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    Für Flüchtlinge ist kein Zimmer frei

    Flüchtlinge

    Für Flüchtlinge ist kein Zimmer frei

    Urlaub neben Flüchtlingen: Die meisten Touristen dürften darauf keine Lust haben, sind griechische Hoteliers überzeugt. Die Branche geht deshalb bei Anfragen von NGOs in Abwehrhaltung - zumindest auf einigen Inseln.

    Sonne, Meer - und Flüchtlinge: So sieht noch immer die Realität auf einigen griechischen Inseln aus. Vor allem die direkt vor der Türkei liegenden Inseln Chios, Lesbos, Leros, Samos und Kos profitieren kaum vom Touristen-Boom in Griechenland. Denn noch immer kommen viele Flüchtlinge aus der benachbarten Türkei nach Griechenland, noch immer ist die Nachfrage nach Unterkünften für sie hoch. Doch griechische Hoteliers wehren die Anfragen von Hilfsorganisationen mittlerweile ab, die Zimmer für Asylbewerber bei ihnen mieten wollen.


    Während die Touristen-Saison sich ihrem Höhepunkt nähert und griechische Reiseverbände für diesen Sommer neue Besucher-Rekorde vorhersagen, erklären Hoteliers der malerischen und sonnenverwöhnten Insel Chios, dass sie Vermietung an Flüchtlinge vermeiden wollen. Stattdessen versuchen sie, wieder Urlauber anzulocken.

    Griechische Insel Chios kämpft um Touristen





    "Diese Haltung ist nicht durch Rassismus oder Hass gegenüber Ausländern motiviert", sagt George Misetzis, Präsident der rund 100 Hotelbesitzer der Insel. "Im Gegenteil: Unsere Gemeinde war sehr gastfreundlich und unterstützend für diese Menschen, die ja Tragödien durchlitten haben. Aber wir müssen unseren Verkaufsschlager zurückfordern: den Tourismus", sagt er.


    Auf Zimmer angewiesen



    Der Schritt erfolgt ausgerechnet in einem Moment, in dem die griechische Regierung und das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) den neuen und ehrgeizigen Plan verfolgen, Asylsuchende aus überfüllten Lagern herauszuholen und sie stattdessen in Gastfamilien und Wohnungen, inklusive Hotels, unterzubringen.


    Dem neue Plan war heftige Kritik gegen die griechische Regierung vorausgegangen. Athen wurde vorgeworfen, bei der Unterbringung der Flüchtlinge versagt zu haben, und schlimmer noch - Asylsuchende während des eisigen Winters Anfang des Jahres dem "Kältetod" überlassen zu haben. "Dringende Notfallmaßnahmen waren erforderlich", sagte UNHCR-Sprecher Boris Cheshirkov. "Hotels waren die erste Option."
    Flüchtlingscamp in Chios: Zu viele Menschen auf kleinem Raum



    Um den neuen Unterkunftsplan zu unterstützen, haben die Behörden seitdem Vorschriften geändert. Asylsuchende dürfen nun auch auf das Festland ziehen. Doch das EU-Flüchtlingsabkommen führt dazu, dass die Menschen in Zeltlagern verbleiben müssen, bis sie ihre Asylanträge überprüft worden sind. Mehr als 12.000 Flüchtlinge und Migranten verbleiben deshalb auf fünf Ägäisinseln, darunter auch in so beliebten Urlaubszielen wie Chios, Lesbos und Kos.


    Es gibt jedoch auch Ausnahmen: Allein in Chios wurden insgesamt 175 Asylsuchende, die als gefährdet eingestuft wurden, weil sie zum Beispiel erkrankt sind, in 44 Wohnungen auf der Insel verlegt. Zudem wurden vergangene Woche etwa 50 Menschen auf das Festland gebracht, so ein UNHCR-Sprecher. Dennoch bleibt das Problem der Unterbringung.


    "Die Flüchtlingslager auf Chios haben ihre Aufnahmekapazität weit überschritten", sagt UNHCR-Sprecher Cheshirkov. "Aber selbst wenn das nicht der Fall wäre: Bei den neuen Unterkunftsregelungen geht man davon aus, dass einige dieser Leute unweigerlich hier bleiben und sich in die örtlichen Gemeinden integrieren müssen."


