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    Selbstbewaffnung in Deutschland "Tödliche Missverständnisse werden zunehmen"

    Gestiegene Einbruchszahlen, die Übergriffe in der Kölner Silvesternacht und eine diffuse Angst vor Terroranschlägen: Viele Menschen in Deutschland sind so verunsichert, dass sie sich selbst bewaffnen. Doch dieser Trend führt zu einem "trügerischen Sicherheitsgefühl" und zu gefährlichen Missverständnissen, warnt Psychologe Dietmar Heubrock gegenüber t-online.de.
    Die Landesbehörden registrieren bei der Erteilung der Kleinen Waffenscheine einen "gewaltigen Sprung" nach oben, sagt Heubrock, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Rechtspsychologie der Uni Bremen.
    "Vertrauen in Sicherheit verloren"

    Laut Nationalem Waffenregister (NWR) besaßen im November 2015 rund 275.000 Menschen in Deutschland einen Kleinen Waffenschein, den man für Schreckschuss-, Gas- oder Signalwaffen braucht - wenn man sie denn mit sich führen möchte. Wenige Monate später stieg die Zahl - Ende Januar 2016 waren bereits rund 300.000 Kleine Waffenscheine im NWR gespeichert. Die Kölner Polizei berichtete nach der Silvesternacht von einer wahren Antragsflut. Und diese Tendenz ist ungebrochen.
    In Deutschland gilt - anders als in den USA- das Gewaltmonopol des Staates, der dafür verantwortlich ist, dass den Menschen nichts passiert. "Wenn die Bürger sich hier nachbewaffnen, haben sie offenbar ihr Vertrauen in die Sicherheit verloren", sagt Heubrock.
    Es wird nicht "alles aggressiver und rauer"

    Langfristig rechnet er damit, dass die Akzeptanz von Waffen auch in unserer Gesellschaft wachsen wird. Der Psychologe sieht aber nicht die Gefahr, dass dadurch "alles aggressiver und rauer" werden wird. "Das sind keine gewalttätigen Menschen, die sich zur Selbstverteidigung Waffen zulegen, sondern Schutzsuchende", so Heubrock.
    Der bessere Zugang zu Schusswaffen mache nicht automatisch aggressiver, so Heubrock. Statistiken zufolge werden legale Schusswaffen nur in 1,6 bis 2 Prozent der kriminalen Fälle verwendet.
    In "Notwehr beschossen oder erschossen"

    Das größere Problem könne durch Missverständnisse entstehen. "Je mehr solche Anscheinswaffen in den Händen von Bürgern sind, desto eher kann es zu sogar tödlichen Missverständnissen mit der Polizei kommen", warnt Heubrock. Die Gefahr wachse, von einem Polizisten in "vermeintlicher Notwehr beschossen oder erschossen" zu werden.

    "Die Schreckschusswaffen sehen so täuschend echt aus, dass ein Polizist nicht in Bruchteilen von Sekunden erkennen kann, ob es sich um eine scharfe Waffe handelt oder nicht", sagt der Psychologe.
    "Eine Waffe trägt nie zu einer Deeskalation bei"

    Auch die Polizei warnt vor der Selbstbewaffnung. Sie vermittle eher ein "trügerisches Sicherheitsgefühl", sagt Martina Baumgart vom Landeskriminalamt Hamburg, Fachkommissariat Prävention und Opferschutz.
    Waffen zu benutzen, berge immer Risiken: "Eine Waffe trägt niemals zu einer Deeskalation bei. Auch wenn es sich 'nur' um eine Schreckschusswaffe handelt - das Gegenüber weiß das nicht", sagt sie.

    Außerdem bestehe immer die Gefahr, dass die Waffe gegen einen selbst eingesetzt wird. Gerade wenn "ungeübte Personen Waffen unter Stress einsetzen, sind sie oft nicht handlungsfähig", weiß Baumgart. "Nicht umsonst haben Polizisten spezielle Trainings dafür."
    Besser sei eine selbstbewusste Haltung: "Mit mir muss man rechnen". Außerdem solle man laut werden - auch mit Hilfsmitteln wie Schrillalarm oder Trillerpfeife. "Das tut richtig in den Ohren weh, macht andere auf die Situation aufmerksam und irritiert den Angreifer", so die Polizistin.
    http://www.t-online.de/nachrichten/d...sgefuehl-.html

    Das größere Problem könne durch Missverständnisse entstehen. "Je mehr solche Anscheinswaffen in den Händen von Bürgern sind, desto eher kann es zu sogar tödlichen Missverständnissen mit der Polizei kommen", warnt Heubrock. Die Gefahr wachse, von einem Polizisten in "vermeintlicher Notwehr beschossen oder erschossen" zu werden.
    Jemand der sich zum Selbstschutz den kleinen Waffenschein ausstellen lässt und sich mit Gas/Schreckschusswaffen ausstattet, wird nicht mit diesen Waffen vor der Polizei rumfuchteln und somit ist die Aussage von Heubrock widerlegt.

    Wer Waffen kriminell nutzt, der greift nicht auf Anscheinswaffen zurück, sondern auf illegal besorgte scharfe Waffen.... Wird so einer nun von einem Polizisten niedergestreckt, so ist es kein Missverständnis. Es sei den der Kriminelle hat Migrationshintergrund.... dann muss sich wieder ein Sicherheitsbeamter einem Disziplinarverfahren stellen ....
    "Mein Vaterland hat allzeit den ersten Anspruch auf mich." (Mozart)

    "Ich habe nur ein Vaterland, das heißt Deutschland." (vom Stein)

  2. #2
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    AW: Selbstbewaffnung in Deutschland "Tödliche Missverständnisse werden zunehmen"

    In Deutschland gilt - anders als in den USA- das Gewaltmonopol des Staates, der dafür verantwortlich ist, dass den Menschen nichts passiert.
    Sehr schön! Es ist doch ausgerechnet dieser Staat der alles tut damit die Menschen eben nicht mehr sicher sind.
    Alle Texte, die keine Quellenangaben haben, stammen von mir.

  3. #3
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    AW: Selbstbewaffnung in Deutschland "Tödliche Missverständnisse werden zunehmen"

    Zitat Zitat von Realist59 Beitrag anzeigen
    Sehr schön! Es ist doch ausgerechnet dieser Staat der alles tut damit die Menschen eben nicht mehr sicher sind.
    Es wird sich dabei um eine ähnliche Logik handeln, wie sie in der industriellen Medizin vermutet werden kann: Erst wenn man die Krankheit produziert und in Umlauf gebracht hat, läßt ein Heilmittel dagegen lukrativ vermarkten.
    Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland

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