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    Flüchtlinge: Er würde so gerne Konditor werden

    Sollte das Bild eines Tages nicht mehr sichtbar sein, die kurze Beschreibung:
    Dre Afghane sitzt in seinem afghanisch eingerichteten Zimmer mit Keyboard afu seiner Matratze, links an der Wand ein Gebetsteppich, hinter ihm an der Wand de afghanische Flagge.

    Die Art der Einrichtung, der Gebetsteppich und die afghanische Fahne zeugen vermutlich von fortgesetzter Integration, denn das Bild wird folgendermaßen untertitelt:

    Auch kulturell integriert: Beim Wettbewerb Jugend gestaltet Freizeit trug Morid Mahjur selbstvertonte persische Gedichte vor und begleitete sich mit dem Keyboard. Das Bild zeigt ihn in seinem Zimmer in der Unterkunft
    Morid Mahjur kann man getrost als Vorzeigeflüchtling bezeichnen. Er spricht deutsch und engagiert sich, wo es nur geht. Viele Landshuter haben den jungen Mann ins Herz geschlossen. Doch nun droht ihm die Abschiebung.
    Morid Mahjur ist ein zurückhaltender, freundlicher und höflicher junger Mann. Der 22-jährige Afghane lebt mit einem Landsmann in einem 14 Quadratmeter großen Zimmer in der Asylbewerberunterkunft an der Niedermayerstraße. Es ist übersichtlich. Aber der Gast wird selbstverständlich bewirtet. Bei einer Tasse Tee erzählt Mahjur, dass er gern seine im September begonnene Konditorlehre in der Altstadt fortsetzen würde.
    Einen Satz weiter stellt sich heraus, dass er noch keine Lehre begonnen hat, sondern nur den Ausbildungsvertrag in der Tasche. Als Lehre wird vermutlich die einjährige Qualifizierungsmaßnahme gewertet, so sie überhaupt ein Jahr ging, denn normalerweise dauern Qualifzierungsmaßnahmen Wochen und nicht Monate. Sei es drum, der Artikelschreiber nimmt es mit der Wahrheit nicht so genau und der Konditor erhält seine Hilfskraft in der Zeit der Qualifizierungsmaßnahme für Umsonst, d.h. bezahlt durch die Bundesagentur für Arbeit aus den Versicherungsgeldern der Arbeitslosenversicherung. Sofern der Afghane seine Ausbildung beginnen sollte, ist er für den Konditormeister immer noch fast umsonst, denn auch in diesem Fall übernimmt die Bundesagentur für Arbeit einen Großteil des Lohnes.

    Aber nun zur Lüge zurück:

    „Am liebsten würde ich hierbleiben und sehr gerne Konditor werden.“ Ob das dauerhafte Bleiben geht, ist fraglich. Aber das mit der Lehre sollte eigentlich kein Problem sein, schließlich ist der junge Flüchtling überall beliebt, hat im Café Belstner erfolgreich ein einjähriges Praktikum absolviert und auch einen Ausbildungsvertrag in der Tasche.
    Und es kommt noch besser. Der Afghane ist lediglich geduldet, d.h. sein Asylantrag wurde nicht anerkannt. Warum, wird der Leser gleich erfahren.

    . Die Sache hat allerdings einen Haken: Morid Mahjur ist akut von Abschiebung bedroht, sein Status als geduldeter Flüchtling ist unsicher.
    Nämlich an dieser Stelle. Er reiste ohne Papiere ein und konnte, weil er keine Papiere hatte, auch nicht ausgewiesen bzw. abgeschoben werden.

    Nun hat er aber die Papiere besorgt, offenbar der Meinung, nun könne seinem Aufenthalt nichts mehr entgegenstehen

    Die Ironie der Geschichte liegt womöglich darin, dass er sich zwar mühsam und pflichtgemäß einen afghanischen Pass beschaffte, um eine Ausbildungs-/Arbeitsgenehmigung zu bekommen. Der Pass wurde aber nun von der Ausländerbehörde erst einmal einbehalten, die Ausbildungsgenehmigung nicht erteilt.
    und mit diesen Papieren kann er nun eigentlich ausgewiesen bzw. abgeschoben werden.