    Abgeschreckte Touristen



    Die Aufgabe ist entmutigend. Obwohl die Zahlen drastisch gesunken sind und nicht mehr täglich 10.000 Menschen auf die Inseln kommen - wie es an Rekordtagen im Jahr 2015 der Fall war - sind die Gemeinden vor Ort noch immer wie benommen von der Zuwanderung.


    Kleine, aber lautstarke und zuweilen gewalttätige Oppositionsgruppen sprießen landesweit aus dem Boden und befeuern auch die Nationalisten, die das Land von Ausländern und Muslimen "befreien" wollen.
    Das Hotel Kyma auf Chios: Die Touristenbranche ist eingebrochen



    "Jetzt mal ernsthaft", sagt Misetzis, "welcher Tourist wird ein Hotel oder einen andere Unterkunft buchen, wenn er weiß, dass eine muslimische Flüchtlingsfamilie gleich nebenan untergebracht wurde? Unzählige Male habe ich erlebt, dass Touristen deswegen aus einer Unterkunft ausgezogen sind. Wenn Sie im Urlaub sind und eine Reise Monate im Voraus geplant hatten, ist das Letzte, was Sie sehen wollen, Szenen menschlichen Leidens um Sie herum. Oder dass Sie vom Klang der muslimischen Gebete geweckt werden."


    Chios Hoteliers schätzen, dass die Anzahl der Buchungen im Sommer um etwa 50 Prozent zurückgehen und viele Besitzer kleiner Herbergen dazu zwingen könnte, Kosten und Ausgaben drastisch zu reduzieren. Die Verluste erreichten bereits im vergangenen Jahr lähmende 80 Prozent und zwangen einige Besitzer, ihre Unterkünfte zu verkaufen - ein verheerender Schlag für die lokale Wirtschaft.


    Proteste auf Lesbos, Zustimmung auf Kreta



    Auch auf der benachbarten Insel Lesbos wächst die Opposition gegen die Unterbringungsmöglichkeiten so intensiv, dass im April die Behörden und der UNHCR Hunderte von Flüchtlingen aus schätzungsweise 300 Hotelzimmern herausnahmen und sie entweder auf das Festland oder in Wohnungen brachten oder Lager auf der Insel verlegten.


    "Es ist höchste Zeit, dass wir wieder Geschäfte machen", sagte Pericles Antoniou, Präsident von Lesbos Hoteliers Association. "Und es ist höchste Zeit für andere Gemeinden, etwas von der Last zu tragen, die wir schon seit Jahren geschultert haben."
    Im vergangenen Monat stimmten die Gemeinden auf Kreta, einem der beliebtesten Urlaubsziele des Landes, dem UNHCR-Unterkunftsplan zu. Es bleibt unklar, wie viele Einheiten vermietet werden und wie schnell das Projekt starten wird. Die Hoteliers haben sich aber schon entschieden.
    http://www.dw.com/de/f%C3%BCr-fl%C3%...rei/a-39200711

    Wenn die Hoteliers ihre Hotels verkaufen müssen, können so die Flüchtlinge dauerhaft in die von den Städten und Organisationen gekauften Immobilien einziehen. So hat eben alles sein Gutes.
    Es ist dem Untertanen untersagt, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.
    Gustav von Rochow (1792 - 1847), preußischer Innenminister und Staatsminister

  2. #2
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    AW: Für Flüchtlinge ist kein Zimmer frei

    Sich mit Asylbetrügern herumärgern können die Touristen auch zu Hause.
    Alle Texte, die keine Quellenangaben haben, stammen von mir.

  3. #3
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    AW: Für Flüchtlinge ist kein Zimmer frei

    Zitat Zitat von Realist59 Beitrag anzeigen
    Sich mit Asylbetrügern herumärgern können die Touristen auch zu Hause.
    Ein interessanter Aspekt.
    So könnten sich viele ihre Urlaubsprobleme ersparen. Man müßte dafür werben, z.B. mit dem Slogan „Ärgern Sie sich zuhause! Wir schicken Ihnen die passenden Leute!" Und die haben wir ja inzwischen im Überfluß, was uns reich macht, weil sie „wertvoller als Gold" sein sollen.
    Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland

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