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    Ungeklrter Aufenthaltsstatus belastet rzte und Patienten

    Ungeklrter Aufenthaltsstatus belastet rzte und Patienten

    Medizin - Kommunikation Medizinkommunikation
    Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V.


    Berlin In Deutschland leben laut Statistischem Bundesamt ber eine Millionen Auslnder mit ungeklrtem Aufenthaltsstatus. Viele sind Geflchtete aus Krisenregionen, denen aufgrund erlittener traumatischer Erlebnisse eine Psychotherapie zuteilwird oder werden sollte. Doch ihre Unsicherheit ber das Bleiberecht erschwert den Behandlungserfolg. Die Deutsche Gesellschaft fr Psychosomatische Medizin (DGPM) setzt sich daher fr deutlich zgigere Entscheidungen ber den Aufenthaltsstatus ein, um die knappen Ressourcen der Helfer bestmglich einsetzen zu knnen und ohnehin traumatisierte Flchtlinge vor mglichen Schden durch einen frhzeitigen und ungeplanten Therapieabbruch zu schtzen.


    Fast ein Drittel der Geflchteten leidet unter psychischen Belastungen in Form von Angststrungen, posttraumatischen Belastungsstrungen (PTBS) und Depression. "Vielen dieser Menschen hilft eine Psychotherapie sehr gut, um die schlimmen Erlebnisse zu verarbeiten und sich erfolgreich in unsere Gesellschaft zu integrieren", sagt die DGPM-Expertin Professor Dr. med. Yesim Erim, Leiterin der Abteilung fr Psychosomatische und Psychotherapeutische Medizin am Universittsklinikum Erlangen. Beispielsweise zeigte ein 22-jhriger Afghane, der vor vier Jahren nach Deutschland kam und stationre sowie ambulante Psychotherapie erhielt, deutliche Verbesserungen seiner PTBS. Doch sein Ablehnungsbescheid machte die vielen Stunden Therapiearbeit zunichte.

    "Der Erfolg unserer Arbeit basiert auf grtmglichem Vertrauen, Sicherheit und positiven Perspektiven fr den Patienten. Fallen diese Anker weg, ist eine erfolgreiche Therapie aussichtslos. Bei von Abschiebung bedrohten Patienten sind diese Gegebenheiten nicht existent und die Arbeit wird ineffektiv, ja sogar absurd und zynisch", kritisiert Professor Erim. Denn ein Teil der Arbeit sei es, dem Patienten mithilfe von stabilisierenden therapeutischen Manahmen, dem Aufbau einer Tagesstruktur sowie darauf aufbauender Aktivitten eine positive Einstellung nahezubringen. Gerate er wieder in seine alte, politisch wie gesellschaftlich unsichere Umgebung, sei dies natrlich auch psychotherapeutisch meist ein drastischer Rckschlag und die therapeutische Arbeit dann umsonst, wenn nicht sogar schdlich.

    Die DGPM fordert daher von allen politischen Entscheidungstrgern einen bestmglichen Umgang mit personellen und finanziellen Ressourcen. Aktuelle Untersuchungen, die unter Leitung von Professor Erim an der Universitt Erlangen durchgefhrt wurden, zeigen, dass nahezu 70 Prozent der professionellen und ehrenamtlichen Helfer, die mit Geflchteten zusammenarbeiten, unter dem mangelnden Handlungsspielraum aufgrund gesetzlicher Regulierungen leiden. Darunter sind neben der Verunsicherung und Inaktivitt in der Wartezeit auf die Aufenthaltsbewilligung beispielsweise Probleme bei der Wahl des Wohnortes, wiederholte Verlegungen, erschwerte Zusammenfhrung von Familien, lange Wartezeiten auf Integrationskurse, rumliche Entfernung von Wohnort und Kurs etc. zu subsumieren. Viele ehrenamtliche Helfer und Lehrer von Integrationskreisen berichten ber den Verlust der Zuversicht und depressive Reaktionen bei sich und ihren Schtzlingen, wenn nach dem ersten mhseligen Ankommen in Deutschland eine Abschiebung droht, sagt Erim. Um weiterhin die Motivation fremden Menschen helfen zu wollen zu frdern, sollte die Bundesregierung Prozesse anstoen, die die Zeit der Unsicherheit fr Flchtlinge und deren Helfer auf ein Minimum beschrnken, fordert Professor Erim. Die Aussicht auf Therapieerfolg sei fr Mediziner, Therapeuten und neben- und hauptamtliche Helfer die entscheidende Motivation fr die tgliche Arbeit mit den Flchtlingen. "Es ist geradezu unverantwortlich, Menschen, denen durch die Arbeit mit Asylsuchenden selbst eine so genannte sekundre Traumatisierung droht, den Sinn ihrer Arbeit zu rauben, so Erim.