    Was die Presse und den Asylfreundeskreis auf den Plan ruft. Die Presse schreibt den Artikel und der Freundeskreis die Petition:

    Vielleicht findet die Geschichte ja doch noch ein gutes Ende: Mahjur und eine ganze Reihe Landshuter, die ihm seit Jahren zur Seite stehen, hoffen jetzt darauf, dass eine Petition an den Landtag von Erfolg gekrönt sein wird
    Und dieser Artikel ist ein einziger Lobgesang. Würde ein Arbeitnehmer mit solch einem guten Zeugnis bedacht, wäre das eine Warnung an mögliche zukünftige Arbeitgeber, diesen Bewerber auf keinen Fall einzustellen.

    In der ist die Rede davon, dass Mahjur, der seit rund drei Jahren in Deutschland lebt, seinen Teil vorbildlich erfüllt habe. In der Tat kann man ihn getrost als Vorzeigeflüchtling bezeichnen. Er spricht inzwischen ordentlich Deutsch, hat sich in der Integrationsklasse der Berufsschule bewährt und hockt nicht verbittert im stillen Kämmerlein, sondern beteiligt sich stattdessen erfolgreich an kulturellen Aktionen wie Jugend gestaltet Freizeit.
    (Wie beteiligt man sich eigentlich nicht erfolgreich an Freizeitaktivitäten?)

    Das ist durchaus bemerkenswert, wenn man mit dem jungen Mann über seine Erlebnisse spricht. Der 22-Jährige versucht, die Tränen zu unterdrücken, wenn er davon erzählt, wie seine Familie bei einem Bombenangriff der Amerikaner getötet wurde, wie er als Einziger überlebte und sich weigerte, mit den Taliban zu kämpfen, und deshalb aus dem Land floh. Seine Odyssee führte ihn nach Iran, später in die Türkei, nach Italien, Frankreich und dann nach Deutschland. Sein Eindruck: „Hier habe ich Ruhe, Sicherheit und Frieden.“ Umso weniger kann er nachvollziehen, dass er wieder zurückgeschickt werden soll, obwohl er doch in Deutschland dabei ist, seinen Integrations-Weg erfolgreich zu gehen.
    Abschiebungshindernis: Behandlungsbedürftige Krankheit = Trauma

    Das Trauma, das er aus der Heimat mitgebracht hat, macht Morid Mahjur genauso zu schaffen, wie die ständige Angst, in den Flieger nach Afghanistan gesteckt zu werden. Mit der Ruhe ist es deshalb vorbei, nachts kann er kaum schlafen. Und wenn er in der Unterkunft hört, wie im Flur jemand entlanggeht, befürchtet er, dass es die Polizei ist, die ihn mitnimmt. Dabei wäre es anders möglich. Für Thomas Bauer, Chef des Café Belstner, ist die Sache ganz einfach: „Morid hat sich bei uns bewährt, ich bin sehr zufrieden mit ihm, er ist sehr willig und geschickt.“ Für den Fall, dass der junge Afghane die nötigen Papiere erhalte, stehe er zu seinem Wort und lasse ihn seine Ausbildung machen.
    http://www.idowa.de/inhalt.landshut-...abc33c517.html

    Übrigens wurde Morid Mahjur auch Teil einer Sendung von Monitor und bewies dort seine außerordentlich guten Deutschkenntnisse.

