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    Junge Afghanen kämpfen in Bad Windsheim um Ausbildung - Wie weist ein Afghane seine Identität nach?

    Ein Artikel voller Aha-Erlebnisse. Das erste liegt gleich einmal in der Überschrift

    Junge Afghanen kämpfen in Bad Windsheim um Ausbildung
    Solange man nicht weiß, dass eine Ausbildung den Aufenthalt sichert und das Asylverfahren in dieser Zeit eigentlich keine Bedeutung hat wie auch in den folgenden zwei Jahren, die sich an die Ausbildung anschließen und in der ein solcher afghanischer oder syrischer oder indischer Azubi dann eben die Chance hat - der Zeitraum eines halben Jahres Arbeitslosigkeit nach der Ausbildung zur Arbeits- oder Jobsuche wird toleriert und der zu suchende Job muss auch nicht der gelernte sein oder den Lebensunterhalt sichern, selbst geringfügig geht noch - könnte man doch von übereifrigen, fleißigen und willigen Afghanen sprechen. So aber sollte man die Überschrift ändern in

    Afghanen kämpfen um die Möglichkeit eines Bleiberechts in Deutschland

    denn man sollte jetzt - ich weiß, meine Ausführungen sind lang - noch wissen, dass nach den 3 Jahren Ausbildung und den zwei Jahren anschließender Aufenthaltserlaubnis in Deutschland die 5 Jahre vollendet sind, nach denen ein Ausländer grundsätzlichen rechtlichen Anspruch auf eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis hat.

    Wenn das kein Zufall ist!

    Aber das ist nicht der letzte Aha-Effekt im Artikel. Man kommt ja aus dem Staunen nicht heraus.

    Abgesehen davon, dass der Zeitstrahl nicht passt, denn die Ausbildungen wurden ja nicht begonnen, obwohl der Artikelschreiber schon irreführend von Berufsschule spricht, sondern sie sollen erst begonnen werden,

    BAD WINDSHEIM - Sie sind stolz darauf, was sie erreicht haben. Nach zwei Jahren sprechen sie schon gut Deutsch, haben die Einstiegsqualifikation bestanden, manche sind in der Berufsschule gar unter den Besten ihrer Klasse. Und am wichtigsten: Sie haben einen unterschriebenen Ausbildungsvertrag in der Tasche. Doch ob der den jungen Afghanen etwas nützt? Es sieht nicht gut aus.

    Das macht es schwieriger, eine Ausbildung beginnen zu können. Unmöglich ist es jedoch nicht. Es liegt im Ermessen des zuständigen Ausländeramtes. Dafür sind Auflagen zu erfüllen, wie sowohl Sabine Kachel von der Ausländerbehörde am hiesigen Landratsamt wie auch Karin Christ, Pressesprecherin der Regierung von Mittelfranken, klarstellen. Straftaten dürfen die künftigen Azubis nicht begangen haben, sie müssen entsprechend ihrer Aufenthaltsdauer gute Deutschkenntnisse vorweisen. Entscheidend ist aber auch: Wie hoch ist die "Bleibewahrscheinlichkeit"? Da wirkt sich eine Ablehnung durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge natürlich negativ aus. Und inwieweit haben die jungen Männer an der Feststellung ihre Identität mitgewirkt? Genau an diesem Punkt gehen die Meinungen offensichtlich darüber auseinander, was zumutbar ist.
    (P.S: Die Formulierung gute Deutschkenntnisse entsprechend ihrer Aufenthaltsdauer ist eine überaus pikante mit einem breiten Auslegungsspektrum. Man beachte aber den Umkehrschluß. Gut sind die Deutschkenntnisse nicht, denn ansonsten würden sie auch als gut bezeichnet und nicht relativiert durch die Aufenthaltsdauer. Jeder Personaler freut sich über die Bandbreite solcher Formulierungen....)


    wie weist ein Afghane seine Identität nach?

    Und nun wird es ganz, ganz spannend.

    Alle haben sich bemüht", stellt Werner Krug klar, der die jungen Männer – mehr als ein Dutzend hat nun mit der Ablehnung ihrer Ausbildung zu kämpfen – im Auftrag des Jugendamts seit zwei Jahren betreut, ihnen beim Einfinden in den Alltag geholfen hat. Sie waren beim Generalkonsulat in München. Einige haben Verwandte nach Kabul geschickt, um die Tazkira, das Äquivalent einer Geburtsurkunde, zu beantragen. Obwohl das gefährlich ist, wie die 18- und 19-Jährigen erzählen. Nicht nur die Reise durch unsicheres Gebiet.

