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  1. #1


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    1702 in Moskau - Steinigung auf russisch

    Reisende Le Bruyn erzählt, daß er am 19. Januar 1702 Zeuge einer solchen Exekution in Moskau war*): Eine Frau, die ihren Mann umgebracht hatte, wurde bei lebendigem Leibe bis zu den Schultern eingegraben. Um Haupt und Hals des Opfers hatte man ein weißes Tuch gebunden. Einige Soldaten blieben bei der Grube als Wache, um zu verhindern, daß die Verurteilte Nahrung erhielt. Doch durfte man ihr Geld zuwerfen, das für Heiligenkerzen und für den Sarg verwendet werden sollte. Für diese Geldspenden dankte die Eingegrabene durch ein leichtes Kopfnicken. Es kam allerdings auch vor, daß die Soldaten das Geld einsteckten und dafür dem Opfer etwas Nahrung zukommen ließen. Manche lebendig Begrabene lebten lange fort in ihrer Grube. In der Zeit der Strjeljzenrevolte hatte Peter der Große zwei Frauen auf diese Weise bestraft. Nach Gmelins Reiseberichten wurden in Sibirien die Verbrecher zuweilen lebendig begraben; Gmelin sah eine Frau, die bis zum Halse in einer Grube stak und in diesem Zustande dreizehn Tage lang lebte.
    http://www.lexikus.de/bibliothek/Ges...Gliederstrafen

    Steinigung auf russisch sozusagen. Vom Islam inspiriert?

    mehr ab Beitrag #9, Russland/ Osmanisches Reich
    https://open-speech.com/showthread.p...t%C3%BCmmelung

  2. #2


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    AW: 1702 in Moskau - Steinigung auf russisch

    Das Bildthema «Christus und die Ehebrecherin« in Italien und Venedig
    seb3e1ff03758a36d.jimcontent.com/download/version/.../name/Adultera-Text.doc
    Die "Lutherbibel" Nürnberg 1702 enthält die E. als anonymen Holzschnitt; typische Filiation Merians. .... Moskau (s. ..... gewellten 'Chiffren' für Landschaft, 'Aussenraum' (wo die Steinigung bevorstünde) stehen, was einen Ablauf signalisiert.
    https://www.google.de/search?client=...K9SP8Qe207WgAg


    Das Bildthema Christus und die Ehebrecherin Anfänge, der Norden, Italien und Venedig, Tintoretto

    ...
    https://www.google.de/url?sa=t&rct=j...JSzHo6UvtBjE-Q

    S. 49 unten
    Die Ehebrecherin - Wassili Dmitrijewitsch Polenow
    Moskau 1886-88

    Es wäre gut noch ältere Darstellungen zu finden.

  3. #3


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    AW: 1702 in Moskau - Steinigung auf russisch

    Zitat Zitat von Eddie J. Beitrag anzeigen
    An der Schwelle vom 17. auf das 18.Jahrhundert herrschten auch in Mitteleuropa recht heftige Gebräuche, mit Hexen, Glaubenbestreitern, "Buhlerei mit dem Teufel" und ähnlichem Unbill zu verfahren.

    Gänzlich vom Islam unbeeinflusst.

    PS: Trotzdem spüre ich Dankbarkeit, daß sich Deine Neigungen und Interessen temporär vom Clowns-Thema entfernen.
    Folter und harte körperliche Strafen gabs hier durchaus, aber ich habe noch nie gehört, dass eine Frau für Ehebruch zur Hälfte eingegraben wurde usw. Das ost was typisch islamisches.

    Daher hatte ich im anderen Strang versucht zu klären was sich damals bzw in de r Zeit zuvor zwischen Russland und der islamischen Welt tat.

    die Betrachtung der sich veränderten Staaten und Grenzen war interessant, ist mir aber noch nicht genug.

  4. #4


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    AW: 1702 in Moskau - Steinigung auf russisch

    Ich finde, das Thema lässt schon aufhorchen.

    Das war eine staatlich verordnete Strafe, von Soldaten ganz offiziell überwacht. Einerseits islamischs Eingraben, andererseits kein Steinwurf. Scharia-inspiriert aber nicht konsequent durchgeführt.

    Wir würden uns hier doch auch wundern,wenn unsere Gerichte solch ein Urteil ausrufen würde.
    Hier gibtes zwar schon Schariagerichte, aber das übersteigt zum Glück noch die Kompetenzen .

    Gab es damals in Moskau Schariagerichte? Gab es damals islamische Russen?

  5. #5


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    AW: 1702 in Moskau - Steinigung auf russisch

    Das russische Zarenreich im 17. Jahrhundert

    Die russische Gesellschaft

    Tatsächlich dämmerte Russ-land im 17. Jahrhundert im mittelalterlichen Halbschlaf dahin. Es hatte kein rö-misches Recht1, keine Re-naissancen und keine Refor-men erlebt, statt dessen aber die Despotie der später als Tataren bezeichneten Mongo-len.

