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    Warum Deutschland Integrationskraft fehlt

    Warum Deutschland Integrationskraft fehlt

    Kolumne von Ferdinand Knauß

    Die türkischen Fahnenmeere der Erdoğan-Fans offenbaren eine deutsche Lebenslüge: Integration ist keine Funktion des Arbeitsmarktes. Fremde einbinden kann nur eine Gesellschaft, die sich nicht gleichzeitig selbst auflösen will.

    Vor dem Düsseldorfer Familienministerium hängt eine deutsche Fahne am Mast. Sie gibt ein Bild des Jammers ab: verblichen und zerrissen. Einige Fetzen von ihr sind in den Ästen des daneben stehenden Baums hängen geblieben. Offenbar kommt seit Monaten niemand auf den Gedanken, die Fahne zu erneuern und endlich einmal die störenden Äste abzusägen, damit sie frei wehen kann.

    Was für ein Gegensatz zu den jüngsten Bildern türkischer Fahnenmeere in Deutschland! Zigtausende Türkeistämmige, die meisten von ihnen vermutlich hier geboren, zeigen damit, dass sie kein Teil der deutschen Gesellschaft sein wollen, sondern sich zu ihrem Herkunftsland bekennen. Sie bekennen sich zu einem Mann, der in einem aktuell auch in deutschen Kinos gezeigten Propaganda-Film als „Reis“ (Oberhaupt) verherrlicht wird. Der ihr Wohnland mit Nazi-Vorwürfen überschüttet und sie gleichzeitig in völkischer Manier auffordert, fünf Kinder zu kriegen, um die Zukunft dieses Landes, also Deutschlands, zu bestimmen. Zu einem Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu, der ganz Europa „Religionskriege“ in Aussicht stellt. Zu einem Regime, das in der Türkei oppositionelle Politiker, Journalisten, Wissenschaftler, Beamte, Offiziere und Angehörige von Minderheiten ohne rechtstaatliche Verfahren einsperren lässt....
    http://www.wiwo.de/politik/ausland/k.../19532354.html


    ..Die Deutschen bieten den Migranten nichts, in das sich diese integrieren könnten und wollten. Integrieren heißt Einfügen von bisher Ausgeschlossenen in eine Gruppe. Aus Fremden werden Eigene. Aber Fremde können nicht zum Teil des Eigenen werden, wenn es zugleich gar kein Eigenes mehr geben soll. Eine Gesellschaft, deren Elite ausschließlich an universellen Ideen orientiert ist, also nur noch „Menschen“ und die Welt kennen will, jegliches nationale Interesse als unmoralisch brandmarkt und das Eigene als Kategorie schlechthin abschaffen will, kann schließlich auch keine Fremden mehr einbinden. An diesem inneren Widerspruch zwischen Auflösung und Einbindung – zwischen dauerndem Gerede über Integration anderer bei gleichzeitiger aktiver Desintegration des Eigenen – droht das Einwanderungsland Deutschland zu scheitern.

    Auszuhalten ist so ein Widerspruch nur durch Ignoranz. Das beherrschen die Deutschen. Da man sich ohnehin angewöhnt hat, politische Fragen nur noch ökonomisch zu stellen, wird auch Integration zur ökonomischen Vokabel interpretiert: Als integriert gilt, wer am Erwerbsleben teilnimmt. Problem gelöst? Wenn da nur nicht die Realität der vielen türkischen Flaggen in Deutschland wäre, die eben auch von Menschen geschwungen werden, die am Erwerbsleben in Deutschland erfolgreich teilnehmen. Es sind nicht nur Arbeitslose und Underdogs, die Erdoğan zujubeln. Talkshow-Zuschauer wissen, dass kein Mangel an studierten und redegewandten Deutsch-Türken besteht, die für Erdoğans Islamismus-Nationalismus-Gebräu werben.