    Wer eine Tazkira beantragt, gerate schnell in das Visier der Taliban. Sehr teuer ist diese außerdem und laut Krug wenig aussagekräftig. Ohne Geburtsregister würden die Angaben lediglich gegen viel Geld beglaubigt. Für manche liegt deshalb nur ein Schreiben der Eltern mit amtlichem Stempel vor. Einem jungen Mann haben die Eltern ein Foto der Tazkira per Internet geschickt. Eine Poststelle zu erreichen, sei oft schwierig. Das reicht aber nicht. Nur das Original wird akzeptiert. Dann gilt die Identität als nachgewiesen, wie Christ schreibt. Für einen jungen Mann scheint es unmöglich, an die Tazkira zu kommen. Seine Eltern sind vor seiner Geburt in den Iran geflohen, leben dort illegal.
    Das ist nur in Deutschland möglich. Ein Papier, das ohne Geburtsurkunde in einem Land, in dem es schließlich auch keine Geburtsurkunden gibt, gegen teures Bakschisch ausgehändigt wird und das Papier nicht wert ist, auf dem das angebliche Geburtsdatum und der Name gedruckt bzw. handgeschrieben ist, je teurer die Urkunde, desto jünger wird der Afghane und desto eher entstammt er einem unsicheren Gebiet, wird von, wird von den Deutschen nur als "Originaldokument" akzeptiert!

    Schilda!

    Das gekonnte Zusammenspiel zwischen Ideologie, Steuergeldern und staatlicher Propaganda, dem Outsouring jedes kleinen Besorgungsgangs für Behörden wie dem Besorgen von Druckerpapier, dem Wechseln von Glühbirnen, dem Besorgen von Kittelschürzen für die Kantine etc. führt dann zu ungeahnten Kooperationen mit ausschreibungsteilnehmenden Unternehmen und denen, die Staatsprogramme ausführen und in diesem Fall das politische Programm selbst werden.

    Die jungen Männer sind frustriert. "Wenn ich die Arbeit nicht hätte, wäre das schlecht", sagt Mohammed Nasseri. Er hatte bereits angefangen, in einem Hotel zu arbeiten. Doch die zugesagte Ausbildung steht nun in den Sternen. "Was sollen wir den ganzen Tag tun?", fragt Mohammed Ayoub Dastokhil, der als Maler anfangen könnte. Zurückgehen ist für sie alle keine Alternative. Sie klagen gegen ihre Ablehnung, wie Krug erzählt. Die Regierung gibt ihnen zwei Wochen Zeit, um sich zur Ankündigung, dass sie keine Ausbildungserlaubnis erhalten sollen, zu äußern. Auch das werden die jungen Afghanen tun, in einem Brief auf Deutsch. Doch nicht nur sie sind enttäuscht.


    Ähnlich geht es den Firmen, die die jungen Männer gerne als Auszubildende hätten. Als Teil der Einstiegsqualifikation haben diese bereits in den Firmen gearbeitet. In einer "Initiative der ausbildenden Betriebe im Landkreis", die bereits 14 Firmen unterschrieben haben, werden diese klarstellen, dass sie sich als Wirtschaftsunternehmen und Handwerksbetriebe benachteiligt fühlen, durch die strenge bayerische Auslegung der Gesetze. Sie brauchen Auszubildende.
    http://www.nordbayern.de/region/bad-...dung-1.6367292
    Es ist dem Untertanen untersagt, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.
    Gustav von Rochow (1792 - 1847), preußischer Innenminister und Staatsminister

  2. #2
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    AW: Junge Afghanen kämpfen in Bad Windsheim um Ausbildung - Wie weist ein Afghane seine Identität nach?

    Bei solchen Berichten wird suggeriert, dass alle Afghanen mit ihrer Abschiebung rechnen müssen. Tatsächlich werden nicht einmal Schwerkriminelle in den Massen abgeschoben, wie eigentlich erforderlich.
    Ich bleibe weiter bei meiner schon mehrfach geposteten Meinung, dass die Deutschkenntnisse der meisten "Flüchtlinge" für die Berufsschule zu schlecht sind. Aus dem Kreis der Azubis in meiner Firma höre ich immer wieder, wie hoch die Abbrecherquote mittlerweile ist. In manchen Branchen bringen bis zu 40% der Azubis ihre Ausbildung nicht zu Ende. Auch simpel erscheinende Handwerksberufe erfordern Verstand.
    Alle Texte, die keine Quellenangaben haben, stammen von mir.

  3. #3
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    AW: Junge Afghanen kämpfen in Bad Windsheim um Ausbildung - Wie weist ein Afghane seine Identität nach?

    Zitat Zitat von Realist59 Beitrag anzeigen
    Bei solchen Berichten wird suggeriert, dass alle Afghanen mit ihrer Abschiebung rechnen müssen. Tatsächlich werden nicht einmal Schwerkriminelle in den Massen abgeschoben, wie eigentlich erforderlich.
    Ich bleibe weiter bei meiner schon mehrfach geposteten Meinung, dass die Deutschkenntnisse der meisten "Flüchtlinge" für die Berufsschule zu schlecht sind. Aus dem Kreis der Azubis in meiner Firma höre ich immer wieder, wie hoch die Abbrecherquote mittlerweile ist. In manchen Branchen bringen bis zu 40% der Azubis ihre Ausbildung nicht zu Ende. Auch simpel erscheinende Handwerksberufe erfordern Verstand.
    Warum ist eigentlich noch niemandem der Gedanke gekommen, daß hier der eigentliche Grund für die „Flucht" zu suchen ist? Weil sie in ihrem Ursprungsland zu faul oder zu blöd waren, einer Arbeit nachzugehen, kommen sie zu uns. Denn man hat ihnen etwas von gebratenen Tauben erzählt, die einem in Deutschland in den Mund fliegen.
    Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland

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