    Laut Monitor lebte er zu diesem Zeitpunkt im Kirchenasyl:

    Für Morid ist Musik das Einzige, was ihm noch Freude macht, sagt er. Er soll um jeden Preis zurück ins Bürgerkriegsland Afghanistan. Sein Asylantrag wurde abgelehnt. Jetzt gilt er als Illegaler, lebt im Kirchenasyl. Wo genau, sollen wir nicht sagen. Er kann diese vier Wände nicht verlassen, sonst droht ihm Abschiebehaft.
    Morid Mahjur (Übersetzung Monitor): „Als ich in Afghanistan war, haben die Taliban gesagt, dass ich mit ihnen kämpfen soll. Sonst werde ich getötet. Ich habe mich geweigert. Wenn ich jetzt dorthin zurückkehre, werden sich mich finden. Ich kann nicht zurück nach Afghanistan. Ich finde keinen Schlaf, habe Alpträume. Ich sehne mich danach, Ruhe zu haben und hier in Ruhe leben zu können.“
    Morid will nicht aufgeben, lernt weiter täglich Deutsch. Eigentlich hatte er einfach nur Pech, denn er ist in die Mühlen der großen Politik geraten. Die Ausländerbehörde schrieb ihm zuletzt:


    Zitat: „Angesichts des derzeitigen Massenzustroms von Asylsuchenden nach Deutschland besteht ein erhebliches öffentliches Interesse daran, den Aufenthalt vollziehbar ausreisepflichtiger abgelehnter Asylantragsteller konsequent zu beenden.“


    Zurückschicken in ein Land, wo Krieg und Gewalt herrschen? In der sich die Sicherheitslage jeden Tag ändern kann? Wenn es nach der Bundesregierung geht, sollen viele der 154.000 Afghanen, die letztes Jahr nach Deutschland gekommen sind, wieder zurück. Notfalls mit Zwang.


    Martin Bröckelmann-Simon, Hilfswerk Misereor: „Die Diskussion um die Rückführung afghanischer Flüchtlinge ist eine bundesdeutsch veranlasste Diskussion. Sie hat nichts mit den realen Entwicklungen in Afghanistan...
    http://www1.wdr.de/daserste/monitor/...biete-100.html

    Bitte unbedingt die kulturell hochwertigen und gekonnten Musikproben bei YouTube anschauen. Von Morid Manur (selbst für das ungeschulte Ohr sind die Technik und die Güte der vorgetragenen Stücke erkennbar .... die Wertung überlasse ich den Hörern und Lesern):

    Es ist dem Untertanen untersagt, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.
    Gustav von Rochow (1792 - 1847), preußischer Innenminister und Staatsminister

  2. #2
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    AW: Flüchtlinge: Er würde so gerne Konditor werden

    Morid Mahjur kann man getrost als Vorzeigeflüchtling bezeichnen. Er spricht deutsch..................In der Tat kann man ihn getrost als Vorzeigeflüchtling bezeichnen. Er spricht inzwischen ordentlich Deutsch
    Wunderbar. Wenn derart explizit darauf hingewiesen wird, wie gut er deutsch kann, dann verstehe ich aber folgendes nicht....

    Morid Mahjur (Übersetzung Monitor).........
    Warum musste das was er sagte durch Monitor übersetzt werden?
    Alle Texte, die keine Quellenangaben haben, stammen von mir.

  3. #3
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    AW: Flüchtlinge: Er würde so gerne Konditor werden

    Ich bin enttäuscht, dass Ihr nicht wenigstens einmal ansatzweise in das YouTube-Video reingehört habt.

    - - - Aktualisiert oder hinzugefügt- - - -

    Zitat Zitat von Turmfalke Beitrag anzeigen
    Sollte das Bild eines Tages nicht mehr sichtbar sein, die kurze Beschreibung:
    Dre Afghane sitzt in seinem afghanisch eingerichteten Zimmer mit Keyboard afu seiner Matratze, links an der Wand ein Gebetsteppich, hinter ihm an der Wand de afghanische Flagge.