    Die wenigen Reiseberichte, die damals kursierten, schilderten Russland als rückständigen Staat, halb in Asien gelegen und von einem Despoten beherrscht, das gewöhnliche Volk barbarisch und dumm, die Beamten korrupt, die Oberschicht borniert und arrogant.


    ...

    Der Zar nannte sich zwar "Selbstherrscher", herrschte aber alles andere als allein.

    Er musste bei seinen Entscheidungen Rücksicht nehmen auf den Hochadel, der mit der Duma einen eigenen Rat bildete, auf die orthodoxe Kirche und auf die von Iwan dem Schrecklichen gebildeten Strelitzen2.

    Bei den Strelitzen handelte es sich um ein erbliches Berufssoldatentum, dessen Angehörige mit ihren Familien in eigenen Stadtquartieren lebten und in Friedenszeiten auch gewerblichen Tätigkeiten nachgingen.

    Strelitzen stellten ursprünglich den modernsten und schlag-kräftigsten Teil der russischen Armee dar, waren aber in ihrem Kastendenken jeglichen militär-technischen Neuerungen abgeneigt und politisch immer unzu-verlässiger.

    In den 1630er Jahren wurden erstmals sogenannte „Regimenter neuer Ordnung" aufgestellt, die aus einheimischen Soldaten bestanden und von ausländischen Solddienstoffizieren nach west-europäischer Weise ausgebildet wurden

    Geschichte

    Die Strelizen lebten in den Städten in eigenen Stadtteilen (Sloboda) und dienten in Friedenszeiten als Polizei und Wachtruppe, außerdem wurden sie auch als Feuerwehr eingesetzt. Ihre Ausbildung beschränkte sich auf Grundelemente des Waffendienstes und die Ausübung der genannten Aufgaben. Dafür waren sie von denjenigen Abgaben und Diensten befreit, die von der übrigen Stadtbevölkerung gefordert wurden. Im Vergleich zum Adelsaufgebot waren sie besser bewaffnet und ausgebildet. Das gab ihnen im Krieg einen höheren Gefechtswert. Aufgrund dessen und wegen ihrer Garde- und Elitefunktion werden sie oft mit den römischen Prätorianern oder den türkischen Janitscharen verglichen.

    Einerseits wurden sie zur Niederschlagung von Unruhen eingesetzt, andererseits traten sie seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts bei Volksaufständen selbst mehrfach als führende und organisierende Kraft gegen die Regierung auf. Dazu führten auch die vielen Kriege in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, die mit einer raschen Verarmung einherging, denn die Strelizen erhielten keinen Sold, sondern waren auf ihre eigenen Gewerbe angewiesen, die ihre Frauen in ihrer Abwesenheit unzureichend weiterführten. Unter Zar Fjodor verschlechterte sich ihre soziale Lage rasch; ihre Privilegien, unter anderem Abgabefreiheit für ihren Handel und ihr Gewerbe, wurden eingeschränkt oder ganz aufgehoben. Hinzu kamen Willkür und Grausamkeit der Kommandeure, die Strelizen für sich arbeiten ließen, Löhne zurückbehielten und Prügelstrafen verhängten.
    ...
    http://www.migrazioni.altervista.org...situation.html


    Strelizen

    Strelizen (auch Strelitzen; russ. Singular стрелец strelez, Plural стрельцы́ strelzy „(Bogen)schütze“, von slaw. strela „Strahl, Pfeil“) ist die Bezeichnung für die von Zar Iwan IV. um 1550 eingeführte, mit Muskete und Glefe oder Berdysch (russ. бердыш) ausgestattete Palastgarde. Die Strelizen wurden bald zu einem stehenden Heer mit zehntausenden Mitgliedern ausgebaut und stellten damit die erste reguläre Berufsarmee in Russland dar. Der Strelizenstand war erblich und wurde mit gutem Sold und mit Grundbesitz entlohnt. Die Strelizen wurden im Laufe der Zeit zu einem „Staat im Staate“ und griffen häufig in die Politik ein.

    Der erste Strelizenaufstand war 1682.
    ...

    Der zweite Strelizenaufstand von 1698 brach aufgrund eines Briefes aus, in dem Sofia Alexejewna zur Palastrevolution und zu Gewalttaten gegen Ausländer aufgerufen hatte. Zar Peter, der sich zu Studienzwecken im Ausland befand, kehrte zurück, schlug den Aufstand nieder, erzwang unter Folter Beweise für die Beteiligung der Verschwörer und hielt ein blutiges Strafgericht mit unzähligen Hinrichtungen, bei denen er selbst teilweise mit Hand anlegte.[1] Danach löste er das Heer der Strelizen endgültig auf (siehe Petrinische Reformen).
    https://de.wikipedia.org/wiki/Strelizen

  6. #6


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    AW: 1702 in Moskau - Steinigung auf russisch

    Peter I., der Große (russisch Пётр I Вели́кий, transkribiert Pjotr I Weliki), geboren als Pjotr Alexejewitsch Romanow (russ. Пётр Алексе́евич Рома́нов; * 30. Maijul./ 9. Juni 1672greg. in Moskau; † 28. Januarjul./ 8. Februar 1725greg. in Sankt Petersburg), war von 1682 bis 1721 Zar und Großfürst von Russland und von 1721 bis 1725 der erste Kaiser[1] des Russischen Reichs.