    Man muss kein Migrationsforscher sein, um zu verstehen, dass gerade Menschen, die die Heimat ihrer Vorfahren verlassen haben, ein besonderes Bedürfnis nach Bindung und Zugehörigkeit verspüren. Die Suche nach materieller Besserung will emotional abgesichert sein. Im klassischen Einwanderungsland USA bedient ein bombastischer Patriotismus dieses Bedürfnis. Die Gründerväter wussten, dass gerade ihre künstliche Nation patriotische Rituale und immer neue Beschwörungen der Zusammengehörigkeit brauchte. Der Kult um die Flagge - das „Sternenbanner“ - überbrückt selbst die tiefsten Gräben zwischen „Races“ und „Classes“ immer wieder.
    Deutschland hat auf diesem Feld nichts zu bieten. Bei uns gibt es stattdessen eine mit vielen Milliarden Euro Steuermitteln alimentierte Integrationsindustrie: Ein geöltes Management des Kümmerns, dessen Erfolgsmeldungen allein aus Arbeitsmarktstatistiken bestehen. Man redet sich ein, man habe Millionen Zuwanderer integriert und werde noch viele weitere Millionen mit gutem Willen und deutschem Verwaltungsgenie integrieren, indem man sie auf dem Arbeitsmarkt unterbringt. Doch gerade diejenigen, die am meisten von Integration reden und oft davon auch ihren staatlich finanzierten Lebensunterhalt bestreiten, bieten ihren Schützlingen in der Regel kein Beispiel dafür, dass es eine gute Sache ist, ein Deutscher zu sein.
    http://www.wiwo.de/politik/ausland/k...9532354-2.html

    Weiter hier:http://www.wiwo.de/politik/ausland/k...9532354-3.html


    Es ist dem Untertanen untersagt, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.
    Gustav von Rochow (1792 - 1847), preußischer Innenminister und Staatsminister

  2. #2
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    AW: Warum Deutschland Integrationskraft fehlt

    Wer die Türken nicht kennt, der weiß nicht, dass sie - egal wo sie außerhalb der Türkei leben - auf ewig unintegrierte Fremde sein werden. Ein gutes Beispiel ist Bulgarien. Ende der 80er Jahre hatten die Bulgaren die Nase voll von ihrer großen türkischen Minderheit und begannen mit einer Zwangsassimilierung. Namen sollten bulgarisiert und Türkisch allerhöchstens zuhause gesprochen werden. 300000 Türken "flohen" daraufhin in die Türkei. Großkotzig sagte der damalige Ministerpräsident Özal, dass die Türkei jeden Türken aus Bulgarien aufnehmen würde. Als der Zustrom nicht enden wollte, schloss die Türkei die Grenzen. Aber auch in Bulgarien endete damals die sozialistische Herrschaft und der Staat nahm die Gesetze wieder zurück. In der Folgezeit kehrte dann auch der größte Teil der Türken wieder nach Bulgarien zurück. Sie wurden in der Türkei nicht akzeptiert. Also selbst als Türken in der Türkei integrationsunfähig.
    Alle Texte, die keine Quellenangaben haben, stammen von mir.

  3. #3
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    AW: Warum Deutschland Integrationskraft fehlt

