da mit seinem neuen Oberklasse-Handy, das er vor die Kamera des Fotografen hält. Zu sehen auf dem Display ein Bild eines Kleinkindes.

    Das Bild bitte im Link anklicken.


    Flüchtlinge in Stuttgart
    Leidvoll getrennt von Frau und Kindern

    Flüchtlinge, die nur subsidiären Schutz genießen, dürfen ihre Familien nicht nachholen. Darunter leiden viele der Betroffenen. Die Liga der freien Wohlfahrtspflege fordert, dass dies geändert wird. Nicht nur aus humanitären Gründen. Auch die Integration klappe mit Familie besser.
    Der Job, zu dem ihm die BA verholfen hat, ist eine Assistenzstelle in der Krankenversicherung, Abteilung Leistungen an Flüchtlinge. Geflohen ist er natürlich alleine.

    Man kann sagen: Alaa Scheick Qatana hat alles richtig gemacht. Ende September 2015 ist er in Deutschland angekommen, auf der Flucht vor dem Krieg in seiner Heimat. Obwohl er seine schwangere Frau zurücklassen musste, trotz der unsicheren Verhältnisse hat der Syrer den Kopf nicht hängen lassen. Er hat recht gut Deutsch gelernt, inzwischen eine Arbeit, als Teamassistent bei einer Krankenversicherung kümmert er sich um die Anliegen von Geflüchteten. Seit August lebt er in einer eigenen Wohnung. Er kommt selbst für sich auf.
    Er kommt für sich selbst auf? Schon sein Job ist bezuschußt und aufgestockt, ob er für seine Wohnung auch Leistungen erhält? Stuttgart ist teuer und die Wohnung dürfte bereits familiengerecht sein. Zudem verdienst man selbst aufgestockt als Assistent nicht die Welt.

    Alaa scheint ein PR-Genie zu sein. Für den Termin hat er sein T-Shirt bedrucken lassen, sofern er nicht generell mit ihm herumläuft, was aber schon alleine bei den Temperaturen nicht zu erwarten ist.

    „Ich habe alle drei Schritte gemacht, die man von mir erwartet“, sagt Alaa Scheick Qatana. „Was soll ich denn noch machen?“ Er zeigt auf sein weißes T-Shirt, es ist bedruckt mit einem Foto seiner Tochter Silina. Zwei Tage nach seiner Ankunft in Deutschland wurde sie geboren.
    (Die meisten Deutschen ziehen bei diesen Temperaturen in ihren Wohnungen warme langärmlige Kleidung an, keine T-Shirts, und heizen dadurch weniger)

    Zwei Tage nach seiner Ankunft in Deutschland wurde sie geboren. „Sie ist jetzt zwei Jahre alt – ich habe sie bis jetzt nur auf dem Foto gesehen“, klagt der Syrer. Er leidet sehr unter der Trennung von seiner kleinen Familie, jeden Tag hat er Angst um Frau und Kind. Sie wohnen in Damaskus, wo das Leben alles andere als normal sei. „Da fallen jeden Tag Bomben“, sagt er.
    In Damaskus kann man leben. Es finden sogar wieder internationale Messen dort statt.

    Recht auf Einheit der Familie im Grundgesetz

    Alaa Scheick Qatana gehört zu jenen Geflüchteten aus Syrien, denen der Familiennachzug verwehrt ist, weil sie nur einen sogenannten subsidiären Schutz genießen. „Das Recht auf die Einheit der Familie steht in unserem Grundgesetz“, sagt Fritz Weller. Der Bereichsleiter Migration und Integration bei der Stuttgarter Caritas hält es deshalb für „skandalös“, wie man dieses Recht für diese Gruppe von Flüchtlingen aus politischen Gründen „verunmöglichen will“.
    Herr Weller weiß über den Geltungsbereich des Grundgesetzes und seine Anwendung und Auslegung offenbar nicht Bescheid.

    Womöglich über den März 2018 hinaus, bis dahin gilt die für zwei Jahre verfügte Aussetzung des Familiennachzugs. Das wollen die sechs im baden-württembergischen Landesverband der Liga der freien Wohlfahrtspflege zusammengeschlossenen Sozialverbände nicht hinnehmen.
    Mit der Aktionswoche „Recht auf Familie – Integration braucht Familienzusammenführung“ machen sie bis zum 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte, darauf aufmerksam. Es sei nicht nur ein „Gebot der Humanität“, auch dieser Gruppe von Flüchtlingen den Familiennachzug zu gewähren, sagt Fritz Weller, der Sprecher des Stuttgarter Liga-Fachausschusses Migration ist. „Die Integration funktioniert viel besser, wenn die Familie hier ist.“
    Nun kommt ein kurdischer Elektroingenieur ins Spiel. Der hat nicht nur ein Kind, sondern vier Kinder.

    Shukri Musa, ein 37 Jahre alter Kurde aus Syrien, leidet offensichtlich unter seiner Lage. „Was soll man machen, wenn die Gedanken woanders sind“, sagt der Elektroingenieur. Drei seiner Kindern sind mit der Mutter in der Türkei, das vierte Kind noch bei seinem Bruder in Syrien. Musa weiß nicht, wie es weitergehen soll.