    Professor Dr. med. Harald Gndel, Mediensprecher der DGPM aus Ulm, berichtet, dass seit 2014 an den psychosomatischen Universittskliniken die Versorgungsstrukturen fr Geflchtete kontinuierlich ausgebaut werden. Neben den bestehenden Traumaambulanzen und Beratungsangeboten fr Geflchtete in Dresden, Dsseldorf und am evangelischen Krankenhaus in Bielefeld wurden in Erlangen, Gieen, Heidelberg, Mnchen, Mnster, Tbingen und Ulm Sprechstunden in den Ambulanzen und Vor-Ort-Sprechstunden in groen Flchtlingsunterknften etabliert. Gndel betont, dass die psychotherapeutisch-psychosomatische Arbeit mit den Flchtlingen rzte hufig in eine Zwickmhle bringt: Wie ist damit umzugehen, wenn ein Flchtling psychotherapeutische Hilfe braucht, wir aber gleichzeitig wissen, dass er mit groer Wahrscheinlichkeit nicht in Deutschland bleiben und eine Therapie abschlieen kann?

    Dieses Dilemma kann in erster Linie auf politischer Ebene und in enger Zusammenarbeit mit politischen Entscheidungstrgern gelst werden. Aus Sicht der DGPM msse das Ziel sein, in einem festgelegten und knappestmglichen Zeitrahmen den Aufenthaltsstatus der in Deutschland Ankommenden zu klren im Sinne der Patienten und Helfer.
    https://idw-online.de/de/news678832

    Mit anderen Worten: Bleiben sollen sie alle und dies soll in einem Schnellverfahren entschieden werden, wenn berhaupt dazu noch ein Verfahren ntig ist.
    Es ist dem Untertanen untersagt, den Mastab seiner beschrnkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.
    Gustav von Rochow (1792 - 1847), preuischer Innenminister und Staatsminister

  2. #2
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    AW: Ungeklrter Aufenthaltsstatus belastet rzte und Patienten

    Zitat Zitat von Turmfalke Beitrag anzeigen
    https://idw-online.de/de/news678832

    Mit anderen Worten: Bleiben sollen sie alle und dies soll in einem Schnellverfahren entschieden werden, wenn berhaupt dazu noch ein Verfahren ntig ist.
    Es soll nachtrglich gerechtfertigt werden, was lngst beschlossen ist. Wenn man dafr geltendes Recht ignorieren mu, wird es eben der Realitt" angepat.
    Einigkeit und Recht und Freiheit fr das deutsche Vaterland

  3. #3
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    AW: Ungeklrter Aufenthaltsstatus belastet rzte und Patienten

    "Vielen dieser Menschen hilft eine Psychotherapie sehr gut, um die schlimmen Erlebnisse zu verarbeiten und sich erfolgreich in unsere Gesellschaft zu integrieren", sagt die DGPM-Expertin Professor Dr. med. Yesim Erim
    Wie schn, dass die Dame damit dann auch noch ihr Geld verdient.
    Alle Texte, die keine Quellenangaben haben, stammen von mir.

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