    Zitat Zitat von Realist59 Beitrag anzeigen
    Wer die Türken nicht kennt, der weiß nicht, dass sie - egal wo sie außerhalb der Türkei leben - auf ewig unintegrierte Fremde sein werden. Ein gutes Beispiel ist Bulgarien. Ende der 80er Jahre hatten die Bulgaren die Nase voll von ihrer großen türkischen Minderheit und begannen mit einer Zwangsassimilierung. Namen sollten bulgarisiert und Türkisch allerhöchstens zuhause gesprochen werden. 300000 Türken "flohen" daraufhin in die Türkei. Großkotzig sagte der damalige Ministerpräsident Özal, dass die Türkei jeden Türken aus Bulgarien aufnehmen würde. Als der Zustrom nicht enden wollte, schloss die Türkei die Grenzen. Aber auch in Bulgarien endete damals die sozialistische Herrschaft und der Staat nahm die Gesetze wieder zurück. In der Folgezeit kehrte dann auch der größte Teil der Türken wieder nach Bulgarien zurück. Sie wurden in der Türkei nicht akzeptiert. Also selbst als Türken in der Türkei integrationsunfähig.
    Beispiel ist auch das Turkvolk der Uiguren in China. Unintegrierbar, zurückgeblieben, kriminell und terroristisch. Alle Bemühungen des chinesischen Staates (Ansiedlung von Unternehmen, die Arbeitsplätze bieten, Städtebau, Schulpflicht, Verbot von Korankursen für Minderjährige, Ausnahmen von der 1-Kind-Politik, Förderprogramme) hatten bislang keinen Erfolg. Pogrome an Han-Chinesen, Terrorattentate und staatsfeindliche Aktivitäten sind immer noch an der Tagesordnung.
    Es ist dem Untertanen untersagt, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.
    Gustav von Rochow (1792 - 1847), preußischer Innenminister und Staatsminister

  4. #4
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    AW: Warum Deutschland Integrationskraft fehlt

    Zitat Zitat von Turmfalke Beitrag anzeigen
    Beispiel ist auch das Turkvolk der Uiguren in China. Unintegrierbar, zurückgeblieben, kriminell und terroristisch. Alle Bemühungen des chinesischen Staates (Ansiedlung von Unternehmen, die Arbeitsplätze bieten, Städtebau, Schulpflicht, Verbot von Korankursen für Minderjährige, Ausnahmen von der 1-Kind-Politik, Förderprogramme) hatten bislang keinen Erfolg. Pogrome an Han-Chinesen, Terrorattentate und staatsfeindliche Aktivitäten sind immer noch an der Tagesordnung.
    diese Darstellung lehne ich ab. Xinjiang ist nicht China, sondern hat eine eigene Geschichte, die über Jahrtausende reicht. Das Land wurde von den totalitären Kommunisten nach der Machtergreifung des Massenmörders Mao brutal erobert, ähnlich wie Tibet, wo die blutrünstigen Kommunisten mit Kanonen und Maschinengewehre feige auf Reiter mit Pfeil und Bogen los gingen.
    Bei aller Kritik und Ablehnung des Islam, darf es nicht so weit gehen, dass wir die Augen vor kommunistischen Schreckensherrschaften schließen!
    https://de.wikipedia.org/wiki/Dodona

  5. #5
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    AW: Warum Deutschland Integrationskraft fehlt

    Zitat Zitat von Turmfalke Beitrag anzeigen
    Beispiel ist auch das Turkvolk der Uiguren in China. Unintegrierbar, zurückgeblieben, kriminell und terroristisch. Alle Bemühungen des chinesischen Staates (Ansiedlung von Unternehmen, die Arbeitsplätze bieten, Städtebau, Schulpflicht, Verbot von Korankursen für Minderjährige, Ausnahmen von der 1-Kind-Politik, Förderprogramme) hatten bislang keinen Erfolg. Pogrome an Han-Chinesen, Terrorattentate und staatsfeindliche Aktivitäten sind immer noch an der Tagesordnung.
    Also Segensreiches an der rot-chinesischen Assimilationspolitik vermag auch ich nicht zu erkennen. Obschon mir Tibet mit seiner großen Kultur sicher näher steht als Uigurien. Denn im Ergebnis bleibts das Gleiche: Rot-Chinesische Gleichschaltung.

  6. #6
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    AW: Warum Deutschland Integrationskraft fehlt