    ...
    https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_der_Gro%C3%9Fe


    Peter der Große war auf jeden Fall Regent als die quasi-Steinigung geschah und die Strelitzen ausführende Organe.

  7. #7


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    AW: 1702 in Moskau - Steinigung auf russisch

    Im 15. Jahrhundert gehörte das Gebiet als tatarisches Teilfürstentum (Khanat Kassimow 1452–1618) zum Großfürstentum Moskau. Der Prozess des Sprachwechsels der Bevölkerung zum Russischen und Tatarischen oder die von einigen Historikern angenommene Verdrängung bzw. Abwanderung der finno-ugrischen Bevölkerung war zu diesem Zeitpunkt bereits im Gange.

    ...
    Jedenfalls wurden bei der ersten Volkszählung von 1897 im Russischen Kaiserreich 35.000 russische Meschtschora und 622.500 tatarische Mischer gezählt.


    ...
    https://de.wikipedia.org/wiki/Meschtscheren

  8. #8
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    AW: 1702 in Moskau - Steinigung auf russisch

    der überwältigend grosser Teil 'Russlands' wurde den Uralern, Turktataren, Kaukasiern, Sibiriern, u.A. von den russischen Imperialisten gewaltsam und blutrünstig geraubt. Schuldreflexion? = Null, ähnlich wie im Fall des Millionenfachen Massenmords des Sozialismus.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Dodona

  9. #9


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    AW: 1702 in Moskau - Steinigung auf russisch

    Mich interssieren die islamischen Einflüsse. Gut wir wissen nun, das um 1700 u.a. die Tartaren in Moskau lebten.
    Die nächste Frage ist, wie konsequent sie den Islam praktizierten, ob s da auch Steinigungen gab. Und wie stark ihr Einfluss auf die Regierung und die Strelitzen war.

  10. #10


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    AW: 1702 in Moskau - Steinigung auf russisch

    Pax Mongolica

    Pax Mongolica oder „Der Mongolische Friede“ ist ein durch westliche Autoren geprägter Ausdruck, um die relativ stabilen sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Verhältnisse im Inneren des Mongolischen Reiches zu beschreiben. Dieses von Dschingis Khan und seinen Erben eroberte Reich umfasste vom späten 12. bis ins 16. Jahrhundert große Teile Asiens und Europas.

    Die Legende spricht davon, dass zu den Glanzzeiten des Reiches eine Jungfrau mit einem Topf voll Gold sein Territorium von einem Ende bis zum anderen unbegleitet durchqueren konnte, ohne sich vor Belästigungen irgendwelcher Art fürchten zu müssen.

    ...

    Mongolisches Reich beim Tode Dschingis Khans 1227

    ...
    https://de.wikipedia.org/wiki/Pax_Mongolica



    Ursprünge

    Die riesigen Steppengebiete der Mongolei – sowie die angrenzenden Gebiete Nordchinas, Südrusslands und Ostkasachstans – wurden im Mittelalter von nomadischen Gruppen beherrscht, welche sich aufgrund einer Lebensweise in Clans nicht immer leicht klassifizieren und voneinander unterscheiden lassen; linguistisch lassen sich diese Gruppen in drei Kategorien teilen: jene, die eine Turksprache, mongolisch oder eine tungusische Sprache sprechen.

    Zu einem großen Teil auf den unterschiedlichen Sprachen aufbauend werden für die Jahrzehnte vor Dschingis Khan fünf Ethnien als die mongolischen Steppengebiete dominierend identifiziert: Naimanen, Keraiten, Merkiten, Tataren und Mongolen, wobei die Merkiten und Mongolen mongolisch und die Tataren eine Turksprache sprachen und die Naimanen und Keraiten von manchen als Turkvölker qualifiziert werden. Diese fünf Gruppen waren miteinander aber auch untereinander oft in Konflikte verwickelt.[11] Um 1123 wurden die Gruppen der mongolischen Steppengebiete von Kabul Khan geeint, doch ging dieses Reich bereits 1160/61 wieder unter.
    Reichsgründung

    Die Mongolen stiegen erst unter der Führung Dschingis Khans (1155/1162–1227) dauerhaft auf, dem 1190 wieder eine Vereinigung gelang und der bis 1204 auch die anderen Steppenvölker unterwarf.

    ...
    Unter ihm und seinen Nachfolgern konnten die Mongolen so das größte Landreich der Geschichte mit einer Größe von 26.000.000 km² errichten, in dem 100 Millionen Menschen lebten. Auf dem Höhepunkt ihrer Macht beherrschten sie das Kaiserreich China, Korea, Khorassan (heute zu Afghanistan und Iran gehörend), Persien, Georgien, Armenien, Bulgarien, Ungarn, Russland, sowie die dazwischen liegenden Länder.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Mongolisches_Reich


    http://d-nb.info/983740402/34
    Geändert von burgfee (26.10.2016 um 20:02 Uhr)

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