    Kritik an „Horrozahlen“

    Selbst für die Betreuer sei das alles manchmal nur schwer zu ertragen, sagt Anja Braun. „Ich erlebe bei vielen Flüchtlingen, dass sie keine Kraft mehr haben, weil die psychische Belastung, dass die Familie in Not ist, so groß ist“, erzählt die Sozialarbeiterin. Immer wieder gebe es Fälle von Depressionen unter den Betroffenen.
    Fritz Weller empört, wie das Thema in der Bundespolitik debattiert werde. Einige Parteien machten „mit absolut unseriösen Horrorzahlen“ Stimmung gegen den Familiennachzug. CDU und CSU sprachen in der Jamaikasondierung von bundesweit bis zu 300 000 möglichen Nachzügen. Die AfD redet gar von zweieinhalb Millionen zusätzlichen Flüchtlingen in einem Jahr.
    Die Liga der freien Wohlfahrtspflege hält sich an eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg. Nach deren Berechnungen kämen zu den ohnehin zum Nachzug berechtigten 100 000 bis 120 000 Ehepartnern und Kindern von anerkannten Asylbewerbern und Flüchtlingen nochmals 50 000 bis 60 000 Familienmitglieder von Geflüchteten mit nur subsidiärem Schutz. Viele Geflüchtete seien jung „und häufig ledig“, heißt es in der Studie. „Die Mehrzahl der Ehepartner und Kinder befindet sich bereits in Deutschland.“ Fritz Weller schätzt, dass im Land nur zusätzlich etwa 7500 Menschen nachziehen würde, in Stuttgart vielleicht 400 bis 500.
    Und zum Schluß ein Happy End eines Koches. Der möchte mit seinem Beruf, sofern er diesen überhaupt hat, er hier anerkannt ist und er in diesem Vollzeit arbeiten darf und will, doch glatt fünf Kinder und eine Ehefrau ernähren. Da dürfte sein Verdienst noch nicht einmal für die Miete reichen. Die Sozialkassen haben in diesem Fall über Jahrzehnte zu tun.

    Viele Formalitäten kosten Zeit

    Wenigstens Ahmed Shouaib könnte sich freuen. Der 37 Jahre alte Koch aus Aleppo hat seit wenigen Tagen die Anerkennung als Flüchtling. Jetzt kann er endlich seine Frau und seine fünf Kinder nachholen, die im Libanon ausharren. Erleichtert ist der Syrer dennoch nicht. „Bis die Familie da ist, kann das noch mal zwei Jahre dauern“, sagt Sozialarbeiterin Anja Braun. Die Formalitäten haben es in sich. Das weiß Ahmed Shouaib. Mit ernstem Blick sagt er über Frau und Kinder: „Sie leben in einem Zeltlager – und jetzt kommt der Winter.“
    http://www.stuttgarter-nachrichten.d...ddc4321d8.html
    Geändert von Turmfalke (04.12.2017 um 11:58 Uhr)
    Es ist dem Untertanen untersagt, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.
    Gustav von Rochow (1792 - 1847), preußischer Innenminister und Staatsminister

  2. #2
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    AW: Leidvoll getrennt von Frau und Kindern

    Zwei Tage nach seiner Ankunft in Deutschland wurde sie geboren. „Sie ist jetzt zwei Jahre alt – ich habe sie bis jetzt nur auf dem Foto gesehen“, klagt der Syrer. Er leidet sehr unter der Trennung von seiner kleinen Familie, jeden Tag hat er Angst um Frau und Kind. Sie wohnen in Damaskus, wo das Leben alles andere als normal sei. „Da fallen jeden Tag Bomben“, sagt er.
    So ein Idiot. Warum ist er denn abgehauen und hat seine innig geliebte Familie einfach sitzen lassen? In Damaskus gab es all die Jahre kaum Kampfhandlungen. Und wenn er denn unbedingt Syrien verlassen wollte, hätte er auch in die Nachbarländer gehen können. Aber dort gibt es keine Staatsknete.
    Alle Texte, die keine Quellenangaben haben, stammen von mir.

  3. #3
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    AW: Leidvoll getrennt von Frau und Kindern

    Zitat Zitat von Realist59 Beitrag anzeigen
    So ein Idiot. Warum ist er denn abgehauen und hat seine innig geliebte Familie einfach sitzen lassen? In Damaskus gab es all die Jahre kaum Kampfhandlungen. Und wenn er denn unbedingt Syrien verlassen wollte, hätte er auch in die Nachbarländer gehen können. Aber dort gibt es keine Staatsknete.

    Er wollte eben in das Land, in dem Milch und Honig fließen. Nur Grönland wäre noch weiter weg von Syrien gewesen als Deutschland.

    Angeblich floh er ja vor dem Krieg. Gehen wir mal davon aus, dass seine Erzählungen stimmen. Dann nämlich hätte er seine Familie den Bomben und den Schützen ausgeliefert und ihren Tod billigend in Kauf genommen. Im anderen Fall kann es mit dem Krieg doch nicht so schlimm gewesen sein, wenn er sich zwar vor dem Krieg rettete, dieser für seine Familie aber keine so große Gefahr darstellte.
    Es ist dem Untertanen untersagt, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.
    Gustav von Rochow (1792 - 1847), preußischer Innenminister und Staatsminister

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