    Zitat Zitat von Eddie J. Beitrag anzeigen
    Also Segensreiches an der rot-chinesischen Assimilationspolitik vermag auch ich nicht zu erkennen. Obschon mir Tibet mit seiner großen Kultur sicher näher steht als Uigurien. Denn im Ergebnis bleibts das Gleiche: Rot-Chinesische Gleichschaltung.
    Na, ja, die Idealisierung Tibets teile ich nicht. Zwar mag der heutige Dalai Lama nett in die Kameras lächeln und kluge Sätze sagen (womöglich wie sein Vorgänger, um unter den Mongolen wieder inthronisiert zu werden), das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein Dalai Lama nach tibetischer Sichtweise gottgleich ist. Und so herrschte die Priesterkaste auch gottgleich über die Tibeter, die demzufolge bettelarm waren und Frondienste zu leisten hatten. Es herrschte die Leibeigenschaft und die Priesterkaste bestimmte über Wohl und Wehe, über Leben und Tod und über die Heiraten. Es soll sogar organisierten Mißbrauch gegeben haben, der so ungefähr dem Recht der ersten Nacht entspricht. Ansonsten waren die Tibeter so arm, dass nicht wenige trotz harter Arbeit mangel- und unterernährt waren und sie oft noch nicht mal ein Dach über dem Kopf hatten, sondern bei den Pferden schlafen mussten. Die Chinesen brachten tatsächlich so etwas wie Fortschritt. Nur ist kommt dies bei einer analphabetischen Gesellschaft, die den Sturz der Götter ihrer Priesterkaste als unheimlich und unheilbringend begreift, nicht unbedingt immer gut an.
    Es ist dem Untertanen untersagt, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.
    Gustav von Rochow (1792 - 1847), preußischer Innenminister und Staatsminister

  7. #7
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    Zitat Zitat von Eddie J. Beitrag anzeigen
    Also Segensreiches an der rot-chinesischen Assimilationspolitik vermag auch ich nicht zu erkennen. Obschon mir Tibet mit seiner großen Kultur sicher näher steht als Uigurien. Denn im Ergebnis bleibts das Gleiche: Rot-Chinesische Gleichschaltung.
    und den für den Sozialismus typischen Massenmord. So wurden tausende Mongolen mit Giftspritzen beseitigt und in Xinjiang reden wir vom kulturellen, ja auch ethnischen Genozid.
    Dann bekommen die Uyghuren genannten indigenen Abkömmlinge der von diversen Turkvölker und sogar Mongolen überlagerten iranischen Urvölker nur die Jobs, welche die Han-Chinesen nicht ausführen wollen. Die Bezahlung liegt selbstverständlich deutlich unter derjenigen der Han Eindringlinge, die sich auch rassistisch abfällig über die Einheimischen äussern. Freilich haben wir es mit einer krassen Ausbeutung zu tun, sowohl, was die zu quasi-Sklaven degradierten Einheimischen angeht, als auch die natürlichen Resourcen (u.A. Öl).
    Insgesamt liefert Xinjiang ein Paradebeispiel wie Linke an der Macht die Menschen brutaler ausbeuten, als es die Kapitalisten jemals machen würden. Zugleich bedeutet Linke an der Macht ein Ausmaß an Rassismus und Diskriminierung, die wir von westlichen Industrienationen nicht kennen.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Dodona

  8. #8
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    AW: Warum Deutschland Integrationskraft fehlt

    @Turmfalke
    @Dodona

    Das ist alles egal. Wenn erst der Messias, der erleuchtete Würseler, sich des Problems annimmt. Dann wird auch dieses schnell gelöst. Amen.

    PS: Dem Herrn Turmfalken spendiert er dann eine Rundreise durchs wunderschöne Peking.

  9. #9


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    AW: Warum Deutschland Integrationskraft fehlt

    Zitat Zitat von dodona Beitrag anzeigen
    diese Darstellung lehne ich ab. Xinjiang ist nicht China, sondern hat eine eigene Geschichte, die über Jahrtausende reicht. Das Land wurde von den totalitären Kommunisten nach der Machtergreifung ......
    Bei aller Kritik und Ablehnung des Islam, darf es nicht so weit gehen, dass wir die Augen vor kommunistischen Schreckensherrschaften schließen!
    So wie in Schlesien, Pommern und Ostpreußen?
    Jeder glaubt eine eigene Meinung zu haben, nur woher hat er vergessen.
    Medien sind das was man über Religionen sagte, Opium fürs Volk.


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