    Die Art der Einrichtung, der Gebetsteppich und die afghanische Fahne zeugen vermutlich von fortgesetzter Integration, denn das Bild wird folgendermaßen untertitelt:







    Einen Satz weiter stellt sich heraus, dass er noch keine Lehre begonnen hat, sondern nur den Ausbildungsvertrag in der Tasche. Als Lehre wird vermutlich die einjährige Qualifizierungsmaßnahme gewertet, so sie überhaupt ein Jahr ging, denn normalerweise dauern Qualifzierungsmaßnahmen Wochen und nicht Monate. Sei es drum, der Artikelschreiber nimmt es mit der Wahrheit nicht so genau und der Konditor erhält seine Hilfskraft in der Zeit der Qualifizierungsmaßnahme für Umsonst, d.h. bezahlt durch die Bundesagentur für Arbeit aus den Versicherungsgeldern der Arbeitslosenversicherung. Sofern der Afghane seine Ausbildung beginnen sollte, ist er für den Konditormeister immer noch fast umsonst, denn auch in diesem Fall übernimmt die Bundesagentur für Arbeit einen Großteil des Lohnes.

    Aber nun zur Lüge zurück:



    Und es kommt noch besser. Der Afghane ist lediglich geduldet, d.h. sein Asylantrag wurde nicht anerkannt. Warum, wird der Leser gleich erfahren.



    Nämlich an dieser Stelle. Er reiste ohne Papiere ein und konnte, weil er keine Papiere hatte, auch nicht ausgewiesen bzw. abgeschoben werden.

    Nun hat er aber die Papiere besorgt, offenbar der Meinung, nun könne seinem Aufenthalt nichts mehr entgegenstehen



    und mit diesen Papieren kann er nun eigentlich ausgewiesen bzw. abgeschoben werden.

    Was die Presse und den Asylfreundeskreis auf den Plan ruft. Die Presse schreibt den Artikel und der Freundeskreis die Petition:



    Und dieser Artikel ist ein einziger Lobgesang. Würde ein Arbeitnehmer mit solch einem guten Zeugnis bedacht, wäre das eine Warnung an mögliche zukünftige Arbeitgeber, diesen Bewerber auf keinen Fall einzustellen.



    (Wie beteiligt man sich eigentlich nicht erfolgreich an Freizeitaktivitäten?)



    Abschiebungshindernis: Behandlungsbedürftige Krankheit = Trauma



    http://www.idowa.de/inhalt.landshut-...abc33c517.html

    Übrigens wurde Morid Mahjur auch Teil einer Sendung von Monitor und bewies dort seine außerordentlich guten Deutschkenntnisse.

    Laut Monitor lebte er zu diesem Zeitpunkt im Kirchenasyl:







    http://www1.wdr.de/daserste/monitor/...biete-100.html

    Bitte unbedingt die kulturell hochwertigen und gekonnten Musikproben bei YouTube anschauen. Von Morid Manur (selbst für das ungeschulte Ohr sind die Technik und die Güte der vorgetragenen Stücke erkennbar .... die Wertung überlasse ich den Hörern und Lesern):

    https://www.youtube.com/watch?v=dVpx3ZhJWHM
    Es ist dem Untertanen untersagt, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.
    Gustav von Rochow (1792 - 1847), preußischer Innenminister und Staatsminister

  4. #4
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    AW: Flüchtlinge: Er würde so gerne Konditor werden

    Zitat Zitat von Turmfalke Beitrag anzeigen
    Ich bin enttäuscht, dass Ihr nicht wenigstens einmal ansatzweise in das YouTube-Video reingehört habt.

    - - - Aktualisiert oder hinzugefügt- - - -



    https://www.youtube.com/watch?v=dVpx3ZhJWHM
    Es ist eben nicht jedermanns Sache, sich ins Musikalische umgesetzte Bauchschmerzen anzuhören.
    Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland

  5. #5
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    AW: Flüchtlinge: Er würde so gerne Konditor werden

    Zitat Zitat von Turmfalke Beitrag anzeigen
    Ich bin enttäuscht, dass Ihr nicht wenigstens einmal ansatzweise in das YouTube-Video reingehört habt.

    Habe ich aber es sind zwei verschiedene Männer.
    Alle Texte, die keine Quellenangaben haben, stammen von mir.

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